Am Freitag wollte ich mir ein Konzert ansehen, im kleinen Stammclub, der nun leider nicht mehr Submarine heißt. Aber immer noch klein und fein ist...
Jedoch plagte mich den ganzen Tag eine heftige Migräne und 2 Zäpfchen brachten null Linderung!!! Also beschloss ich am frühen Abend, mich geschlagen zu geben und legte mich ins Bett.
Welch Wunder - nach 1 Stunde rumduseln waren die Kopfschmerzen weg. Also stand ich wieder auf und machte mich ausgehfein.
Beginn 22 Uhr stand drin, na, man kennt das ja - es geht nie pünktlich los. Also ging ich nach 22 Uhr hier los und war gegen 22:30 Uhr da. Nachdem ich diverse Schichten Zwiebellook an der Garderobe los geworden war, traf ich im Club einige bekannte Gesichter - Raven war da, der debile Chef und einige mehr. Es brach gerade Hektik aus - es würde eine "Vorband" geben und diese gleich los legen. Also schnell ein Getränk gegriffen und rein in den "Saal". Da saß ein - nun ja, ich sage mal "alter Mann" mit Gitarre. Also, nicht wirklich alt - keine grauen Haare oder so - aber er trug irgendwelche braunen Treter, Schal, hatte einen dicken Bauch und einen Vollbart, und er saß (!) mit seiner Gitarre. Die Texte waren nach seinen Worten nicht von ihm, nur die Musik - und na ja, es war halt so Lagerfeurmusik. Dann sagte er plötzlich: "Übrigens, ich bin der N.I.!"
N.I.??? Ja, eine entfernte Ähnlichkeit hatte er mit einem N.I., den ich von früher her kannte. Der damals bei einer sehr beeindruckenden Band spielte, welche ich leider erst kurz vor ihrer Auflösung kennen lernte, und somit nur 2 Konzerte von ihnen sah, das letzte 2006. Da stand ein N.I. an der Gitarre - durchtrainiert, mit freiem Oberhörper, halblangen Haaren, großen Creolen in den Ohren, blau lackierten Fingerägeln. Wow! Der Typ hatte mich damals schwer beeindruckt.
Er wohnt auch hier irgendwo in der Ecke, und immer wieder lief er mir über den Weg - meist mit seiner Frau und den süßen Kindern. Und immer sah er toll und glücklich aus.
Also bezweifelte ich, dass der N.I. dort auf der Bühne jener welcher sein könnte - dennoch kam dieser Verdacht auf, da es zu den weiteren Musikern passte und diese auch damals schon verbandelt waren. Als er später an der Bar stand, sah ich ihn mir im besseren Licht noch einmal an - und musste geschockt feststellen - er war genau der N.I., den ich im Kopf hatte! Oh je, ob ihm die Frau weggelaufen ist? Irgenwas drastisches muss doch passiert sein, wenn aus einem "Bühnen-Gott" so ein ... verlottert wirkender Mensch wird.
:-/
Irgendwie bekomm ich das immer noch nicht in meinen Kopf!
Außerdem kreiselte die ganze Zeit ein anderer Giterrenspieler in meinem Kopf... der zeitgleich irgendwo ebenfalls auf einer Bühne stand... und fragte mich, wie die Lady das all die Zeit mit Mr. Tiger nur ausgehalten hat, nicht pausenlos an ihn zu denken... aber sie ist ja eine von den Menschen, die ihr Herz da raushalten können. Ich kann das nicht. Wenn ich irgendwas tue, egal was, dann von und mit ganzem Herzen...
Danach spielte die "Hauptband" und der Sänger hat eine wirklich beeindruckende Stimme, dabei ist der so ein "Hemd" - unglaublich! War jedenfalls wunderschön!
Anschließend legte der debile Chef Schallplatten auf, und obwohl er das großartig machte, fingen meine Kopfschmerzen wieder an und ich beschloss, lieber doch nach Hause zu gehen. Draußen schneite es, und dieser Spaziergang nachts bei klirrender Kälte und Schnee war wirklich herrlich. Alles glitzerte, die Straßen lagen zum größten Teil still und wie bezuckert da... wunderschön!
Der Samstag begann zum Glück kopfschmerzfrei und blieb es auch. Ich wollte abends zu den Goa-Freunden tanzen gehen. Anders als ich es von "unseren" Tanzveranstaltungen gewohnt bin, wurde von Anfang an aufgelegt und es wurde auch von Anfang an getanzt! Das hat mir gut gefallen, und ich habe mich der Tänzerschar auch gleich angeschlossen und 2 Stunden fleißig das Tanzbein geschwungen. Nass geschwitzt und mit Blasen an den Füßen trollte ich mich dann nach Hause - wo für die meisten die Party noch gar nicht richtig angefangen hatte... ;-)
Da ich aber gelernt habe, mehr auf meinen Bauch zu hören als früher, und der sagte, es reicht - ging ich einfach zufrieden nach Hause. Ohne mich von irgendwem zum bleiben überreden zu lassen. Und so war es einfach nur schön und hat gut getan.