Rabenmutter

04.01.2011 um 21:02 Uhr

Angst

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Eigentlich dachte ich, das sei Vergangenheit...

Heute im Supermarkt  hörte ich plötzlich eine Stimme, und obwohl ich sie über 4 Jahre nicht gehört hatte, wusste ich sofort: "Das ist die böse Hexe !"

Sofort ging ich von da weg, wo die Stimme her kam. Erledigte voller Panik, ihr plötzliche gegenüber zu stehen, meine restlichen Einkäufe. Als wir an der Kasse waren, war die Stimme plötzlich hinter uns. Ich beauftragte den Bärenjugen, nachzusehen - ja, sie war es!

Nach 4 Jahren ist sie wieder in der Stadt... hoffentlich nur auf Besuch.

Ich will ihr nicht begegnen. Die ganze Angel-Geschichte ist durch den London-Aufenthalt sowieso gerade sehr präsent... und dann so was. Diese Frau hat mich stark traumatisiert!

18.11.2009 um 11:52 Uhr

Ben is back!!!

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Stimmung: Überrascht & überwältigt...

Freundeseiten sind Klasse. Tolle Erfindung! Ja, muss ich mal so sagen. Aber ich fange mal am Anfang an...

Die Rabenmutter hat, als es das Internet noch nicht gab, immer viele Briefe geschrieben. Im zarten Alter von 8 Jahren ging das los, in erster Linie schrieb man sich mit Leuten, die man im Sommer im Ferienlager kennen gelernt hatte. Als ich 14 war, hatte meine Tante "im Westen" eine Anonce für mich in die BRAVO gesetzt und ich bekam wochanlang Berge von Post. Einge der damals geknüpften Brieffreundschaften bestehen immer noch. Zeitweise hatte ich über 60 Brieffreunde in aller Welt verteilt.

Wenn ich irgendwo unterwegs war, auf Parties oder was auch immer - tauschte ich mit interessanten Leuten die Adressen aus und es wurde geschrieben und geschrieben... Es waren auch immer viele Jungs dabei. Die meisten davon verliebten sich früher oder später - entweder in mich, was die Freundschaft dann kaputt machte, oder aber in eifersüchtige junge Damen, die in mir eine Nebebuhlerin sahen und somit ebenfalls die (Brief-)Freundschaft kaputt machten.

Einer meiner damaligen Brieffreunde war Ben.  Wir haben uns auf einem Kirchenseminar kennengelernt (schrieb er mir jetzt), dann haben wir uns lange Zeit geschrieben. Also - ein paar Jahre. An eine Party bei ihm kann ich mich sehr intensiv erinnern, also nicht bei ihm zu Hause sondern am Ort. Ich glaube, das war auch das einzige Mal, dass wir uns besucht haben. Aber geschrieben haben wir ganz viel, und sehr offen und intensiv, und uns Musikkassetten hin und her geschickt, etc. - was man halt so im zarten Jugendalter alles so macht.

Irgendwann hat er geheiratet und ich erinner mich, dass ich ein Geschenk geschickt habe. Dann wurde die Post spärlicher (eifersüchtige Ehefrau...) - und das letzte, was ich von ihm hörte, war, dass er sich scheiden lässt (da war er nur ca. 1 Jahr verheiratet) und dass er sich wieder meldet, wenn er eine eigene Wohnung hat. Was er leider nicht getan hat.

Nun habe ich, nach meiner Trennung von meinem Ex-Mann, angefangen, wieder nach "meinen" Leuten "von Früher" zu suchen. Und hacke seither sämtliche Namen in mehr oder weniger großen Abständen in diverse Freundefinderseiten. So auch letzte Woche. Und - da war plötzlich Ben! Natürlich habe ich ihn gleich angeschrieben. Seither gehen jeden Abend ellenlange Mails hin und her. Das ist somit das, was mich im Moment eingermaßen über Wasser hält. Der allabendliche Lichtblick... Das Schwelgen in gemeinsamen Erinnerungen, das Erzählen dessen, was wir in den Zwischenjahren erlebt haben. Ist schon krass, wir hatten geschätzt 18 Jahre keinen Kontakt - und haben uns in eine ähnliche Richtung entwickelt... Sind die letzten 3 Jahre auf dem WGT wohl zig Mal aneinander vorbei gelaufen.
Was zukünfitg sicher nicht mehr geschehen wird...

Hach, ich finde solche Geschichten immer so toll - und jetzt passiert mir sowas! Unglaublich....

16.09.2009 um 12:53 Uhr

Kastanienzeit

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Stimmung: sonnig

Heute morgen sah ich sie liegen - die ersten Kastanien, frisch herabgefallen, noch halb in ihrer Schale, braun und glänzend. Wie jedes Jahr bückte ich mich nach der ersten und nahm sie mit. Hielt sie beim Laufen die ganze Zeit in der Hand. Nun wird sie abwechseln in meine Jacken- und Hosentaschen wandern und mich den ganzen Winter begleiten. So ist es seit meiner Jugend.

Damals war es mein Vater. Er hatte immer ab Herbst eine Kastanie in der Jackentasche, angeblich schützt diese vor Rheuma. Vorm Krebs konnte sie ihn nicht beschützen, aber mich erinnert sie jedes Jahr an meinen Vater und diese kleine, liebenswerte Marotte von ihm. Außerdem liegt so eine Kastanie schön in der Hand, sie ist mein Handschmeichler und ein ganz kleines bisschen gibt sie mir das Gefühl, dass er mich durch die kalte Jahreszeit führt, dass ich seine Hand halte - in Form einer kleinen, braunen Katanie.

02.09.2009 um 13:03 Uhr

Mut

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Stimmung: sonnig

Ich habe soeben beim Suchen in meinen Textdateien einen alten Text (vom Juli 2008) gefunden, den ich damals in einer argen Frustsituation bezüglich der Männerwelt niedergeschrieben habe. 100% würde ich ihn im Moment selbst nicht mehr so unterschreiben, aber will ihn dennoch hier mal zur Diskussion stellen.

 

 

Ihr Männer habt doch alle Angst. Oh nein, nicht Angst vor uns Frauen, sondern Angst vor euch selbst. Angst, Gefühle zuzulassen, euch damit weich und verletzlich zu zeigen, aus eurer Heldenrolle heraus zu fallen.

Eine Frau wird sich immer aufopfern, um glücklich zu machen. Es liegt in ihrer Natur, der Mutterinstinkt, und sie wird immer da sein, um zu trösten, Mut und Kraft zuzusprechen, in den Arm zu nehmen und alles zu geben. Ob es sich dabei um ihre Kinder handelt oder den Mann, den sie liebt, ist völlig egal. Die Aufopferung und Hingabe wird die gleiche sein.

Gedankt wird es ihr von beiden Seiten in keiner Weise. Beide, Männer wie Kinder, nehmen die Liebe einer Frau als Selbstverständlichkeit hin.

Und da es im Wesen der Frau liegt, wird sie immer geben und geben und geben und an alle anderen denken, nur nicht an sich selbst. Sie wacht möglicherweise auf, wenn sie am Boden liegt und nicht mehr weiter kann. Dann ist keiner mehr da, der ihr hilft – die eigene Mutter nicht, weil sie schon alt ist und ihre Kraft verbraucht. Die Kinder sind zu jung. Und die Männer – sie haben genommen, ja, sie haben ein ganz klein wenig gegeben – zur von ihnen bestimmten Zeit, ja – aber inzwischen zehren sie längst von der Liebe einer anderen Frau oder geben sich ganz ihrer eigenen Rolle als Märtyrer in Selbstmitleid hin.

Keiner streckt ihr hilfreich die Arme entgegen, um Trost und Kraft zu spenden, da keiner sieht, wie es ihr wirklich geht. Diejenigen, die sie zu kennen glauben, sehen, was sie sehen wollen – und diejenigen, denen sie ihren Hilferuf entgegen schreit, haben keinen Mut, für sie da zu sein. Aber mutig waren Männer noch nie – früher sind sie in die Welt gezogen, mit ihrem Schwert und ihrem stolzen Ross – um andere Männer zu erschlagen. Oh ja – was ist daran mutig?

Mut ist, für diejenigen da zu sein, die uns brauchen – dann, wenn sie uns brauchen – nicht irgendwann, wenn es in unseren Zeitplan passt.

 

 

 

25.06.2009 um 16:47 Uhr

Angel im Chat

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes   Stichwörter: Angel

Stimmung: gut
Musik: Scala - One Winged Angel

Man stelle sich das vor - Angel, der vor über 2 Jahren aus meinem Leben verschwand - gelegentlich kam mal noch eine Mail aber irgendwann nix mehr. Es tat mir weh, es tat mir sehr weh, denn irgendwann hatte ich zwar eigesehen, dass wir nicht zusammen glücklich sein können, dennoch hat er einen so festen Platz in meinem Herzen und ich bin dankbar für die wunderbare Zeit, die wir hatten - und habe ihn als Freund immer vermisst. Hatte aber auch ncith den Mut, ihm zu schreiben, weil ich weiß, ihm fiel es genauso schwer wie mir, loszulassen - ich wollte keine alten Wunden aufreißen.

Heute plötzlich - chattete er mich an! Wo wir gestern noch im ShClub von ihm gesprochen haben! Wir haben bestimmt ein Stunde zusammen im Chat verbracht. Es hat sooo gut getan! Er hat nach den Kindern gefragt, nach den Plätzen, wo wir zusammen waren, natürlich danach, wie es mir geht und ob es denn hier keinen netten Mann für mich gibt. Nein, es tut nicht mehr weh, wenn er sowas fragt. Im Gegenteil, so gut tat es, zu hören (bzw. lesen), dass ich so ein guter "Fang" sei und warum sich denn keiner traut. Als ich von Raven erzählte, kam von ihm: "Schnapp ihn dir, der passt zu dir - ich weiß es!"

Er hat immer noch seine "neue" Freundin und hat immer noch kein Haus... ;-)

Eine Brücke, die sich wieder aufgetan hat. Es war so befreiend, mit ihm zu reden, keiner kennt mich so gut wie er! Und auch sein "Ich werde dich immer lieben!" kann ich inzwischen genießen und es hat mir so gut getan, es wieder mal zu lesen...

Auch er hat immer einen Platz in meinem Herzen, aber ich habe begriffen, dass dies nicht unsere Zeit, nicht unser Leben ist. Ich wünsche, dass er glücklich ist. Ich habe losgelassen und wieder Platz in meinem Herzen, kann es wieder öffnen... Und nach diesem langen "Gespräch" heute geht es mir gleich noch viel besser. 

 

24.06.2009 um 11:08 Uhr

"Sorgen"kind

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Angeregt durch Sternenschein's Eintrag bzw. seinem Kommentar zu meinem Kommentar, mal ein Eintrag zu meinem Sohn. Eigentlich wollte ich den schon letzte Woche schreiben, als ich ein Gespräch mit seiner Deutschlehrerin hatte (1 1/2 Wochen vor Schuljahresende...) aber konnte mich dann doch nicht aufraffen. Mal sehen, ob es mir heute gelingt, es so in Worte zu fassen, wie ich das möchte.

Dass er mit Klumpfüßen geboren wurde, hatte ich ja früher schon erwähnt. Er hatte bis zum 7. Lebensmonat komplett beide Beine in Gips, wurde dann mit nem halben Jahr das 1. Mal in der hiesigen Uniklinik operiert, ohne sichtbaren Erfolg. Es folgten orthopädische Schuhe, Schienen für die Nacht und Physiotherapie. Erneute OP's an beiden Beinen mit 2 bzw. 2 1/2 Jahren (getrennt), wiederum ohne sichtbaren Erfolg. Die Klinik hob dann beide Hände und meinte, außer entsprechender Schuhe und Schienen könne man nichts mehr tun, wichtig wäre halt viel Bewegung. Wenn er leif, sah es aus, als würde er jeden Moment umfallen.

Der Kleine hat immer schon das, was körperlich nicht ging - er war ja in seienr Beweglichkeit massiv eingeschränkt und ehe er ein Gefühl für seine Füße und Beine entwickeln konnte... Er lernte dennoch mit 16 Monaten laufen, lief später auch mit Gips (was natürlich verboten war aber soll man so einen kleinen Wirbelwind festbinden???) - geistig ausgegelichen, d.h. er sprach nie Babysprache und mit 2 1/2 Jahren hat er allen, die es hören wollten, in ganzen Sätzen erzählt, er sei 3. Er konnte reden wie ein Wasserfall und hatte den Wortschatz eines Vorschulkindes.

Die letzte OP an den Füßen wurde dann kurz vor seinem 5. Geburtstag in Heidelberg vorgenommen. Danach lag er wochenlang im Gips, sein Alltag wurde zwar von Krankengymnastik und der Bewegungsschiene bestimmt, dennoch fand er viel Zeit, neben fernsehen sich mit Lernspielen und Büchern zu befassen. Jedenfalls hat er sich in der Zeit Lesen und Schreiben selbst beigebracht. Er kannte das komplette Alphabeth und hat ganze Briefe an die Oma geschrieben. Irgendwann, als der Gips dann ab war, kam er mit einem Buch in die Küche, setzt sich zu mir und fing an, mir vorzulesen - ich war platt! Und ein wenig sauer, denn ich hab mich immer gewehrt, ihm die Buchstaben zu benennen, weil ich ihm und mir sagte, in 1 1/2 Jahren erst kommst du in die Schuel und du wirst dich furchtbar langweilen...

So war es dann auch zur Einschulungsuntersuchung, dass er eine Geschichte aus einem Bilderbuch nacherzählen sollte und fing an, sie vorzulesen. Die Ärztin meinte aber, das sei nicht so schlimm, darauf wüssten Lehrer einzugehen. OK, ich vertraute dem. Die Freie Alternativschule, wo wir ihn eigentlich angemeldet hatten, lehnte uns ab - angeblich, weil zu viele Jungs angemeldet waren. Ich denke, wir waren einfach nicht alternativ genug. Denn sie wählten nicht den Schüler, sondern die Eltern aus...

Für meinen Sohn jedenfalls sehr schade. Denn da uns in Heidelberg gesagt wurde, dass möglicherweise während der Grundschulzeit eine weitere OP nötig sein würde, wiederum mit Wochenlang Gips etc., wählten wir dann einfach die Schule, die zu uns am Nächsten war, damit es dann nicht so schwierig würde, ihn dahin zu bringen. Auch der dortige Schulleiter sagte mir beim Aufnahmegespräch, dass sei nicht so schlimm, dass er die Buchstaben schon kennen würde, man würde das fördern. Bis zum Schulbeginn konnte er dann mittlerweile im Zahlenraum bis 100 auch addieren und subtrahieren.

Nun ja - die "Förderung" sah so aus, dass er während des Unterrichts Bücher lesen durfte, weil ihm einfach alles zu langsam ging. Wenn er mitarbeiten wollte, wurde ihm der Mund verboten, "Du weißt das sowieso - ich frage jetzt die anderen!"  Er fing dann natürlich an, dazwischen zu reden, er war in der Schule, er wollte sein Wissen kund tun und sich neues aneignen... Er lernte nie, die Aufgaben zu erledigen, die alle erledigten, weil er meistens extra Aufgaben erhielt. So hat er sich nie ins Klassengefüge eingegliedert und lief immer irgendwie quer, hat natürlich dadurch auch Verhaltensauffälligkeiten gezeigt, er wollte keine Sonderbehandlung. Die Lehrer waren dann so "nett", ihm sein Verhalten vorzuwerfen, und sagten, er würde erst dann neue Sonderaufgaben erhalten, wenn er sein Verhalten ändern würde... Da biss sich die Katze selber in den Schwanz.

Die Mitschüler ärgerten ihn nicht mehr nur wegen seiner Füße und daher schlechter sportlicher Leistungen, sondern er wurde  als Streber und Klugscheißer verschrien (wohlgemerkt - Grundschule 1. und 2. Klasse!!!)- und sogar in meinem Beisein!

Wir wurden dann zur Schulpsychologin geschickt, die eine Hochbegabung feststellte. Sie empfahl uns, eine Klasse zu überspringen oder auf eine Begabtenförderschule zu gehen. Letztere mitten in der Stadt gelegen und nur per Bus und Bahn mit umsteigen zu erreichen, das wollte ich nicht für meinen Drittklässler! Außerdem meldeten sie sich dann sowieso erst nach Beginn des neuen Schuljahres...

So wechselte er auf eine andere Grundschule, nachdem es wegen einer freien Meinungsäußerung noch einen Schulleiterverweis gab. (Nebenbei bemerkt, ich bin froh, dass mein Sohn sich von Anfang an eigene Gedanken macht und seine Meinung auch vertritt, und ich finde es unmöglich, dass er dadurch bei Lehrern immer wieder aneckt!)

Dort sah es anfangs so aus, dass er parallel zum Stoff der  3. Klasse Aufgaben aus der 4. bekam, und ein Schuljahr lang klappte es gut. Überspringen wurde nicht angeraten, weil es ab der 3. neu Englisch gab und das sollte er nicht versäumen - im Nachhinein weiß ich, dass ich ihm das bissel locker hätte selber vermitteln können... In der 4. Klasse wurde  es schon wieder problematischer, weil die Zusatzaufgaben herunter gefahren wurden "damit er dann am Gymnasium nicht zu viel Vorsprung hat" - den hatte er doch sowieso, im Kopf - er saugt doch alles auf wie ein Schwamm!

Nun ja, jedenfalls kam er locker aufs Gymnasium mit 1,5 - aber Kopfnoten 4er und 5er, daher konnten wir nicht aussuchen sondern mussten das  Gymansium nehmen, was uns vorgesetzt wurde... Ich war von Anfang an skeptisch, weil 2 Jungs in der Klasse waren, die es ihm halt in den ersten beiden Grundschuljahren schon nicht leicht gemacht hatten. Ich sprach auch gleich mit seiner Lehrerin darüber, die darin gar kein Problem sah (jetzt weiß ich, dass sie gar nicht kapierte, worum es ging) - und auch mein Sohn wirkte sehr reif, er meinte, "wir sind doch jetzt groß, wir gehen ans Gymnasium - da wird das alles besser klappen!" - Nun ja, seine Hoffnungen wurden recht bald zerstört.

Die Lehrer kamen gar nicht mit ihm klar. Der Einzige, der Verständnis zeigte, war sein Schulleiter. Er und die Schulpsychologin legten uns dringend nahe, es auf dem Landesgymnasium für Hochbegabte zu versuchen. Leider ist dort die Aufnahmechance 50% und da der Bärenjunge beim Psychotest eingeschlafen (!!!) ist, war er raus. Mist, er wollte es eigentlich selber gerne - meinte dann nur, de anderen Kinder, die mit ihm dort waren, wären solche Streber gewesen - mit denen hätte er nicht lernen mögen und hätte absichtlich den Test verhauen. Nun ja...

Danach erhielt er dann zusätzlich zum Unterricht in seiner Jahrgangsstufe Unterricht in der nächsthöheren Jahrgangsstufe. Mit nur guten Noten. Wegen seines unbeliebten Verhaltens wurde dieser Förderunterricht jedoch wieder getrichen... und er letzten Endes aus der Klasse gemobbt. Das resultierte daraus, dass er bei Aufführung eines Theaterstückes ein Mädchen spielte - und das sehr überzeugend. Er wollte damals auch lieber ein Mädchen sein (ich glaube, als solches wäre er auch weniger angeeckt) und da kam in der Klasse das Gerücht auf, er sei schwul (6. Klasse!!!) und alle Eltern der Jungs verboten ihren Söhnen, mit ihm zu spielen!!! Woraufhin mein Sohn sich demonstrativ an die Mädchen heran machte, was dazu führte, dass er dahingehend sich auch nur Ärger einhandelte (die Zicke gingen jedes Wort petzen) und die Lehrerin mir irgendwann sagte, sie will mit ihm nicht mehr zusammen arbeiten. Die Eltern verlangten einen außerordentlichen Elternabend - zu dem ich NICHT geladen wurde! - und verlangten vom Schulleiter die Strafversetzung meines Sohnes an eine andere Schule.

Der Schulleiter strafversetzte nicht, sondern nahm ihn von heute auf morgen aus der Klasse in eine andere Klasse. Leider blieb er dann Dank Demotivierung und Fehlinformation in Latein sitzen (eine 5 kann man durch eine 1 ausgleichen - ja, aber nur im Halbjahr... hahaha) und wechselte nun auf eine Mittelschule (mit Beginn der 8. Klasse).

Hier ging es am Anfang recht gut, aber inzwischen ist er wieder im alten Verhaltensmuster "Warum soll ich den Lehrern beweisen, dass ich etwas weiß oder kann - ich weiß, das ich es weiß, das genügt!" Er hält sich Notenmäßig gerade so über Wasser, dass er nicht hängen bleibt - in allen Orientierungsarbeiten oder Kompetenztests ist er der Klassenbeste, wenn ich den Lehrern glauben darf, mit Abstand. Er kann teilweise seinen Lehrern was beibringen und ist hoffnungslos unterfordert...

Inzwischen hat er keinen Bock mehr auf Lernen bzw. Schule, Abitur oder Studium - er will endlich was machen, womit er Geld verdienen kann... Jetzt hat er erst mal 6 Wochen Ferien vor sich, die er in einem EDV-Projekt verbringen wird. Ich hoffe, dass er den Ernst der Lage im nächsten Jahr erkennt, denn mti dem Zeugnis der 9. muss er sich für die Lehrstelle bewerben.

08.04.2009 um 10:15 Uhr

Mein Bärenjunge

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Stimmung: traurig

Auch wenn es einen aktuellen Anlass betrifft - schweift man doch automatisch in die Vergangenheit... Mein Bärchen wird heut 14!!!

Eigentlich wollte ich um kurz  nach 8 schreiben. Da dachte ich nämlich daran, dass ich vor 14 Jahren grad mit klaffendem Bauch aufm OP-Tisch lag. Ja, mein Sohn war schon immer rebellisch - der wollte nicht mal raus! Nach vielen Stunden Kampf hatte man dann entschieden, ih nper Kaiserschnitt von mri zu befreien - oder umgekehrt ;-)

Danach kämpfte ich um mein Leben, hatte unheimlich viel Blut verloren und driftete immer wieder ab. Den Kleinen sah ich am späten Nachmittag zum ersten Mal. Der wurde auch in der Zwischenzeit ins Uniklinikum gefahren... zum eingipsen. Er hatte Klumpfüße. An beiden Beinen...

Was man uns damals erzählte, war, er bräuchte halt ca. 6 Monate Gips und dann wäre alles okay. Was folgte, waren jahrelange Torturen. Zuletzt dann die OP in Heidelberg, da  hier 2 mal umsonst an beiden Füßen herum geschnippelt wurde. Richtig Sport treiben, weite Strecken gehen oder einen Beruf im Stehen ausüben wird wohl nie drin sein. Immerhin sieht man es ihm nicht mehr auf Anhieb an.

Somit war es vor 14 Jahren eine schöne aber auch verdammt anstrengede Zeit und  da bin ich doch froh, so weit weg zu sein - und mich lieber mit den Macken eines Teenagers herum zu schlagen als mit der Angst, dass mein Sohn vielleicht nie laufen kann.

Happy Birthday, Bärchen, ich bin stolz auf dich!!!

29.03.2009 um 17:23 Uhr

10 Jahre Ehe

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Stimmung: grau

Vor beinahe einem Jahr hatte ich mich von meinem Freund getrennt, und mir ging es irgendwie nicht so gut. Klar war ich viel unterwegs, einerseits mit meiner Mum, aber auch viel mit Freunden, hatte auch eine neue „beste Freundin“ gefunden, mit der ich beinahe täglich unterwegs war – aber dennoch, da blieb die Sehnsucht nach einem Mann in meinem Leben – und mein Wunsch nach Ehe und Kindern.

Schrieb das natürlich auch meinem besten Freund, der 50 km entfernt in der nächsten Großstadt lebte. Der hatte natürlich einen Plan parat – nein, er weihte mich nicht  ein, aber im Nachhinein bedacht, kann es nur so gewesen sein.

Jedenfalls fragte er an, ob ich nicht  Lust hätte, mal  wieder mit ihm und ein paar Kumpels in seiner Stadt wegzugehen. Zu einem Konzert. Okay, da ich mir  nicht sicher war, wie ich zu dem Veranstaltungsort kommen sollte, verabredeten wir uns in einer Kneipe, die ich gut kannte. Dort traf ich also etwas früher als vereinbart ein und wartete auf ihn. Was ich nicht wusste, er hatte den Bruder seiner Freundin auch dorthin bestellt – und der saß also an der Bar und beobachtete mich. Ich fragte mich, was ist das nur für ein Typ, der mich die ganze Zeit angrinst… Er wusste, wer ich bin!

Nun jedenfalls klärte sich die Sachlage auf, als mein bester Freund dann kam, und wir fuhren zum Konzert. Und irgendwie ging mir dann dieser grinsende Typ nicht mehr aus dem Kopf.

Wenige Tage später feierte einer der Leute aus dem Dunstkreis meines besten Freundes Geburtstag und ich war also wieder in der Großstadt, und der erste, der mir über den Weg lief, war dieser „Fast-Schwager“ meines besten Freundes – und mein Herz begann zu hüpfen, als der mir übern Weg lief. Wir hatten ja überhaupt nicht miteinander geredet und ich kannte auch seinen Namen nicht… dennoch war da was…

Wir sind uns auf der Party 2, 3-mal über den Weg gelaufen. Einmal fragte er, ob ich nicht  mal zum quatschen vor an sein DJ-Pult kommen möchte… Ja, klar, gerne doch. All ich vorging, redeten wir auch nicht  - sondern schauten uns nur in die Augen und küssten uns. Wow!!!

Danach haben wir dann gequatscht aber ich weiß gar nicht mehr, worüber. Jedenfalls trafen wir uns schon einen Tag später wieder auf nem Konzert und von da ab war es klar, wir gehören zusammen. Ich sagte auch zu ihm klipp und klar, dass ich keine Spielchen will und keine Liebelei, sondern ich will heiraten und Kinder – jetzt! Und ich würde nur einen Mann heiraten, der meinen Namen annimmt. Für ihn war das okay. Kurz darauf fuhr ich dann also nach Spanien – für 4 Wochen!

In der Zeit gingen eine Menge Briefe hin und her und er war wohl auch kurz davor, mir nachzureisen, hatte zum Glück das Geld nicht – ich hätte ihn ja dort nicht unterbringen können! Jedenfalls als ich von Spanien zurückkam, kam er gleich am nächsten Tag zu Besuch – und da sprachen wir noch mal über unsere Zukunftspläne etc. und machten uns sozusagen gegenseitig einen Heiratsantrag – wohlgemerkt, wir kannten uns seit 5 Wochen und 4 davon war ich gar nicht im Lande… Ganz schön verrückt, was?!

So machten wir uns auch keinen Kopf über Verhütung und nachdem wir uns insgesamt 2 Monate kannten, wurde ich schwanger. Ich kann das so genau sagen, weil ich es gemerkt habe, wie „es“ in meinem Körper passiert ist.

Dann fuhren wir zusammen in Urlaub und kurz darauf machte er mir noch mal einen richtigen Heiratsantrag mit Kniefall, allerdings auf den versprochenen nachfolgenden Blumenstrauß warte ich bis heute!!!

Denn er wollte mich  am nächsten Tag von der Schule (FOS) abholen, tat er auch – ich erwartete , dass er mit nem dicken Blumenstrauß kommen würde – wie gesagt, ich wurde enttäuscht.

Nahm das aber nicht so wichtig, leider, denn genau diese Art war ein wichtiger Charakterzug an ihm: groooße Versprechungen machen – und nichts dahinter. Aber Liebe macht ja bekanntlich blind.

Da mir – oder besser meinem Magen - die Schwangerschaft sehr stark zu schaffen machte, musste ich die Schule aufgeben. In den Oktoberferien heirateten wir, mein bester Freund - mein Trauzeuge, und danach kehrte ich nicht mehr in die Schule zurück. Brauchte ich ja nicht  – mein „Plan A“ ging ja gerade in Erfüllung!

Allerdings war er auch arbeitslos und wartete gerade auf ne Umschulung, die er dann im Ruhgebiet machen sollte… waaah! Da ich, nun schwanger und bald auf Omas angewiesen, nicht  weg wollte, bekam er dann doch was vor Ort. Ich war zu ihm in die Großstadt gezogen und gemeinsam bezogen wir kurz vor Bärchens Geburt eine 3-Zimmer-Plattenbauwohnung. – Nein, nun nicht einer meiner Wunschträume, jemals in der Platte zu wohnen, aber wir machten uns die Wohnung recht gemütlich. Dank großzügiger Hochzeitsgeschenke seitens meiner Familie hatten wir auch genug Geld zur Verfügung.

Er machte seine Umschulung und ich war fürs Bärchen da. Leider hatte unser Bärenjunge Klumpfüße an beiden Beinen und somit waren seine ersten Jahre eine wahre Odyssee an Arztbesuchen, Klinkaufenthalten, Operationen, Krankengymnastik, Frühforderung... etc. also ich hatte gut zu tun. Machte das auch gern, also nicht dass ich meinem Kind so eine Krankheit gewünscht habe, bitte nicht falsch verstehen – aber ich machte gern alles für mein Kind, er war für mich das absolute Wunschkind und seit dem Verlust meines allerersten Babys damals im Frühstadium der Schwangerschaft so sehnsüchtig von mir erwartet. Ich ging voll in meiner Mutterrolle auf, wir waren die perfekte Kleinfamilie, Papa ging zur Weiterbildung und wir erledigten unsere Termine, nachmittags und am Wochenende waren wir 3 gemeinsam auf Achse. Meine Mama und Oma kamen uns auch regelmäßig besuchen, ebenso die Freunde. Immer mal passte jemand von unseren Freunden auch aufs Bärchen auf, als der älter wurde, so dass Mama und Papa auch zusammen ausgehen konnten, oder die Mama oder der Papa gingen getrennt mit Freunden weg, das muss ja auch  mal sein.

Uns ging’s gut, ich war happy – hatte endlich eine eigene Familie, alles so, wie ich es mir gewünscht hatte!!! Ich änderte auch ein wenig mein Äußeres, trug nicht mehr vorrangig Schwarz sondern wieder viele bunte Farben, wurde eine richtige „Mutti“.

Da ich von Anfang nicht wollte, dass mein Kind ein Einzelkind sei, waren wir uns auch schon von Anfang an einig, 2 Kinder müssen sein und als sich die Weiterbildung meines Mannes dem Ende zu neigte, war ich plötzlich unerwartet schwanger… Leider folgte dem eine Fehlgeburt doch da wir ja gern ein zweites Kind wollten, wurde ich kurz darauf wieder schwanger, so ziemlich genau um den 2. Geburtstag vom Bärchen herum – und ich spürte es auch von Anfang an, dass es ein Mädchen sein würde. Große Freude bei uns, nun würde die Familie bald vollzählig sein, Papa würde nach seiner Umschulung anfangen zu arbeiten und alles wird gut…

Aber wie das im Leben so ist – erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…

Ich war mit den 2 Kindern ziemlich überfordert und die Hilfe von Papas Seite wurde irgendwie immer weniger. Er beendete dann seine Ausbildung, hatte aber keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Er arbeitete immer wieder pauschal, war aber damit total unzufrieden und diese Unzufriedenheit ließ er einerseits verbal an uns aus, andrerseits fing er an, regelmäßig zu kiffen. – Nachdem er sein Versprechen, mit dem Rauchen aufzuhören, schon Jahre vorher nicht gehalten hatte, ging mir das nun etwas gegen den Strich. Aber ich tat das als Phase ab und dachte, seine kleine Familie wird ihn schon wieder auf den rechten Pfad bringen.

Als Erstes zogen wir, als das Mäuschen dann 1 Jahr alt war, ins Szeneviertel. Die Wohnung hatten wir durch Zufall entdeckt und die begeisterte uns sofort. Auch das Umfeld war für die Kinder optimal – insgesamt wohnten im haus 30 Kinder aller Altersgruppen, jeder hatte im passenden Alter Spielgefährten und es war genial. Auch der Zusammenhalt mit den Nachbarn war toll, Haus- und Hoffeste waren an der Tagesordnung, nachmittags trafen sich beinah generell alle im Hof, die Kinder spielten, die Großen schwatzten – einfach Klasse!

Nur für meinen Mann war es nicht so der gute Einfluss, da einige Kiffer dabei waren, und Partypeople… So fing er an, sich wieder mehr aufs DJing zu konzentrieren, allerdings nicht mehr, wie früher, auf 80er Jahre gerichtet sondern Techno und Chillout.

OK ich war früher auch auf Techno-Parties und als das Bärchen klein war, waren wir auch mal zur Love Parade – aber so recht konnte ich mit der Musik nichts anfangen. Nun ja, er schon, sie lief beinahe nur noch bei uns zu Hause und an den Wochenenden ging er auflegen. Ich war mit den Kindern beinahe nur noch allein zu Hause. Fühlte mich so nach und nach wie eine Alleinerziehende.

Irgendwann fing er dann auch noch an, das Zeug, was er da rauchte, zu verkaufen. Daheim!!! In einer Wohnung mit 2 kleinen Kindern! Ich versuchte oft, mit ihm zu reden, machte ihm klar, dass er uns schon durch den Konsum in Gefahr bringt, geschweige denn noch das Zeug in der Wohnung zu lagern und zu verticken…

Irgendwie war ich froh, dass ich, kurz bevor das Mäusekind 3 wurde, einen Job fand. Ich dachte mir so, wenn Papa wieder voll und ganz in seine familiären Pflichten eingebunden wird, dann kriegt er sich auch wieder ein und alles wird wieder gut. Denkste!

Mir ging es mit dem Job ganz gut, es tat mir gut, unter Leute zu kommen. Allerdings musste ich in 2 Schichten arbeiten und sah die Kinder nur noch ganz wenige Stunden am Tag, das machte mir schon zu schaffen. Und das Geld, was ich mühsam verdiente – schaufelte mein lieber Mann mit beiden Händen zum Fenster hinaus! Anstatt selber zu kochen, kaufte er sich täglich beim Metzger warmes Mittagessen – sich, nicht  für die Kinder, die hatten ihr warmes Essen im Kindergarten bzw. in der Schule! Der Rest floss in seine Parties und Drogen…

Irgendwie atmete ich auf, als ich nach knapp einem Jahr wieder entlassen wurde… Da es daheim so gar nicht lief… und mein Mann mir immer mehr zu entgleiten drohte.  Ich kämpfte dann beim Amt um eine Weiterbildung und versuchte, meinen Mann von einem Weggang in eine andere Region zu überzeugen – dahin, wo er einen guten Job finden könnte, damit er in seinem Ego gestärkt als der Familienvater dastehen könnte, der er hier nicht war – Hauptverdiener etc., das klassische Deutsche Bild halt. Er ließ mich Pläne schmieden und organisieren, ansonsten machte er sein Ding, schlief des Tags und lebte des Nachts, konsumierte Drogen aller Couleur und verkaufte das Zeug auch weiterhin – nun aber vorsichtiger eher hinter meinem Rücken… Versprach mir immer wieder, aufzuhören, sich Arbeit zu suchen, etc.

Schrie dennoch permanent die Kinder an oder tickte aus, wenn er mal mit uns frühstücken sollte, seine Mutter wurde bei jedem Besuch angebrüllt und ich wunderte mich, wieso sie überhaupt noch kam. Ich stellte uns ein Ultimatum – sollten wir nicht bis zum Sommer Arbeit gefunden haben, würden wir weggehen.

Nun ja – ich musste für meine Weiterbildung ein Praktikum machen und dadurch kam ich zu meinem Job. Da mir die Arbeit Spaß machte, ließ ich es durch gehen – und wir blieben da. Mein Mann machte weiterhin große Versprechungen, er würde sich in Therapie begeben, und so weiter. Ich glaubte immer noch an unsere große Liebe, kämpfte um ihn, machte ihm immer wieder klar, wie wichtig mir das Eheversprechen war und dass ich zu ihm halten würde, wenn er in Therapie gehen würde. Ich glaubte immer noch an ihn und alle Berichte von Freunden über seinen extremen Drogenkonsum, alle Warnungen meiner Mutter und Schwiegermutter – schoss ich alles in den Wind. Wir würden das gemeinsam schaffen!!! Wenn keiner mehr an ihn glaubte – ich tat es, ich war seine Frau!!!

Dabei störte mich es anfangs noch wenig, dass wir nicht mehr miteinander ins Bett gingen – was nicht  nur hieß, dass er sexuell kein Interesse mehr an mir zeigte, sondern er schlief auf der Couch und ich im Schlafzimmer.

Aber so nach und nach hörte ich dann doch auf meine innere Stimme und die sagte mir, irgendwas läuft da total schief und dein Mann ist innerlich so weit weg von dir… das geht so nicht. Zu meinem Geburtstag brachte er es fertig, kurz bevor meine Freunde kamen, „mal kurz“ zu nem Kumpel zu müssen – und erst 24 Std. später wieder aufzutauchen. Nicht nur, dass seine Kinder Fragen stellten,  sondern auch die gemeinsamen Freunde waren mehr als enttäuscht…

Da schrieb ich ihm einen Brief, da reden ja nichts brachte, und stellte ihm den auf seinen Plattenspieler. Darin mein Verdacht, es gibt in seinem Leben eine andere Frau. – Als er nach Hause gekommen war, kam er unter Tränen mit dem Brief zu mir. Es täte ihm ja alles so leid, aber seine Gefühle für mich seien nicht mehr die wie am Anfang. Und er sei mit den Kindern völlig überfordert, hatte gehofft, wenn die zu zweit wären, würden sie sich umeinander kümmern und wir Eltern hätten mehr Freizeit. Nun hatten wir aber doppelte Arbeit und damit käme er nicht zurecht. Außerdem würde durch die Kinder die Erinnerung an seine eigene, unglückliche Kindheit so massiv in sein Bewusstsein drängen und damit würde er auch nicht zu Recht kommen. Aber – zum wiederholten Male –versprach er, er würde nun endgültig eine Therapie machen und wenn er alles verarbeitet hätte, dann würde er sich auch wieder in mich verlieben und alles würde gut werden. Wenn wir zwei nur zusammen halten würden, würde er das schaffen.

Ich sprach mit ihm über meine Zweifel, aber er wies jeden Vorwurf bezüglich einer anderen Frau von sich und fing an, sich über Nachbarn auszulassen, die fremdgehen würden, und wie niederträchtig das doch sei.

Leider hatte ich nur einen Monat zuvor einen Urlaub nach Ägypten gebucht für den Februar und so stellte ich ihm das Ultimatum, dass sich bis zum Urlaub was getan haben müsse, sonst wäre das das Aus für unsere Beziehung.

Der Urlaub war die Hölle. Ich hätte ihn absagen sollen… Einerseits hatten wir kein Geld, ich versorgte uns über unsere Kreditkarte mit Bargeld, dass wir in Ägypten überhaupt irgendwie Geld hätten, um ein paar kleine Souvenirs zu kaufen. Pyramiden oder so bekamen wir gar nicht zu sehen, dafür war kein Geld da, wir verbrachten die meiste Zeit im Hotel und er war innerlich sooo weit weg, das wurde mir von Tag zu Tag deutlicher bewusst. Er schickte auch ständig SMS, angeblich um sich mit seinen Party-Kumpels abzusprechen, da er am Tag unserer Rückkehr – 14. Februar, Valentinstag! – nach Berlin wollte, zum Auflegen.

Ein bissel doof mag ich ja sein – aber so doof, um nicht zu merken, wie der Hase läuft, bin ich nun doch nicht. Was die Sache noch krönte, war, dass er von unserem wenigen Geld auch noch Haschisch kaufte – worauf dort die Todesstrafe steht – und dieses dann auch noch im Flugzeug zurück nach Deutschland transportierte… Was er mir stolz nach Landung mitteilte…

Dann fuhr er mitten in der Nacht direkt weiter nach Berlin und von da aus weiter zu seiner Schwester nach Hamburg – und ich hörte von ihm kaum was. In der Zeit reifte dann mein Entschluss, die Kinder zu nehmen und weg zu gehen, denn er würde nicht gehen, er hatte es doch gut bei mir. Das war mir schon klar.

Ich fing also an, nach Wohnungen zu suchen – und am meisten überraschte mich das Mäusekind, die da auf einmal fragte: „Mama, wann ziehen wir endlich aus?“ – sie war gerade 6 geworden, konnte noch nicht  lesen, konnte von meinen Recherchen im Internet also nicht wirklich etwas mitbekommen haben…. Geredet hab ich auch mit niemandem drüber.

Aber sie war diejenige, die schon lange gespürt hatte, dass da was schief lief, denn sie ließ den Papa seit geraumer Zeit nicht mehr an sich heran.

Als ich dann anfing, mit Freunden darüber zu reden, stand mein Entschluss schon lange fest – bekam dann nur meinen Verdacht bestätigt.

Am 14. März hab ich ihm dann mitgeteilt, dass ich mit den Kindern ausziehen würde. Dann brachen seien Mauern zusammen, er „beichtete“ mir seinen täglichen Konsum (ich wollte es gar nicht wissen) und sein Verhältnis mit ner jungen Berlinerin (wollte ich auch gar nicht wissen) – immerhin war er so weit Mann, sich daran zu erinnern, dass ich ihm wiederholt mitgeteilt hatte, dass, wenn ich gehe – man um mich nicht mehr kämpfen muss. Wenn mein Entschluss einmal gefallen ist, steht er fest und es gibt kein Zurück mehr. Er hatte ja auch monatelang seine Chance, immer und immer wieder – meine Kraft war am Ende.

Somit zog ich denn 2 Monate später ins Nachbarviertel, von meinen Freundinnen liebevoll begrüßt im „Club der Alleinerziehenden“…

28.03.2009 um 20:00 Uhr

Fortsetzung zum Anfang

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Ich war also ein "Vati-Kind", wie gesagt, er hat mit mir viel Zeit verbracht, wir sind nachmittags zusammen in den Garten gefahren, er hat Gartenarbeit gemacht und ich meine Schulaufgaben oder schrieb Briefe, wir sind zusammen in der Stadt bummeln gewesen und holten anschließend meine Mutter von Arbeit ab... Wir haben uns abends vorm Fernseher gegenseitig den Rücken gekrault, oder die Füße massiert. Ich fand meinen Papa immer toll und wollte immer gern einen  Mann wie ihn haben... Aber sowas denkt vermutlich jedes kleine Mädchen, oder?!

Als ich 14 Jahre alt war, wurde er krank ->Krebs. Schon bevor er überhaupt eine Diagnose bekam, verabschidete er sich unter Tränen von uns - er ahnte, dass es Krebs ist, und dass er nur noch eine begrenzte Zeit mit uns haben würde...

Es folgte tatsächlich eine Zeit der Operationen, Therapien, Gesundphasen, dann kam das nächste Tief, und das ganze wieder von vorn... wobei die Abstände bis zum nächsten Tief immer kürzer wurden.

Für mich stand mit 16 fest, ich würde auch eines Tages so enden wie mein Vater, und eigentlich hatte ich damit irgendwie mit meiner Zukunft abgeschlossen. Klar, man hatte irgendwie noch Pläne und Ideen im Kopf, was einmal sein könnte - aber es war nicht mehr so wichtig. Um trübe Gedanken zu verbannen, fing ich an, abends Schnaps zu trinken oder auch Tabletten und Alkohol - nein, nun nicht in großenMengen aberschon irgnedwie... regelmäßig., Nicht, dass es irgendwer bemerkt hätte, man hat damals eh sehr schnell zu Kopfschmerztabletten gegriffen und Kirsch-Whisky bekam man zum Geburtstag geschenkt....

Und ich fing an, schwarze Klamotten zu tragen und "dunkle" Musik zu hören - DeMo allen voran, dazu kamen dann The Cure, Sisters of Mercy, Dead Can Dance und ähnliches. Danach kamen  punkige Sachen, vor allem auch die ganzen Ostbands um die Wendezeit herum. Die Musik tat mir aber gut und machte mich fröhlich, viele behaupten ja, die Musik mache depressiv - aber nein, mich lenkt die Musik unheimlich gut ab. Meistens. Ich begann, mehr im Jetzt zu leben und nru noch kurzfristige Zukunftspläne zu schmieden.

War jedes Wochenende mit Freunden und später mit meinem Freund unterwegs. Im Nachhinein hatte ich ein verdammt schlechtes Gewissen meiner Mutter gegenüber - sie pflegte daheim meinen Vater, ich genoss meine Jugend... Aber, verdammt - man ist doch nur einmal jung!!!

Mein Vater wurde durch seine Krankheit auch wunderlich, z. B. fing er an, mich zu verprügeln, wenn ich übers WE bei Freunden geblieben war - was meist aber vorher so abgesprochen war. Wir hatten kein Telefon, nur einen Zweitanschluss mit den Nachbarn - und wenn einem dann mitten in der Nacht der Bus weggefahren ist, ruft man nun nicht seine alten, kranken Nachbarn an, sondern bleibt lieber da und sucht sich nen Schlafplatz... Dass ich alleine mitten in der Nacht durch die ganze Stadt nach Hause lief, wollten sie ja auch nicht!

Na ja jedenfalls konnte man ihnen nur schwer was recht machen, aber klar, beide standen unter extremer Anspannung wegen Vaters Krankheit.

Als ich 19 war und meine ersten richtig festen Freund hatte... wurde ich auch prompt schwanger (wie gesagt, ich war ja nicht aufgeklärt, hatte mich zwar um Kondome gekümmert aber ansonsten verließ ich mich so ziemlich auf meinen Freund... der hatte schon "Ahnung") und habe das Baby nach einem Nazi-Überfall auf ein Punk-Konzert, wo wir waren, verloren. Das war für mich ein Schock, ich hatte mir immer gewünscht, erstens früh Mutter zu werden und zweitens, dass mein Vater es noch erlebt, Opa zu werden. Er hatte sich immer so darauf gefreut und schon frühzeitig Pläne geschmiedet...

Jedenfalls stürmten die Nazis den Saal und prügelten alles nieder, was ihnen in die Quere kam, auch Frauen und Mädchen, so dass wir mit ein paar anderen Mädchen zum Fenster des Backstagebereiches raus gesprungen sind... 1. Stock... Danach wars das also fürs Baby. Mein Freund war heilfroh... der wollte noch keine Kinder. Ich schon. Vermutlich hätte ich mich da schon von ihm trennen sollen...

Aber das nächste Schlimme, was passierte, war dann, dass nach 6 Jahren Leiden mein Vater gestorben ist. Klar ging es mir danach nicht gut, nahm auch wieder ein wenig zu aus Kummer... Bekam Magenprobleme und wenn ich irgendwo - sei es im Film, auf der Straße oder nur in ner Werbung - eine glückliche Familie sah, fing ich an zu heulen. Jedenfalls suchte mein lieber Freund, statt mich zu trösten, sich Trost bei ner Anderen und als ich das Gefühl nicht los wurde, dass da irgendwas schief läuft, schmiss ich ihn kurzerhand 2 Tage oder so vorm geplanten gemeinsamen Urlaub raus und trat den Urlaub mit meiner Mutter an.

Für seine Mutter war diese Trennung ein solcher Schock, dass sie sich wegen Depressionen in Behandlung begeben musste...  Meine Mutter und ich bekamen keine Therapie, meiner Mutter war wohl eine Kur angeboten worden, sie lehnte diese ab, weil ich nicht mitgekonnt hätte... Im Nachhinein betrachtet, hätte sie die auf jeden Fall machen müssen und ich auch eine, nur mir hat das gar keiner angeboten. Okay sie hat Magenschmerzen aber sie hat ja auch den Tod ihres Vaters zu verkraften... Dass dort meine Depris begonnen oder schon ne Weile liefen, weiß ich jetzt!

Jedenfalls kam danach ein Jahr, wo ich mich intensiv um meine Mutter kümmerte, wir waren viel zusammen unterwegs, gingen zusammen aus, verreisten...Es war eine tolle Zeit, sie war meine beste Freundin. Aebr in dem jahr suchte ich auch nach einem Weg, mich "sanft" von ihr abzunabeln. Klar, papa war nciht merh da, sie klammerte ein wenig an mir .... ließ mich aber uahc meinen Weg gehen. Also hatte ich folgenden "Schlachtplan" und alle meine Freunde kannten ihn (bis auf meine Mutter):

Plan A) Ich finde einen Mann fürs Leben, heirate und gründe eine Familie.

Plan B) Sollte ich nicht innerhalb kurzer Zeit den Mann fürs Leben finden, mache ich mein Abitur nach (FOS) und gehe studieren.

Gesagt, getan. Nach Beendigung meiner  2. Berufsausbildung war ich 1 Jahr abreitslos, wo ich aber pauschal in ner Heizungs-Sanitär-Firma jobbte. Dann war ich mit Freunden zum Tag der offenen Tür in der Uni, ließ mich vom Amt beraten, meldete mich danach für einen 4-wöchigen Sprachkurs in Spanien an und an der FOS. Wollte was mit Sprachen studieren, Dolmetscher werden oder so.

Der große Masterplan sah aber anderes vor, denn knapp 1 Woche bevor ich nach Spanien fuhr, lief mir ein Mann über den Weg, in den ich mich verliebte ...

26.03.2009 um 21:02 Uhr

Ich fange mal am Anfang an...

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Stimmung: Verwirrt - warum wurde es nicht angezeigt???

Schadet es, ein Einzelkind zu sein???

Ich denke, ja.

Ich weiß, wovon ich rede – ich war (bin) eins.

Alle Aufmerksamkeit meiner Eltern richtete sich auf mich. Ich stand immer im Mittelpunkt, ob ich wollte oder nicht. Sie interessierten sich für alles, was ich tat – und wollten mich auch vor allem beschützen.

Meine Mutter hab ich dabei eher als die Glucke erlebt, immer behüten und beschützen, tu ja nichts Gefährliches, vor allem: bleib so lange wie möglich mein Kind!

Mein Vater traute mir mehr zu, klar, in Ermangelung eines Sohnes… Den wollten sie nicht. Meine Mutter hatte eine Abtreibung, ich muss 11 oder 12 gewesen sein. Ich fand das total schlimm, dass ich das mitbekommen habe. Ich habe mir immer einen Bruder gewünscht, okay einen großen, das ging ja nun nicht, aber der Kleene… Wer weiß, wofür es gut sein sollte, aber meine Mutter wollte ihn nicht. Hat so viel gerackt bis sie von selbst zu bluten anfing, obwohl sie den Termin in der Klinik ohnehin schon hatte.

Viele viele Jahre später habe ich erfahren, dass sie es bereut und nie ganz verarbeitet hat. Hätte mich auch gewundert, wenn es anders gewesen wäre. Eine Wahrsagerin hat sie mit der Nase drauf gestoßen… „Sie haben eine brünette Tochter, die ist soundso alt, und einen blonden Sohn, der ist soundso alt.“ Da war Mama platt.

Vielleicht war ich auch darum immer ein Abtreibungsgegner, weil ich das so mitbekommen habe, bin aber nach wie vor der Meinung, wenn ein Kind bzw. neues Leben entsteht, ist das ein Wunder, und es obliegt uns nicht, dies Mutwillig zu zerstören. Man sollte vorher über Verhütung nachdenken, wenn man keine Kinder möchte, aber nicht nachher…

Jedenfalls hatte ich also meine Eltern ganz für mich alleine und das konnte ganz schön anstrengend sein. An allen Bereichen meines Lebens wollten sie Anteil haben. Meine Mutter mischte sich sogar ein, wer mein Freund sein durfte und wer nicht (als ich noch kleiner war, später ließ ich mir das nicht mehr vorschreiben).

Mit 14 hielt sie mir die Augen zu, wenn im Fernsehen ein Film mit Kussszenen lief…

Es spricht auch für sich, dass, wenn ich nicht heimlich Aufklärungsbücher und Dr. Sommer gelesen hätte, ich nicht gewusst hätte, was passiert, als meine erste Regelblutung kam. Meine Mutter hat mich in keiner Weise aufgeklärt. Papa natürlich auch nicht…

Meine Familie hab ich so erlebt, dass meine Mutter das „Arbeitstier“ im Haushalt war und mein Vater viel Freizeit mit mir verbracht hat. Dabei war es eigentlich so, dass er längere Arbeitszeiten hatte als sie, sie arbeitete "wegen mir" nur halbtags. Ich könnte aber nun nicht sage, dass sie darum viel Zeit mit mir verbracht hätte, sondern wie gesagt, sie arbeitete dann im Haushalt. Als ich Baby war, hab ich auch die meiste Zeit im Laufstall verbracht, wenn ich ihren Berichten glauben darf – und kann es mir auch lebhaft vorstellen, da sie mir, als meine Kinder klein waren, das auch immer einreden wollte. „Tu den Kleinen (die Kleine) in den Laufstall und mach deine Hausarbeit. Dann kannst du dich dem Kind widmen! Wenn eine Frau daheim ist, muss es im Haushalt tipp topp aussehen!“ Nee, muss es nicht, ich war nicht Hausfrau sondern im Erziehungsurlaub und daher lagen meine Prioritäten immer bei den Kindern, bin viel mit denen raus gegangen, Babysport, Krabbelgruppe, einfach nur laufen, Spielplatz etc. Dann habe  ich mich um meine Bedürfnisse und Hobbies gekümmert, um einigermaßen gesund zu bleiben (als ich dafür keine Zeit mehr hatte, hat man ja gesehen, was dabei raus kommt… Depression…) Dann kam der Haushalt. Daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert – oder sagen wir mal, es ist wieder so.

Ich war also ein „Vati-Kind“ und irgendwann muss ich sie mal damit geschockt haben, dass ich sie auf offener Straße anbrüllte „Du bist sowieso nicht meine Mutter!“ und dann hat sie mich mal irgendwann gefragt, zu wem ich gehen würde, wenn meine Eltern sich trennen würden – und ich hab mich ohne zu zögern für meinen Vater entschieden.

Schräg aber schon die Idee, ein Kind so was zu fragen… ich glaube nicht, dass meine Eltern je ernsthaft in Erwägung zogen, sich zu trennen. Habe die beiden immer als sehr harmonisch und eine Einheit empfunden. Die „Vorzeige-Eltern“. Sei stritten nie ernsthaft (jedenfalls nicht  in meinem Beisein) und wenn es irgendwelche Wutausbrüche seitens meines Vaters gab, dann weil irgendwas nicht lief – der Rasenmäher zum Beispiel, oder so… nichts Zwischenmenschliches.

Und wie gesagt, sie interessierten sich für alles, was ich tat, und natürlich auch für meine Freunde. Wenn ich Freunde einlud, waren meine Eltern da, um mit denen zu quatschen. Meine Freunde fanden das toll, „Mann hast du coole Eltern!“ – prima, mich nervte es!

Sie kamen auf der Schuldisco vorbei, sie fuhren mit auf Klassenfahrt (waren im Elternaktiv…), kamen aber auch auf Wochenendfahrten mit Freunden vorbei…

Klar hab ich meine Familie sehr genossen, und ich kannte es ja auch nicht anders, genoss aber auch immer die Zeiten im Ferienlager oder auf sonstigen Fahrten, wo ich zum einschlafen jemanden zum schwatzen hatte! Das war es wohl eigentlich, was mir am meisten fehlte – am Ende eines Tages jemanden zu haben, mit dem man den Tag noch mal Revue passieren lassen konnte, über den und jenen tratschen, solche Sachen halt. Habe dann auch beizeiten begonnen, Briefe zu schreiben – was ich bis heute tue.

 

…wird fortgesetzt…