KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

06.06.2007 um 08:56 Uhr

achmed trifft churchill!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

eine kleine geschichte aus meinem buch "achmed und der fisch aus tinte":

achmed fuhr mich mit seiner taxe nach marrakesch. dort besichtigten wir die menara-gärten, besuchten den djemma el-fna und schlenderten durch die souks der stadt. auf dem rückweg zu seiner taxe kamen wir an einem stattlichen hotel vorbei, das in einem grossen park lag.

„was ist das, achmed?“

„das ist hotel „mamounia“!“

ich erinnerte mich: eines der schönsten und berühmtesten hotels der welt!

„ich möchte mit dir im „mamounia“ einen tee trinken!“

achmed zog sich seine baseball-kappe tief ins gesicht, die ich ihm aus deutschland mitgebracht hatte. auf diese mütze war er sehr stolz. eine solche mütze fand man wohl in ganz marokko nicht. sie war für einen taxi-fahrer, der den ganzen tag der zugluft ausgesetzt ist, auch sehr praktisch. seitdem ich ihm diese mütze geschenkt hatte, trug er sie ständig. ich war überzeugt, dass er sie auch nachts nicht absetzte.

wir gingen zum eingang des hotels.

„du musst jetzt deine mütze absetzen.“

„warum? mütze ist schön und ist aus deutschland. ich behalt auf!“

ein portier in beeindruckender uniform stand vor dem eingang des hotels.
„where you want to go?“

„wir wollen in ihrem schönen hotel einen tee trinken.“

der portier musterte erst mich, dann achmed.

„but only without the cap!“

achmed sah mich verständnislos an.

„nun nimm sie schon ab! ich sagte dir doch: mit mütze kommst du nicht hinein!“

ärgerlich riss er sich die mütze vom kopf und steckte sie in die tasche seiner jacke. in der hotelhalle sahen wir gut gekleidete herren. sie liefen hin und her und rauchten riesige zigarren. schmuckbehängte damen sassen in den sesselgruppen und schwiegen bei einer tasse tee. achmed und ich sahen neugierig in alle ecken des hotels und gingen auch in den schattig-kühlen garten, wo ein springbrunnen sanft vor sich hinplätscherte.

achmed schlenderte durch das hotel, als ob er sich jeden tag dort aufhielt. es war ihm keine unsicherheit und keine scheu anzumerken. dann standen wir vor der „piano-bar“.

„möchtest du einen tee?“

„im hotel ich trink immer bier!“

vor allem, wenn du im „mamounia“ bist, ergänzte ich still.

wir knabberten die salzigen mandeln und probierten die oliven, die sie uns in kleinen schälchen auf den tisch gestellt hatten.

plötzlich fragte achmed: „warum darf ich die schön mütze hier nicht anhaben?“

„na, ja! es wohnen viele amerikanische gäste in diesem hotel, und die haben eben angst vor marokkanern! wenn sie doch einmal vor die tür treten, dann nur gut beschützt von ihren amerikanischen reiseleitern.“

„warum haben amerikaner angst?“

„das weiss ich nicht! sie haben eben vor allem angst, was nicht amerikanisch ist! und wenn sie einen marokkaner hier im hotel sehen, der nicht zum personal gehört, dann fürchten sie, dass im nächsten moment etwas ganz schreckliches passiert, - dass sie bestohlen werden oder noch schlimmeres.“

achmed schüttelte den kopf. „ich nehm amerikaner kein schmuck weg!“

„aber wissen das auch die amerikaner hier im „mamounia“? ahnst du, was passiert, wenn ein marokkaner im hotel herumläuft, der eine baseball-mütze trägt, wie man sie von den ghetto-kids in brooklyn kennt?“

„nein!“

„sie schreien: „wir sind unter die räuber gefallen“ und reisen ab.“

„wegen mir?“

“es ist spät, achmed! lass uns gehen!“.“

„wart ein moment! im hotel trink ich immer zweit bier!“

ich bestellte es und war froh, dass wir auf das thema „mütze“ nicht mehr zurückkamen. ich konnte meinen blick nämlich nicht von dem foto wenden, das achmed im rücken hing. es zeigte den ehemaligen englischen premierminister churchill, wie er im garten des „mamounia“ vor einer staffelei sitzt und aquarelliert. das war nichts besonderes, weil churchill oft in dieses hotel kam.

peinlich an diesem foto war aber, dass churchill eine mütze trug, die genauso aussah wie achmeds baseball-kappe. zum glück hatte achmed das foto nicht gesehen, sonst hätte er mich bestimmt gefragt, wie es der räuber auf dem foto geschafft hatte, hier im hotel seine mütze aufzubehalten.

wir gingen zur taxe zurück. „jetzt kannst du deine mütze wieder aufsetzen.“

achmed schüttelte heftig den kopf. „ich will die mütze nicht! ich bin vielleicht ein marokkaner - aber ein räuber bin ich nicht!“

05.06.2007 um 23:30 Uhr

G8 - und die behinderten in marokko!

die chinesen wehren sich gegen das diktat der entwickelten industrienationen:

eine reglementierung des CO2 ausstosses würde die industrielle - und damit soziale - entwicklung ihres landes zurück werfen. man könne - so die chinesen - nicht beides zu gleich haben: klimaschutz und bekämpfung der armut.

es geht - wie immer - um prioritäten ...

... selbst um den preis einer unbewohnbaren welt. allerdings - ich kann die chinesen verstehen.

***

marokko sucht den anschluss an europa. für dieses ziel werden grosse anstrengungen unternommen. es wäre jedoch falsch, das land jetzt schon an den standards der entwickelten industrienationen zu messen.

der unbedingte schutz - und die förderung - geistig und körperlich behinderter ist das resultat einer entwickelten gesellschaft, die sich sozial und wirtschaftlich ihrer verantwortung bewusst ist.

man könne jedoch - so werden die marokkaner womöglich einwenden - nicht beides zu gleich haben: fürsoge und förderung der behinderten und kampf gegen die armut.

es geht - wie immer - um prioritäten.

ich kann die marokkaner, die so sprechen, verstehen - nicht aber einige blauäugige europäer, die ihre standards, was betreuung und förderung von behinderten betrifft, schon heute in marokko verwirklicht sehen wollen.

wer - verblendet von europäischem dünkel - nicht versteht, was china mit marokko zu tun hat, sehe sich das elend an ...

an ort und stelle!

05.06.2007 um 09:20 Uhr

so wird man reich - oder arm (je nach blickwinkel)!

zuerst war auf meinem konto eine abbuchung von 0,01 euro. aus welchen gründen auch immer mass ich dem keine bedeutung bei. der betrag war ja auch äusserst gering. als dann wenige tage die 0,01 euro zurückgebucht wurden, dachte ich, das alles sei ein versehen.

10 tage später buchte jedoch eine firma "firstload" von meinem konto 94 euro ab. was ist denn das? also machte ich mich schlau: "firstload" ist eine internetplattform für musik und videos.

von mir aus! nur kannte ich das portal bis heute nicht - geschweige denn, dass ich dort meine kontoverbindung hinterlassen hätte.

es handelt sich bei diesem konto - nebenbei gesagt - um ein girokonto, das ich nie für irgendwelche internettransaktionen (z.b. ebay) verwende.

ich habe das geld zurückbeordert ...

... bin aber doch gleichzeitig etwas besorgt. wer - um gottes willen - gibt im internet meine kontoverbindung weiter (oder benutzt sie frech für seine angelegenheiten)?

05.06.2007 um 00:12 Uhr

marokko-tage in uetersen!

Für die Rosenstadt wird diese Aktion zum Staatsakt: Als prominentester Gast hat der Kulturreferent des Königreiches, Dr. Abdelfadil Gnidil, sein Kommen zugesagt. Ihm zur Seite steht der marokkanische Honorarkonsul, Horst H. Siedentopf aus Hamburg. Dieser freute sich während des Vorbereitungstreffens über das weltoffene Engagement in Uetersen.

wie schön - nur mal die frage: wo liegt uetersen?

QUELLE

04.06.2007 um 22:34 Uhr

auswandern nach marokko!

vor etwa zwei jahren wanderte ein deutsches ehepaar mit ihren zwei kindern nach marokko aus. das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn die medien nicht davon berichtet und die familie in einer langzeitreportage begleitet hätten.

selbstverständlich kann diese familie nicht tagein - tagaus stellung zu den neugierigen fragen nehmen, wie es ihr in marokko ergeht.

aber - wie man hört, kommt sie dort zurecht.

dieses "zurecht kommen" ist aber wohl eine provokation für alle, die abends beim dritten glas rotwein von marokko träumen und am nächsten morgen - unausgeschlafen, schlecht gelaunt und frustriert - doch wieder an ihrer arbeitsstelle in deutschland sitzen.

im übrigen: wer schon vor kakerlaken in marokko reissaus nimmt - wie erst soll er mit den wirklichen widrigkeiten in diesem land fertig werden?

das unglück wollte es, dass die nach marokko ausgewanderte familie über ihr neues leben auch im internet berichtete.

hui - das war aber mal anlass, sich den mund zu zerreissen:

- kein jahr bleibt die familie in marokko!

- so naiv kann man doch gar nicht sein?

- sind sie schon zurück aus marokko - diese komischen leute?

- keinen cent verwette ich drauf, dass sie es in marokko länger als ein jahr aushalten!

- was wissen die schon von marokkanischer mentalität?

u.s.w., u.s.w.

die einen wünschten der familie alles unglück der welt, weil sie die einzigen bleiben wollten, die es in marokko "ausgehalten" haben - und die anderen sagten als frustrierte hasenfüsse und aus lauter missgunst sogleich die komplette katastrophe voraus.

was ihnen nicht gelang, sollte auch anderen nicht glücken. ganz einfach.

der psychologische trick dabei: wenn es diese familie in marokko nicht schafft, sich eine existenz aufzubauen, fühlen sich alle bestätigt, die irgendwann den wunsch verspürten, auszuwandern - es aber aus mangelndem mut und selbstvertrauen doch nicht taten.

man sieht dem scheitern lieber zu - anstatt womöglich selber zu scheitern.

deswegen muss die familie in marokko zwangsläufig schiffbruch erleiden - wenigstens dann, wenn es nach denen geht, die das schicksal dieser familie neidisch, missgünstig und ohne eine spur der sympathie im internet mitverfolgen.

sie erwarten das scheitern, weil sie marokko zutiefst misstrauen und das land in wahrheit ablehnen.

marokko macht ihnen angst. deswegen müssen sie sich ihr gründlich negatives bild des landes wieder und wieder bestätigen lassen.

und dazu gehört zwangsläufig, dass sie irgendwann vom scheitern der familie hören, die - mutig und zum risiko bereit - nach marokko auswanderte.

aber - gott sei dank!

man hört, dass es der familie gut geht und sie sich inzwischen in marokko eingerichtet hat. die kinder sind integriert, sprechen arabisch und kommen in der schule gut zurecht. jetzt baut die familie einen brunnen, um die wasserversorgung sicherzustellen.

euch aber, die ihr missgünstig und geifernd das schicksal dieser familie mitverfolgt, rate ich:

baut meinetwegen euer häuschen, sammelt die rentenbescheide, fahrt im urlaub all-inclusive nach mallorca, kauft eure sesselgarnitur bei ikea ...

... aber sorgt euch ansonsten nicht weiter um eure mitmenschen!

04.06.2007 um 17:51 Uhr

rufus wainwright 2.!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

phantastisch ... einfach:

GROSSARTIG!

04.06.2007 um 17:38 Uhr

rufus wainwright 1.!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

der song ist von leonard cohen. jetzt interpretiert ihn rufus wainwright: "hallelujah".

ich bin schwer beeindruckt!

RUFUS WAINWRIGHT

04.06.2007 um 09:19 Uhr

gewinn und verlust - petroleumlampen!

es ist schon eine ganze weile her, dass antiquar wübbelzahn - einer laune folgend - eine petroleumlampe kaufte. eigentlich handelt er ja nur mit büchern, aber die petroleumlampe war hübsch, mindestens 100 jahre alt und gut in schuss. da wurde antiquar wübbelzahn schwach und bezahlte der kundin, die ihm die lampe anbot, 80 euro.

weil aber so eine petroleumlampe bei licht besehen (nicht ihrem eigenen) ein rechter staubfänger ist, beschloss er bald, sie weiterzuverkaufen. also nahm antiquar wübbelzahn ein preissschild, schrieb darauf "140 euro" und stellte die lampe ins schaufenster.

wenige stunden später stürmte die kundin, die ihm die lampe verkauft hatte, in seinen laden.

ein lump sei er, schimpfte sie, ein betrüger und halunke. wenn sie gewusst hätte, was ihre lampe wert ist, hätte sie das schöne stück niemals für 80 euro verkauft.

sie schnappte nach luft - und war beleidigt.

antiquar wübbelzahn verzichtete darauf, ihr einen vortrag über die marktwirtschaft zu halten. stattdessen erklärte er ihr, dass die petroleumlampe ja erst einmal für 140 euro verkauft sein müsse - was bestimmt nicht einfach wäre. um es der kundin ein wenig einfacher zu machen, suchte er nach einem vergleich:

"stellen sie sich einmal vor, sie wollen ihren VW verkaufen. sie hängen dazu ein schild "3000 euro" hinter die windschutzscheibe. jetzt müssen sie warten. denn erst wenn sie einen käufer gefunden haben, der ihnen das geld bezahlt, ist der VW tatsächlich 3000 euro wert. falls jedoch niemand interesse am kauf zeigt, müssen sie entweder einen niedrigeren preis ansetzen - oder das auto selbst weiter fahren ...

... so gesehen, ist ihre petroleumlampe - wenigstens so lange sie nicht verkauft ist - überhaupt nichts wert."

"was für ein unsinn!" rief die kundin empört. "ich habe gar keinen VW - was eigentlich hat ein VW mit einer petroleumlampe zu tun?" erbost lief sie aus dem laden und rief, schon auf der strasse:

"nie wieder verkaufe ich ihnen eine petroleumlampe, sie ... sie dieb ... sie!"

vor einigen tagen bekam antiquar wübbelzahn besuch von einem flohmarkthändler. der nimmt für billiges geld mit, was sich - trotz rabatt und gutem zureden - im laden nicht verkaufen lässt. bei dieser gelegenheit fiel ihm auch die petroleumlampe auf, die in einer ecke stand, langsam einstaubte und deswegen einen etwas trostlosen eindruck machte.

"und was ist mit der lampe? für 20 nehme ich sie mit auf den flohmarkt!"

antiquar wübbelzahn steckte das geld ein, rechnete kurz nach, behielt aber das ergebnis - ein wenig deprimiert - für sich, denn ...

... wer weiss, ob die kundin, die ihm damals die petroleumlampe verkaufte, noch einmal zurückkehren würde, um lautstark die 20 euro einzufordern - also den "gewinn", den er mit der schönen lampe gemacht hatte.

03.06.2007 um 22:40 Uhr

kulturschock gratis!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

wer die möglichkeit hat, sich den film "die weisse massai" anzuschauen, sollte die gelegenheit beim schopf ergreifen. der film ist nach einem autobiografischen buch gedreht und schildert, wie sich eine europäerin in einen massai verliebt, in kenia bleibt und ihn dort heiratet.

wer sich je mit dem thema "binationale partnerschaften" beschäftigt hat (angesichts des films ein eher müder ausdruck für die dramatik eines solchen kulturellen "clashs"), wird dem film - oder dem buch - wie elektrisiert folgen.

HIER DIE INFORMATIONEN ZUM BUCH UND ZUM FILM

03.06.2007 um 12:19 Uhr

foren-schweine und darwinsche sackgassen!

es gibt sie - ohne sie würde kein forum im internet lange existieren. es geht um das sogenannte "forenschwein", an dem sich kritik, häme und spott abarbeiten. gäbe es das "forenschwein" nicht, würden die mitglieder alsbald übereinander herfallen und sich die augen auskratzen.

das "forenschwein" kanalisiert die aggressionen und gibt ihnen ein ziel. so ein "forenschwein" wird gern durchs forum gehetzt, wie weiland das schwein durchs dorf.

es ist eine altbekannte tatsache, dass gemeinschaften nicht ohne einen "feind" auskommen. zumindest aber brauchen sie einen aussenseiter, auf den sie ihre aggressionen, befürchtungen und ängste projizieren können.

in dörflichen gemeinschaften des mittelalters waren das die müller und schmiede. sie waren der bevölkerung - obwohl sie von ihnen gebraucht wurden - nicht geheuer. sie waren die aussenseiter. in afrika - spezieller: in kamerun - kommt den schmieden in den dörflichen gesellschaften bis heute eine strikte aussenseiterrolle zu. sie werden gemieden und - was noch gravierender ist - ihnen ist es verboten zu heiraten.

die erklärung dafür ist so simpel wie platt.

die müller mussten ihre mühlen abseits der dörfer auf einen hügel setzen, um die windkraft ausnutzen zu können. allein dieser abstand zur gemeinschaft machte sie zu sonderlingen, denen man nicht über den weg traute. das alleinsein in der mühle, abseits der menschlichen gemeinschaft, mag bei den müllern in der folge zu allerhand schrullen und sonderlichkeiten geführt haben. so entsprach der müller am ende dem bild, das man sich von ihm machte.

die schmiede mussten ihre werkstätten fern der menschlichen behausungen errichten. der umgang mit dem feuer war gefährlich und bedrohte die menschlichen behausungen.

der schmied wurde deswegen weitab vor die tore des dorfes verwiesen. damit war dann auch ein klassischer aussenseiter installiert. zudem arbeitete er mit dem feuer - was im volksglauben immer auch eine nähe zum teufel und der glutheissen hölle bedeutete.

manchmal gab es auch hexen in den dörfern. das waren die unverheirateten frauen, die am rande der dörfer lebten, weil sie sozial nicht integriert und anerkannt waren. ihr aussenseitertum mag ihre sinne geschärft haben. deswegen bediente man sich der hexen, wenn es um probleme ging, die mit normalem menschenverstand nicht zu lösen waren. gelang einer hexe das unmögliche, verstärkte dies aber nur die distanz. eine hexe musste doch mit dem teufel in verbindung stehen. anders konnte nicht erklärt werden, warum sie übersinnliche kräfte besass - und diese nicht immer zum wohl ihrer mitmenschen einsetzte.

aber irgendwie muss sich auch eine hexe wegen der schnöden ausgrenzung rächen.

und dann gab es manchmal auch noch einen behinderten im dorf. das war dann der narr, der von den kindern johlend mit dreck beworfen wurde.

müller, schmiede und hexen sind indes nicht das personal, das heutzutage die foren des internets bevölkert. narren gibt es allerdings auch dort.

also werden dem "forenschwein" alle eigenschaften angedichtet, die vormals den dörflichen aussenseitern galten.

eine menschliche gemeinschaft, so haben wir gelernt, kann ohne aussenseiter nicht existieren. damit stellt sie sich - gemessen am entwickelten sozialverhalten der tiere - auf eine sehr frühe und niedrige stufe der evolution.

der mensch - und nicht das schwein - markiert mit seiner steckengebliebenen sozialen entwicklung eine im darwinschen sinne "biologische sackgasse".

es ist ein verdienst der internetforen, uns diese erkenntnis wieder ins gedächtnis gerufen zu haben.

oder, mit jean paul gesprochen:

Nichts macht die Menschen vertrauter und gegen einander gutgesinnter als gemeinschaftliche Verleumdung eines dritten.

03.06.2007 um 09:46 Uhr

mascha kaléko!

es ist zeit, an mascha kaléko zu erinnern, die 1907 geboren wurde, als jüdin deutschland 1933 verlassen musste und nach dem krieg in israel und berlin lebte. 1975 ist die lyrikerin gestorben, deren gedichte grossen widerhall fanden.

Kurzer Dialog

Du und ich, lieber Gott,
wir beide wissen es,
Daß deine Welt noch lange nicht
Fertig war, als der siebente Tag
Anbrach.

Du hattest dich dazumal
Darauf verlassen,
Daß deine Geschöpfe
Gehilfen dir würden.
O weh.

Leiden läutern uns nicht,
Und durch Schaden wird man nicht klug.
Nur gerissen.
- Herr, du gabst uns die Welt, wie sie ist.
Gib uns doch bitte dazu
Das seinerzeit leider
Nicht mitgelieferte
Weltgewissen!

02.06.2007 um 17:49 Uhr

ralph giordano und der islam!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

seit er gegen den bau einer moschee in köln protestierte, steht ralph giordano im kreuzfeuer der sich beleidigt gebenden muslimischen kritik.

mit wohlgesetzten worten beschreibt er jetzt seinen standpunkt in der FRANKFURTER ALLGEMEINE:

... Ich werde auch weiterhin auf meiner kulturellen Selbstbestimmung beharren, auf einer Lebensform, die die meine ist und die in mannigfacher Hinsicht mit der muslimischen nicht übereinstimmt. Und ich will das sagen dürfen, unbehelligt. Ich will sagen dürfen, dass ich auf deutschen Straßen weder Burka noch Tschador begegnen will, so wenig wie Muezzin-Rufe von haushohen Minaretten hören ...

ich empfehle allen, seine empörte abrechnung mit einem verstockten, zu keinen reformen fähigen islam zu lesen ... und das nicht nur einmal, sondern am besten gleich mehrmals.

DER MANN HAT NÄMLICH RECHT!

02.06.2007 um 17:36 Uhr

die störche und ihr nachwuchs!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

das storchenpaar in vetschau hat nachwuchs bekommen. wer das elternpaar bei der brutpflege beobachten möchte, schaut einmal ...

DORTHIN!

02.06.2007 um 15:11 Uhr

blogs im fadenkreuz!

über das blog, das sich kritisch mit der geschäftspolitik der firma MEDIA MARKT beschäftigte, ist einiges berichtet worden. die abmahnungkosten belaufen sich auf mehrere tausend euro. pikante fussnote am rande: die firma MEDIA MARKT war zu einem finanziellen kompromiss bereit. wie aber sah es mit dem rechtsanwalt aus, der den blogger vertrat?

das alles ist HIER nachzulesen.

ich verlinke auch deswegen auf dieses blog, weil die angabe eines impressums auf der eigenen homepage unter umständen zu allerhand ärger führen kann. aber auch die diffamierung einer person im internet - samt angabe seiner adresse mit foto und genauem strassenplan - kann zu ähnlichen übergriffen führen.

nur - dann will es plötzlich keiner gewesen sein.

ich hoffe, dass diejenigen, die andere im internet denunzieren und sie verleumden, wissen, was sie tun. ansonsten werden sie zu gegebener zeit in die haftung genommen - keine frage!

02.06.2007 um 08:51 Uhr

stabilimenti - picobello!

italien hat es gut - auf der einen seite das mittelmeer und auf der anderen seite die adria. das bedeutet: strand ohne ende.

wenn im august ganz italien ferien macht, findet man in den "stabilimenti" - also den unzähligen strandbädern - kaum noch platz. alles drängt ans wasser und bezahlt dafür (zähneknirschend) bis zu 20 euro eintritt. darin sind noch nicht die liegen und sonnenschirme enthalten.

mittelmeer und adria sind also - wenn man genauer hinsieht - eingezäunt und verbarrikadiert. wer kein geld bezahlen will, muss sich mit schmalsten strandabschnitten begnügen, die zwischen den stabilimenti ein eher schmuddeliges dasein fristen.

das nun wollen die GRÜNEN italiens ändern. mit dem motto: "das meer gehört allen" kämpfen sie dafür, dass mindestens die letzten fünf meter zum wasser für die allgemeinheit zugänglich werden.

man braucht kein hellseher zu sein, um zu ahnen, dass gegen dieses ansinnen die besitzer der stabilimenti sturm laufen. sie seien, so argumentieren sie, die wahren umweltschützer. immerhin würden sie in ihren stabilimenti dafür sorgen, dass der strand stets picobello ist.

ein ende des streits ist nicht in sicht. vielleicht findet man in italien aber einen kompromiss. der könnte so aussehen, dass der eintritt in die stabilimenti drastisch gesenkt wird.

aber - wer soetwas für möglich hält, muss zum einen blauäugig sein und wird zum anderen wahrscheinlich an der - stabilimenti freien - nordsee wohnen.


01.06.2007 um 23:46 Uhr

so traurig!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

ich sehe mir nur ab und zu private weblogs an. sie sind mir fast immer zu traurig. es ist wohl so, dass jemand, der besonders leidet, ein ventil sucht, um sich mitzuteilen.

so ein weblog ist auch jenes, auf das ich hier verlinke. allerdings kommt es höchst originell daher, allein schon das layout hat mich fasziniert.

VERSPIELT TRAURIG!

01.06.2007 um 17:21 Uhr

was AMAZON kann ...!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

was AMAZON kann - nämlich gebrauchte bücher zu verkaufen, tut jetzt auch LIBRI. bei AMAZON geht das so: wenn jemand z.b. ein buch kauft, bekommt er einige tage später von AMAZON eine e-mail mit der anfrage, ob er das buch nicht wieder verkaufen möchte - samt vorschlag eines preises. stimmt der kunde zu, wird sein buch bei AMAZON eingestellt - in schönster nachbarschaft zum verlagsfrischen buch, das allerdings wesentlich teurer ist.

wir haben inzwischen - sogar bei neuerscheinungen - die möglichkeit, sie bei AMAZON schon nach kürzester zeit gebraucht zu kaufen. wird das buch auf diese weise an einen neuen besitzer gebracht, zahlt der verkäufer eine provision an AMAZON.

AMAZON ist es also im grunde völlig gleichgültig, ob er ein neues oder gebrauchtes buch verkauft. verdienen tut AMAZON an beidem.

jetzt hat auch LIBRI, der grösste grossist für bücher, dieses prinzip übernommen. LIBRI war bis vor einigen jahren nur als barsortimenter für buchhandlungen auf dem markt vertreten. d.h. LIBBRI belieferte den buchhandel, trat aber selbst nicht als buchhändler auf.

das internet hat auch hier die strukturen völlig verändert.

leidtragende sind die buchhändler, die dem "gebrauchten" buch nichts entgegen setzen können. gekniffen sind aber auch die verlage.

wenn ihre neuerscheinungen nur wenig später als "gebraucht" im internet zirkulieren, mindert das die gewinnmarge und macht im übrigen hohe auflagen sinnlos. das wiederum geht zu lasten des autors, dessen honorar sich in der regel an den verkauften exemplaren seines buches orientiert.

auf diese weise wird der buchhandel über kurz oder lang ausgehebelt - mit auswirkungen, die sich zur zeit nur erahnen lassen.

den käufer eines buches mag diese entwicklung indes freuen, kommt er doch billiger an sein gewünschtes buch. wenn aber verlage irgendwann nicht mehr in der lage sind, in neuerscheinungen zu investieren, bleibt dem kunden am ende ...

ja, was eigentlich?

LIBRI

01.06.2007 um 09:15 Uhr

digi - fotografie!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

lange habe ich ihr misstraut: der digitalkamera. zum ersten mal im einsatz hatte ich die in jordanien. allerdings nahm ich vorsorglich auch noch meine analoge kamera mit. es wäre doch zu schade gewesen, verunglückte bilder von petra mit nach hause zu nehmen.

der vergleich zwischen den digitalen und analogen fotos überzeugte mich jedoch davon, dass es in der qualität kaum einen unterschied gibt. wesentlich bessere bilder hätte ich nur mit einer spiegelreflex-kamera samt diverser objektive machen können. aber diese schlepperei will ich mir schon lange nicht mehr zumuten.

inzwischen habe ich auf reisen nur noch meine digitalkamera samt einer besonders grossen chipkarte dabei. denn nichts ist frustrierender als eine volle speicherkarte angesichts eines besonders schönen motivs. wer einmal in damaskus auf der suche nach einer zweiten chipkarte war, kann ermessen, wovon ich spreche. 

die allermeisten tipps und tricks zur fotografie gelten gleichermassen für digital- und analogbilder. so wird z.b. nur ein ungeübter die mittagszeit wählen, um zu fotografieren. das ergebnis werden flache, kontrastlose bilder sein. viel besser ist der späte nachmittag, wenn die tieferstehende sonne für besondere effekte sorgt.

HIER GEHT´S ZU ALLERHAND TRICKS UND KNIFFEN