Insel Hiddensee
So, es wird ja nun mal Zeit, den Urlaubsbericht abzuschließen. Schließlich fühlt es sich schon an, als wäre es ein paar Monate her...
Also - nachdem wir montags in Hildesheim unsere Zelte dann doch einigermaßen trocken abgebaut bekamen, brachte mich die Lady zum Hildesheimer "Haupt"bahnhof, wo ich geduldig auf meinen Zug wartete. Die Lady fuhr, mit einem Großteil meines Gepäcks beladen, gen Heimat.
Ich fuhr nach Norden. Das "Nötigste", was ich mitnahm, umfasste dennoch 2 große Gepäckstücke... Wie sich später herausstellte, hatte ich viel zu viel mit.
Da die Sonne schön schien, setze ich mich vor den Bahnhof, schrieb ein paar Karten und Briefe, las ein wenig - erst später fiel mir ein, dass es ja vielleicht einen früheren Zug nach Berlin gegeben hätte, aber da waren die 2 Stunden Wartezeit schon fast rum.
Ich fuhr also erst mal nach Berlin, sollte dort ein Stunde Aufenthalt haben und dann weiter nach Stralsund fahren. Aber irgendwie hatte ich plötzlich Hummeln, hatte keine Lust mehr auf Großstadt, Lärm und viele Menschen, wollte endlich raus, ans Meer und entspannen...
So fuhr ich mit einem früheren Zug weiter, wo ich zwar den Großteil der Strecke stehen musste, weil der Zug so rammelvoll war, aber irgendwie war mir das egal. Ans Meer, ans Meer!!!
In Stralsund muss man vom Bahnhof ein gutes Stück zum Hafen laufen und da die Person, die ich nach dem Weg fragte, wohl nicht besonders gut im erklären war, machte ich einen kleinen Umweg und anstatt durch die Stadt zu laufen, lief ich wohl eher drum herum und kam natürlich am genau entgegengesetzten Ende vom Hafen an. Machte aber nix, ich hatte ja Zeit, eine frühere Fähre gab es nicht.
Also kaufte ich mir erst mal ein Fischbrötchen und setzte mich hin und genoss den Anblick. Das Meer!
Die Überfahrt nach Hiddensee sollte 90 Minuten dauern. Beim Gedanken daran wurde mir schon etwas mulmig. Ich werd gern mal seekrank.
So blieb ich dann auch die ganze Zeit - und letztendlich beinahe als Einzige - auf dem Oberdeck sitzen, ließ mir den Wind um die Nase wehen und genoss den herrlichen Sonnenuntergang, mit dem ich begrüßt wurde. Traumhaft!
In Neuendorf am Hafen standen Jura sowie der große und der kleine Räuber. Mit den Fahrrädern waren sie mich abholen gekommen.
*Sidekick*
(Hihi, danke, Pelegrina!!!)
Das Ferienhäuschen gehört Juras Familie, es wird nur unter der weitläufigen Verwandtschaft vergeben, also es gibt keine Fremdeinmietung. Da es 3 Schlafzimmer gibt, nimmt jeder, der keine ganz so große Familie hat, meist ein paar Freunde mit.
So war ich zu der Einladung gekommen, ein paar Tage auf Hiddensee auszuspannen.
*Sidekick off*
Mein Gepäck wurde also auf den Fahrradanhänger geladen, man hatte mir ein Minirad mit wackeligem Sattel mitgebracht... So ging es 5 Kilometer durch die Heide. Im Halbdunkeln und von Mückenschwärmen umtobt. Das war schon ziemlich abenteuerlich.
Irgendwo mitten im Nichts stand dann das Häuschen, duckte sich hinter die Düne, und man konnte das Meer rauschen hören!!!
Von meinem Vorhaben, direkt an den Strand zu laufen, wurde mir abgeraten - die Mücken...
So wurde ich nur von allen Anwesenden begrüßt, die da neben den 3 Abholern noch Jurasohn und Juratochter (letztere aber die meiste Zeit bei einer Freundin weilend) und ein befreundetes Paar mit kleinem Sohn waren. Wir saßen noch bissel und schwatzten, aber ich war auch müde und ging früh schlafen.
Ich durfte im Kinderzimmer schlafen :-) War aber kein Problem für mich.
Dan nächsten Tag verbrachten wir größtenteils am Strand. Herrlich! Einfach nur rumliegen und nichtstun und sich die Sonne auf den Bauch bzw. Rücken scheinen lassen... ich ließ allerdings ein bissel doll scheinen und hatte gleich einen hübschen Sonnenbrand. Egaaal!!!
Es war eine herrlich entspannende Woche. Diejenigen Erwachsenen, die morgens als erste wach waren, fuhren mit den Rädern Frühstück einkaufen. Nein, ich war nie dabei ;-)
Ich wurde dann geweckt, wenn das Frühstück auf dem Tisch stand.
Ansonsten wurde sich ins kochen, abwaschen etc. einfach rein geteilt. Einen Tag machten die anderen z. B. einen Segeltörn, da hab ich mich freiwillig in die Küche gestellt. Hab auch meine Zutaten selber eingekauft und auf dem Heimweg noch Bromnbeeren gepflückt und Marmelade gekocht.
Über letztere gab es große Begeisterung und am nächsten Tag sind alle nochmal zum Brombeerpflücken ausgeschwärmt und ich hab nochwelche zum mit nach Hause nehmen gekocht. Leeecker!!!
Einen Tag bin ich mit der Kamera um die Insel gezogen aber zu meiner großen Enttäuschung sind die meisten Bilder nix geworden, wie blöd. Na ja, inzwischen hab ich eine neue Kamera.
Auf der Insel hätte ich es mal eben 3 - 4 Wochen ausgehalten, vielleicht sogar noch ein wenig länger. Irgendwie hatte man das Gefühl, fernab aller Zivilisation zu sein.
Das Haus hat zwar Strom und fließend Wasser, aber letzteres nur kalt. Es gibt auch kein Badezimmer, nur 2 Toiletten und eine Dusche mitten im Garten. Bei warmem Wetter hat die auch warmes Wasser... bei kaltem Wetter will sowieso keiner im Freien duschen ;-)
Da man sowieso jeden Tag in die Ostsee springen konnte, störte das irgendwie auch nicht.
Und überall Sand, aber auch der stört einen da nicht. Den ganzen Tag ohne Schuhe rumlaufen. Kurze Hose und T-Shirt, fertig. Keine Haare stylen, kein Schminken... Herrlich herrlich!!!
Einfach nur in den Tag rein leben, lesen oder schreiben, Sonne tanken, schwimmen und eben ein wenig Essen kochen und so - aber das könnt ich mir wunderbar als Kur vorstellen. Kein Zeitdruck, keine Termine - sich einfach nur um sich selber und Grundbedürfnisse kümmern. Ein Traum!
Leider war der Traum nach 5 Tagen zu Ende. Einen ganzen Tag verbrachten wir mit der Heimreise. Zuerst vom Haus zu Fuß bis zur Inselpromenade. Von da mit dem Inseltaxi = Pferdefuhrwerk zum Hafen in Vitte. Von da mit der Fähre 2 Stunden nach Stralsund.
Dann mit dem Zug weiter, zwischendurch noch 2 mal umsteigen, weil wir auf Wochenendeticket fuhren - und nach 23 Uhr abends wieder daheim. Schön... aber auch schade.
Vielleicht darf ich ja wieder mal mitfahren...