Geschichten jenseits der Zeit

26.02.2005 um 23:38 Uhr

Bericht des Ratsmitgliedes Jehuba Dunkelauge über das unbekannte Objekt "Ende-des-Kosmos"

Hoher Rat
gepriesene Führer der 20 Systeme,
auserwählte Verteter der Nationen!

Wie Sie alle wissen hat Commander Zabo Chronos vor 9 Monaten unseren Kurs korrigiert und unsere 20 Systeme direkt zum Objekt "Ende-des-Kosmos" geführt. Der Name wurde von unseren Navigatoren so gewählt, weil es unserer Taststrahlung nicht möglich war, irgendeinen Rand, Anfang oder Ende dieses Objektes zu finden.
Durch die dunkle Beschaffenheit des Oberflächenmaterials und der Tatsache, dass in diesem Teils des Universums Licht äusserst rar ist, nehmen wir dieses Objekt wie eine riesige Wand wahr, im klassischen Sinne eben den "Rand" oder das "Ende-des-Kosmos". Natürlich hat auch dieses Objekt einen Anfang und ein Ende, wenngleich eine derart grosse Materieansammlung äusserst ungewöhnlich ist. Ich werde in einem späteren Teil des Berichtes noch genauer auf das Material dieses Objektes zurückkommen, da es für die 20 Systeme noch von grossartiger Bedeutung ist.

Zu Zabo Chronos: obwohl er sich ohne Zustimmung des Hohen Rates zum Commander ernannt hat und seine Macht entgegen unseren Föderalistischen und Demokratischen Gepflogenheiten auf purer Gewalt beruht, so wurden durchaus gewisse Zusmmenhänge klar, welche aus seiner Sicht sogar ein solch rücksichtsloses Vorgehen rechtfertigen.

Obschon es schwer fällt, werde ich versuchen die mir übertragenen Botschaften, losgelöst von den Geschehnissen der letzen neun Monate, objektiv dem hohen Rat mitzuteilen.
Ich überlasse es danach dem hohen Rat über die Intergrität von Chronos zu urteilen und über eine Rehabilitierung zu beraten.


1. Die Ankunft

Bei unserem Aufbruch waren keinerlei Daten über die Beschaffenheit des Materials, mögliche Schwerkraft oder irgendeiner Möglichkeit um mit unserem Expeditions-Raumer anzudocken, verfügbar.
So machten wir uns mit eher gemischten Gefühlen auf die Reise. Als nach ungefähr 12 Stunden die Sensoren die feste Oberfläche in Reichweite meldeten, mussten wir feststellen, dass wir den Kontakt zur HERMES bereits verloren hatten. Das Objekt schien also, wie von unseren Navigatoren an Bord der Systeme bereits vermutet wurde, die Signale der Taststrahlung zu stören.

Als der Greifarm unseres Schiffes versuchte eine Oberflächenprobe des Objektes zu entnehmen, geschah etwas seltsames: das Material wich zurück und über die Instrumente konnte eine Öffnung inmitten dieses Objektes ausgemacht werden. Da wir zu diesem Zeitpunkt unseren Instrumenten bereits nicht mehr trauten, liessen wir diese Stelle des Objektes mit künstlichen Lichtquellen ausleuchten und überprüften diese Messungen mit Kameras und einem Blick durch das Bullauge. Und tatsächlich - das Objekt schien ein Loch inmitten dieser riesigen Schwarzen Fläche zu haben.

Fortsetzung folgt............
Dieser Bericht ist ungekürzt und wurde in dieser Form lediglich schriftlich vorgelegt. Die genaue Rede  des Ratsvorsitzenden Dunkelauge, sowie das Ratsprotokoll sind noch in der Revisionstelle.

22.01.2005 um 00:40 Uhr

Die Zeit des Reisens

Nach der überstürzten Flucht aus unserer Galaxies im Jahre 5695 verliessen die 20 Lebenssysteme die 5 Königreiche in Richtung Andromeda-Nebel. Das Ziel wurde so gewählt, weil dieser Nebel das nächste erreichbare Ziel war - wenn das Erreichen dieses Zieles auch eine Reise von rund 1 Million Jahre in Anspruch nahm.
So senkte sich also nach dem verlassen der 5 Sonnensysteme die absolute Dunkelheit über diese 20 Kleinplaneten - und jeder der Reisenden wusste, dass dies für sehr lange Zeit so bleiben würde. Die Vorraussetzung allerdings war, dass die Allianz aus Menschen, Erleuchteten und Androganern genug lange Widerstand leisten konnte, um diesen Verzweifelten die Flucht in die unendliche Dunkelheit des Zwischengalaktischen Raumes zu ermöglichen. Doch der verzweifelte und heldenhafte Kampf der Zurückgelassenen wurde von ihnen genausowenig wahrgenommen wie das tragische Ende ihrer Beschützer und Märtyrer und die markerschütternden Schreie der Gefallenen. Durch die vereinbahrte dreihundertjährige Funkstille wussten die einzelnen Systeme nicht einmal, wie es um das Schicksal der anderen Lebenssysteme stand: jeder war vollkommen auf sich selbst gestellt und musste selbst einen Weg finden, um die Probleme an Bord lösen zu können. Auch wusste niemand, wo die Reise die Menschheit und die Androganer  hinführen würde: in einer Million Jahre konnte soviel passieren - würden sie zwischen den Galaxien Überreste von Sternensystemen finden, welche sie als Treibstoff benutzen könnten, oder würden sie in der endlosen Dunkelheit mit diesen Zusammenstossen und bis in alle Ewigkeiten inmitten des Nichts ihrem einsamen Ende entgegenharren?

Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die während der Besetzung der Menschheit in die äussersten Regionen verdrängten Androganern sich mit der Dunkelheit und Kälte enorm gut arrangieren konnten. Sie stellten in den einzelnen Systemen die technische und medizinische Elite, die Menschen lernten sie als gleichberechtigt zu schätzen und übertrugen den Anführern der Androganern oftmals die Führung der einzelnen Systeme.

In dieser dreihundertjährigen Funkstille entwickelten sich ganz verschiedene Gesellschaftsysteme heraus: da jedes Überlebenssystem zwischen 200 und 300 Millionen Individuen beherbergen konnte, war man bedacht, dass die Bevölkerung möglichst durchmischt war - aus allen Königreichen und deren Planeten, Monden, Asteroiden und Raumplattformen fand sich in jedem System eine bunte Mischung allerlei Kulturen zusammen. Die Kommandanten der Systeme wussten zwar, dass diese Mischung auch Schwierigkeiten und Spannungen mit sich bringen würde, dennoch war man sich bewusst, dass es auf einer so langen Reise absolut unverzeilich wäre den Genpool homogen zu halten. Einzig den Androganern wurde einer der 20 Kleinplaneten ganz für sich alleine zur Verfügung gestellt: dies war die einzige Forderung, welche die Androganer den Menschen stellte um sie bei ihrer Flucht zu unterstützen. Trotzdem war auf jedem der übrigen 19 Systeme eine Population von durchschnittlich 100'000 Androganern neben der menschlichen Population untergebracht. Wohl in der Vorahnung, dass diese sich gerade in den für Menschen als extrem unwirtlich zu erweisenden Randbezirken sehr gut zurechtfanden.

Da die 5 Königreiche lediglich 28 Jahre zum Bau der Lebenssysteme zur Verfügung standen, musste man sich zu einer unkonventionellen und schnellen Lösung entscheiden. Der Kern eines jeden Lebensystems bildete eine Batterie gigantischer Triebwerke. Diese Triebwerke wurden meist aus bereits bestehenden Minenplattformen gebildet. An diesen Batterien war ein Konvertersystem gekoppelt, welches aus herkömmlicher Materie Energie spalten konnte. Rund um dieses Gebilde wurde eine extrem stabile und robuste Schale aus einer speziell harten und zähen Legierung gefertigt. Rund um diese Schale wurden hundertausende Asteroiden aus den verschiedensten Materialien so angeordnet, dass es möglich war, diese für die Energiegewinnung im Laufe der Zeit abzubauen. Über dieser Schale, welche bereits hunderte von Kilometern dick war, legten sich dann wie ein Mantel die alten Bergwerkssschiffe und Raumplattformen der alten Heimat. Diese wurden mit neuartigen Legierungen verstärkt, damit sie der langsam entstehenden Gravitation trotzen konnten. Über diesem Mantel kamen dann die Lebensregionen, bestehend aus zusammengeschweissten und verstärkten Überresten der Asteroidenkolonien der Freihandelszonen. Über diesen wiederum kamen weitere zusammengepresste Asteroiden, als Schutzschild und nötigenfalls als Energiereserven. Von aussen sah ein solches Lebenssytem bei ausgeschaltetem Triebwerk wie ein Kleinplanet aus, diese Systeme boten also nicht nur Schutz und Heimat, sondern auch eine gewisse Tarnung. Der Durchmesser eines jeden dieser Kleinplaneten betrug 2700 km, die natürliche Gravitation dieser Masse hielt jeden Kleinplaneten zusammen und erzeugte im Inneren durch den Druck eine enorme Wärme. Diese Wärme wurde durch ein komplex angelegtes System in die einzelnen Bezirke geleitet - wovon die mittleren Bezirke durch den ausgeglichenen Wärmefluss die besten Bedingungen für die Menschen stellten - gegen Aussen hin wurde es extrem kalt und gegen das Zentrum enorm heiss. Die entstehende Wärme wurde aber auch für den Antrieb genutzt. Genau wie die, durch die ausfahrbaren Gammastrahlensegel, eingefangene Energie, der allgegenwärtigen kosmischen Strahlung. Die Lebenssysteme waren so konstruiert, dass die Systeme ohne Probleme ausgebaut werden konnten, falls die nötigen Baumaterialien im Kosmos gefunden wurden. Die natürliche Gravitation war jedoch zu schwach um eine Schwerkraft zu ermöglichen, wie der Mensch sie für eine normale Entwicklung benötigt. So wurde die natürliche Gravitation noch mit den bereits seit Jahrhunderten in der Raumfahrt erprobten Gravitationsmaschinen auf den einzelnen Stufen verstärkt.
Der mittlere Bereich wies derart natürliche Lebensbedingungen auf, dass die Menschen mit den Jahrtausenden vergassen woher sie kamen und wie die Welt aufgbaut war, in der sie lebten. Nur die besten unter ihnen wurden von den Androganern erwählt das Schicksal der Menschen so zu beeinflussen, dass das System auch weiterhin stabil blieb. Diese Phase in der "Zeit des Reisens" wird gemeinhin als Traumzeit bezeichbet. Die Androganer hingegen und die wenigen menschliche Völker, welche ebenfalls gelernt hatten in den Randbezirken zu überleben, die Maschinen zu bedienen, in den Minen zu arbeiten oder gefährliche Aussenarbeiten an den Systemen zu erledigen, entzogen sich mehr und mehr dem Bewusstsein der übrigen Völker. Sie traten mehr und mehr als Überwesen oder Heilige in Erscheinung und ihnen galt meistens ein obskurer Natur- und Götterglaube. Die Phase der Traumzeit endete erst mit der Ankunft im Haus der Engel - 10876 Jahre nach dem Tag und der Nacht Null, oder  Ende des 13. Jahrtausends nach christlicher Zeitrechnung - doch dazu später...

Exakt im Jahre 5995, am 1. Tag des neuen Jahres um 00:01 Uhr - 300 Jahre nach dem grossen Aufbruch wurde die Stille in der ewigen Finsternis mit den androganischen Worten "Zeit zum aufstehen" unterbrochen. Als Anfangs noch keine Antwort zu hören war, herrschte grosse Enttäuschung und Sorge über das Verbleiben der restlichen 19 Schiffe - die Freude war jedoch umso grösser als während der nächsten 5 Stunden sich sämtliche 19 Kleinplaneten beim Hauptsystem - der Hermes - meldeten.

Trotz der regelmässsigen gegenseitigen Besuche und des Handels blieben die Systeme während der folgenden 5000 Jahre mehrheitlich unter sich. Einen grösseren Austausch gab es weder unter den Menschen, noch unter Androganern. Lediglich die sich mehr und mehr bildende "interplanetare Gilde der Kampfpiloten", einer heterogenen Kriegerkaste, welche sich aus Menschen wie auch aus Androganern bildete, wechselte die Zusammensetzung ihrer Mitglieder beinahe jährlich zwischen den einzelnen Systemen aus. Ihnen waren auch Erkundungsflüge in die unendliche Leere zwischen den Galaxien vorbehalten. Die letzte Instanz jedoch bildete der "hohe interplanetare Rat", welcher aus den Weisen der jeweiligen Systeme gebildet wurde und die entdeckten und eingefangenen Asteroiden den jeweiligen Systemen nach einem komplizierten mathematischen System  zugeteilt wurde, welches die Bevölkerungsanzahl genauso berücksichtigte wie deren Kulturstufe oder bereits erhaltene Ressourcen. So kam es, dass Systeme mit wenig Entwicklung und einer spärlichen Besiedlung, sich mit der ihnen zugeteilten Energie künstliches Sonnenlicht in der Lebensfreundlichen Zone leisten konnten; übervölkerte, technologisch weiter entwickelte Systeme jedoch in einem Status der ewigen Nacht leben mussten, da sie ihre Energie in die enstprechenden technologischen Fortschritt investierten.

Ein Angehöriger der Gilde der Kampfpiloten, Zabo Chronos, verliert auf einem Erkundungsflug seinen Kontakt zum Mutterschiff "Pan". Das Gebiet wird daraufhin grossflächig abgesucht, die Suche muss jedoch eingestellt werden, da die Erkundungsjets sonst den Anschluss an die mit steter Geschwindigkeit voranziehenden Mutterschiffe verlieren würden. So wird Zabo Chronos im Jahre 6520 als vermisst und 25 Jahre später als tot regisrtiert, obwohl man weder seine Leiche, noch Teile seines Erkundungsflieger gefunden werden.
Im Jahre 10875 jedoch, tauchte genau dieser Erkundungsflieger, dessen Bauweise inzwischen nur noch aus uralten Aufzeichnungen überliefert war, mitten aus dem Nichts auf  und sendete das immer noch gültige Signal für Pilot in Not. Obschon eine solche Begegnung inmitten des leeren Raumes, fern jeglicher Galaxie, fern jedes Sonnensystem, nahm man das vermisste und bereits vor 4355 Jahren verloren geglaubte Schiff auf - und fand einen Androiden, der vorgab der vermisste Zabo Chronos zu sein.

Obschon der Hohe Rat ihn für äusserst gefährlich hielt, konnte der Android die immer noch aktive Gilde der Kampfpiloten auf seine Seite bringen und in einem 5 monatigen Kampf die Ratstreuen Eisenschädel bezwingen. Nach seiner Machtergreifung leitete er die Flugroute der Planeten auf eine komplett andere Bahn um, selbst seine treuesten Anhänger hielten ihn für verrückt, da nun die 20 Planetoiden statt auf den Andromeda-Nebel in die tiefste Finsternis hinaus fuhren. Dennoch konnte er Aufstände mit seinen ergebenen Kampfpiloten unterdrücken und nach 9 weiteren Monaten - im Jahre 10876 - tauchte unvermittelt und direkt vor dem Bug ein riesiges dunkles Gebilde auf. Da sich das Gebilde weder mit den herkömmlichen Instrumenten analysieren, noch von Auge sich irgendwie erkennen liess, wie gross dieses Objekt ist, wurde eine Expedition mit verschiedenen Ratsmitgliedern und  zu dieser riesigen Ansammlung von Materie entsendet. Zabo Chronos selbst bleibt an Bord der Hermes - wohl mit der Vorahnung, dass, würde er von Bord gehen, ein Aufstand ausbrechen und die Schiffe den Flug in Richtung Andromeda Nebel fortsetzen würden. Als nach einer Woche die Ratsmitglider von der Expedition zurückkamen, änderte sich deren Einstellung zu Zabo Chronos merklich.

Zur Veränderung hatte der im nächsten Post veröffentlichte Bericht des Ratsmitgliedes Jehuba Dunkelauge erheblich beigetragen.

21.01.2005 um 15:33 Uhr

Die Epoche des Neuanfangs oder die 5 Königreiche

Nachdem Orville Rotstern, im Jahre 3993 Abenteurer, Söldner, entflohene Sklaven, Piraten und den von Hunger und Verzweiflung geplagte jämmerliche Rest der Menschheit zu seiner Armee der Kesselflicker formte, brach eine neue Ära in der Geschichte der Menschen an.

Doch um seine Vision einer Heimstatt für die Menschen verwirklichen können, hatte er schon Jahrzehnte zuvor hart auf dieses Ziel hingearbeitet und grossartiges vollbracht: er schaffte es die in alle Winkel der Galaxis versprengten Menschen von seiner Vision zu überzeugen, genügend Raumschiffe und Jäger, oftmals aus alten schrottreifen Frachtern, zusammenzuflicken und aufzutreiben um in diesen die Reise in "das verheissene Land" anzutereten.
Rotstern, selbst im Hause Levi aufgewachsen und ausgebildet, benutzte zur Überzeugung anscheinend eine krude Mischung aus Erlöserreligion, Verheissungen und okkulten Praktiken. Wenn dies alles nichts half, so benutzte er rohe Gewalt, um den jeweiligen Führer auf seine Seite zu bringen. Er selbst behauptete von sich selbst in einer Vision die Nachricht erhalten zu haben, der Messias zu sein... Meistens jedoch kamen die Menschen von selbst und nahmen mit, was sie auf sich tragen konnten. Zu erdrückend war das Elend - und zu verlockend Rotsterns Ruf.


Doch erst als Rotstern bereits ein Greis war, er musste um die 80 Jahre alt sein, hatte er mit seiner Armee der Kesselflicker die lange Reise  zu den 5 Sonnensystemen der roten Horde, am äussersten Rand der Galaxie beendet.
Dies geschah im Jahre 4013 und das auftauchen der ersten bewaffneten Frachter entfachte einen 49 Jahre dauernden Krieg um das Schicksal der letzten noch verbliebenen Menschen. Rotstern selbst erlebte das Ende des Krieges nicht und starb am Vorabend der Kapitulation der roten Horde im astronomischen Alter von 119 Jahren. Angeblich besagte der Fluch eines Priesters der Androganer, wie die rote Horde sich selbst nannte, dass er das Ende des Krieges nie erleben werde. Rotsterns Leiche wurde, damit niemand sein Grab missbrauchen konnte, mitsamt seinem Schiff in eine der 5 Sonnen fliegen lassen.
Rotstern selbst wurde im Jahre 3943 vermutlich in einer Levitenfestung geboren und leitete anscheinend schon Raubzüge im Alter von 18 Jahren.

Die grossartige und uralte Kultur der Androganer wurde mit dem Sieg der Kesselflicker im Jahre 4062 vollständig vernichtet, den letzten Überlebenden sicherte man jedoch bei den Kapitulationsverhandlungen in jedem Sonnensystem die äussersten 2 Planeten zu, wohl in der Hoffnung sie würden dort erfrieren und zugrunde gehen.
Es stellte sich jedoch schnell heraus,dass sich niemand an diese Abmachung hielt und so mussten die Überlebenden der roten Horde mit Felsen vorlieb nehmen, welche noch weiter draussen waren: Asteroiden, in einem Asteroidengürtel, welche soweit weg von der Sonne waren, dass sie nur noch als ganz kleiner Stern am dunklen Himmel wahrgenommen werden konnte. Nur in wenigen Sonnensystemen liess man ihnen die äussersten Planetoiden für ihre jämmerliche Existenz.
Nachdem die Menschen die rote Horde aus den 5 Sternsystemen vertrieben hat, bildeten sich auf fast allen Trabanten der Sonnensysteme menschliche Kolonien.

Obschon keiner dieser Planeten auch nur annähernd ein für Menschen erträgliches Klima oder eine Atmosphäre mit der dringend benötigten Sauerstoff-Stickstoff Mischung enthielt, stellten diese 5 Sonnensysteme mit ihren Planeten und Monden doch zum ersten mal seit 3000 Jahren für die Vertriebenen eine Heimat dar. Zum Zentrum dieser 5 Königreiche wurde das zentralste Sonnensytem, der Kopf, ernannt. In diesem Kopf wurde der ehemalige Königsplanet der roten Horde, der rote Mond von Melanesi ernannt. Von nun an tagte auf dem roten Mond der hohe Rat, indem alle Interessengruppen gewählt und verteten wurden. Der hohe Rat war die letzte und endgültige Instanz, er entschied über Streitigkeiten und genehmigte Bündnisse. Der ganze Mond war ein riesiger Administrativer Apparat, der einzig und allein dsa Ziel hatte, das Gleichgewicht und den Frieden zwischen den einzelnen Parteien zu wahren.

(Anmerkung: Melanesi steht an der sechsten Stelle des Sonnensystems, ist ein sogenannter Gasriese und zugleich der grösste Trabant des Kopsystems. Er besitzt sage und schreibe 53 Monde, von denen die meisten militärisches Sperrgebiet sind. Nur 5Mel34 und 5Mel18 werden durch Bergbau ausgebeutet und sind mit Minen durchzogen. Diese Minen wurden zum grössten Teil von der Roten Horde üebernommen und sind für den roten Mond, 5Mel11 überlebensnotwendig.)

Die 5 Sonnensysteme waren deshalb so attraktiv, weil sie relativ weit vom Zenrtum der Galaxie entfernt waren und so für die meisten der grossen Sternimperien unattraktiv erschienen für einen Überfall. Dazu beeinhalteten sie eine wahre Fülle von Himmelskörpern, welche den Menschen einen beinahe unbegrenzten Siedlungsraum ermöglichte, da sie in den vergangenen 3000 Jahren gelernt hatten selbst auf unwirtlichstem und kleinstem Raum Kolonien und SIedlungen zu gründen. So wurde alles, was auch nur im entferntesten Wohnraum versprach und wenigstens ein Minimum an Baumaterial versprach zur Heimat für die Planetenlosen: Planeten, Monde, Asteroiden, Planetoiden... Wenn sich irgendwo Weltraumschrott ansammelte und von den Schreddern nicht eingesammelt wurde, dann waren Heimatlose nicht weit entfernt, welche diesen zu notdürftigen Behausungen zusammenschewissten. Im Verlauf der ersten hundert Jahre, bildeten sich dann auch aus den ehemaligen Kommandanten Rotsterns die einzelnen Fürstenhäuser heraus, welche vor allem ihr Herrschaftsgebiet auf einzelnen Monden und Planeten, manchmal ihren Einfluss auch auf mehrere Planeten mitsamt ihren Monden ausbreiten konnten. Kleinere Asteroiden und Planetoiden entwickelten sich oftmals zu Freihandelszonen, unabhängig von den einzelnen Fürstenhäusern. Obwohl die Fürstenhäuser in direkter Konkurrenz zueinander standen und manchmal auch Bündnisse zwischen den Sonnensystemen bestanden, so war die absolute Loyalität zum roten Mond doch zentraler Bestandteil diese feudalistischen Systems. 

Im Jahre 4601 wurde dann, nach der Genehmigung durch den hohen Rat, das erste Königreich im Sonnensystem Fuss aus einem Zusammenschluss von sage und schreibe 113 Fürstenhäusern gegründet. Als Zentrum wurde der Königspalast ähnlich dem hohen Rat des roten Mondes im Kopfsystem der grösste Mond des grössten Planeten gewählt. Nach und nach kam es auch in den anderen 4 Sonnensystemen zu solchen Königreichen bis dann im Jahre 5050 sämtliche Sonnensysteme, also fast 1000 Jahre nach der Eroberung der 5 Systeme, die 5 Königreiche errichtet waren. Nie zuvor spielte der hohe Rat auf dem roten Mond eine grössere Rolle als nach der Errichtung ebendieser Reiche. Gerade für die letzten unabhängigen Freihandelszonen stellte err eine überlebenswichtige Instanz das, wenngleich auch jedem Bewusst war, dass ebendiese "letzten Unabhängigen" längst nur noch ein Handelsplatz für Drogen, Waffen und Güter anderer illegaler Art war.

Doch auch für eine andere Seite stellte der hohe Rat eine immens wichtige Instanz dar: die unabhängigen Planeten der "Liga der Erstgeborenen", welche zumeist auf den äussersten Planetoiden und Asteroiden der Sonnensysteme, fernab der Königreiche ihr Dasein fristeten und aus Überresten versprengter Krieger und Flüchtlingen der roten Horde entstanden sind. Anfangs noch misstrauisch beobachtet, lediglich in den Zusammenkünften geduldet, entwickelte dieses uralte Volk, deren einzigartige Kultur durch die Menschen in einem unerbittlichen Krieg um eine neue Heimat zu Staub zerschlagen wurde, sich zu den treuesten Verbündeten der Fürsprecher der Freihandelszonen. Durch diese Konstellation konnten sie schon früh im hohen Rat ein absolutes Langewinnungs-Verbot durchsetzen: es wurde unter härtester Strafe Verboten, auf den Planeten die klimatischen Bedingungen zugunster menschlicher Besiedlung zu verändern - ganz besonders galt dies für den heiligen roten Mond, welcher der Ursprungsplanet der roten Horde war.

Die rote Horde war es denn auch zuzuschreiben, dass sie, geheim, auf die Suche nach den letzten Erleuchteten gegeangen sind - weit weg von diesem isolierten System, in der Weite der Galaxie...

Es herrscht zwar keine einstimmige Meinung, noch liegen Fakten vor über die ersten Expeditionen der roten Horde mit dem Ziel diesen legendärem Orden, den Orden der Illuminaten zu finden. Doch belegt ist, dass genau im Jahre 5667, imitten eines Zwists zwischen den Reichen, eine riesige Armada von Sternenzerstörern vor dem roten Mond auftauchte. Jedes dieser gigantischen Schlachtschiffe trug das Symbol eines der 12 hebräischen Stämme - das riesigste und mäjestätischste jedoch war die "Levi", ein Kleinplanet, der Gerüchten zufolge in der Lage war mit seiner Gravitationsstrahlung ganze Planeten zu sprengen.

Schnell war auch der Grund für das Auftauchen der längst vergessenen Erleuchteten klar: nach über 1600 Jahren des Friedens und des ansteigenden Wohlstandes war das endgültige Ende der Menschheit noch nie so nah. Die Liegen und die Imperien der Aussenstehenden hatten die Menscheit nicht vergessen und haben sie nach 1600 Jahren denn endlich gefunden. Sie stellten eine Flotte auf, welche die Stärke der Illuminaten noch um ein millionenfaches übertraf. Alleine der Treibstoffverbrauch für die Überfahrt dieser gigantischen Armada muss die Energien mehrerer Sterne verbraucht haben. Die endgültige Auslöschung der Menschheit und ihrer Verbündeten, samt dem verhassten Illuminaten-Orden sollte endlich vollzogen werden. Niemand wusste weshalb diese gigantische Anstrengung unternommen wurde, denn Spionageberichten zufolge haben sich über 5000 galaktische Ligen und Imperien zu diesem tödlichen Vernichtungsschlag eingefunden. Jeder Mensch und jeder Androganer, wie sich die rote Horde selber nannte, wusste, dass auch mit den tapfersten Kriegern und den besten Piloten dieser Krieg niemals gewinnen lassen würde. Und so beschlossen sie in einer dringenden Sitzung, dass es für beide Rassen nur einen Ausweg geben könne: die endgültige Flucht aus den  5 Sonnensystemen und unserer Galaxis!
Alle wussten, dass das Auftauchen der feindlichen Flotte nur eine Frage der Zeit und von nun an jede Minute kostbar war. So wurden riesige Archen, welche mit neuartigen Energiesystemen ausgerüstet waren und allen Bewohnern der 5 Königreichen Platz boten, Menschen wie auch Androganern, für die Reise ins Unbekannte gefertigt. Diese Archen waren keine Raumschiffe mehr, sondern sie waren als riesige Lebenssysteme konzipiert, als steuerbare Planeten, welche den langen Weg in eine andere Galaxie antreten sollten. Man rechnete mit einer Reisezeit von gegen einer Million Jahren, da der Antrieb dieser Systeme nicht sehr schnell war, dafür konnte jedoch jegliche Art von Materie zu Antriebsenergie aufgespalten werden und sogar Gammastrahlen die gigantischen Segel antreiben.

20 solcher Systeme waren bereits fertiggestellt, als am Horizont der 5 Königreiche im Jahre 5695 - 28 Jahre nach der Ankunft der Illuminaten - die feindliche Allianz auftauchte. Was muss das für ein erschütternder Anblick gewesen sein: der gesammte Kosmos schien aus feindlichen Objekten zu bestehen - millionen von Jägern, Kreuzern, Zerstörerern, Schlachtschiffe und Todessterne  erfüllten selbst die hartgesottensten Sternenkrieger mit Ehrfurcht. Wäre diese gigantische Flotte nicht immer und immer wieder  das Ziel von Suizidbombern, Sabotageakten und Attacken seitens der Erleuchteten gewesen, sie wären wohl gut 15 Jahre früher bei den Königreichen angekommen.
Während die ersten 20 Lebenssysteme sofort die Sternensysteme in Richtung leerer Raum verliessen, kämpfte die Illuminaten-armada und die todesmutigen Piloten der königlichen Streitkräfte gegen diese gewaltige Übermacht, um den trägen Grosschiffen einen Vorsprung zu ermöglichen.Keiner dachte auch nur im Traum daran, dass die Unterlegene Menschenallianz dieser mörderischer Welle von feindlichem Metall auch nur einen Tag die Stirn bieten könnte.
Doch das Schicksal wollte es, dass die Androganer im äussersten Asteroiden und Trümmergürtel rund um die Sonnen einige gut getarnte und schlagkräftige Basen mit furchterregenden Antigravitationswaffen aufgebaut hatten. Genau als die Illuminaten während der Schlacht mehr und mehr ins Zentrum des Systems gedrängt wurden, schlug die tapfere Horde zu einem gebündelten und fürchterlichen Schlag aus: ihre Antigravitationsstrahlen zerrissen förmlich die feindlichen Schiffe hinterrücks. Irritiert über diese überraschend auftauchenden Fronten, brach für kurze Zeit die Führungsstruktur der feindlichen Flotte zusammen und die Leviten flogen ihre selbsmörderischen Suizidkommandos gegen die Versorgungsschiffe der Liga.
Da nun ein Grossteil des Kraftstoffes für immer in den weiten des Universums verloren war, mussten die Kommandanten der Liga unbedingt eine defensive Strategie anwenden. Obwohl sie der menschli8chen Allianz noch immer um ein tausendfaches überlegen war, setzten sie sich auf den einzelnen Planeten ab, um offensichtlich eine Versorgungslinie aufzubauen und ihre Reihen neu zu formieren. Die Allianz der Menschen und der Androganer wiederum wussten, dass die Lebenssysteme nur dann eine Chance hatten, wenn sie die Liga so lange wie möglich beschäftigten.
Und die Chancen standen gut: da die Liga in ihrer grenzenlosen Überheblichkeit von einem Blitzangriff mit einem ebenso schnellen Sieg rechnete, hatte die Liga keine Plattformen oder Industrischiffe, welche den Abbau und die Verrarbeitung von Erz erlaubte.

Ja es machte sogar den Eindruck, als hätten die Mitglieder der Liga dies absichtlich so bestimmt: denn aus diesem Krieg sollte keiner Kapital gewinnen können. Genau diese Zerstrittenheit und das tiefe Misstrauen, welches in der Liga massgeblich war, ermöglichte es der Allianz sage und schreibe 18 Jahre in den verwüsteten Königreichen einen erbitterten Guerilla-Krieg zu führen. Nachzulesen ist die in den Chroniken "das verwüsten der Reiche", welche von überlebenden Androganern niedergeschrieben wurde und mit dem Fall der ruhmreichen "Levi" endet. Da die letzten Überlebenden der Allianz nach dem Ende der "Levi" der erstarkenden Allianz nach 18 Jahren Krieg nichts mehr entgegenhalten konnte, beschlossen diese gemeinsam in die alten Festungen der Illuminaten zu flüchten, um das Andenken an die Gefallenen zu Ehren und die Rückkehr der Geflohenen dereinst vorzubereiten.

Somit endet auch die Epoche des Neuanfangs mit der Zerschlagung des alteehrwürdigen Ordens der Erleuchteten und der Flucht mitten ins Nichts zwischen den Sternen... All dies geschah im Jahre 5713 nach dem Tag und der Nacht 0.
Für die folgenden tausend Jahre sollte kein Wesen in dieser Galaxie je wieder ein Mensch zu Gesicht bekommen - sie galten als ausgelöscht!

Für die Menschen begann jedoch die Epoche "die Zeit des Reisens", welche eigentlich heissen müsste die "Zeit des Zeitreisens" doch mehr dazu im nächsten Kapitel....

21.01.2005 um 14:55 Uhr

Prolog zur Geschichte jenseits der Zeit

Die folgende Aufzeichnung darf nur als Chronik aus Sicht der Säher gesehen werden. Sie hegt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und soll lediglich eine Übersicht auf die Jahrtausende dauernde Odysse der Menschheit in der Galaxis bieten. Folgende Kapitel werden angesprochen:
- die Entdeckung
- der Exodus
- der Neuanfang
- Zeit des Reisens
- die Rückkehr ins Paradies

die Chronik ist im entstehen Begriffen, da unseren Priestern viele Quellen heute nicht mehr zugänglich sind und auch unsere Beobachtungen nur von weiter Ferne herstammen. Viele Bücher sind jedoch mit dem endgültigen Untergang der Erleuchteten untergegangen - was ein unsäglicher Verlust menschlicher Geschichte bedeutet.

21.01.2005 um 13:01 Uhr

Der Exodus

Der Exodus beschreibt die Zeit, welche mit der Flucht von der Erde, unter der Führung der Erleuchteten, seinen Anfang nahm und in der ansschliessenden Irrfahrt durch unsere Galaxie mündete.

Während dieser Irrfahrt löste sich allmählich die Macht des Ordens der Erleuchteten auf, die Zeit des Vergessens über die Menschliche Herkunft brach an.

Im Jahre 3993 nach dem Tag und der Nacht 0 geschah jedoch das was keiner mehr geglaubt hatte - es gelang der Menscheit noch einmal sich unter dem General Orville Rotstern, einem Abkömmling des Hauses Levi, zu organisieren und einen entfernen Teil unserer Galaxie unter ihre Kontrolle zu bringen. Diese Epoche wird allgemein als Neuanfang bezeichnet - dies hinsichtlich des Entstehens eines neuen feudalen Systems, welche die 5 einzelnen Sonnensysteme kontrollierte, wie auch die Auferstehung eines Menschlichen Selbstwert- und Selbstbestimmungsgefühl.

Die Erleuchteten selbst fristeten zu diesem Zeitpunkt ein Dasein jenseits der von den Menschen kontrollierten 5 Sonnensysteme - für sie war die Flucht aus der Heimat nichts geringeres als die Diaspora. Eine Rückkehr auf ein planetares Leben kam für sie nur auf der Erde in Frage - die Rückkehr war einer der Hauptpfeiler ihres Glaubens.

Ihr Rückhalt bei den versprengten Resten der Menscheit büssten sie jedoch schon kurz nach der Flucht mehr und mehr ein, zum einen lag es an der Art ihres als veraltet empfundenen Fanatismus, zum anderen wurden die Menschen mehr und mehr müde an eine Rückkehr auf einen völlig verseuchten Planeten zu glauben. Vielleicht waren die Menschen während des Exodus auch schlicht zu sehr mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt, um an der esoterisch, okkulten Lebenshaltung der Erleuchteten festzuhalten.

Das Image der Erleuchteten erlitt jedoch den grössten Schaden durch die Kaltblütigkeit und Brutalität, welche bei den meisten Häusern gang und gäbe war.

Die ursprünglich von den 12 hebräischen Stämmen inspirierte Namensgebung der 12 Legionen überlebten durch alle Arten von Geschäften: Piraterie, Söldnertum, Menschen- und Drogenhandel. Besonders berüchtigt waren die Angehörigen des Hauses Levi, welche für den Erhalt der Erinnerungen an die Erde, sowie die Einhaltung der okkult-esoterischen Praktiken des Ordens zuständig waren und eine eigentliche Elite bei den Illuminaten stellten. Bei Verstössen, Ungehorsam oder auch der nichteinhaltung von Tributzahlungen führten sie ihre gefürchteten Angriffe - notfalls auch gegen die anderen 11 Häuser der Erleuchteten. Durch ihre Disziplin und ihren ungebändigten Kampfwillen wurden sie aber auch von den anderen galaktischen Rassen und Imperien gefürchtet und gehasst.

Dennoch merkte man bereits im Jahre 1275 dass die 12 Häuser mehr und mehr damit beschäftigt waren, sich selbst gegen die verschiedensten Rassen, Republiken und Bünde der Aussenstehenden zu verteidigen und zu verstecken. Das Gebilde der Erleuchteten mit Ihren gigantischen Fluchtschiffen zerbrach dann bis im 27. Jahrhundert nach dem Tag und der Nacht 0 (dem 47. nachchristlichen Jahrhundert) soweit, dass nur noch wenige von ihrer Existenz und ihrer ruhmreichen Geschichte wussten. Bei den etablierten Ligen und galaktischen Imperien galten ihre Mitglieder als vogelfrei und selbst Jahrhunderte nach den letzten Überfällen wurden noch immer Kopfgelder auf alle 12 Häuser ausgesetzt - insbesondere auf die Leviten, welche nach wie vor zu kleineren Überfällen auf Handelschiffe neigten. Die Mehrheit der Erleuchteten jedoch versteckten sich im Schutz von Trümmerfeldern, Planetenruinen, Sternennebeln und Asteroidengürteln. Der einst stolze Orden pflegte ein Dasein am Rande der bekannten Galaxie, an Orten welche für jede zivilisierte Gesellschaft zu unwirtlich, zu lebensfeindlich und zu garstig war um sie zu besiedeln, geschweige denn zu kontrollieren. Und mit den Erleuchteten verschwand auch das Andenken an den menschlichen Ursprung und den sagenhaften Planeten Erde, welcher irgendwo da draussen auf die Heimkehr seiner verlorenen Kinder wartete.

Die Menscheit hingegen, versplittert im Universum, verdingte sich oftmals selbst auf lebensfeindlichen Kolonien und Minen als minderwertige Hilfskräfte und fristete oftmals auf intergalaktischen Handelplattformen ein Sklavendasein. Nur den wenigsten von ihnen war es vergönnt auf einem Planeten einen Sonnenaufgang erleben zu dürfen, und auch dann nur als niederer Bediensteter eines adeligen Aussenstehenden. So ging es beinahe 3000 Jahre, bis ein Spross eines längst vergessenen Kriegerordens dieser dahindarbenden Rasse wieder zu neuer Hoffnung verhalf.   

Aus dem Haus Levi entsprang der bereits erwähnte Orville Rotstern, ein General, der sich vor allem durch seine Beutezüge quer durch die Galaxis auszeichnete. Er wurde zum Held der neuen Epoche - der Epoche des "Neuanfangs". Rotstern, der genügend Erfahrung als Pirat hatte, jagte mit seiner Flotte der "Kesselflicker", einer Ansammlung von wahnsinnigen Raumpiloten und Verzweifelten in ihren zusammengeflickten Raumjägern , die Sekte der Wurmanbeter aus den 5 Sonnensystemen.

Mit dem Eintritt in den Krieg gegen die "rote Horde"  wurde das Jahr 3993 das Schicksalsjahr für die Menschheit und läutete 49 Jahre später , als der Krieg gewonnen war, die Epoche des "Neuanfangs" ein.

20.01.2005 um 18:24 Uhr

Die Phase der Entdeckung

Der Tag und die Nacht 0 der Menschheit begann, als die mit aller Mühe ausgesandten Radiowellen des 20. Jahrhunderts von Aussenstehenden endlich empfangen wurden und sie sich in der Erdumlaufbahn einfanden um diesen kleinen, blauen Planeten ihrem Reich als Kolonie zuzufügen.

Obwohl schon früh davor gewarnt wurde, Signale in den unendlichen Raum zu senden, wurden die 2015 international festgelegten Bestimmungen zur "Verhinderung ungewollter Benachrichtigung" nur halbherzig umgesetzt. Ausserdem wäre es sowieso nicht mehr möglich gewesen zu verhindern, dass die Radiowellen, welche bis in das Jahr 2015 in den Orbit gesendet wurden, von Aussenstehenden empfangen würden... 

Es war das Jahr 2045 - als die Aussenstehenden mit einer Expeditionsflotte, bestehend aus gigantischen Laboratorien und noch gigantischeren Sternenkreuzern mit ihren leichten und mittelschweren Jägern und tausenden von Frachschiffen sich dem Erd-Orbit näherten. Diese riesige Armada aus entfernten Sonnensystemen, wurde von der Menschheit in ihrer majestätischen Grösse gar nie wahrgenommen. Eine entsprechend kurze Gegenwehr war dann die Folge, welche die zerstrittenen Erdnationen dem Feind entgegensetzten. In nur einem Tag und einer Nacht war das Ende aller irdischen Zivilisationen besiegelt - nachzulesen in der Chronik "die letzten Krieger".

Als Folge wurde die Erde kolonialisiert, oder genauer genommen, als Zuchtstation der Aussenstehenden gebraucht um ihre Armeen mit seelenlosen Droiden und genügend Rohstoffen zu beliefern.

Nur eine kleine Gruppe - "die letzten Krieger", Überlebende des Tages und der Nacht 0 leistete erbitterte Gegenwehr und versuchten sich auf dem mehr und mehr verseuchten und ausgebeuteten Planeten "Erde" zu verstecken. Dieser 1000 Jährige Überlebenskampf und ihre heldenhaften Siege, sowie die tragischen Niederlagen, welche nicht selten durch Verrat in den eigenen Reihen zustande kam, sind in der Chronik "die letzten Krieger" beschrieben.

Aus Zerwürfnissen und der ewigen Angst eines Verrats entwickelte sich die hochfanatisierte Sekte der Erleuchteten. Deren Wurzeln sind zwar sehr wahrscheinlich irgendwo im 25. Jahrhundert zu suchen, sie selbst sahen sich jedoch in der Tradition der Illuminaten des 18. Jahrhunderts und sind am ehesten als gefährliche Mischung einer verschwörerischen Freimaurer-Loge mit esoterischem Gedankengut und der gewaltbereitschaft einer fanatisierten paramilitärischen Einheit vorzustellen.

Im Laufe der nächsten 200 Jahre war es aber eben diese fanatische Grupierung, welche sich als die effizienteste und siegreichste herausstellte, und so verwundert es nicht, dass die Erleuchteten am Ende des 27. Jahrhunderts sämtliche Widerstandsgruppen entweder ausgelöscht hatte oder in ihren eigenen Reihen integriert. Die Erleuchteten waren derart erfolgreich, dass selbst die Aussenstehenden sie zu fürchten begannen und so konnte diese Sekte gegen Mitte des 28. Jahrhunderts bereits grosse Teile des Kontinentes, welcher vormals Asien war, kontrollieren. Der Auszug der Anhänger der Illuminaten, der endgültige Sieg über die Aussenstehenden und der unglaubliche Frevel an der Erde, welche Ihre Meere für immer verseuchte, beendete im Jahre 3045 oder 1000 nach neuer Zeitrechnung die Phase der Entdeckung und geht über in den Exodus.