Rabenmutter

07.10.2013 um 17:01 Uhr

Verunsicherung

Anstatt mir mehr Sicherheit zu geben, werde ich mit jeder weiteren Untersuchung irgendwie unsicherer.

Also, man hatte mich für die Lumbal*punktion nur 4 Tage in der Klinik behalten. Weniger als erwartet, aber: eine Auswertung habe ich noch nicht rhalten, bekomme ich aber evtl. diesen Mittwoch.

Und: die Nebenwirkungen der Untersuchung traten erst auf, als ich schon wieder entlassen war. Klar, ich hätte zurück in die Klinik gehen können. Aber ich hatte auch Termine...

Denn es war nun mal das Bewerbungstraining vorher, und ich habe Rückmeldungen erhalten. Eine davon rief mich auf dem Handy an, da war ich grad in der Klinik eingetroffen. Hätte am kommenden Tag Probearbeiten sollen... schöner Mist! Habe das dann nach der Entlassung gleich montags gemacht, aber bisher keinen Rückruf erhalten. Sie meinte, ich bekomme einen solchen bis zum Wochenende, wenn ich genommen werde. Tja, haben die, die eben früher Zeit hatten (und in keiner Klinik waren), den Zuschlag bekommen. Wer zuletzt kommt...

Nicht, dass ich den Job jetzt sooo unbedingt hätte haben wollen, da der Arbeitsweg ziemlich weit ist für nur ein paar Stunden, aber trotzdem - es ist nicht schön, abgelehnt zu werden. Nicht mal dann, wenn es "nur" um einen Pauschaljob geht.

Dann hatte ich heute ein Vorstellungsgespräch. Ich bin vorher extra noch für die letzten Euronen zum Friseur, da mein Selbstvertrauen auch viel mit einer guten äußeren Erscheinung zusammen hängt und die Haare waren mir definitiv zu lang.

Na ja, daran wäre es wohl nicht gescheitert - ich glaube aber dennoch, dass ich es verhauen habe. Zum einen habe ich nicht nach dem Verdienst gefragt. Hm, es ist ein Job auf 450-Euro-Basis - da dachte ich, dass es nicht viel zu fragen gibt... Zum zweiten kam blöd an, dass ich auf Anraten der Herren beim Bewerbungstraining drin stehen habe, ich wäre momentan Hausfrau. Was nicht so ganz stimmt, ich war 2 Jahre krank und seither bin ich arbeitslos, aber nicht arbeitssuchend - was schreibt man da rein? Eine Sozialberaterin in der TK hatte mir empfohlen, da rein zu schreiben "Berufliche Pause aus privaten Gründen" - wurde mir ausgeredet, Pause sei doof und klingt nach Stillstand.

Nun ja, so dachte sie nun, ich bin Hausfrau, habe also keinerlei Einkommen, brauche auch keine Formulare wegen Nebenverdienst etc. - die brauche ich ja aber doch! Nun bin ich unsicher, ob ich meine Bewerbungsunterlagen doch wieder ändern und die Hausfrau wieder rausnehmen soll...

Na ja und dann hatte ich das Gefühl, dass es blöd rüber kam, wie ich meine Wahrnehmung des Unternhemens als Kundin darstellte. Sorry, aber da ist bei mir nun mal angekommen, dass zu einer wirklichen Kundenberatung kaum mehr Zeit ist. Vom Unternehmen sei diese aber schon gewünscht! - Na ja, sie ruderte dann aber schnell zurück und gab zu, dass viel zu wenig Personal da sei. Ich müsste auch, obwohl nur Pauschalkraft, alls tun, was fest angestellte Mitarbeiter auch tun. Bis hin zu Geschäft alleine öffnen oder schließen, inkl. Kassenabschluss. Ich fürchte aber, dass das überall so ist.

Der Job würde im November los gehen. Da türmt sich dann bei mir der nächste Problemberg auf: Ben und ich sehen uns nun schon nur noch jedes 2. Wochenende,  da es sich terminmäßig im Moment nicht anders einrichten lässt. Für November aber haben wir einiges gemeinsam in Planung, vor allem auch durch meinen Geburtstag, zu dem er mir 2 Tickets für Konzerte schenken will. Alles natürlich noch ganz "geheim", aber die Termine stehen schon, sowas muss ja geplant werden.

Tja, und wenn ich nun den Job bekomme, dann bekomme ich Ende diesen Monats Bescheid und den Dienstplan - und dann.... geplante Termine, adé... :-/ Da kann ich doch nicht gleich mit Wünschen kommen!

Ach Menno...

Es ist so schon schwer genug mit der Fernbeziehung und immer wieder tut sich mir auf, warum ich das eigentlich nicht wollte. Nein, ich möchte um Himmels Willen nicht auf Ben verzichten oder unsere Verbindung in Frage stellen, aber das Wie, das macht mir wirklich arg zu schaffen. Ja, ich plane quasi alles um unsere gemeinsame Zeit herum oder in diese hinein; verzichte auf Veranstaltungen, die ich mir sonst nie hätte entgehen lassen, um zu ihm zu fahren; sehe meine FreundInnen kaum noch; habe jedes mal ein schelchtes Gewissen, wenn ich meine Kinder allein lasse...

All das trägt noch viel mehr zur sowieso schon vorhandenen Verunsicherung bei und Zukunftsängste machen sich mehr und mehr breit. Und in solchen Momenten, wo ich an mir und an allem zweifle, ist Ben dann natürlich nicht greifbar für mich.

Ach ja, ich war abgeschwiffen... Bisherige Empfehlung der Klinik: Ich soll eine berufliche Reha mit Arbeitserprobung machen. Auch das noch! Noch mehr Zeit, in der ich Ben nicht sehen kann. Von meinen Kindern ganz abgesehen, was wird mit denen? Was wird beruflich, sollte man mich jetzt irgendwo nehmen - dann komme ich gleich wieder im neuen Jahr mit einer Reha? Wie sieht das denn aus?

Wichtig wäre sie schon... Ach Mann, ich weiß grad überhaupt nicht, wo ich anfangen soll oder was ich richtig mache. Beraten wird man auch nirgends. Hmpf!