Rabenmutter

24.11.2014 um 12:11 Uhr

Wirklichkeit und Traum

Durch meinen neuen Job und Termine, die er hat, sehen Ben und ich uns gerade sehr wenig. Und mir macht das ganz furchtbar zu schaffen.

Jahrelang habe ich mich gegen Fernbeziehungen gewehrt, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass derjenige eben nicht in meiner Nähe sein wird. Mir ist diese Nähe sehr sehr wichtig, ich brauche das öfter mal, mich mal anlehnen zu können oder einfach nur Wärme und Nähe zu spüren und vor allem auch, jemandem Liebe geben zu können.

Das ist sehr schwierig in unserer Situation.

Und so geschah es, dass ich letztes Wochenende mitten in der Nacht erwachte und einen furchtbaren Anfall von Vermissen hatte. So schlimm, dass ich heulend im Bett lag und über 2 Stunden nicht wieder einschlafen konnte. Es fehlte seine Wärme und Nähe und es fehlte sogar sein Schnarchen...

Das schlimmste daran ist, dass ich an solchen Wochenende dann anfange, von anderen Männern zu träumen. Also, im Schlaf, keine konkreten (Tag-)Träume von anderen Männern sondern ich träume dann, dass ich da jemanden in meiner Stadt kennen lerne. Einer, der sich ganz sehr um mich bemüht, den ich aber immer wieder ablehne, eben weil ich ja Ben habe. Doch irgendwann in diesen Träumen werde ich dann immer weich und tausche die große Liebe gegen jemanden, der in meiner Nähe ist... Das macht mir Angst.

29.04.2013 um 11:52 Uhr

Kramer ./. Kramer

Jetzt geht's ans Eingemachte, sagt Jura dazu...

Ja, Ben und ich sind beinahe ein Jahr zusammen. Und jetzt wird's dann richtig anstrengend. Seine Scheidung steht ins Haus, also das Trennungsjahr ist um und nun müssen die Papiere eingereicht werden etc. Und was ebenfalls zu klären ist: das Sorgerecht für Mona.

Und da fangen die Probleme an...

Einer der Gründe, warum Ben seine Frau verlassen hat, ist das schwerwiegende Problem, dass sie ein Alkohol-Problem hat. Und zwar ein mächtig gewaltiges, und das auch nicht erst seit gestern. Das hat sie wohl eigentlich immer schon und ihre gesamt Familie scheint es zu haben, nur hat er es nicht wahr haben wollen. Oder was auch immer. Es wurde halt mit der Zeit immer schlimmer. Früher, als beide studiert haben, war es ihm egal. Studentenleben, hoch die Tassen!

Nur dann war irgendwann Mona da. Und er merkte, dass seine Frau mehr trank, als gut ist, vor allem  als Muter und als Erzieherin, als die sie tätig ist. Er setzte dann Limits, so gab es beispielsweise unter der Woche kein Feierabendbier mehr - weder für ihn noch für sie, da er nach einem aufhören konnte, sie jedoch nicht. Ebenso kein Glas Wein zum Abendessen und kein Schnäpschen zur Verdauung. Alkohol war daheim nur am Wochenende "erlaubt" - da muss sie dann wohl ab Freitag auch immer tüchtig zugeschlagen haben... 

Und unter der Woche trank sie wohl heimlich. Er hat ihr Hilfe angeboten, aber sie hat alles abgestritten, sie würde gar nichts trinken, es wäre auch überhaupt kein Problem, blah blah. Ich kenne das von meinem Ex-Mann, nur dort ging es um Drogen. 

Nun hatte Ben gehofft, dass, wenn sie mit Mona allein wäre, die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein siegen würden. Was aber leider nicht der Fall ist. Freunde, Nachbarn und Verwandte berichten ihm immer wieder, wie besoffen die Frau immer wieder ist und letztens eskalierte es dahingehend, dass ihn, als er am Wochenende hier war, eine Nachbarin anrief (also - seine Ex-Nachbarin, er wohnt ja nicht mehr da) und ihm berichtete, dass die Situation eskaliert wäre, die Frau würde Mona samt Freundin anbrüllen, im Haus einschließen, ihnen ichts zu essen geben... Die nahm Mona dann für das Wochenende zu sich.

Mit der Frau redet aber wohl keiner offen darüber. Keiner hat den Arsch in der Hose, mit ihr, wenn sie mal nüchtern ist, Klartext zu reden. Von mir aus auch, wenn sie nicht nüchtern ist - das Thema wird vermieden, man vermeidet, in ihrer Gegenwart Alkohol zu konsumieren, außer sie trinkt sowieso selbst grad welchen. Das war es dann aber auch. 

Keiner scheint ihr auch nur in irgendeiner Weise Hilfe anzubieten... Tolle Freunde, sag ich da nur.

Was uns dabei am meisten Sorgen macht, ist natürlich Mona. Es ist so, dass im Moment beide das gemeinsame Sorgerecht haben und Ben hätte natürlich die Möglichkeit, Mona da einfach raus und zu sich zu holen. Nur würde er ihr damit ja auch weh tun, sie liebt ja beide Eltern. Und die Mutter würde definitiv ein Fass aufmachen! Sie hat ja kein Alkoholproblem und überhaupt...

Dabei hab ich es selber schon mitbekommen, dass sie Samstagabends nach 22 Uhr betrunken bei Ben anruft und ihr Kind sprechen will. Hallo??? Oder sie lässt die Kleine in total auseinanderfallenden Stiefeln rum laufen. Da fielen die Sohlen ab! Ben hat ihr dann neue gekauft, obwohl er für sowas ja eigentlich Unterhalt zahlt.

Die Frau hat sich dann für die "Frechheit", dass Ben seiner Tochter ordentliche Schuhe gekauft hat, bei einer Freundin ausgeheult und gefragt, ob sie eine schelchte Mutter wäre. Ich an Stelle der Freundin hätte ihr da mal ein paar Takte gesagt, aber diese hat sie wohl nur getröstet und beruhigt... also in meinen Augen ist sie eine schlechte Mutter, wenn es ihr egal ist, ob ihre Tochter mit kaputten Stiefeln herum läuft!

Egal, mir steht nicht wirklich ein Urteil zu bzw. bin ich ja nicht ganz unvoreingenommen, und ich kenne sie auch nicht. Dennoch finde ich die Situation für Mona echt bedrohlich. Was, wenn die Mutter mal so im Tee ist, dass sie sich nicht mehr kümmern kann? Dass beispielsweise Mona sich verletzt oder krank ist, die Frau aber nicht in der Lage ist, zu handeln? 

Von Anfang an habe ich Ben zugesprochen, Mona zu sich zu nehmen.  Der musste aber erst mal selber da raus und Abstand gewinnnen und zur Ruhe kommen, also so einigermaßen zumindest. Jetzt hat er den Kopf soweit frei, dieses Problem anzugehen, nur weiß nicht so recht, wie. Und ein wenig habe ich auch das Gefühl, er hat Angst vor dieser Frau. Oder aber Angst, bei Mona noch mehr kaputt zu machen?

Und ich weiß nicht so recht, wie ich ihm helfen kann oder soll. Außer mit Ratschlägen aus meinem Erfahrungsschatz und den  Infos, die ich von Jura eingeholt habe. Seine Anwältin nun wiederum hat ihm erzählt, dass das Familiengericht gar nichts machen würde, man müsse da über eine Art Schlichtungsstelle gehen udw. usf. 

Da denken Jura und ich aber, dass das nur so ist, wenn es um einen "ganz normalen" Sorgerechtsstreit geht. In dem Falle aber ist doch das Wohl das Kindes in Gefahr...

Oh Mann, das macht mir ganz schön Kopfzerbrechen.  Vor Allem, dass ich dann so weit weg bin und ihn nach irgendwelchen Streitigkeiten dann nicht mal in den Arm nehmen kann. Dabei geht das Ganze erst los und wird gewiss noch richtig anstengend :-/

Denn das Problem ist ja noch nicht mal irgendwie angegangen, aber sie boykottiert ja so schon die Zeit, die Mona mit Ben hat, wo es nur geht. Außer, es passt ihr in den Kram. Ansosnten hat sie aber was gegen alles udn alles wird dan nauch mit ihrer Freundin am Telefon ausgewertet. Diese wiederum trägt aber alles an Ben weiter...

So hat sie nun aber wohl endlich mal die Frau in die Schranken gewiesen und ihr gesagt, dass das dauernde Gejammer nervt. Mal ehrlich: meinen Ex-Mann musste ich betteln, dass er sich um die Kinder kümmert bzw. dass er sie überhaupt sehen wollte. Ben nun kümmert sich, wo er nur kann. Und unternimmt auch ganz viel mit Mona, d. h. daheim wird sie am TV abgebunkert - mit Ben ist sie immer unterwegs, zum Sport oder es wird gespielt. Darüber kann sie mal echt froh sein, das hat ihr die Freundin wohl auch so gesagt. Ich fürchte nur, es wird sich ähnlich entwickeln wie bei meinem Ex-Mann. Da war es so, dass er zu den Freunden, die ihm ehrlich die Meinung sagten oder die ihm gar Hilfe anboten, den Kontakt abbrach. Die waren ja alle böse zu ihm und hielten zu mir. So wird sie das auch hin stellen...

Ich hab echt Angst davor, was da jetzt auf uns zukommt.

 

28.04.2013 um 19:18 Uhr

Lektion gelernt

Ich dachte auch lange Zeit, dass ich alleine nicht vollständig sein kann, nicht vollkommen bin.

Dazu habe ich garade einen schönen Spruch gelesen und der gefällt mir ziemlich gut, da er die Sache auf den Punkt bringt:

"Du brauchst niemanden, der dich vollkommen macht. Du brauchst jemanden, der dich vollkommen akzeptiert!"

Fast 1 Jahr bin ich mit Ben zusammen, und er nimmt mich wirklich und wahrhaftig in allem so, wie ich bin! Manchmal ist es immer noch unglaublich... vor allem aber unglaublich schön, dass wir uns haben!

31.10.2012 um 20:47 Uhr

Natürlich

Sorry an alle, dass ich hier derzeit so selten schreibe und auch mit dem Lesen ewig hinterher hänge...

Keine Angst, es gibt mich noch. Aber entweder, ich bin nur auf Achse - oder mir geht es nicht so gut. Irgendwas ist halt immer ;-) 

In letzter Zeit ging es mir wirklich ziemlich oft weniger gut. Die Kopfschmerzen als Dauerschleife - Wetterumschwungsbedingt? Vielleicht... - die Müdigkeit. Auch das Wetter? Ich weiß es nicht.

Aber wenn Ben um mich ist, dann geht es mir sehr schnell auch viel besser. Nicht immer zu 100%, aber doch zu einem wesentlichen Teil. Mit ihm an meiner Seite schaffe ich auch viel mehr. Er war eine halbe Woche da und wir haben so viel geschafft... Erledigungen außerhalb und innerhalb der Wohnung, kulturelle Highlights, Spieleabende mit den Kindern, innige Kuschelstunden... alles hat seinen Anteil.

Dabei fühlt es sich alles so ... normal an. So... natürlich. Ach, alles klingt so banal und trifft nicht den Punkt. Was wir füreinander und miteiandner empfinden... das ist so schwer in Worte zu fassen... Und manch einer denkt beim Miteinander Empfinden jetzt vermutlich eher in horizontale Richtung, aber nein, das bezieht sich auf alles, was wir gemeinsam tun. Es passt einfach. Es ist DAS... das Eine, das, woran ich immer geglaubt aber bisher vergeblich gesucht habe. Das, was meine Eltern mir vorlebten. Ich wusste also, dass es das gibt. Nur in meinem Leben gab es das halt bis vor kurzem nicht. Da bestand jede Beziehung immer aus so vielen Kompromissen. Und aus so vielen Missverständnissen. Aus zu hohen Erwartungen und zu herben Enttäuschungen...

In der Therapie vor 3 Jahren  wollte man mir schon einreden, dass es an mir läge, dass ich nicht genug an mir arbeiten würde, um mir selbst zu genügen und mit mir allein glücklich zu sein. Schon damals war mir klar, dass ich das nicht kann. Dass in meinem Leben etwas entscheidendes fehlt, nämlich ein Partner, der meine Gedanken, Gefühle, Erlebnisse teilt.

Ich kann alleine nicht ganz sein. Und nein, ich meine damit nicht, dass ich es nicht will. Sondern es geht einfach nicht. In Ben habe ich meinen fehlenden Part gefunden, und wir sind beide sehr glücklich, dass das so passiert ist. Was mich noch krank macht, scheint die Entfernung zu sein. Und die Angst davor, dass einem von uns irgendwas passieren könnte und uns das, was wir haben, wieder genommen wird...

Wie gern würde ich eine Ben-Therapie beantragen. Ein paar Wochen, nur er und ich - gerne im normalen Alltag. Aber  den wird es so bald im realen Leben für uns nicht geben - eben weil man nicht von jetzt auf gleich alles abbrechen und weggehen kann, wenn man Verantwortungsträger ist - nicht nur für sich, sondern für die Kinder. Für Mensche, mit denen man arbeitet. Etc. - es gibt da so vieles. Im Moment jedoch fühle ich mich so gestärkt und energiegeladen, und das fühlt sich auch so natürlich an... Oh bitte, lasst es so weiter gehen, ihr Götter... dann sieht auch der Blick in die Zukunft viel heller aus. Mit Ben schaffe ich es aus diesem Loch, in das ich vor 2 Jahren gefallen bin, da bin ich mir ganz sicher. Das muss ich versuchen, festzuhalten...

12.08.2012 um 13:45 Uhr

Vorbei

Morgen muss Ben wieder im Büro sein, die Zeit seines Urlaubs ist vorüber. Es war so schön, sich auch unter der Woche sehen zu können, bzw. eben nicht bis Freitagabend warten zu müssen, sondern er war schon mittags da. Zwischendrin immer viele SMSen und Mails schreiben zu können.

Sollte das noch irgend möglich sein, sind wir in der Zeit noch enger zusammen gerückt. Und doch ist es auch immer wieder "neu" und ein klein wenig unglaublich, was da mit uns passiert. Ich sitze z B. im Auto und beobachte ihn beim Volltanken und dann blitzt es durch meinen Kopf "Hey, das da draußen ist DEIN Mann!" MEIN Ben!!! Sooo schööön...

Seine Tochter weiß inzwischen von mir und er erzählt ihr dann jeden Abend am Telefon von unseren Unternehmungen. Da er es sich nicht nehmen ließ, meinen Kiddies was mitzubringen, habe ich für sie ein Buch gekauft. Das hat er jetzt im Gepäck. Ich bin gespannt, was sie dazu sagt.

Für ihn kommen jetzt 2 harte Wochen, für mich eine entspannte Zeit - außer, dass er mir fehlen wird...

Heute Abend gehe ich mit Mäusekind zum Ärzte-Konzert. Das Dritte am Stück, was sie in Dresden geben. Am Freitagabend hatten Ben und ich es uns vorm Konzertplatz auf der Wiese gemütlich gemacht. Hätte uns das vor 23 Jahren einer gesagt, dass wir jetzt zusammen Die Ärtze würden live hören können - dem hätten wir einen Vogel gezeigt! Dabei war es eine der Bands, die uns zusammen brachte...

Mäusekind kam gestern aus Frankreich zurück. Sie erzählte wie ein Wasserfall. Heute beim Frühstück hat sie uns dann die ganzen Bilder gezeigt. Ben gehört einfach dazu - ich hatte ja irgendwie eine gewisse Distanz erwartet, aber nein. Alles ganz normal, alles ganz... EINS.

Ihrer Klamotten hängen gleich auf der Leine, morgen schon müssen sie wieder eingepackt werden. Am Dienstagmorgen um 8 Uhr fährt unser Zug gen Norden. Der letzte Urlaub, denke ich - hoffe ich - den wir in dieser Dreierkonstellation verbringen werden. Wir fahren zu Schwägi samt Familie bei Hamburg (sie sind ja in einen Vorort gezogen).

Urlaub heißt auch immer, wenig Internet. Für Ben wird das schwer. Aber ich werde ihm ins Büro schreiben. Vielleicht bkommt er ja inzwischen auch schon die Schlüssel für seine Wohnung. Umzugskisten hat er sich schon mitgenommen, den Mietvertrag hat er in der Tasche. Der Umzug ist also abzusehen. Dann kann ich ihm auch nach Hause schreiben.

Ihm graut davor, jetzt noch 2 Wochen - ohne mich sehen zu können - dort sein zu müssen. Seine Frau lässt ständig Sachen von ihm verschwinden. Den mp3-Player. Sein Zippo. Seine ec-Karte... Seine Boots waren schon im Müll gelandet, seither stehen sie bei mir. Den Nachbarn jedoch erzählt sie, sie würde ihn noch immer lieben und würde sein Handeln nicht verstehen. Da sie aber vom ersten Moment seiner "Offenbahrung" nur mit Hasstiraden, Beschimpfungen, Zerstörung und nun eben mit diesen Versteckereien reagiert hat, kann das keiner von uns so recht glauben. Gezeigt hat sie es ihm schon lange nicht - er kannte keine Umarmung mehr, kein Händchen halten, kein Zusammen einschlafen, keinen Kuss einfach so....

Gut, das wird auch bei uns sicher irgendwann im Alltag weniger. Aber Alltag werden wir ja in absehbarer Zeit nicht haben... ;-)

29.07.2012 um 19:34 Uhr

Der totale Verfall

Die letzte Woche war Urlaub, das Internet blieb weitestgehend aus.

Ben war da, eine ganze Woche lang. Und wir haben uns einfach treiben lassen... und jeden einzelnen Moment sehr bewusst ge- und erlebt und sooo genossen....

Verfallen, das sind wir einander... konnten kaum irgendwann die Finger voneinander lassen. Egal was wir versuchten, alles hatte einen Hauch  Erotik anhaften... keine "Ablenkung" hielt lange vor... 

Natürlich  unternahmen wir aber nichts als "nur" Ablenkung... wir waren am Baggersee baden... haben zusammen gekocht... Filme geguckt... waren in einer großen Kunstausstellung... zu einem Konzert... bei einem Freund... einkaufen... spazieren... zur Nachbereitung des Theaterprojekts am Mittwochabend...

Ja, selbst so triviale Dinge wie einkaufen gehen machen mit ihm unheimlich viel Spaß. Immer haben wir uns so viel zu erzählen, zu zeigen... wir denken so ähnlich... sehr oft sagen wir im gleichen Moment die selben Worte, dann müssen wir immer lachen. Lachen, oh ja, das tun wir auch ständig.... wir haben so viel spaß miteinander. Es ist sooo schööön!

Wir sind so dankbar, uns gefunden zu haben. Klar stellt sich immer wieder die Frage, warum erst jetzt, warum müssen andere involviert und nun zum Teil verletzt werden mit dem, was uns passiert? Aber ohne all das Vorangegangene wären wir nicht die, wie wir jetzt sind... könnten wir uns möglicherweise nicht so auf alles einlassen, wie wir es tun. Oder würden es gar als selbstverständlich hinnehmen, das, was so  besonders und einzigartig ist!

Diese Harmonie der Seelen und Körper - man wüsste sie sicherlich nicht zu schätzen, würde man nichts anderes kennen. Und ich dachte, das mit Angel wäre nicht zu toppen... das dachte ich allerdings auch nur bis Pfingsten. Doch das, was wir jetzt erlebt haben... setzt  alle Vorstellungskraft außer Gefecht. Es ist unglaublich und doch ist alles wahr.

Ja, wir schaffen das mit der Fernbeziehung. Auch wenn ich sicher auch wieder dunkle Tage haben werde, ich werde nie wieder an ihm oder an uns zweifeln!

Denn ich weiß, nun ganz ganz gewiss, dass er ähnlich wie ich empfindet. Und das ist groß und stark, und wächst in jeder gemeinsamen Minute.

Wir sind einander verfallen. Nicht hofnungslos, sondern voller Hoffnung. Und nicht nur körperlich, sondern in erster Linie seelisch. Es fehlen die Worte, um alles zu beschreiben... 

19.07.2012 um 15:56 Uhr

Angst

Heute habe ich seit mittags ein sehr ungutes Gefühl... ich habe Angst vor der Zukunft :-/

Ben hat sich sehr schnell entschieden, diesen neuen Weg (mit mir) beschreiten zu wollen - allerdings muss man festhalten, dass er bereits zu dem Zeitpunkt, als wir uns vor knapp 3 Jahren im Internet wiederfanden, seine Ehe sehr nüchtern betrachtete und immer wieder Zweifel an dem, was er da lebt, laut wurden, und daran, wie er es lebt. Dass es eigentlich nicht das ist, was er will oder wollte...

Er selbst war erschrocken, als er jetzt ein paar seiner alten Mails nochmal gelesen hat, wieviel Zweifel schon da in ihm war und wie offen er mir über alles berichtet hat. Schon da lag dem ganzen irgendein Zauber inne, der vielleicht auch niemals weg war.  

Also - bei mir schon, ich war damals eben nicht mit einschlagendem Blitz verliebt, sondern nur so ein Bisschen, und da reichte im zarten Alter von 17 Lenzen eben nicht für ein Fernbeziehung. (Außerdem wollte ich damals überhaupt noch keine feste Beziehung!) 

Bei Ben hat damals schon der Blitz eingeschlagen, aber er hatte so wenig Selbstbewusstsein, dass er es nicht wagte, zu kämpfen.

Jedoch erfasste ihn all die Jahre jedesmal in der Nähe meiner alten Heimat ein sehnsuchtsvolles Gefühl und ebenso, wenn er in die Nähe meiner jetzigen Stadt kam - er konnte es sich nicht erklären...

In seine erste Ehe ist er vor seinem Elternhaus geflohen, und sehr viel anders war es bei mir auch nicht - nur, dass es ein paar Jahre später kam und etwas länger gedauert hat.

Nachdem seine erste Ehe in die Brüche gegangen war - und das mit sehr viel bösem Blut aber, zum Glück, kinder- und besitzlos - glaubte er dann nicht mehr an die Liebe. Er ging nüchtern und sachlich an die Sache ran. Als sich zu Pfingsten das erste Mal unsere Hände fanden, war er davon total überwältigt - er ist mit seiner jetzigen Frau niemals Hand in Hand gegangen, sagt er. Kann ich mir gar nicht vorstellen!!!

Jedenfalls war und ist es so, dass seine Frau mit "unserer" Szene nichts anfangen kann, das war eben sein Hobby. Dementsprechend selten ist er auch auf Konzerten oder Festivals gewesen, der Freundeskreis zerstreute sich immer mehr, jeder zog woanders hin - aber dadurch, dass sie sich eben nicht dafür interessierte, baute sich in der Richtung auch kein gemeinsamer neuer Kreis auf. Die Leute, mit denen er zum WGT fuhr bzw. fährt, haben sie zufällig bei der Geburt der Tochter in der Klinik kennen gelernt. (Deren Tochter ist gleichalt.)

Zwar läuft Ben seit vielen Jahren nur in Schwarz herum, das Haus ist wohl auch recht dunkel eingerichtet udn er hat sogar ausschließlich schwarzer Handtücher. Das hat er durchgezogen, aber eben doch eher allein. Es wurde geduldet.

Und so nach und nach kamen ihm eben Zwiefel, ob es das ist, was er will. Neben jemandem her zu leben, der ganz andere Interessen hat. Das einzige, was verbindet, die Tochter und das Haus sind. Wie traurig!

Nein, er wollte diese Lüge nicht mehr leben - aber wäre ich nicht da gewesen, er wäre sicher diesen Schritt nicht jetzt  gegangen.

Nun hat er die Zusage für seine eigene Wohnung bekommen, Mietvertrag ab 1. September. Er freut sich drauf, weg zu kommen, da es keine normalen Gespräche mehr gibt, sondern nur noch Streit und Geschrei. Aber ihm graut auch vorm Abschied von seiner Tochter. Noch liest er ihr jeden Abend vor. Noch schläft sie hin und wieder mit ihm auf der Couch oder kuschelt sich jeden Morgen kurz an ihn ran. Wenn sie ihn braucht, ist er halt da. Das wird dann nicht mehr so sein, und davor hat er Angst. Was verständlich ist.

Mir macht in diesem Zusammenhang Angst, dass er dann mit diesen Gedanken unter der Woche allein in seiner kleinen Wohnung sitzt. Denn die Träume drehen sich zwar um eine gemeisansame Zukunft - aber diese ist auf kurze Sicht nicht erreichbar. Er hat dort seine Arbeit und seine Tochter, die ihn eben doch öfter braucht als nur aller 14 Tage am Wochenende. Sie wird bei ihm übernachten, wenn die Mutter so Dienst hat, dass Ben die Kleine zur Schule bringen muss. Und für Arzttermine muss er greifbar sein, sie hat eine angeborene Sehbehinderung. Ich verstehe nicht viel davon, es gab aber jedenfalls auch schon Not-Operationen.

Ich habe zwar hier keinen Job, aber meine zwei Kinder.  Der Große, der im September hier seine Lehre beginnt. Die Kleene, die zwar schon wieder die Schule wechselt - dort aber mit vielen Freunden zusammen sein wird. Mitschüler ihrer alten Klasse vom Gymnasium, da wechseln wohl jetzt einige zur Mittelschule.

Da kann ich die beiden jetzt auch nicht Knall auf Fall raus reißen, zumal ich mir auch für mich nicht vorstellen kann, hier weg zu gehen. Und Ben auf lange Sicht auch gerne in meine Stadt ziehen möchte, da es eine seiner Lieblingsstädte ist.

Und da kommt die Angst... die mich beschleicht und fragt, ob wir wirklich stark genug für eine solche Fernbeziehung sind, die sich möglicherweise noch über einige Jahre hinziehen wird. Ich rechne so mit mindestens 4 - 5 Jahren. Schaffen wir das??? Mit all dieser Sehnsucht, die uns unter der Woche schon jetzt zu zerreißen droht?

Mit all diesen Vorwürfen, die wir uns selbst machen (also - er sich, ich mir), wenn wir das Gefühl haben, der andere würde einen grad brauchen - man kann aber nicht da sein und verflucht die Situation...

Im Moment freuen wir uns auf den gemeinsamen Urlaub, der zwar vorrangig bei mir stattfinden wird, weil sich nicht alle Termine absagen lassen und Geld wird ja auch erst mal für anderes gebraucht... und ich hoffe, dass wir dann auch viel über diese Ängste  reden werden. Geschrieben hab ich ihm davon schon, denn wir sprechen alles, was uns bewegt, offen an. Das war eine unserer ersten getroffen wichtigen Vereinbarungen, denn wenn ich eins gelernt habe, dann, dass über miteinander reden einfach nichts geht!!!

 

 

05.07.2012 um 15:31 Uhr

Rabenmutters Männer

Es ist schon erstaunlich, aber dass Ben und ich in uns unsere jeweils "2. Hälfte" gefunden haben, dessen sind wir beide uns ganz sicher. Denn das, was wir erleben, hat keiner von uns so jemals erlebt, dieses Ganz-sein eben, dieses innerste Vertrauen, zu wissen, was der andere gerade denkt oder fühlt, usw. Es sind so viele Kleinigkeiten, die sich zu einem großen Puzzle zusammenfügen.

Hat mir ja auch in den Therapien nie jemand gegelaubt, als ich immer behauptete, so lange ich nicht meine 2. Hälfte gefunden hätte, würde ich nie wirklich 100% funktionieren können. Weil eben was fehlt.

Natürlich bin ich nun jetzt nicht gleich auf 100%, aber wenn wir zusammen sind, kommt es nahe ran.

Ich habe es mir dann hetue nicht verkneifen können, mal in unser Partner-Horoskop zu lesen und musste lachen, weil ich uns wirklich in so vielem wiederfand!

Und natürlich habe ich in den letzten Tagen und Wochen auch meine "bisherigen Männer" vor meinem geistigen Auge vorüber ziehen lassen, und es ist schon erstaunlich... sie alle hatten ein kleines Bißchen was von Ben. Der eine die Augen- und Haarfarbe. Der andere das Sternzeichen. Der nächste die Figur und Statur.

Aber erst alle diese Eigenschaften zusammen genommen, machen ihn nun aus - den Mann, der in mein Leben gehört. Ich bin so froh, dass ich nie aufgehört habe, daran zu gleauben, dass ER irgendwo da draußen sein muss. Wenn ich eher geahnt hätte, dass es Ben ist.... hätte ich dann anders gehandelt? Bestimmt, denn Ungeduld ist mein zweiter Vorname!

Aber so, wie es ist, ist es gut. Es wird schon seine Gründe gehabt haben, dass wir so lange warten mussten.  Wir sind uns ziemlich sicher, dass, wenn wir damals zusammen gekommen wären - wir uns sicher zwischenzeitlich trotzdem getrennt gehabt hätten. Einfach, um "nichts zu verpassen".

Ich zumindest wäre nicht bereit gewesen, mich auf einen einzigen Partner einzulassen, da bin ich mir ganz sicher. Ich hätte bestimmt immer gedacht, ich verpasse was... auch wenn ich das dann erst nach dem Scheitern meiner Ehe ausgelebt habe, so war es doch wichtig, es auszuleben. 

Und so gehört jeder einzelner "meiner" Männer eben in mein Leben, denn ohne sie wäre ich heute nicht die, die ich bin. Ich danke ihnen allen für die gemeinsam zurück gelegten Wegstrecken und die Erfahrungen, die ich machen durfte! 

30.06.2012 um 10:22 Uhr

Der Unromantiker

Ben hat bei seinen Bekannten den Ruf weg, der unromantischste Mensch schlechthin zu sein.  Alle wundern sich, dass ausgerechnet er am Valentinstag Geburtstag hat.

Mein Handy ist an die Grenzen seiner SMS-Speicherkapazität geraten... und ich musste anfangen, mich von alten Nachrichten von ihm zu trennen. Dabei sind die doch alle sooo schön und aussagekräftig, dass ich mich nicht trennen kann und angefangen habe, sie aufzuschreiben... entsprechend "schnell" komme ich auch mit dem Löschen voran!

Der Mann, der mir mindestens ... ach was,  zig mal am Tag sagt, dass er mich liebt; der in Gedanken an mich dahinschmilzt "wie eine Schneeflocke im August"; dem schon beim Einkaufen die Schauer den Rücken runter laufen, nur weil er ein Duschgel kauft, mit dem ich ihn zuletzt eingeseift habe... der sich  einfach mal so am Donnerstag  4 Stunden Fahrt antut, um zum Mittagessen bei mir zu sein... Das ist doch Romantik pur!!!

27.06.2012 um 12:41 Uhr

Klartext

Nachdem Ben mit seiner zukünftigen Exfrau gesprochen hatte, hatte er dann auch das Bedürfnis, es allen ihm wichtigen Personen mitzuteilen, um sich endlich von allen Lebenslügen zu befreien.

Auf viel Verständnis hatte er nicht gehofft, er ist seit jeher das "schwarze Schaf" in der Familie. Seine Mutter hatte sich damals eine Tochter gewünscht und hat ihn das auch immer und immer wieder spüren lassen. Egal, was er machte - er machte es nicht richtig.

Sein großer Bruder wurde immer für alles gelobt, er bekam die Schelte. Auch vom großen Bruder...

Daher hatte er nun einigen "Muffengang" vor dem Gespräch mit seinem Bruder, dass am Sonntag stattfand und wohl doch recht human abging. Heute nun wollte er seine Mutter besuchen...

Mir war den ganzen Vormittag richtig schlecht, weil ich nur daran dachte. Er rechnete mit einem Herzanfall oder irgendwas in der Art... Aber: wir können aufatmen, sie hat es relativ gelassen genommen.

Und Ben jubelt: "Es ist vollbracht! Endlich keine Lügen mehr!!!"

25.06.2012 um 12:29 Uhr

Ganz

Gestern habe ich mal wieder diesen blöden Fehler gemacht... ich habe auf "Veröffentlichen" geklickt, ohne dass ich zuvor den Text gespeichert hatte. Da ich mit dem Schreiben im Word und dann hier einfügen nicht zurecht komme, weil dann immer die Schriftarten spinnen, schreibe ich immer direkt hier - nur diesen einen Schritt, den sollte ich nicht vegessen...

Tja, und so war dann ein Text, an dem ich mehrere Stunden gesessen hatte, mal eben weg. Und ich bekomme ihn auch so nicht noch einmal zusammen :-/

Daher das Ganze eher in Kurzfassung:

Ben war übers Wochenende hier. Eigentlich reicht dafür dann nur ein Wort: schöööööööööööön!!! Oder auch traumhaft, bezaubernd, unglaublich, romantisch, verspielt, verrückt,... was sich dann wieder in "schön" zusammenfassen lässt ;-)

Und obwohl wir eigentlich die meiste Zeit nicht genug voneinander kriegen konnten, haben wir dennoch viel außer Haus gemacht - einen abendlichen Rundgang durchs Viertel, einen Ausflug zur Dresdner Altstadt, einen Abstecher zu IK*EA - wir haben uns unser erstes gemeinsames "Möbelsück" gekauft: eine Schlafdecke für 2 :-)

Wir sind Rikschataxi gefahren und mit Lady und anderen Freunden auf einem Konzert gewesen, was ihm sehr gut gefallen hat. Er kannte die Band bisher nicht, fand es aber toll, gleich so gut aufgenommen zu werden.

Wie die Zukunft aussehen wird, ist immer noch ungeplant und wird alles Schritt für Schritt gehen, aber eins ist gewiss: es wird eine gemeinsame. Momentan führen wir nun die Fernbeziehung, die ich damals nicht wollte...

Das macht aber nix, wir sind einfach nur glücklich, uns endlich gefunden zu haben! Endlich fühlen wir uns ganz...

15.06.2012 um 07:59 Uhr

Durchgefallen!

In den letzten Tagen "verließ" mich dann das Bauchgefühl... also, die Übelkeit am Morgen, das Ziehen im Bauch... und dann kam der Schokoladen"hiper" - mit ca. 1 Woche Verspätung und auch nur für einen Tag, aber hoch willkommen diesmal. Alles wies also auf Entwarnung hin, durchgerauscht ... Da am Wochenende hier Stadtteilfest angesagt ist, wollte ich es nun aber doch genau wissen und habe heute früh den Test bemüht. War kurz vor 6 wach, dachte, von allein aufgewacht. Hab mir den Test geschnappt und ab auf Toilette.

Als ich zurück in mein Bett kroch, stellte ich fest, dass es eine SMS von Ben war, die mich wohl geweckt haben musste....

Habe den Test quasi nicht bestanden, nur ein roter Streifen. Puuuuuhhhh!!! Nun kann also ab heute Abend gefeiert werden...

Von Ben kommen im Moment nur SMSen, da er zum Schreiben langer Mails keine Zeit hat. Es wird grad viel diskutiert im Hause Ben aber wohl doch recht erwachsen damit umgegangen, denn das Töchterchen weiß bisher noch nichts. Sie soll es erst nach dem Wochenende erfahren... Wozu ich ihm dann empfohlen habe, dass sie lieber am Sonntagvormittag mit ihr sprechen sollten, damit sie den ganzen Tag Zeit hat, zu verarbeiten und Fragen zu stellen. Nicht, dass sie es abends erfährt und dann so frisch überrumpelt ins Bett geht... sie muss das ja erst mal verdauen können. Ihr weh zu tun, tut mir am meisten weh - ich hoffe, ich kann es irgendwann in Ansätzen wieder wett machen.

Für heute Abend hat er mir allerdings einen Zwischenbericht per Mail verpsorchen, und ich bin sooo gespannt.

Dass seine Ehe nicht das Wahre war, hatte er mir ja in den letzten 3 Jahren immer wieder geschrieben, trotzdem hab ich mich weitestgehend zurück genommen bei unserem Treffen, und alle Annäherungen und dann weiteren Annäherungen gingen von ihm aus... Trotzdem wusste ich, dass es so kommen würde... es hatte sich in den 3 Jahren irgendwie alles so dahin entwickelt. Schon als ich ihm damals die erste Nachricht auf der Schulfreundeseite schickte, war er so dermaßen... na, verliebt halt... Das konnte man zwischen den Zeilen ganz dick raus lesen.

Trotzdem hab ich mir damals nix weiter dabei gedacht, hatte damals genug mit Raven zu tun und später mit dem Zwerg... Außerdem ein verheirateter Mann, Finger weg also...

Und dass er vor 23 Jahren so doll verliebt war, das hab ich  ja gar nicht gewusst. Das habe ich ja nun erst Pfingsten erfahren. Wie er es geschafft hat, mich dann so schnell aus dem Kopf zu kriegen... keine Ahnung, allerdings waren wir beide damals "katholisch" (und das wohl in weite größerem Maße als unsere übrigen katholischen Freunde)...

Man muss sich das mal vorstellen, er hatte 2000 ein Zerwürfnis mit seiner Freundin, ist dann für eine Weile in meiner Stadt gewesen, um Abstand zu bekommen... In etwa zu dem Zeitpunkt habe ich damals festgestellt, dass ich meinen Mann gar nicht liebe...

Was wäre passiert, wären wir uns damals begegnet?

Jedenfalls ist er dann zurück zu seiner Freundin gegangen, weil er dachte, er sei "vom Markt" und alleine wollte er auch nicht sein, und mich glaubte er unwiederruflich verloren (verschollen).

Als sie dann 2 Jahre später schwanger wurde, hat man eben geheiratet, auch der Kredite wegen, Auto, Haus... allen beweisen wollen, dass man es "kann"... Er war ein ungeliebter kleiner Bruder, der alles falsch machte in den Augen seiner Eltern. (Ich denke mal, die Mutter hatte sich eine Tochter gewünscht und dem Vater waren die Kinder eh egal - ich war ja einmal dort, da wurde nur gestritten...)

Da sein großer Bruder verheiratet war und es "zu was gebracht hatte", musste Ben da nachziehen... Erfüllen von Erwartungen etc.,  man könnte eine wunderbare Psychologievorlesung draus machen...

Jetzt folgt er wohl zum ersten Mal wirklich seinem Herzen.

Ich kann es kaum erwarten, dass er nächstes Wochenende her kommt und wir endlich reden können!!!

14.06.2012 um 08:25 Uhr

Rosenkrieg

Ben hat es gewagt, er hat mit seiner Frau gesprochen.

Nun tobt ein Krieg... wie er befürchtet hatte. Trotz "nur" aus Steuergründen usw. ... Er schreibt, das Gespräch war schlimm und die Nacht ebenso. Und dass es in den nächsten Tagen viel zu klären geben wird und er wenig Zeit zum Schreiben finden wird.

So leid es mir tut, Ben nun in diesem Krieg sehen zu müssen und zu weit weg zu sein, um mit Trost, Rat und Tat an seiner Seite zu stehen - bin ich dennoch froh, keine Lügen leben zu müssen.

13.06.2012 um 10:36 Uhr

Parallelen

Nicht nur in dem aktuellen Text von Lady_Bright (http://www.blogigo.de/celeste1/du-fehlst-mir-auch/1044/) sehe ich Parallelen zu dem, was grad bei Ben und mir passiert. Auch in Bens Leben sehen ich Parallelen zu meinem.

Er meint, mein Leben sei sooo interessant und aufregend... da hätte er mal vor 10 Jahren kommen sollen! Gefangen in einer lieblosen Ehe - der Kinder und des Versprechens wegen; 2 -3 mal pro Jahr auf Konzerte oder Festivals, seltenst mit meinem Mann zusammen; genauso oft pro Jahr in etwa tanzen, aber in bunten Dissen, weil die "schwarzen" Freunde irgendwie alle weg waren.

Alles drehte ich mehr oder weniger nur um meine Kinder und dass es ihnen gut geht.

Wo er anfangs noch schrieb, er würde seine Frau und seine Tochter lieben, hat er das inzwischen auf seine Tochter reduziert. Diese Dinge zu hinterfragen, hat er aber nun nicht erst nach unserem Treffen begonnen - wir haben uns ja schon seit 3 Jahren geschrieben und da konnte man immer wieder Zweifel heraus lesen. (Und da ging es ja noch lange nicht um uns... auch wenn das Vertrauen von damals sofort wieder da war.)

Er ist es, der deheim alle Fäden in der Hand hält und sich auch in erster Linie um die Tochter kümmert. Auch wenn es anmaßend klingt, aber ich hab ihn nun mal gefragt, welche Rolle seine Frau denn überhaupt spielt. Er bringt die Tochter zur Schule und holt sie ab, er liest ihr abends vor, er bringt und holt sie zu und von allen Freizeitaktivitäten, er macht mit ihr Sport...

Bei uns damals war es genau umgekehrt.

Nun ist es so, dass Ben am WE Freunden beim Umzug helfen wollte / sollte, aber nun wurde der Umzug auf Juli verschoben.  Nicht, dass er somit ein freies WE gewonnen hätte - er muss nun seine Tochter hin und her fahren. Hätte das Kind das ganze WE daheim sitzen müssen, wenn er bei dem Umzug gewesen wäre???

Warum machen wir sowas? Warum bilden wir uns ein, es wäre für Kinder gut, so aufzuwachsen... pro Forma beide Eltern vor sich, von denen aber einer nur "Statist" ist? Ist das für Kinder wirklich gut??? An uns selbst denken wir ja dabei ganz zuletzt...

08.06.2012 um 09:03 Uhr

Nur ganz kurz...

Heute früh hatte ich eine Nachricht von Ben in meinem Posteingang, deren Titel war "Nur ganz kurz, aber wichtig!" und mir rutschte das Herz in die Hose. OMG, was hat er mir jetzt so ganz kurz und bündig mitzuteilen???

Und was stand drin?

ICH LIEBE DICH!!!!!


06.06.2012 um 12:39 Uhr

Wir müssen reden

Und zwar ganz dringend. So vieles gibt es zu sagen, was in mails irgendwie blöd aufgehoben ist. Leider leider werden wir uns aber wohl erst in 2 Wochen sehen können, außer er hält es üüüberhaupt nicht mehr aus...

Jeden Tag kommen Mails mit 1000enden Liebesschwüren... Auf Arbeit hat er wohl schon verlauten lassen, dass er lieber hier arbeiten würde... Er ist seither völlig im Taumel und bekommt nur wenig auf die Reihe.

Das MUSS seine Frau doch merken?!

Gestern Abend kam dann eine Gute-Nacht-SMS und vorhin auch eine... und ein Buch kam per Post!

Warum war ich vor 23 Jahren so blöde und hab ihn nicht gemocht? Also gemocht ja schon, aber ich wollte halt keine Beziehung. Kann man nur die Jugend für verantwortlich machen.

Das, was ich hier gerade erlebe, übertrumpft sogar meine Erfahrungen mit Angel... und ich hätte nie geglaubt, dass es jemals irgendwas geben würde, was dem auch nur nahe kommt!

Am Liebsten würde ich es in die ganze Welt hinaus schreien:  "Ben, ich liebe Dich!!!"

03.06.2012 um 20:35 Uhr

Zittern

Vor 2 Tagen hab ich meinen Eisprung gemerkt, ich merk den immer. Seither bin ich morgens mit flauem Gefühl im Magen aufgewacht...

Das ließ mir dann doch keine Ruhe und ich hab mal Frau Goo*gle gefragt, wie lange denn so Spermien überleben können. Huch - bis zu 7 Tage! Na Bingo, dann könnte es ein Volltreffer gewesen sein.

Musste das natürlich auch gleich Ben berichten... und nun zittern wir wohl auf beiden Seiten.

Nein, ich wollte nie eine alte Mutter sein und mit Mitte 50 einen Teenager im Haus haben. Hab ja auch nicht damit gerechnet, überhaupt in die Verlegenheit zu kommen... Hab noch den Kopf über Jura geschüttelt (die aber so verrückt ist und gleich noch ein Baby hinterherschieben will!) - tja, und nun hat es mich vielleicht selber erwischt. Abtreibung steht nicht zur Diskussion, da bin ich vehemente Gegenerin, immer schon.

In 2 - 3 Wochen wissen wir mehr und dann werden evtl. die Karten neu gemsicht....

01.06.2012 um 14:49 Uhr

Chaos²

Gestern hat es mich dann überrollt... das Chaos im Kopf.

Es ist aber auch doof, wenn man das, was man sich lieber sagen sollte, per Mail oder SMS schreibt...

Ich hab dann gestern total rot gesehen, weil seine Aussage, seiner Familie nichts sagen zu wollen, für mich das Ende bedeutete. Bewusst seine Frau zu hintergehen... Kann ich das? Will ich das???

Nein, ich will das nicht. Aber verlieren will ich das, was ich da gefunden habe, auch nicht.

So hab ich mich dann gestern über die offenen Alkoholvorräte hergemacht, was mir gar nicht gut bekommen ist. Im Laufe der Nacht habe ich mir diese dann auch nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen, so dass erst gegen 5 Uhr morgens an Schlaf zu denken war. 

Natürlich hatte ich dann für heute um 10 Uhr eine Frühstücksverabredung - und habe es ausgiebig verpennt. Meine Freundin Anna hat mich dann mit ihrem Anruf geweckt und ich kam 1 1/2 Stunden zu spät... nun ja, dennoch war es sehr schön und das Gespräch mit ihr hat sehr gut getan!

Die Welt ist wieder in Ordnung, so halbwegs jedenfalls, und Ben kommt hoffentlich ganz bald. Zum reden...

30.05.2012 um 23:47 Uhr

Chaos

So hat Ben heute seine ellenlange Mail an mich betitelt. Also, nicht, dass die vorherigen Mails (also vor unserem Treffen) kürzer gewesen wären - nur heute enthielt sie nicht die Erlebnisse und Gedanken mehrer Wochen, sondern eines einzigen Tages.

24 Stunden waren seit seiner letzten SMS vergangen und ich war nur noch ein Nervenbündel.

Chaos - ja, das trifft es, auch in mir ist seither nur noch Chaos, oder aber das Gefühl, dass ein Orkan innerlich ausgebrochen ist.

Eigentlich hätte er erst abends Zeit zum schreiben gehabt, musste aber irgendwie alles auch in Worte fassen. Was sehr schwer ist - das geht mir nicht anders. Hat sich von der Familie davon gestohlen, um zu schreiben...

Es gibt Dinge, die sind einfach stärker als wir. Viel viel stärker... diese Liebe ist wie eine Naturgewalt über uns herein gebrochen ... Ich hätte nie gedacht, dass mir sowas nochmal passiert oder überhaupt - es ist viel intensiver als alles bisher erlebte! Insofern ist "nochmal passiert" nicht ganz der richtige Ausdruck...

Er hat mit seiner Frau noch nicht gesprochen. Er meint, sie wird seine Erklärung nicht verstehen. Er sieht sich verpflichtet, nicht nur materiell... was ihn natürlich in gewissem Sinne ehrt.

Sie wird es merken, unter Garantie - und wenn nicht sie, dann seine Tochter. Er meinte ja, schon als 2009 meine erste Mail gekommen war, wäre er wie im Traum umhergewandelt und selbst seinen Kollegen sei es aufgefallen. Wieviel mehr wird er nun verändert sein... Schon alleine die Fotos zeigen es: er hat mir in den letzten Jahren öfters Fotos von sich und der Familie geschickt. Sehr ernst schauen sie alle in die Kamera, nur die Kleine lächelt manchmal. Sie wirken gar nicht wie eine Familie sondern wie Fremde, die zufällig für ein Foto zusammen gruppiert sind. Total konzentriert, aber kein Lächeln, auch keine Zusammengehörigkeitsgeste, nix.

Und dann schaue man sich die Fotso vom Wochenende an. Schon auf dem ersten, wo wir vielleicht grad mal eine halbe Stunde zusammen unterwegs waren, strahlt er übers ganze Gesicht. Das hat er auch schon ab dem Moment getan, als wir uns trafen...

Ich würde ihm jetzt gern irgendwie helfen können, was leider nicht geht. Und ich vermisse ihn, sooo sehr...

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals wieder jemandem "Ich liebe dich" würde sagen können - und schon gar nicht nach 3 Tagen...

Es ist so intensiv, ich kann es nicht erklären. Und ganz hinten am Horizont, da sehe ich unsere gemeinsame Zukunft... irgendwann.

30.05.2012 um 09:24 Uhr

Wieder da und ganz weit weg

Es ist genau das passiert, was ich befürchtet... erwartet... erhofft hatte.

Ich habe Ben am 2. WGT-Tag nach 23 Jahren wieder gesehen - auf einem Friedhof, also ganz ähnlich wie wir die letzte Begegnung abgeschlossen hatten - die Chemie stimmt und es war, als wären wir nie getrennt gewesen. Und als wären wir schon immer füreinander bestimmt gewesen.

Dabei dachte ich am ersten Abend noch zeitweise: "Puh, wir reden ja doch nur, keine Gefahr für seine Familie!" - aber ganz schnell änderte sich das... und wo er anfangs noch meinte, dass wir vorsichtig wegen seiner Freunde sein müssten - hm, die sind ja weder blind noch blöd - schlenderten wir dann irgendwann nur noch Hand in Hand umher und da ich am letzten Abend den Schlafplatz für mich allein hatte... nun ja, kam was kommen musste. Waaaaahnsinn...

Und nun muss er das irgendwie zu Hause durchstehen. Seit gestern Nachmittag kam auch nix mehr. Und ich dreh hier fast durch, weil ich nix höre... All meine Gedanken sind bei ihm.