KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

04.09.2007 um 08:53 Uhr

londons abenteuer im IRAK!

england zieht sich schrittweise aus dem irak zurück. gestern räumten britische soldaten BASRA und igelten sich unweit der stadt auf dem flughafengelände ein. mehr und mehr waren die britischen soldaten selbst der grund für die unruhen in der stadt geworden.

die engländer hinterlassen keine geordneten zustände. zwar ist BASRA - gemessen an bagdad - immer noch ein relativ friedlicher ort (wenn man im irak überhaupt von irgendeiner "friedlichkeit" sprechen will). die lage ist dennoch verworren und die irakischen verantwortlichen heillos zerstritten.

in das vakuum, das die britische armee hinterlässt, stossen jetzt mindesten 18 verschiedene schiitische milizen, die  - jede für sich - um macht und einfluss im süden des iraks kämpfen. 

18 hochgerüstete milizen haben jeweils eigene vorstellungen davon, wie es im irak aussehen soll. also wird der krieg in BASRA wohl noch so lange dauern, bis sich die 18 schiitischen milizen schliesslich gegenseitig eliminiert haben. 

was danach geschieht, weiss keiner. so lange die schiiten aufeinander losprügeln, brauchen die sunniten nur zuzuschauen ...

03.09.2007 um 23:17 Uhr

die ISLAMISTISCHE GEFAHR - und wie man sie nutzt!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

in marokko ist man nervös. man ist vor allem in RABAT nervös. es kann aber nicht sein, dass wegen dieser - reichlich diffusen - nervosität die meinungsfreiheit im land immer mehr eingeschränkt wird.

es kann aber sein, dass die furcht, islamistische gruppen könnten bei den anstehenden parlamentswahlen stimmen gewinnen, zu einem generellen maukorb verbogen wird.

das trifft - mit aller härte - die journalisten im land.

DEUTSCHLANDFUNK

danke übrigens, dass sich mitglieder aus einschlägigen foren des internets bei mir informieren. es wäre allerdings besser, ein thema dort zu diskutieren, wo es hingehört. aber dort ist marokko ja ein besseres "wolkenkuckucksheim" - irgendwie nicht von dieser welt ... immer sonnig und höchstens geeignet für funny 4x4 in der wüste.

03.09.2007 um 22:48 Uhr

goethes GARTENHAUS!

BILDQUELLE

03.09.2007 um 22:13 Uhr

WELTWÄRTS!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

die schule ist zu ende - und damit beginnt manchmal ratlosigkeit.

gut so!

denn es ist nahezu absurd, sich gleich nach der schule für einen beruf zu entscheiden, ihn zu erlernen, ihn - wenn man glück (?) hat - 45 jahre auszuüben, um sich danach in die rente zu verabschieden.

cooles, tolles leben - irgendwie vergurkt und vergeigt.

wie wäre es, nach der schule für einige zeit in den entwicklungsdienst zu gehen? es warten nie gesehene länder, fremde menschen ... es warten grossartige erlebnisse und verwirrende erfahrungen.

ich weiss: wer das angebot annimmt, wird als ein anderer - und ganz und gar verwandelt - zurückkehren. wenn es einen sinn in unserem leben gibt, dann ist es das wagnis der "verwandlung".

es gibt immer das eine, das wir leben - und das andere, das geweckt werden will.

hermann hesse hat es als "stufen" beschrieben.

wir sollten das nicht falsch verstehen. wir verwandeln uns nicht in "bessere menschen" und steigen auch nicht die vielen stufen zu einem vollkommenen, wahrhaftigen leben hinauf ...

das alles ist nur ein bild. es will uns sagen, dass es wege zu uns selbst gibt.

so ein weg ist ohne zweifel ...

WELTWÄRTS

03.09.2007 um 17:38 Uhr

sodom und GOMORRHA - was ist die welt kompliziert!

es gibt ja nun probleme, die irgendwie gar nicht zu lösen sind. nehmen wir nur mal den fall, dass eine muslimische marokkanerin einen schweizer atheisten heiraten will - oder umgekehrt. das spielt aber in diesem fall keine besonders verschärfende rolle.

als gläubige muslima darf sie nur einen muslim heiraten. sie darf sogar auch dann nur einen muslim heiraten, wenn sie selbst gar nicht gläubig ist.

der schweizer atheist müsste also zum muslimischen glauben übertreten, damit er die marokkanische muslima heiraten kann. das ist allerdings ein wenig schwierig, denn ein atheist - wenn er es ernst meint - ist aus überzeugung atheist. er kann da nicht mal so eben zum islam übertreten.

tja, dann wirds wohl nichts mit der ehe ... auch wenn wir einmal annehmen, dass die marokkanerin nicht besonders viel mit ihrem glauben anfangen kann und sie deswegen einen schweizer atheisten heiraten will.

das geht nicht, nein, das geht wirklich nicht.

diese ehe würde in marokko nicht anerkannt werden. in marokko ist man muslim, jude oder christ. das ist alles möglich. ein muslim darf sogar eine jüdin oder eine christin heiraten. ja, das geht. das ist erlaubt. aber eine muslima darf eben keinen juden oder christen (oder atheisten) heiraten. das verbietet das gesetz.

schade!

wenn jetzt aber die muslimische marokkanerin in die schweiz reist, um dort den schweizer atheisten zu heiraten?

doch, das geht. dann wird sie bei eheschliessung schweizerin - behält aber ihre marokkanische staatsbürgerschaft. sie ist also in der schweiz verheiratet ...

in marokko jedoch nicht. schadet ja nichts!

oder doch?

wenn die muslimische marokkanerin mit ihrem atheistischen schweizer ehemann nach marokko reist, leben sie dort in wilder ehe - weil marokko ihre verbindung nicht anerkennt.

logisch, oder?

nun stellt sich allerdings die frage, woher die marokkanischen behörden wissen wollen, dass die marokkanerin in wilder ehe lebt. sie ist schliesslich schweizerin mit einem schweizer pass und ist mit einem schweizer atheisten verheiratet. in der schweiz hat niemand etwas dagegen ... und eigentlich auch in marokko nicht. es sei denn, die marokkanerin mit dem schweizer pass würde in marokko auf ihre marokkanische staatsbürgerschaft bestehen und sich bitter beklagen, einen schweizer atheisten geheiratet zu haben, der gar nicht daran denkt, zum muslimischen glauben überzutreten.

dann würde die ehe sofort für null und nichtig erklärt werden - sage ich mal, denke ich mal, weiss ich aber auch nicht so genau.

es wäre zudem auch noch ganz wichtig, dass der schweizer atheist jedem in marokko erklärt, dass er zwar gern in marokko verheiratet wäre, niemals aber ein muslim werden würde und im übrigen den glauben seiner frau zutiefst verachtet.

dann würden ihn die marokkaner aber ganz bestimmt fragen, warum ein schweizer atheist daran überhaupt einen gedanken verschwendet ... und (viel wichtiger) warum er seine frau eigentlich auch noch in marokko heiraten will, wenn er das alles doch schon wusste.

warum also hat er sie geheiratet? er wird sich über all das - wahrscheinlich - sowieso nicht den kopf zerbrechen ... weil er an soetwas gar nicht denkt - es ihm im gegenteil piep-egal ist.

an soetwas denken nur einige zeitgenossen, die sich andauernd darüber den kopf zerbrechen, wie es möglich ist, dass eine marrokanische muslima mit schweizer pass mit einem schweizer atheisten zusammen leben will.

da könnte ja jeder daher kommen!

heiratet am ende ein buddhist auch noch eine zeugin jehovas und ein zen-buddhist einen anhänger von scientology?

ach, gott ... das alles ist sodom und gomorrha ... was ist die welt kompliziert geworden!

03.09.2007 um 16:06 Uhr

CARL AUGUST von sachsen-weimar!

seine residenz war eigentlich klitzeklein. ich weiss nicht, wie viele menschen im 18. jahrhundert in weimar lebten - besonders viele werden es nicht gewesen sein. CARL AUGUST, der herzog von sachsen-weimar, dachte aber wohl gar nicht an expansion. lieber wollte er seine residenz zu einem mustergültigen musischen und politischen ort in deutschland machen.

goethe, den er nach weimar holen konnte, kam nicht in erster linie als poet an den hof. vielmehr hatte er sich um die inneren belange des herzogtums zu kümmern. das tat er mit umsicht und grosser aufgeschlossenheit.

manchmal wurde es ihm aber doch zu eng im kleinen weimar ...

dann reiste er nach italien und fand dort die antike wieder, die stilbildend für die deutsche klassik wurde, deren bester interpret goethe selbst war.

uns ist die klassik weit entrückt - sie hat auch manches schiefe bild von der antike entworfen. und dann war sie auch noch ein wenig steril, ein wenig stelzig, ein wenig zu massvoll ...

uns näher ist der voran gegangene "sturm und drang" und die nachfolgende "romantik".

von dem einen distanzierte sich goethe jedoch, obwohl er in seiner jugend die aufwühlendsten dramen und romane geschrieben hatte. von dem anderen aber wollte er erst recht nichts wissen. das nun beruhte auf gegenseitigkeit, denn die romantiker gehörten einer generation an, die den "dichterfürsten" in weimar nur schwer erträglich fanden - und mit dieser meinung ("völlig entrückt, nicht mehr zeitgemäss") kaum hinter dem berg hielten.

weimar wurde allenthalben der "musenhof" genannt. CARL AUGUST verstand es, künstler und wissenschaftler von hoher qualifikation in seine residenz zu holen. sein grösster und wichtigster freund aber blieb goethe, dem er ein haus am frauenplan schenkte - wohl mit der absicht, den dichter an weimar zu binden.

dieses haus ist - bei aller behäbigkeit - recht bescheiden und ein wenig düster noch dazu. die räume dämmern im halbdunkel vor sich hin - vor allem die niedrigen, verwuselten arbeitszimmer, in denen goethe seinen studien nachging.

das aussen und das innen blieben auch noch im 18. jahrhundert streng getrennt. die "natur" fand keinen eingang in den häuslichen bereich. grosse fenster, die die landschaft in die räume holen, sucht man in dieser zeit vergeblich.

stattdessen dekorierte man die wände mit arkadischen szenen - also landschaften, die schon ins ideal verwandelt waren und alle "natur" hinter sich gelassen hatten.

deswegen ist der garten hinter goethes haus am frauenplan zwar hübsch in seinem wuchernden durcheinander - nicht aber spektakulär. wer sich die natur wirklich zu eigen machen wollte, legte parks - streng im englischen stil an. dort war alles geplant, jedes detail einer ordnung unterworfen, jede perspektive durchdacht ... auch wenn man das gefühl hatte, durch ein ungeregeltes wachsen und wuchern zu spazieren.

dort hinein - in den weitläufigen park von weimar - liess goethe sich sein gartenhaus bauen. das ist nun wirklich allerliebst und in seiner winkligen bescheidenheit besonders anrührend.

goethe brauchte diese grossen (italien) und kleinen fluchten (das gartenhaus).

CARL AUGUST ebnete ihm die wege, liess ihm freie hand, stellte ihm sein theater zur verfügung, versah ihn mit einem fürstlichen gehalt, liess ihm zeit und war ein verständnisvoller freund.

so standen beide im glanz: der eine an der seite des berühmten schriftstellers, der andere unter der gnädigen sonne eines in kunst und wissenschaft vernarrten fürstliches hauses.

wer mehr über CARL AUGUST, der heute vor 250 jahren geboren wurde, wissen möchte, liest vielleicht den artikel in der ...

WELT

03.09.2007 um 09:04 Uhr

aus der WERKSTATT!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

mein neuer reisebericht aus marrakesch soll ein hübsches INTRO bekommen. deswegen habe ich mal ein wenig gebastelt. so ungefähr könnte es dann aussehen:

INTRO-MARRAKESCH

(farblich geändert, 14.30 uhr) 

ich weiss - man sollte mit FLASH sparsam umgehen. aber irgendwie ist es ja auch ganz hübsch ...

02.09.2007 um 17:41 Uhr

eine mail an mich - PN!

von: rolf   Kategorie: **korrespondenzen!

hallo rolf, in vielen foren des internets gibt es die möglichkeit, dass sich die mitglieder untereinander persönliche nachrichten (PN) schreiben können. kürzlich habe ich mich in einem solchen forum für die vielen PN bedankt, die ich auf einen meiner beiträge erhielt. das löste allerdings einen sturm der entrüstung aus. wozu, schrieben die mitglieder, gibt es ein öffentliches forum, wenn das wichtigste dann doch privat (unter ausschluss der öffentlichkeit) besprochen wird.

was soll ich tun - auf PN verzichten?

gruss markus

hallo markus, ich kenne mich mit foren des internets nicht wirklich aus. ich meide sie strikt. Fröhlichwas nun die PN angeht: das ist so wie bei kindern:

wenn papa und mama mal etwas wichtiges miteinander zu besprechen haben, das ihre kinder nicht unbedingt hören sollen, können sie sicher sein, bald darauf von ihren kleinen (aus lauter wut) einen tritt vors schienbein zu bekommen.

kinder sind eben von natur aus neugierig. man sollte ihnen das zuhören also nicht verweigern. sonst tragen sie schäden fürs leben davon!

gruss rolf

02.09.2007 um 17:17 Uhr

JAMES BLUNT *1973*

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

wenn JAMES BLUNT seine grosse liebe - simona - besingt und sich dabei an das jahr 1973 erinnert, sollten wir das nicht allzu genau nehmen ... denn JAMES BLUNT kam erst 1974 zur welt.

egal! sein song ist wunderschön und das video hübsch anzusehen:

JAMES BLUNT

02.09.2007 um 12:46 Uhr

MOHAMMED als hund!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

BILDQUELLE: SPIEGEL-ONLINE

eine schwedische zeitung veröffentlichte jetzt eine karikatur mohammeds, die ihn als hund zeigt. die empörten proteste in der islamischen welt folgten prompt.

ich verstehe nicht, warum die europäischen medien keine rücksicht auf die befindlichkeiten muslimischer menschen nehmen. so eine karikatur ist völlig unnötig. ein dialog der kulturen kommt niemals durch provokation in gang.

man kann schon erwarten, dass auf beiden seiten sachlich und respektvoll argumentiert wird. ich glaube nicht, dass kluge muslims sich einem solchen - ernsthaften - dialog verschliessen würden.

ich empfinde diese karikaturen als ein zeichen der hilflosigkeit und des trotzes. wer keine argumente hat, provoziert und verunglimpft auf primitive weise.

der prophet ist den muslims heilig. er steht im zentrum ihres glaubens und denkens. er ist der masstab ihres handelns.

wir können das kritisieren und die ansprüche, die sich daraus ableiten, zurückweisen. hohn, spott und beleidigung haben jedoch in diesem zusammenhang keinen platz. wer das immer noch nicht begriffen hat, kommt mir wie ein trotziges kind vor, das - weil es sich schlecht behandelt fühlt - sich immer neue gemeinheiten ausdenkt.

die europäer sollten sich dringend aus diesem kindischen verhalten befreien!

02.09.2007 um 12:03 Uhr

ein EI zum frühstück!

die allermeisten tage im jahr frühstücke ich allein. deswegen sagt mir leider niemand, was ich falsch mache. das ist sehr traurig!

nehmen wir nur einmal das frühstücksei (weich gekocht):

es wird in einem eierbecher serviert, der auf einem teller "zu stehen" kommt. mit dem löffel, der rechts vom eierbecher "zu liegen" hat, klopfen wir die spitze vom ei an, pellen die schale ab und legen sie auf das tellerchen. sodann trennen wir mit dem löffel vorsichtig die spitze vom ei.

so gut, so schön!

meine methode sieht allerdings anders auf. ich ziele mit dem messer, köpfe die spitze vom ei und beginne zu essen. das aber tut MAN nicht. das widerspricht jeder frühstücksetikette.

nur - wer macht mich morgens beim frühstück darauf aufmerksam? meine vergesslichkeit reicht sogar so weit, dass ich nicht einmal an das empfindliche silbermesser denke, das bei der berührung mit einem ei schwarz anläuft (das ist ja auch der tiefere sinn jeder ei-etikette). allerdings: ich benutze gar kein silbermesser (was eigentlich schon per se jeder etikette widerspricht).

aber ich habe mich belehren lassen: ein silbermesser muss es nicht unbedingt mehr sein, die regeln haben sich erfreulicherweise gelockert - wenn MAN wenigstens die etikette beachtet.

ich habe mir deswegen einen zettel am frühstückstisch angebracht. dort steht (mangels verbaler ansprache), wie MAN ein ei zu essen hat. ich hoffe also, dass ich in zukunft nichts mehr falsch machen werde.

es kann aber sein, dass die etikette auch noch verlangt, dass ich morgens in anzug und krawatte am frühstückstisch "zu sitzen" kommen muss. sollte das nun der fall sein, werde ich ganz einfach auf das frühstücksei verzichten.

soetwas nennt man: "der etikette ein schnippchen schlagen"!

BILDQUELLE

dieses ei wurde (vom fehlenden tellerchen mal abgesehen) eindeutig mit dem messer geköpft - pfui!

02.09.2007 um 10:15 Uhr

steffen HENSSLER auf allen sendern!

steffen henssler hat bei VOX die kochsendung von tim mälzer übernommen. henssler kocht naturgemäss anders als mälzer - mir zu asiatisch betont ... aber gut, das ist meine unmassgebliche meinung.

vor kurzem stellte henssler bei VOX das rezept "huhn im bratschlauch" vor. ich musste erst einmal nachdenken, was ein bratschlauch ist ... irgendwie ein teil aus den 70er jahren. aber gut, das ist mein unmassgeblicher eindruck.

steffen henssler hat auch eine sendung im NDR. dort stellt er ebenfalls - immer sonntags - rezepte vor. aktuell wird es ein "huhn im bratschlauch" sein.

hatten wir das nicht schon?

der NDR, der das henssler-format an alle anderen regionalsender weiter gibt, sollte sich gut überlegen, ob er steffen henssler weiter bei sich kochen lässt. wenn dort nur das wiedergekäut wird, was schon bei VOX verbraten wurde, lohnt es sich nicht mehr, dafür den fernseher einzuschalten.

STEFFEN HENSSLER IM NDR

p.s. steffen henssler teilt sich beim NDR übrigens den sendeplatz mit rainer sass. rainer sass kocht mit spitzenköchen eine "fröhliche" und keinesfalls komplizierte küche. unlängst wurde ein grösseres format mit sass am freitagabend zu besten sendezeit leider kurzerhand wieder abgesetzt. zu wenig zuschauer!

rainer sass stellt im NDR köche aus norddeutschland vor. dieser regionalbezug beschert ihm - wenigstens sonntags - viele zuschauer. ich frage mich: wem im NDR (ein sender, der sich einiges auf seinen regionalbezug zugute hält), ist rainer sass ein dorn im auge? warum macht man es ihm - wie es scheint - so schwer, ein eigenständiges, rezeptbezogenes format zu pflegen und weiter zu entwickeln?

warum - mit anderen worten - müssen kochsendungen inzwischen andauernd zu einem "show-event" mutieren?

02.09.2007 um 09:40 Uhr

die englischen GÄRTEN!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

einmal war ich im frühling bei mrs. finnigan in twickenham bei london zu besuch. sie lebt in einem dieser hübschen dunkelroten backsteinhäuser mit den strahlend weissen fensterläden. ich hatte mich bei ihr für „bed and breakfast“ angemeldet. das zimmer, das ich bewohnte, war hell und freundlich, die fenster gingen hinaus zum garten.

mrs. finnigan gestattete mir, mich auf eine bank unter einen alten baum zu setzen, um eine zigarette zu rauchen. im haus durfte ich es nicht!

was hatte sie für einen schönen garten! ich bewunderte die üppigen stauden, die seltenen pflanzen und die in allen farben blühenden blumen. mrs. finnigan aber winkte bescheiden ab. sie hätte viel zu wenig zeit für ihren garten!


garten in sissinghurst I.

weil ich mich aber so wohl fühlte und ihr gern ein kompliment machen wollte, sagte ich: die engländer sind berühmt für ihre gärten - und ihrer gehört ganz gewiss dazu! da lächelte mrs. finnigan und lud mich zu einer tasse tee ein - in ihren garten, unter den alten baum.

Vita Sackville-West, die bekannte englische schriftstellerin und freundin von Virginia Woolf, schuf zusammen mit ihrem mann, dem diplomaten Harold Nicholsen, in den 30er jahren die gärten von sissinghurst in der grafschaft kent. es entstanden üppige anlagen, die von jeweils einer farbe und ihren schattierungen bestimmt sind. nachts schrieb Vita ihre bücher - tagsüber pflanzte sie stauden und legte rabatten an. das herz der gartenfreunde schlägt höher, wenn der name sissinghurst fällt.


garten in sissinghurst II.

dieser garten ist nur einer von vielen in england, die einen besuch lohnen. in wohl kaum einem land sonst gibt es freizeitgärtner, die sich mit so viel liebe und hingabe ihren gärten widmen. es gibt wettbewerbe für die schönsten gärten und mancher engländer gestaltet seinen garten jedes jahr neu und anders.

in deutschland setzte sich die englische gartenkunst im 19. jahrhundert durch. man verzichtete fortan auf die strenge ordnung der abgezirkelten beete und wege und schuf stattdessen „park- und gartenräume“, in denen bestimmte pflanzen und farben dominierten. alles schien zufällig, - manchmal sogar wild wuchernd -, und war doch in der wirkung genau geplant.

hier geht es zum garten von Vita Sackville-West und zu vielen weiteren informationen über die englische gartenkunst!

 
aus meinem tagebuch: märz 2004 

01.09.2007 um 19:30 Uhr

GURKEN-RISOTTO!

in einem grösseren topf dünsten wir klein geschnittene zwiebeln in neutralem öl an. wenn sie glasig sind, geben wir geschnitzelte gurken dazu.

wir müssen also eine salatgurke schälen, sie halbieren, das wässerige fleisch mit den kernen herauskratzen und den grösseren rest in kleine schnitzel schneiden.

zwiebeln und gurken dünsten für eine weile vor sich hin. sie sollen aber keine farbe nehmen. sodann schütten wir risotto-reis dazu (der nennt sich bei uns "milch-reis" und ist überall zu bekommen). alles wird kräftig durchgerührt, denn nichts sollte im topf anbrennen.

wenn auch der reis glasig ist und einige aromen von zwiebeln und gurken aufgenommen hat, wird alles mit einem kräftigen schuss weisswein abgelöscht. wir rühren und warten, bis der wein ganz verkocht ist.

danach geben wir immer wieder fleischbrühe zum risotto. so eine brühe können wir als fond fertig kaufen, oder als instant selbst zusammen rühren.

immer wenn die flüssigkeit verkocht ist, geben wir einen weiteren schuss brühe hinzu. die gefahr beim risotto ist das anbrennen. wir sollten also mehr oder weniger am herd stehen bleiben und das ergebnis überwachen (so lange im topf jedoch genügend brühe ist, lauert keine gefahr).

die kunst, ein risotto herzustellen, besteht im grunde nur darin, am ende eine weiche, aber nicht mehr flüssige konsistenz zu erreichen.

salzen müssen wir wohl kaum - wegen der salzigen brühe, pfeffern aber schon.

nach etwa 20 minuten wird der reis weich - aber doch nicht zu weich. er sollte im kern noch bissfest sein. wir geben zum risotto ein grosses stück butter (oder einen schuss süsse sahne) und rühren auch noch frischen dill hinein.

kochen darf das risotto jetzt nicht mehr ...

... vielmehr hat das risotto nichts mehr auf dem herd zu suchen. es sollte bei ausgeschalteter flamme noch eine weile (10 minuten) vor sich hin quellen.

vor dem servieren (in tiefen tellern) bestreuen wir das gurken-risotto mit viel parmesan.

guten appetit wünscht

Jocim

p.s. sollte das risotto vor dem servieren zu trocken sein, empfiehlt es sich, noch etwas brühe anzugiessen.

01.09.2007 um 17:40 Uhr

das (paradoxe) dilemma ISRAELS!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

MEIR SHALEV ist schriftsteller und verfasst auch politische kolumnen für israelische zeitungen. er beschreibt die situation israels mit der stimme der vernunft. er benennt die irrtümer israelischer politik - und den weg, der in einer fast ausweglosen, desaströsen situation endete.

seine kluge analyse israelischer und palästinensischer politik ist nicht frei von bitterkeit. er widerspricht den uneinsichtig-maximalen forderungen beider seiten. die perspektive, die er für den nahen osten entwickelt, ist beängstigend. sie resultiert aus einer politik, die 1948 begann und 1967 einen - für alle seiten - ruinösen höhepunkt erreichte.

der sechs-tage-krieg mit seinen territorialen folgen stürzte israel - obwohl das land siegreich aus dem konflikt mit seinen arabischen nachbarn hervor ging - in ein (paradoxes) dilemma, verbunden mit einer so gefährlichen sprengkraft, dass heute die existenz israels ernsthaft in frage steht.

MEIR SCHALEV

01.09.2007 um 16:01 Uhr

KASPERLE und die anderen hohnsteiner!

ich war - als ich noch sehr jung war - ein leidenschaftlicher puppenspieler. ich besass eine bühne, hinter der man bequem stehen konnte, um die figuren auf der bühne zu bewegen. den hintergrund bildeten kulissen, die mit wenigen handgriffen ausgetauscht werden konnten. die bühne hatte zudem so viel raumtiefe, dass sie seitlich noch durch schmale vorhänge unterteilt war. die figuren tauchten deswegen nicht "aus der tiefe" auf (was immer ein wenig komisch aussah), sondern erschienen von der seite her auf der bühne.

mein "kasperle" war keine hohnsteiner-figur, sah ihr aber recht ähnlich. auch er hatte diese grosse, spitze nase, einen grell-roten, lachenden mund und das holzschnittartige gesicht.

MAX JACOB (auf dem bild) hatte die HOHNSTEINER 1928 gegründet. er nannte seine puppenspieler-truppe nach dem ort, in dem sie quartier fanden. von dort eroberten sie ganz europa. nach dem krieg gab es sogar drei HOHNSTEINER BÜHNEN, die mit ihren kasperlestücken durch die lande zogen.

MAX JACOB starb 1967. da hatte er sich aber schon vom aktiven spiel zurückgezogen. bald darauf gaben auch die anderen HOHNSTEINER ihre puppenbühnen auf. längst setzte das fernsehen neue und andere akzente in der kinderunterhaltung.

der kasper von MAX JACOB ist kein kirmes-narr, der den dummen august spielt. er ist vielmehr listig und wortgewandt und verhilft dem "guten" nicht durch den erhobenen zeigefinger zum sieg, sondern durch klugheit und witz.

natürlich durften auf meiner kleinen bühne, hinter der sogar ein plattenspieler versteckt war, das gretl, die grossmutter und seppl nicht fehlen. sie erst machten den kleinen puppenspieler-kosmos komplett. es gab auch einen teufel in rotem mantel, ein giftgrünes krokodil und einen finsteren piraten. ferner kamen ins spiel auch noch eine wunderhübsche prinzessin und ein ernster, würdiger könig.

mehr figuren waren nicht nötig, um abenteuer zu inszenieren, denen die nachbarskinder atemlos und mit offenen mündern folgten.

ich hielt mich an kein drehbuch, sondern erfand an jedem spieltag neue geschichten aus dem stegreif. ich wusste damals auch gar nicht, dass MAX JACOB allerhand puppenspiele aufgeschrieben hatte - und sogar bücher über die theorie des puppenspiels verfasst hatte.

wenn ich heute irgendwo einen hohnsteiner kasper sehe, den es immer noch zu kaufen gibt, erinnere ich mich stets daran, wie der teufel am ende in die hölle fuhr und das krokodil im nil verschwand, der letzte auftritt aber meinem kasperle reserviert war, der lächelnd und mit vielen verbeugungen den applaus eines dankbaren - und erleichterten - publikums entgegen nahm.

DIE HOHNSTEINER

01.09.2007 um 09:41 Uhr

ludwig und THERESE!

1810 war´s, als der spätere bayerische könig LUDWIG seine THERESE heiratete, die aus sachsen-hildburghausen stammte. wir dürfen annehmen, dass das volk ähnlich beglückt war wie heute.

wenn ein fürstliches paar vor den traualtar tritt, leuchten die augen ihrer untertanen. wir haben uns daran gewöhnt, dass dieses leuchten ausserordentlich sinnlos, irgendwie aber doch auch herzerwärmend ist.

wir müssen noch kurz bei LUDWIG bleiben, dessen ehe mit THERESE nicht ganz so glücklich war, wie es am tag ihrer eheschliessung zu hoffen war. es gab da nämlich LOLA MONTEZ, die nicht von adel war, ansonsten aber einige reize hatte. davon sprach bald ganz münchen. man missbilligte die affäre des königs, dachte aber auch voll mitgefühl an die arme THERESE, die das alles auszuhalten hatte.

ihr zum trost taufte man eine unbedeutende wiese am rand der stadt auf ihren namen. die münchener hatten wohl das gefühl, etwas gut machen zu müssen. weil aber die namensgeber der grossen plätze der münchener residenz ausschliesslich gekrönte häupter sein dürfen, konnte es eben nur eine wiese sein.

und: so wichtig war THERESE nun auch wieder nicht. sie war im übrigen ja auch keine wittelsbacherin - sondern kam aus sachsen. obwohl - wenn man es richtig bedenkt - der sächsische hof allemal mit dem glanz der münchener residenz mithalten, wenn nicht gar übertreffen konnte.

wäre da nur nicht der zusatz "hildburghausen", der uns recht schnell auf den boden der tatsachen zurückführt ...

... und auf die wiese vor der stadt, die nun THERESIENWIESE hiess.

somit sind wir auch wieder bei der hochzeit des jungen paares und vergessen für einen moment die düsteren schatten, die sich schon bald über ihr glück legen sollten. noch glänzten die augen ihrer untertanen, noch galt das versprechen einer herrlichen zukunft.

das alles musste natürlich im grossen stil und mit beteiligung aller untertanen gefeiert werden - weil es nicht opportun ist, eine hochzeitstorte anzuschneiden, ohne das volk auf angemessene weise daran zu beteiligen.

indes - so eine grosse torte gibt es nicht.

deswegen wurden auf der THERESIENWIESE einige zelte aufgestellt. dort gab es zwar keine torte zu essen - dafür aber bier zu trinken und brezln zu knabbern.

weil aber nicht nur den münchenern, sondern allen bayerischen untertanen diese freude zuteil werden sollte, legte man das fest in den oktober. da waren auch die letzten kühe von der alm getrieben und die bauern im bayerischen oberland starrten gelangweilt in die berge und hatten nichts mehr zu tun.

was also lag näher, als die einladung ihres königs anzunehmen, die pferdekutschen herbstlich zu schmücken und über stock und stein, aber unter einem weiss-blauen himmel nach münchen zu fahren?

das tun sie jetzt schon - mangels anderer beschäftigung - seit 197 jahren.

den rest kennen wir. leider denkt niemand mehr an die arme THERESE.

heuer kostet die mass bier übrigens 7 euro 90 (... denn freibier gab´s nur einmal: 1810)

WEB-CAM

01.09.2007 um 00:07 Uhr

FLIRT - zur strecke gebracht!

es wäre sehr freundlich, wenn man mir bei gelegenheit berichten könnte, wie viele ägypter, tunesier und marokkaner in einschlägigen, deutschsprachigen foren des internets mal wieder zur strecke gebracht wurden.

ich meine: die ferien sind mehr oder weniger vorbei. da heisst es, sich die wunden zu lecken, denn mancher flirt im urlaub bedeutet am ende leider auch einen kläglichen katzenjammer.

es wäre nett, davon zu hören!

... aber bitte nur von den "guten" deutschen touristinnen und den "bösen" orientalen. umgekehrt ergibt das doch keinen sinn.

nicht wahr?