Rabenmutter

25.02.2013 um 19:45 Uhr

Entspannt

von: Rabenmutter   Kategorie: Therapeutisches

Ich habe eine sehr schönes und ruhiges Wochenende genossen und vor allem die Gegenwart von Ben, die Gespräche mit ihm und natürlich seine Streicheleinheiten haben sehr viel dazu beigetragen, dass ich relativ entspannt in die neue Woche starten konnte.

Wir waren am Samstag in der Sauna, da uns der heftige Schneefall dann doch nicht zu einem Waldspaziergang verlockte, was ursprünglich der Plan war. Das war eine super Idee, 4 Stunden saunieren, relaxen, nackt Schneeballschlachten machen...
Danach fühlte ich mich total *ommmm* :-)

Das Blöde daran war leider, dass ich danach eine Bindehautentzündung bekam und somit die geplante Abendveranstaltung, nämlich tanzen gehen zu 80er Jahre Musik, ins Wasser fallen musste. Ich bekam einfach die Augen nicht mehr richtig auf, sie tränten, juckten, waren gerötet... wirklich blöd und sehr sehr schade! Dank Salbeiauflagen aber wieder weg.

Nun ja, die fehlende Bewegung bekam ich heute, die Öffentlichen werden bestreikt und ich musste heute früh laufen. 1 Stunde und 30 Minuten brauchte ich bis zur Klinik... und es lief sich besch... im Matsch! Nein, eigentlich hätte ich nicht die ganze Sttecke laufen müssen - wenn nicht mein Portemonaie gestern mit nach Sachsen-Anhalt gereist wäre. Somit meine Fahrkarte, mein Bargeld, meine Geldkarte... Also fiel die Option S-Bahn weg, nun ja, es wurde auch nicht gemeckert, dass ich 30 min. zu spät war - einige kamen gar nicht. Dafür hatte ich den ganzen Tag nasse Füße :-/

Tja, was war letzte Woche passiert?

Zu Visite am Mittwoch verunsicherte mich die Stationsärztin damit, dass sie meinte, Aufgabe der Tagesklinik sei gewesen, festzustellen, ob ich arbeitsfähig wäre oder nicht. Das wäre nun geschehen und ich solle mir überlegen, was ich noch da will. Häää???

Das sprach ich dann am nächsten Tag gleich als erstes in meinem Einzelgespräch an. Also - dass ich es nicht so verstanden habe, dass deren Aufgabe nur sei, meine Arbeitsfähigkeit zu prüfen. Zumal es in meinen Augen ein großer Unterscheid ist, ob ich vormittags und nachmittags ca. 1 Stunde beschäftigt bin (Ergotherapie) und mir ansonsten Gutes tue (Sport, Spaziergänge etc.). Ein Berufsalltag sieht leider nicht so aus, und andere auf Station haben viel mehr Therapien, die hätte ich auch gern. Außerdem ist mir ja erst durch die Gespräche mit meiner neuen Therapeutin aufgegangen, dass ich viele Dinge, die ich "automatiesiert" habe, so mache, weil meine Mutter es so von mir erwartet. Und schwach sein ist zum Beispiel was, das geht nur, wenn man krank ist. Daher sind viele meiner Beschwerden psychosomatisch. Auch das eine neue Erkenntnis. Es gibt also einiges, woran ich ambulant weiter arbeiten muss, was mir schon klar ist bzw. immer klarer wird - aber das dann so hinzustellen, dass man mich lieber heute als morgen entlassen würde.... jedenfalls kam es so bei mir an und das tat sehr weh. Zumal mir unterstellt wird, dass ich mich auf Station "langweile" - weil ich um mehr Therapien bat - aber darum geht es ja gar nicht. Aber beispielsweise Körperwahrnehmung wäre in meinen augen auch sehr wichtig für mich, bekomme ich aber nicht. Nacht Kunsttherapie habe ich auch schon gefragt - bekomme ich auch nicht...

Was mir außerdem noch sauer aufstößt, ist Folgendes: Mein Therapeut damals in der Reha hatte mich als arbeitsfähig entlassen, angeblich, weil sie das müssten, und zwar mit folgender Erläuterung: Arbeitsfähig bedeutet nur, dass man in der Lage ist, 3 Stunden täglich eine leichte Tätigkeit im Sitzen auszuüben. Er gab mir - mündlich und unter 4 Augen - den Rat, ich solle möglichst noch 2 Jahre lang nichts machen und dann mit 4 Stunden täglich wieder einsteigen. Was so nicht ging, nach 1 Jahr wollte ich einerseits gern wieder was machen und nachdem ich beim Arbeitsamt diesbezüglich um Hilfe gebeten hatte, kam von dort Druck. 

Sobald ich die Umschulung begonnen hatte, war ich ja dauernd krank - ich wusste damals schon, dass mein Körper "Nein" zu der Situation sagte, aber was sollte ich machen? Ich wollte den neuen Beruf ja auch gerne erlernen! Außerdem wäre ein Abbruch ohne krank zu sein nicht drin gewesen, man hätte die Kursgebüren von mir zurück gefordert...

Nun sagt man mir, in deren Augen wäre ich in der Lage, bis zu 6 Stunden täglich zu arbeiten - nach entpsrechender Einarbeitungszeit. Aber das bekomme ich wiederum keinesfalls schriftlich, sondern ich werde als voll arbeitsfähig entlassen werden! Tolle Wurst, oder?

Wenn ich wengier belastbar sei, dann müsse ich das selber vertreten und mich eben durchsetzen. Das aber genau dieses sich-immer-wieder-erklären müssen, das Gefühl, immer wieder "versagt" zu haben, mich mit krank macht... das soll ich dann ambulant mit einem Therapeuten bearbeiten.

Irgendwas daran bereitet mir Bauchweh!!!

Immerhin habe ich aber schon bei meinem alten Therapetuen angefragt.

Nun muss ich an einem Brief für meine Mutter arbeiten (Einmischung in unser Leben etc. - ich will versuchen, ihr zu erklären, was das bei mir/uns auslöst und worum ich/wir sie bitte/n möchte/n).

Ich will noch um mind. 3 Wochen in der Klinik bitten. Schön wäre es, bis dahein einen 4-Stunden-Job gefunden zu haben, aber als ich gestern in den Stellenanzeigen stöberte, brummte gleich wieder der Kopf... :-/

 

 

12.02.2013 um 18:34 Uhr

Neueröffnung alter Baustellen

von: Rabenmutter   Kategorie: Therapeutisches

Letzte Woche kam ich im Therapeutengespräch auf ein Thema, das ich gleich mit in die Gruppe nahm, die wir am Folgetag hatten. Worum es eigentlich ging, ist nicht so wichtig, aber es kristallisierte sich dann für mich heraus, dass ich doch noch Baustellen habe, an denen ich arbeiten muss.

Dabei hatte ich wirklich das Gefühl, ich sei eben einfach nur erschöpft gewesen, ich fühl(t)e mich ja auch schon wesentlich besser.

Seitdem mir aber bewusst ist, worum es mal wieder geht, habe ich die ganze Zeit über wieder Kopfschmerzen :-/

Tja... das leidige Thema: meine Mutter.

Die immer noch oder immer wieder meint, sie habe ein Recht, über unser Leben zu bestimmen.

Ja, es ist richtig, dass sie uns in vielen Fällen finanziell unterstützt. Wir leben von SGB II und damit kann man keine großen Sprünge machen. Selbst wenn ich wieder arbeiten werde, wird sich daran nix ändern. Für 3 Leute reicht es einfach nicht, wenn man ein klein wenig mehr will als nur überleben.

Es ist mir auch sehr schwer gefallen, meine Mutter um diese finanzielle Hilfe zu bitten. Aber seither versuchte sie dann auch leider immer wieder, uns ein schlechtes Gewissen einzureden und über uns zu bestimmen.

Unabhängig von meiner schweren Therapiesitzung, die ich heute zu diesem Thema hatte, hat meine Mutter sich gleich wieder ein "wunderbares" Beispiel geleistet.

Die Kinder haben Ferien und sie wollte sie mal besuchen kommen. Sie will sich aber auf keinen Fall aufdrängeln und nur, wenn es auch wirklich passt... Gestern besprachen sie es am Telefon (ich war dabei), dass sie am Donnerstag kommen kann. Mäusekind vereinbarte mit ihr, dass sie einen Zug raus sucht und heute noch mal anruft.

Gesagt, getan - tickte Oma am Telfon aus. Der Zug war ihr viel zu spät, wie undankbar die Kinder doch wären, dass sie Oma erst zum Mittagessen sehen wollen. Wenn sie nicht erwünscht wäre, käme sie eben gar nicht.... Mäusekind war fix und fertig, als sie mir davon erzählte. Ich kann das so gut nachvollziehen, da ich das nur zu gut kenne.

Nun steht das Thema "Oma" bzw. "Mutti" auf dem Zettel für unsere nächste Familienratssitzung - die wir jetzt jeden Sonntag abhalten.

Und ich habe Dauerkopfschmerzen... seit über 1 Woche wieder :-/