KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

31.10.2007 um 23:22 Uhr

LIONEL RICHIE!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

wie viele engel gibt es auf der welt? so viele ... wie viele dann erst im himmel?

31.10.2007 um 09:54 Uhr

marrakech - PARKOUR!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

rasant ... einfach toll!

31.10.2007 um 08:28 Uhr

"sechs tage" - RAUCHERFREI!

von: rolf   Kategorie: **nachrichten aus HB!

das bremer SECHS-TAGE-RENNEN gehört zu den grössten veranstaltungen seiner art weltweit. kaum sind die weihnachtstage vorbei, gehts für die radfahrer für sechs tage ins oval der hallenbahn. ein grossereignis für bremen und die region ...

die veranstalter können auf sponsoren nicht verzichten und vermieten deswegen 40 logen an unternehmen, die dort während des sportlichen ereignisses ihre gäste empfangen. die logen waren auch immer sofort ausgebucht ...

das ist nun plötzlich ganz anders. 2008 sind diverse sponsoren abgesprungen. ihre begründung: das neue rauchverbot macht das SECHS-TAGE-RENNEN zu einer unattraktiven angelegenheit.

man kann natürlich darüber streiten, ob nun gerade bei einer sportveranstaltung unbedingt geraucht werden muss.

freilich sieht die situation insgesamt ein wenig trübe aus. in niedersachsen, wo das rauchverbot jetzt schon gilt, beklagt die gastronomie massive umsatzeinbussen. in einem restaurant erklärte man mir, dass sich dort fast alle stammtische aufgelöst hätten. es ist ja auch nicht besonders gemütlich, wenn einzelne teilnehmer immer einmal wieder aufstehen, die runde verlassen, vor die tür treten, um eine zigarette zu rauchen.

beim bremer SECHS-TAGE-RENNEN werden also - wie es aussieht - die einen den verfolgungsfahrten der radfahrer zusehen - und die anderen bei regen und wind vor der halle stehen, um eine zigarette zu rauchen.

was für eine vorstellung! da kann man ja auch gleich ganz zu hause bleiben.

das dachten wohl auch die sponsoren und winkten schon im vorfeld ab. jetzt verlangen die veranstalter eine ausnahmeregelung. ich indes erwarte von der politik, sich nun bald mit dem alkoholverbot in der öffentlichkeit zu beschäftigen. wir wollen doch nicht darauf warten, dass es uns von der EU in brüssel aufs auge gedrückt wird.

wozu brauchen wir auch kneipen, diskotheken, restaurants und das SECHS-TAGE-RENNEN?

deutschland trinkt mineralwasser und bleibt zu hause - basta!

30.10.2007 um 23:35 Uhr

zu wasser, zu lande und in der LUFT!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

wenn ein jet über unsere köpfe hinweg rast, wissen wir ja gar nicht, wie teuer das ist ... nun darf LUFTHANSA CARGO nicht mehr den russischen himmel durchfliegen. in zeiten der globalisierung ist das bestimmt ein zeichen der vernunft und weitsicht.

sollen sie sich doch in moskau in kleinigkeiten verbeissen ... das führt nur dazu, dass wir auf dem weg nach asien einen grossen (kerosinfressenden) bogen um russland machen.

zickzack am himmel ... aber - toll war es ja nun wirklich nicht, stundenlang über sibirien zu fliegen. was wollen sie denn eigentlich - die russen? ... immer kleine, nette scharmützel anzetteln - hier und da?

KLEINKARIERTES AM HIMMEL

30.10.2007 um 20:05 Uhr

im humanitären ZWIELICHT!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

kann es sein, dass hier gelogen wird? kann es sein, dass die europäischen staaten (allen voran frankreich) gegenüber dem TSCHAD in bedingungslose vorleistung gehen? immerhin sollen schon in wenigen wochen europäische schutztruppen im TSCHAD stationiert werden (bei aller humanität ist das auch ein fuss in der tür afrikas). wenn dann der präsident des TSCHAD plötzlich von kinderhandel spricht - und sogar davon, dass kinder aus seinem land entführt, womöglich getötet und ihnen organe entnommen werden sollen, muss europa doch alles tun, um diesen durchgedrehten präsidenten zu beschwichtigen ... er will das humanitäre chaos in seinem land allein regeln (ach, ja?) ... europäer sind nur dazu da, schutztruppen zu entsenden und geld ins land zu pumpen.

wenn allerdings herr sarkozy dieses spiel mitspielt ... also seine eigenen (wohl ein wenig chaotischen, aber doch ihrer moral verpflichteten) landsleute den korrupten richtern im TSCHAD ausliefert, dann gnade ihm gott!

103 kinder - waisenkinder - wollte die französische hilfsorganistation ARCHE DE ZOÉ aus DAFUR in afrika nach frankreich ausfliegen, um sie dort in gastfamilien unterzubringen.

jetzt stellt sich heraus: die kinder kommen gar nicht aus DAFUR - sondern aus dem benachbarten TSCHAD. auch wird bezweifelt, dass es sich um waisenkinder handelt. allerdings ist der TSCHAD eine krisenregion. dorthin fliehen die menschen vor dem bürgerkrieg in DAFUR. europa macht sich gerade bereit, schutztruppen dorthin zu entsenden.

ein WIRRWARR!

die mitglieder der hilfsorganisation wurden verhaftet und warten im TSCHAD auf die ergebnisse weiterer untersuchungen.

inzwischen spricht man von einem gross angelegten kinderhandel. die europäischen organisationen und der französische staat haben sich von der initiative distanziert, die jetzt auch von den anwälten von ARCHE DE ZOÉ als "etwas anarchisch" bezeichnet wird.

ich weiss nicht, wie alles mit allem zusammen hängt. ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass irgendwelche "kinderhändler" 103 kinder in afrika einsammeln, um sie - zusammen in einem flugzeug - illegal nach europa zu bringen. sie müssen - das ist meine meinung - gründe für ihr handeln gehabt haben. sie konnten auch nicht davon ausgehen, dass die französischen behörden - einfach so - 103 kinder ins land lassen, die aus afrika eingeflogen werden.

oder wollte man die behörden ganz einfach überrumpeln und vor vollendete tatsachen stellen?

so lange nichts anderes bewiesen ist, glaube ich weiter fest an "humanitäre" gründe. wenn man in die gesichter der helfer von ARCHE DE ZOÉ sieht, die im krisengeschüttelten TSCHAD inhaftiert sind, kann man zu überhaupt keiner anderen auffassung kommen.

so sehen keine kinderhändler aus. obwohl: wie eigentlich sehen kinderhändler aus ...?

und noch eine andere frage: was wird jetzt aus den kindern?

davon einmal abgesehen: kommerzielle kinderhändler würden wohl kaum 103 afrikanische kinder einsammeln, um sie gemeinsam nach europa zu bringen.

was also steckt hinter der ganzen aufregung? wir werden es hoffentlich bald erfahren!

HUMANITÄRES ZWIELICHT

p.s. der hinweis, man habe für die kinder in frankreich bereits gastfamilien gefunden, kann so oder so gedeutet werden: entweder waren die familien bereit, die kinder aus lauter menschlichkeit aufzunehmen ... oder sie bezahlten dafür, dass ihnen ein kind in aussicht gestellt wurde.

das muss jetzt untersucht werden. vorverurteilungen und mutmassungen indes sind völlig fehl am platz. in DAFUR und im TSCHAD wütet ein über alle massen grausamer bürgerkrieg ...

der französische diplomatische dienst schreibt dazu (und das hört sich ein wenig anders an):

Die Hilfsorganisation Arche de Zoé hat uns ihre Ziele nicht verheimlicht. Die Maßnahme hieß „1000 Kinder aus Darfur“; anfänglich war von Adoptionen die Rede; wir haben dann auf die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit solchen Adoptionen hingewiesen; später hat die Organisation dann davon gesprochen, dass Kinder aufgenommen werden sollen, das war alles ziemlich vage. Wir haben erneut unsere Vorbehalte geäußert, denn man kann Kinder nicht einfach so, ohne Erlaubnis der Eltern in ein fremdes Land bringen; da gibt es strikte Regeln. Ein Leben dieser Kinder in Frankreich - das ist juristisch doch gar nicht möglich. Wie sollen diese Kinder zur Schule gehen? Da ergeben sich jede Menge Schwierigkeiten, zudem handelt es sich um sehr junge Kinder, die sich ohnehin schon in äußerst dramatischen Situationen befinden.

30.10.2007 um 08:36 Uhr

fernsehen macht SPASS!

29.10.2007 um 23:32 Uhr

habe einen neuen FAVORITEN auf meiner liste ...

der favorit heisst ...

DUSTIN YANNICK PHOEBE

29.10.2007 um 12:32 Uhr

die VERGANGENHEIT holt uns ein!

den englischen royals steht ein handfester sexskandal ins haus - und das kurz vor der diamantenen hochzeit von lillibeth und philip - und alles noch vor weihnachten. da wird der plumpudding mal wieder gar nicht schmecken.

wer von den royals eine bedienstete dazu brachte, sich mit ihm zu beschäftigen, weiss man nicht. das bleibt streng geheim. die erpresser, die das sex-video für viel geld verkaufen wollten, sind aber gefasst und warten auf ihre gerichtsverhandlung.

ob da noch einige pikante details ans licht kommen?

die umstände erinnern mich stark an monica lewinsky, die vor 10 jahren dem amerikanischen präsidenten an die wäsche ging. freilich wurde damals kein video gedreht und es sollte auch niemand erpresst werden. im gegenteil: alles sollte vertuscht werden.

könnte es sein - ich frage ja nur - dass monica lewinsky nicht von ihrem verhängnisvollen hang lassen kann, sich auf unsittliche weise den herrschenden (und royals) dieser welt zu nähern? könnte es also sein, dass sie ihre arbeit jüngst in london fortsetzte, nachdem die prominenz sie in washington meidet wie der teufel das weihwasser?

sagen wir es frei heraus: monica hat sich als hausmädchen verkleidet, einen putzlappen in die hand genommen und so lange im buckingham-palast mit dem po gewackelt, bis seine königliche hoheit schwach wurde.

da wollen wir nur hoffen, dass charles, philip, william und henry an diesem tag auf jagd waren - nicht nach häschen, sondern richtigen, leibhaftigen hasen ...

29.10.2007 um 12:01 Uhr

edmund SPRICHT!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

wem die kuriositäten noch nicht reichen, die der ehemalige bayerische ministerpräsident zum besten gab, kann ihm jetzt eine eigene rede in den mund legen. denken wir uns also eine rede aus, die edmund (mit vielen "ähs") für uns halten soll. vielleicht wird es ja die glänzendste seiner karriere (bitte unbedingt auch einiges aus den "extras" wählen):

EDMUND SPRICHT

29.10.2007 um 09:09 Uhr

HERR SARKOZY und die medien!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

als die amerikanische journalistin den französischen staatspräsidenten nach seiner frau fragte (das interview fand vor der offiziellen bekanntgabe der trennung statt), war die geduld am ende. herr sarkozy riss sich das mikrofon herunter und verliess wütend das studio.

DER MANN SCHEINT EIN WENIG NERVÖS ZU SEIN

29.10.2007 um 08:22 Uhr

der HERBST!

ich weiss: über den herbst sollte man nicht allzu viel schreiben. er ist manchmal so trübe, dass jedes wort den trübsinn noch verstärken würde. obwohl - es gibt über den herbst besonders schöne gedichte. wahrscheinlich verhält es sich so, dass die poesie und die melancholie schwestern sind, die nichts unversucht lassen, uns kleine, graue wolken ins herz zu schicken.

vor vielen jahren arbeitete ich mit einer kollegin zusammen, die allen ernstes behauptete, dass der herbst die schönste jahreszeit sei ... weil es sich bei nebel und nieselregen besonders gemütlich zu hause sitzen lässt.

der wirklich anstrengende herbst steht uns indes noch bevor: im november erreicht der trübsinn bei einigen unserer mitmenschen bekanntlich seinen höhepunkt. im november hat man in der tat das gefühl, dass die natur ihren laden dicht gemacht und in urlaub gegangen ist ... so wie es die italienischen eisverkäufer tun, die ihre eisdielen im november schliessen, um erst im april aus dem süden zurückzukehren ... mit neuen eissorten ... pistazie-spinat ...

kein "goldener herbst" steht mehr in aussicht. in den nächsten wochen gilt unser augenmerk allein den windgeschützen und regensicheren jacken.

vielleicht sollten wir daran gehen, jetzt unsere fotos aus dem sommerurlaub zu sortieren. mancher nimmt dafür ein fotobearbeitungsprogramm, um die sonne auf den bildern noch heller scheinen zu lassen ...

eine leichte überbelichtung schadet in dieser jahreszeit gewiss nicht. es soll ja auch menschen geben, die sich jetzt täglich vor eine "lichtdusche" setzen, die augen schliessen und sich an den strand, irgendwo in spanien, träumen.

der herbst - wie er nun einmal ist - hat aber doch auch perspektiven, für die es sich lohnt, die augen offen zu halten:

BILDQUELLE

28.10.2007 um 22:35 Uhr

gott, ja - wer nicht alles in MAROKKO verschwindet!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

blonde europäerinnen werden - wir wissen es - auf marokkanischen souks verschleppt. manchmal werden sie auch in der wüste verscharrt. mit niedlichen, europäischen kindern ist das nicht anders. das ist traurig, aber nicht zu ändern. es ist vielmehr das eigene risiko - der blonden frauen und der gedankenlosen eltern mit kleinen kindern (aus europa) ... da kann man doch nur sagen:

SELBER SCHULD!

ob da ein detektiv in marokko noch etwas ausrichten kann? ich bin skeptisch ...

p.s. obwohl - es verschwinden ja auch marokkaner nach europa!

28.10.2007 um 15:00 Uhr

nach RHODES oder RODEZ?

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

gar nicht so einfach, wenn man nach rhodos (griechenland) reisen will und nicht so besonders genau weiss, wie sich die insel eigentlich schreibt. im reisebüro könnte man ja klären, wohin man will. wenn man aber mit ryanair fliegt, muss das ganze über das internet abgewickelt werden.

ja, und dann passiert es manchmal, dass jemand statt rhodos (englisch: rhodes) rodez bucht. rodez liegt allerdings in frankreich und ist ein nicht eben aufregender ort ohne besondere attraktionen.

der flughafenmanager von rodez hat die unangenehme aufgabe, so manchen touristen zu trösten, der sich auf griechenland freute, aber in frankreich aus dem flugzeug klettert. die meisten fehlbucher (hauptsächlich engländer und skandinavier) bleiben jedoch am ort und machen das beste aus ihrer misslichen situation.

EIN FLUGHAFENMANAGER BERICHTET

28.10.2007 um 13:22 Uhr

MENARA - eine oase in der stadt!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

mit einem ausflug in die gärten von menara geht mein reisebericht über marrakech weiter. dieses kapitel ist vor allem eine kleine fotogalerie:

MENARA - EINE OASE IN DER STADT

28.10.2007 um 09:27 Uhr

flüchtlingsdrama in OUJDA!

die lage der migranten im marokkanischen OUJDA ist dramatisch. seitdem die grenzen um ceuta und melilla fast undurchdringlich wurden, sammeln sich die migranten aus der subsahara in OUJDA und warten auf einen transit richtung atlantik, um marokko zu verlassen.

die marokkanische polizei geht immer wieder gegen die flüchtlinge vor. bei brutalen razzien werden sie festgenommen und in richtung der (geschlossenen) algerischen grenze gebracht. ein elend ohne ende!

über das ganze ausmass des elends wird hier berichtet:

DIE SITUATION IN OUJDA

28.10.2007 um 08:03 Uhr

schuhe putzen in MARRAKECH!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

wie viele schuhputzer mag es wohl in marrakech geben? niemals hat sie jemand gezählt - es werden tausende sein. wenn wir in einem café sitzen, belagern sie uns gleich dutzendfach und bieten ihre dienste an. selbst wenn unsere schuhe längst geputzt sind - es gibt keinen schuh in marrakech, der nicht noch blanker werden könnte.

aus meinem reisebericht:

ALS ICH MIR EINMAL DIE SCHUHE PUTZEN LIESS

27.10.2007 um 22:05 Uhr

ein besuch in CHEFCHAOUEN!

KIFFEN IM DRECK

Ein Besuch in Chefchaouen/Marokko

Chefchaouen ist ein hübscher Ort im Norden Marokkos. Seine weissgetünchten Häuser schmiegen sich an die Berge des Rif, das von hier bis zum Mittelmeer die Landschaft bestimmt. Chefchaouen ist eine fruchtbare Gegend. Hier gedeiht vieles, Obst und Gemüse. Traditionell pflanzen die Bauern aber immer schon Hanf an, denn der verspricht höhere Gewinne - wenn auch der wirkliche Gewinn von den Haschisch-Baronen eingestrichen wird, die in Casablanca und Tanger, in Marbella und Malaga sitzen. Aber es gibt neben den grossen auch kleine Barone - wie überall auf der Welt.

Wir sind an diesem Nachmittag mit einem Deutschen verabredet, der in Chefchaouen mit einer Marokkanerin verheiratet ist. Er, ein Kraftfahrzeugmechaniker, soll uns etwas vom Leben hier erzählen.

Najib (diesen Namen hat er angenommen, als er, der in Deutschland Ronald hiess, zum Islam übertrat) hat es uns genau beschrieben: Seine Autowerkstatt liegt eine Viertelstunde entfernt von Chefchaouen, also fragen wir Einheimische nach dem Weg. Endlich sind wir am Ziel und stehen auf einem Hof, der mit rostigen Autos, Schrotteilen und einem zerbeulten Nissan Patrol vollgestellt ist. Hinter einem besonders grossen Schrotthaufen entdecken wir auch die Autowerkstatt.

Unser Hallo bleibt unbeantwortet. Obwohl es noch früher Nachmittag ist, können wir weit und breit niemanden entdecken. Entweder ist die Arbeit schon getan, oder es gab an diesem Tag nichts zu tun. Weil aber das Tor zur Werkstatt offen steht, schauen wir hinein. Besonders aufgeräumt wirkt sie nicht - eher im Gegenteil: Wir sind uns schnell einig, dass dies - je nach Blickwinkel - eine heillose oder geniale Unordnung ist.

Als wir uns gerade über das Skelett eines ansonsten vollständig zerlegten Mercedes wundern, der in der Ecke der Werkstatt aufgebockt steht, schlurft ein alter Marokkaner heran. Er fragt uns auf deutsch:

Möchten sie Auto repariert oder Haare frisiert?

Wir müssen lachen. Denn eigentlich sind wir ja gekommen, um uns über Chefchaouen zu informieren. Aber da lächelt der Marokkaner und winkt uns zu: Komm, komm, Patron sitzt Sirpfen im Internet.

Er führt uns zu einem niedrigen Haus, das sich gefährlich schief an die Werkstatt lehnt. Ihm fehlt der erste Stock und auch das Dach. Aber wir wissen längst: In Marokko beginnt man einfach zu bauen. Ist das Geld ausgegeben, zieht man in das Provisorium ein. Manchmal erst nach Jahren folgen dann - wenn überhaupt - die nächsten Stockwerke und ... vielleicht auch das Dach.

Ein wenig verwundert sind wir über das Schild, das neben die Haustür genagelt ist: Coiffeur. Als wir es uns näher ansehen, klärt uns der Marokkaner auf: Das ist Profession von Madam!

Im Hausflur kommen wir nur wenige Schritte voran, denn schon bestürmen uns vier kleine Jungen, Sie sind vom Spielen schmutzig, ihre verklebten Hemden hängen an ihrem Leib, ihnen läuft der Rotz aus der Nase, und sie rufen: Stilo, Mister, Bonbon, Mister!

Das kennen wir schon!

Macht nicht solchen Lärm, ich arbeite gerade an einer Bestellung im Internet, hören wir aus dem angrenzenden Raum. Wir klopfen vorsichtig und schauen hinein. An einem schiefen Tisch sitzt ein etwa 50-jähriger, unrasierter Mann und starrt auf den vor ihm stehenden Computer. Tach, murmelt er, Moment mal, die Verbindung bricht dauernd zusammen. Er starrt auf den Bildschirm und nimmt einen tiefen Zug aus einer Zigarette, die aber eigentlich wie eine Tüte aussieht. Süsslicher Geruch steigt uns in die Nase. ich spüre, wie meine Beine nachgeben.

Was raucht der Mann nur?

Jetzt wendet er sich zu uns und fragt, was wir wollen. Als er uns seinen Namen nennt, wissen wir: es ist Najib, mit dem wir verabredet waren. Leider kann er sich an unser Telefongespräch nicht erinnern. Wir scheinen dennoch Willkommen zu sein, denn schon schreit er durchs Haus: Kadja, den Tee, aber subito!

Wenig später erscheint eine Frau in der Tür. Offensichtlich ist sie Marokkanerin, deswegen erstaunt uns ihre Haarfarbe umso mehr: sie ist hellblond ... und jung, sehr jung. Sie wird uns von Najib als seine Frau vorgestellt. Kadja, verdammt, wo bleibt der Tee? Die junge Frau verschwindet mit einem schüchternen Lächeln, einen Stuhl hat uns Najib noch nicht angeboten.

Ich frage Najib, wer bei ihm im Haus frisiert. Ich hätte das Schild an der Haustür gesehen. Seine Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Kadja hat einen Drei-Wochen-Fernkurs als Friseuse gemacht. Jetzt frisiert sie die Frauen im Ort. Einer muss ja das Geld verdienen, wenn es zu wenig Kiff gibt, um die fünf Kinder durchzubringen.

Fünf? Wir waren aber doch nur vier Kindern begegnet. Irgendwo musste sich noch eines verstecken. Aber wo?

Was rauchen sie denn da? frage ich, weil das Gespräch peinlich ins Stocken geraten ist.

ich rauche nicht, ich kiffe. Alle in Chefchaouen kiffen.

Jetzt weiss ich auch, warum mir die Beine so flau geworden sind.

Und ihre Arbeit geht gut voran? frage ich. Ich will das Gespräch irgendwie fortsetzen, denn ich spüre, wie unser Gegenüber immer einsilbiger und schläfriger wird.

Ich arbeite im Export und natürlich an dem Mercedes in der Werkstatt!

Selbstverständlich erinnere ich mich an das aufgebockte Auto. Bekommt man soetwas denn wieder zum Laufen?

Ich arbeite schon zwei Jahre dran, wenn es jetzt nicht klappt, gebe ich es auf. Aber es ist ein schöner Auftrag - leider auch der einzige seit langer Zeit. Das ist aber schon o.k. Da bleibt genug Zeit fürs Rauchen, die Bestellungen, Frank Zappa hören und das Internet ...

Jetzt folgt ein dramatischer Augenblick, denn Najib wendet sich unvermittelt zu seinem Computer und schlägt mit geballter Faust und aller Kraft aufs Gehäuse. es klirrt fürchterlich.

Scheiss Computer. Dauernd fliegt man aus dem Internet! Nadja, wo bleibt der verdammte Tee?

Die junge Frau huscht durch die Tür und meint, sie müsse nun erst einmal frisieren und Nägel lackieren. Er solle sich den Tee doch bitte selber zubereiten.

Najib ist verärgert. er hätte das nicht gelernt ... Wozu er eigentlich eine Frau habe. Er würde bald eine zweite fürs Teekochen heiraten. Kadja sei eine dumme Nuß, aber immer noch einigermassen gut im Bett. Das erwähnt Najib dann doch noch.

Von irgendwoher höre ich ein Baby schreien. Aha, das fünfte Kind. Irgendwo musste es doch sein.

Najib lädt uns - statt zum Tee - zu einer Fahrt mit dem Nissan Patrol ein. Leider findet er im Durcheinander des Hauses die Schlüssel nicht, so dass wir im Hof nur ein wenig Luft schnappen - im Schatten der Schrotthaufen, die sich überall türmen.

Vor einem bleibt Najib stehen, zeigt auf die vielen ineinander verknoteten Einzelteile und meint: Das ist ein BMW. Bei einem anderen Schrotthaufen angelangt, stellt er sich breitbeinig hin und ruft: Porsche, Baujahr 1993, tiefer gelegt!

Seine Augen glänzen bei diesen Worten und ich ahne, dass er die Autos wirklich sieht, die sich für uns nur als tausend Einzelteile im Schrotthaufen wiederfinden lassen. Plötzlich weiss ich: Mir waren nur die Beine flau geworden, bei Najib hatte die Schwäche inzwischen schon ganz andere Körperteile erreicht.

Ist das Kiffen ein Problem im Rif? frage ich, um von den Schrotthaufen abzulenken.

Überhaupt nicht, wehrt Najib ab. Wir sind alle sehr glücklich damit. Und das schönste ist: die Arbeit geht uns beim Kiffen besonders gut von der Hand.

Von welcher Arbeit spricht er nur?

Es hat zu regnen begonnen und der Hof der Werkstatt verwandelt sich von einem Moment zum anderen in eine lehmige, glitschige Rutschbahn. Darauf scheinen Najibs Kinder aber nur gewartet zu haben. Sie kommen fröhlich aus dem Haus gelaufen und werfen sich bäuchlings in den Dreck.

Warum machen sie das? frage ich.

Läuse mögen keinen Schlamm! grinst Najib.

Ich wundere mich derweil: Wo bleibt nur das Baby?

Ich spüre, wie unser Gastgeber unruhig wird. Ihm stehen inzwischen auch einige Schweissperlen auf der Stirn. Hat er sich plötzlich an seine Arbeit erinnert - also an die Bestellungen im Internet und an das Mercedes-Skelett in der Werkstatt?

Najib meint, er müsse uns nun allein lassen, um endlich zu arbeiten und ... etwas zu rauchen. Mit diesen Worten läuft er hastig und ohne ein Wort des Abschieds ins Haus zurück.

Kurz darauf hören wir ein schreckliches Klirren. War das der Föhn von Kadja oder der Computer von Najib? Wir werden es nie erfahren.

Wir schlenderten im Abendlicht zurück nach Chefchaouen. Jetzt haben wir Najib gar nicht nach den Haschisch-Baronen im Rif gefragt, bemerkte mein Begleiter.

Das ist wirklich ärgerlich, antwortete ich. Aber wie es aussieht, sitzen sie alle im Dreck und träumen inmitten vieler Läuse von einem tiefergelegten BMW.

Es hatte aufgehört zu regnen.

27.10.2007 um 21:06 Uhr

kiffen im RIF!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

ich hatte die seltsame seite längst von meinem server genommen. obwohl ich - zugegeben - ein wenig traurig war, als ich dieses dokument aus dem internet löschte - es war einfach viel zu schön!

jetzt habe ich alles wieder gefunden. das internet vergisst nicht. die seite liegt nicht mehr auf meinem server, deswegen habe ich keine probleme, sie hier zu verlinken (sie wird deswegen ja nicht gleich im "pagerank" von GOOGLE in ungeahnte höhen schnellen):

KIFFEN IM RIF

tut man sich, wenn man soetwas - nicht von mir, sondern von anderer seite - konserviert und im internet stehen lässt, eigentlich einen gefallen?

nein, man muss, um das zu tun, so richtig blöde sein ...

27.10.2007 um 18:42 Uhr

fehlende COURAGE!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

vor einiger zeit wurden sätze aus meinem buch "achmed und der fisch aus tinte" in einem marokkanischen forum des internets zitiert und mit den worten, ich würde auf abscheuliche weise die marokkanische bevölkerung diffamieren, kommentiert.

ich zitiere die beanstandeten sätze aus meinem buch:

ein kleiner junge gesellte sich zu uns. er trug ein schmutziges t-shirt, eine zerissene hose und das, was er an den füßen hatte, waren früher einmal turnschuhe gewesen. er sagte nichts, bettelte nicht, sondern lief einfach neben uns her. wir blieben an einem marktstand stehen, auf dem sich gebrauchte kleider, hosen und hemden türmten. darin wühlten einige marokkanische frauen und hielten sich immer wieder lachend blusen oder pullover vor die brust ...

das unten stehende foto habe ich vor 14 tagen in marrakech aufgenommen. zugegeben, es fehlen die frauen, die sich die blusen vor die brust halten ...

man hat mir übrigens vielfach geschrieben und versichert, wie grotesk, gemein und verlogen der eintrag in diesem unsäglichen forum sei. im forum selbst hat allerdings nur KEELA ihrem befremden ausdruck gegeben und die unterstellungen mit der frage, was an meinen sätzen denn so falsch sei, zurückgewiesen. nicht einmal einige meiner bis dahin besten freunde (und vor allem freundinnen) waren willens, dem dort hingeschmierten, rachsüchtigen vorwurf entgegenzutreten.

das ist traurig und zeugt - es tut mir leid - von fehlender courage!

die gute NOMI verfiel sogar auf die idee, ich könnte mich doch selbst gegen solche diffamierenden unverschämtheiten wehren. immerhin hätte ich ein weblog, um stellung zu nehmen. dann aber fiel ihr ein, dass man sich immer noch am besten dort zur wehr setzt, wo eine solche infamie ihren ursprung hat. also schlug sie vor, mich in diesem marokkanischen forum erneut anzumelden, um mich dort zu äussern. diesen vorschlag habe ich als "unsittlich" zurückgewiesen.

... denn wo der hass zu hause ist, möchte ich mit meinen gedanken keine heimstatt haben.

das alles weiss NOMI natürlich auch - allerdings kann sie von diesem forum nicht lassen. es könnten ihr ja kontakte entgehen, die sie - heute mehr denn je - dringend benötigt.

NOMI heult vielleicht nicht mit den wölfen - folgt ihnen aber in gebührendem abstand ...

27.10.2007 um 18:27 Uhr

komm´ einfach mit - nach MARRAKECH!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

DIE FOTOGALERIE "MEDINA"

 Â