Rabenmutter

19.09.2014 um 16:44 Uhr

Es tut sich was

Man sollte es kaum glauben, wie sich so eine Ungewissheit über die berufliche Zukunft auf die Psyche auswirkt.

Also, nicht, dass mein jetziger Job irgendwie ungewiss wäre, aber ich möchte halt gerne mehr Stunden arbeiten, und das geht im Schuhladen leider nicht. Also hatte ich im Frühsommer begonnen, wieder fleißig Bewerbungen zu schreiben.

Nach dem Urlaub hatte ich ja das "Job-Casting" - ach je, davon hatte ich noch gar nix berichtet...

Also, es gibt da eine Art großes Bekleidungskaufhaus, die kommen ausm Norden und eröffnen demnächst in unserer Landeshauptstadt eine Filiale. Bei meinen Jugendlichen ist das seeehr beliebt, so fanden sie das auch ganz toll, dass ich mich da bewerbe. Man musste online einen Test machen, dann erhielt ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Da kam ich mir allerdings eher wie auf nem Casting vor: pro Termin waren ca. 10 bis 15 Personen da. Man sah sich gemeinsam ein Video über das Unternehmen an, dann gab es noch einen Vortrag, danach ging man in die Einzelgespräche - ein großer Raum, beinahe Saal, darin lauter kleine Tische, wo sich immer ein Mitarbeiter und ein Bewerber gegenüber saßen. Sowas hatte ich ja noch nie erlebt! Allerdings suchen die auch unheimlich viele Mitarbeiter... also standen die Chancen nicht schlecht.

Dennoch: ich rutschte danach irgendwie in ein Tief, war dauermüde, antriebs- und lustlos... hätte können nur schlafen - schlafen - schlafen.

Dann kam der Anruf mit dem Jobangebot und dem Termin zur Vertragsunterzeichnung... immer noch war ich verunsichert. Was, wenn da irgendwelche Bedingungen drin stehen, die ich unmöglich annehmen kann? Außerdem musste ich ja erst mal raus finden, wo der Termin statt fand, da wir das im Telefonat vergessen hatten, zu besprechen. Aber nach ewigem rumgemaile und einigen nicht funktionierenden Mailadressen bekam ich es letztlich heraus und dann war es soweit: der Vertrag ist unterschrieben!!!

Und irgendwie... fiel damit eine Last von mir. 

Klar, ich hab immer noch ein wenig Angst: Bin ich den Anforderungen gewachsen? Schaffe ich den Übergang zur doppelten Stundenzahl? Wird es dort so schlimm stressig, wie man sagt? Wer und wie werden meine Kollegen sein? Wie wird es unsere Beziehung beeinflussen, wenn ich nur noch ein Wochenende pro Monat frei habe? Wie wird es sich auf mein Leben auswirken, dass ich (vorerst) immer nachmittags bis abends arbeite? Und nicht zuletzt: wie bringe ich es meiner jetzigen Chefin bei???

Trotzdem bin ich, seit der Vertrag unterschrieben ist, irgendwie energiegeladen. Gleich am nächsten Tag, nachdem Ben wieder in den Bus gen Heimat gestiegen war, habe ich mich in meinem Zimmer auf die Leiter gestellt und begonnen, zu renovieren. Da war nämlich im Frühling, als ich meine Pflänzchen auf den Balkon umsiedelte, Schimmel in der Fensternische... also riss ich die schimmlige Tapete, die eh nur noch auf halb 8 hing, ab, soweit es ging und nahm mir vor, die restliche vorm Herbst ganz zu entfernen und die Fensternische nur auszuweißen, damit das Mauerwerk besser atmen kann.

Das liegt nun inzwischen hinter mir: Gardinen ab, Tapete abgespachtelt, Nische samt ganzer Wand gestrichen, Fenster geputzt. Gardine gewaschen, wieder aufgehängt. Grünpflanzen auf dem Balkon alle umgetopft und nach und nach wieder rein getragen. Mich dabei von Kakteen übelst zerkratzen und stechen lassen... Heute noch die Übergardinen gewaschen und wieder aufgehängt. Voilá, das Fenster ist fertig!

Nun soll es mit dem Zimmer weiter gehen. Ich hatte da neulich im Netz was entdeckt, was mir farblich total gefällt, und das möchte ich gerne umsetzen. Zumal ich einfach mehr Platz brauche und mich ohnehin von einigem Krempel schon seit einiger Zeit trennen will. So habe ich letztens mit Ben schon Technik zum Metmacher zurück geschleppt, die der mir mal geliehen hatte. Außerdem möchte meine Schwägerin sich demnächst auf den Flohmarkt stellen, für sie sind schon 3 Tragetaschen gepackt... Bücher will ich ausmisten - auch wenn mir das schwer fällt, aber es gibt hier einige, die ich nur einmal gelesen habe und nicht sooo doll finde. (Ich bin ja eine, die liest Bücher immer und immer wieder...)

Dann will ich neue Regale. Also, mehr Regale, zu denen, die da sind. Nur der olle Fernsehschrank fliegt raus. Dann alles anstreichen... auch wenn es blöd ist, für vielleicht nur ein Jahr - aber ab und zu braucht man sowas und die Möbel kann ich ja dann mitnehmen in eine neue Wohnung.

Ein wenig ausgebremst werde ich allerdings, nämlich durch meinen Kniefall. Da habe ich mich nämlich Ende August in meiner Küche aufs Knie gelegt - nasse Fliesen und so segelte ich dahin... Es tat nicht weiter weh, gab nur einen dicken blauen Fleck, der tat dann weh - er ging aber wieder weg und alles war gut. Doch nach ein paar Wochen fing das Knie an zu mucken - wenn ich lange stehe, viel laufe oder Rad fahre. Mit dem geplanten "Marathon" im Oktober wird's also schon mal - wieder - nix :-/

Also ging ich zu meinem Hausarzt, der gab mir eine dringende Überweisung zum Orthopäden.  Als ich damit zum Orthopäden trabte, war dort Praxisurlaub. Gnarf! Wieder eine Woche verloren... Am ersten Tag nach deren Urlaub stand ich also auf der Matte. Ich war dort seit 15 Jahren Patientin und wurde von einer - mir unbekannten - Arzthelferin abgekanzelt mit der Information, dass sie eine reine Terminpraxis wären, es noch niiie eine Notfallsprechstunde gegeben hätte (Komisch, da war ich aber schon drinnen!) und ich mir gerne am 10. Oktober einen Termin für den Januar holen könne. Hallo, geht's noch?! Das Knie tut jetzt weh! "Ach, wenn sie gestürzt sind, gehören sie sowieso zum Chirurgen, nicht zu uns!" Aaargh!!!

Also hab ich mir einen anderen Orthopäden gesucht. Ergebnis: nächste Woche habe ich einen Termin! Geht doch! 

Was war noch? Ach ja, Ralph... wir hatten ein Beratungsgespräch von einer Beratungsstelle. Viel kann man uns nicht weiter helfen, aber ein paar kleine Schritte hilft es schon. Dann kam Post von einer weiteren Beratungsstelle, auf Grund einer Anfrage um Hilfe beim Sozialamt. Es tut sich also auch da was! 

 

04.09.2014 um 16:10 Uhr

Veränderung

von: Rabenmutter   Kategorie: Berufliches

Waaaahh!!! Ich habe ab November einen neuen Job!!!

Die Arbeitszeiten sind zwar erst mal ziemlich blöd / unflexibel, aber ich hab erst mal den Fuß in der Tür!

Vertragsunterzeichnung ist nächstes Wochenende... da fällt mir auf, sie hat mir gar nicht gesagt, wo...?! Panik...!!! Aber: das kriege ich raus! :-)