KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

31.01.2008 um 22:31 Uhr

nachdenken ... über WAS?

man wird es bemerkt haben: seit einigen tagen schreibe ich hier etwas auf über städte, ihre geschichte und unser vergessen.

ich möchte damit ein denkmal setzen ... für menschen, denen ich niemals begegnete, vor allem aber: die ich eines tages traf und dir mir immer unvergessen bleiben werden.

1985 fuhr ich mit einer sogenannten "fortuna-reise" nach mallorca, was bedeutete, dass ich weder den ort noch das hotel kannte, in dem ich meinen urlaub verleben würde. das schicksal meinte es nicht eben gut mit mir und brachte mich nach CALA MILLOR. das war eine ansammlung von riesigen hotels an einem - durchaus - schönen strand.

dennoch genoss ich die tage in diesem ort. ich badete, schlief, schloss bekanntschaften ("da isser ja!"), schlenderte abends über die promenade ... und wenn mich die grenzenlose langeweile packte, rief ich meinen freund in deutschland an.

im restaurant des hotels wurde ich bald auf ein altes ehepaar aufmerksam. sie gingen so rücksichtsvoll und zärtlich miteinander um, wie ich es zuvor nicht erlebt hatte. sie liebten sich, das spürte ich sofort. deswegen kostete es mich auch keine überwindung, irgendwann an ihren tisch zu treten und ihnen zu sagen, wie sehr mich ihr miteinander freute und wie gut es mir ging, diesem einverständnis zuzusehen.

ich hätte das nie getan, wenn das alles nicht so besonders gewesen wäre!

die urlaubstage vergingen, das alte ehepaar (sie waren beide längt über 80) grüssten freundlich, wenn sie mich sahen ... und luden mich am letzten tag ihres urlaubs ein, mit ihnen den abschied von mallorca zu feiern.

wir sassen in einer spanischen bar und tranken sangria. die beiden erzählten ... auch davon, dass sie einst - als deutsche - an der wolga lebten, dann nach sibirien deportiert wurden, und erst jetzt nach deutschland ausreisen durften. sie hatten ihr ganzes geld genommen, um sich diesen urlaub auf mallorca ... in CALA MILLOR zu leisten.

es bliebe ja nicht mehr viel zeit ... sagten sie, sahen sich an und lächelten.

damals habe ich diesen beiden menschen einen platz in meinem herzen gegeben und ihnen, als wir mit sangria anstiessen, ganz still - und nur für mich - versprochen, sie niemals zu vergessen ...

postscript:

vielleicht ist das so bei manchen menschen. sie müssen sich irgendwann begegnen, weil sie sonst keine heimat haben!

31.01.2008 um 21:51 Uhr

mein fernseh-TIPP!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

Dokumentarfilm: Big Alma 22:35 Uhr Arte

Das Leben der Alma Mahler-Werfel (1879 - 1964). - "Der Film von Susanne Freund ist die erste umfassende dokumentarische Auseinandersetzung mit dem angeblich so flotten Leben einer Frau, die durch ihre Beziehungen und Ehen mit namhaften Künstlern und Musikern des 20. Jahrhunderts zu einem Mythos geworden ist."

31.01.2008 um 21:24 Uhr

ich bin sooooooooooo VERLIEBT!

von: rolf   Kategorie: **korrespondenzen!

halllllllloooooooooo rolf, wie schön, dass ich dein weblog entdeckt habe! ich bin 21, komme von rügen, lebe jetzt in kiel und bin gaaaaaaaaaanzzzzz verliebt in marokko. und stelle dir mal vor: im februar reise ich nach marrakesch und heirate meinen liebsten. gaaaaaanz tolllllllll! ich werde auch zum muslimischen glauben übertreten und mich faaaaaaaaaaatimaaaaaaa nennen. wie findest du das? ich freue mich ganz irrsinnig drauf, denn in deutschland fühle ich mich schon laaaaaaaaaange nicht mehr wohl. ich werde in marokko bleiben und meinem liebsten jeden wunsch von den aaaaaaaaaauuuuugen ablesen.

gruss kati!

hallo kati, heute noch im sturmzerzausten kiel und morgen schon in kosmopolitischen marrakesch. echt, das finde ich totaaaaaaaaaal aufregend! und wenn das alles nicht klappt, gibt es ja immer noch mutti mitsamt der kreidefelsen auf rügen - total schööööööööööööööön!

gruss rolf

31.01.2008 um 16:42 Uhr

nachdenken über BRESLAU!

das nachdenken über städte hat viel mit geschichte zu tun. ich werde hier in loser folge einige städte vorstellen, die uns vielleicht noch gerade mit namen bekannt sind, deren geschichte uns aber abhanden gekommem ist. das nachdenken hat nichts zu tun mit einem rückwärts gewandten geschichtsblick, sondern mit dem raum, in dem sich geschichte zuträgt ...

BRESLAU, das heutige WROCLAW, ist die hauptstadt SCHLESIENS, das am ober- und mittellauf der ODER liegt. SCHLESIEN ist eine uralte, europäische kulturlandschaft, reich an fruchtbaren nutzflächen und bodenschätzen.

nachdem die dortige bevölkerung in den MONGOLENSTÜRMEN fast ausgelöscht worden war, bemühten sich im 13. jahrhundert die PIASTEN, eine schlesisch-polnische herrscherdynastie, um deutsche kolonisten, die das land wieder aufbauen sollten. die kolonisten kamen in so grosser zahl, dass noch 600 jahre später in NIEDERSCHLESIEN der grösste teil der bevölkerung deutschsprachig war, und auch in OBERSCHLESIEN in vielen dörfern und städten deutsch gesprochen wurde.

BRESLAU wurde im jahr 1000 gegründet und gehört damit zu den ältesten städten europas. im 14. jahrhundert wechselte die herrschaft von den PIASTEN zur BÖHMISCHEN krone, in diese zeit fällt auch die mitgliedschaft in der HANSE, die zu grosser wirtschaftlicher blüte verhalf.

1523 erreichte die REFORMATION auch SCHLESIEN. über die hälfte der einwohner nahm im laufe der zeit den lutherischen glauben an, was für die spätere geschichte von einiger bedeutung werden sollte.

als 1526 die HABSBURGER BÖHMEN besiegten und damit erst einmal die gegenreformation obsiegte, geriet auch BRESLAU unter ihre herrschaft, die bis 1741 dauern sollte.

im ERSTEN SCHLESISCHEN KRIEG belagerten die PREUSSEN unter FRIEDRICH II. die stadt und nahmen sie 1741 schliesslich ein. angelockt hatte sie eine wohlhabende provinz, die dem königreich PREUSSEN einigen wohlstand versprach. irgendwelche anrechte politischer art konnte FRIEDRICH II. hingegen vielleicht konstruieren, aber nicht objektiv geltend machen. im bald danach folgenden SIEBENJÄHIGEN KRIEG konnte ÖSTERREICH die stadt kurzzeitig zurück erobern. das blatt wendete sich jedoch abermals, als die PREUSSEN nach der siegreichen schlacht von LEUTHEN im dezember 1757 erneut in BRESLAU einmarschierten.

zumindest die evangelisch-lutherische bevölkerung atmete auf, war ihr doch unter preussischer herrschaft die religionsfreiheit garantiert, was unter den HABSBURGERN, die eine strenge, katholische politik verfolgten, nicht der fall war. aus diesem umstand ist auch ohne weiteres herauszulesen, mit welcher seite die überwiegende zahl der SCHLESIER sympathisierte.

um 1900 zählte die stadt bereits fast 500.000 einwohner und war damit die fünftgrösste stadt DEUTSCHLANDS.

im ZWEITEN WELTKRIEG erlebte die stadt zwar einige heftige alliierte luftangriffe, blieb aber von grösseren schäden bewahrt. allerdings wurde BRESLAU gegen ende des krieges zur „festung“ erklärt, was bedeutete, dass die einwohner zum bleiben gezwungen wurden und sich mit sinnlosen „durchhalteparolen“ konfrontiert sahen.

als im januar 1945 wegen der vorrückenden russischen armee dann doch der evakuierungsbefehl kam, brach panik unter den einwohnern aus. dreiviertel von ihnen verliessen überstürzt die stadt, viele erfroren auf der flucht ins benachbarte BÖHMEN und nach SACHSEN.

im frühjahr 1945 kam es zu den letzten, schweren kämpfen um BRESLAU - es befanden sich noch 150.000 einwohner und 40.000 soldaten in der stadt, die keinen anderen weg mehr sah, als am 7. mai bedingungslos zu kapitulieren. zwei tage später übergaben die SOWJETS BRESLAU an POLEN.

danach brach das grösste chaos in der stadt aus. viele zuvor geflohene einwohner kehrten in unkenntnis der neuen politischen situation in die stadt zurück, bis kurz darauf die übergänge an ODER und NEISSE geschlossen wurden. die zurück strömende bevölkerung musste auf freiem feld ausharren - die humanitäre situation dieser menschen im niemandsland eines verlorenen krieges war dramatisch.

aber auch die 300.000 deutschen, die in breslau geblieben oder dorthin zurückgekehrt waren, erwartete ein schlimmes schicksal. es kam seitens der sowjetischen soldaten zu massiven übergriffen auf die zivilbevölkerung, frauen wurden vergewaltigt, geschäfte geplündert, die einwohner erhielten kaum nahrungsmittel und viele von ihnen verhungerten. schliesslich wurden die überlebenden aus der stadt vertrieben oder - nachdem eine gewisse ordnung hergestellt war - zwangsausgesiedelt. ihr vermögen wurde eingezogen, ihre wohnungen und grundstücke enteignet.

an stelle der DEUTSCHEN wurden POLEN aus LEMBERG und jenen anderen provinzen, die im krieg von RUSSLAND annektiert worden waren, nach BRESLAU verfrachtet. sie lebten fortan in einer stadt, die ihren deutschen namen verloren hatte - und jetzt WROCLAW hiess.

innerhalb von nur vier jahren war nahezu die gesamte deutsche bevölkerung nicht nur aus BRESLAU, sondern auch aus ganz SCHLESIEN vertrieben worden. sie vor allem zahlte den preis für einen gewissenlosen krieg, der - auch in ihrem namen - von mördern an der staatsspitze angezettelt worden war.

31.01.2008 um 09:37 Uhr

tajine - TAJINE!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

das hin und her - ob es nun eine unlasierte "ali-baba-tajine" oder eine lasierte "araber-tajine" sein muss - wird wohl noch lange weitergehen. ich persönlich ziehe die lasierte form vor und habe das auch in einem längeren beitrag auf meiner homepage begründet. dennoch will ich gern auf einen aktuellen eintrag in meinem GÄSTEBUCH aufmerksam machen. wer sich mit der TAJINE beschäftigt, wird dort womöglich einiges wissenswerte erfahren.

ALI-BABA-TAJINE

31.01.2008 um 09:29 Uhr

i-gitt ... immer diese VIREN!

gott sei dank habe ich einen MAC - da halten sich die angriffe von viren in überschaubarem rahmen (wie lange noch?). wenigstens bleibt mir bislang folgender hinweis (unter WINDOWS) erspart:

danke, NUBIRA, für den tipp!

31.01.2008 um 09:15 Uhr

TRÄUMEREI von robert schumann!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

als ich vor vielen, vielen jahren die musik für mich entdeckte, war dieses kleine musikstück der schlüssel zu meinem glück. an der TRÄUMEREI von robert schumann konnte ich mich nicht satt hören. es versetzte mich - ich sage nicht zu viel - in glückseligkeit.

der zauber ist geblieben - noch heute ist diese melodie einer meiner musikalischen fixsterne. es spielt für uns MARTHA AGERICH:

Träumerei (R. Schumann, Kinderszenen op. 15) 

bitte den REAL-PLAYER installieren! 

31.01.2008 um 08:26 Uhr

achmed, der tote TERRORIST!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

30.01.2008 um 23:13 Uhr

wir schreiben mal einen BRIEF ... aber nicht an herrn koch!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

nein - diese debatte über die gewalt von ausländern in deutschland hat sich nicht ausgezahlt. roland koch, der wider besseres wissen eine bizarre diskussion losbrach, hat dafür die quittung erhalten.

gewalt hat ihre ursache nicht in irgendwelchen ethnien, sondern in der sozialen schieflage ganzer gesellschaftlicher gruppen.

nun dämmert es der CDU, dass sie dem falschen mann applaudiert hat - und rudert zurück. plötzlich ist die CDU die grosse "integrationspartei" und wolfgang schäuble (!) ihr kompetenter vorbeter.

man möchte sich kugeln vor lachen - wenn es nicht so ernst wäre. der schreck scheint einigen CDU-granden in die glieder gefahren zu sein und sie haben auch sogleich einen brief aufgesetzt. darin steht, dass die CDU die integration von ausländern besonders ernst nimmt, weil deutschland ohne ausländer - demoskopisch gesehen - nicht überleben kann.

wo eigentlich waren die herren und damen parteifreunde, als roland koch zu seinen rundumschlag ansetzte?

na, ja - erst mal wird geschaut, wie sich die wahl mit einem solchen thema entwickelt. und wenn das alles nach hinten losgeht, schreibt man eben einen brief und schickt ihn an DIE ZEIT ... eine zeitung, die das liberale gewissen in deutschland repräsentiert.

klar - in der BILD wäre der brief einigermassen kontraproduktiv gewesen.

JETZT SCHREIBEN WIR MAL EINEN BRIEF!

30.01.2008 um 19:50 Uhr

entweder fatima oder (besser noch) KARIM!

ein muslim darf eine christin oder eine jüdin heiraten. das ist bekannt. es ist auch bekannt, dass eine muslima keinen christen oder juden heiraten darf. ich überlasse es anderen, darüber nachzudenken, warum diese regeln auch noch im 21. jahrhundert geltung haben.

kinder aus beziehungen eines muslimischen mannes müssen einen muslimischen namen tragen, dürfen auch nur muslimisch erzogen werden. wenn also eine christliche oder jüdische mutter (die mit einem muslim verheiratet ist) ihr kind daniel oder thomas nennen möchte, ist der konflikt programmiert.

weil wir aber wissen, dass die muslims tolerant, weltoffen und aufgeschlossen sind, sollte uns das nicht weiter interessieren. man muss nur manchmal nicht weiter nachdenken - dann entfaltet sich der sinn mancher regel ganz von selbst ...

HOFFEN WIR MAL!

es ist schon seltsam, wie frauen, die bei uns das ihnen verbriefte recht auf selbstbestimmung und selbstverwirklichung ganz selbstverständlich in anspruch nehmen, zu kleinen, grauen, widerspruchslosen mäuschen werden, wenn sie sich der kultur eines mannes nähern, den sie lieben - und der z.b. in marokko, also einem islamischen land lebt.

30.01.2008 um 13:32 Uhr

von den guten BÜRGERN dieses landes!

spätestens an wahltagen werden wir davon überrascht, dass einige parteien (vorzugsweise die CDU und FDP) die "bürgerlichkeit" für sich reklamieren. die bürgerlichen parteien, heisst es dann, müssen eine mehrheit finden. oder: es geht um die "bürgerliche mitte".

was ist das eigentlich für ein völlig verschrobenes bild von "bürgerlichkeit"? vielleicht passt es gerade noch ins 19. jahrhundert, wo herr bräsig und freifrau von blitzenwitz sonntags beim braten sassen und es sich in der sonne der saturiertheit gut sein liessen.

natürlich waren die SOZIALDEMOKRATEN damals allesamt verkappte kommunisten, zumindest malochende arbeiter, die auf dem bürgersteig auszuweichen hatten, wenn herr bräsig und frau blitzenwitz einen spaziergang unternahmen.

dieses geraune um eine "bürgerliche mitte", wie es jetzt einmal wieder in hessen zu hören war, suggeriert, dass die feinde des bürges bei der SPD, den GRÜNEN und der LINKE zu suchen sind. sie neiden herrn bräsig und frau blitzenwitz den sonntagsbraten, weswegen man sie auch niemals wählen darf.

tut man es doch, ist man aus der bürgerlichen mitte gefallem. wer will das schon?

in der mitte ist alles einfach, überschaubar, geordnet, blitzsauber, konfliktfrei, still ... dort riecht es nach bohnerwachs und meister propper.

ich weiss schon: zur "bürgerlichen mitte" zieht es alle, die sich nicht schmutzig machen und dabei sein wollen. dort angekommen, sind sie geadelt, mit dem ritterschlag ausgezeichnet, brave, anständige bürger zu sein.

jenseits von CDU und FDP, so stellen wir fest, gibt es in deutschland keine bürger.

man muss schon so sein wie angelika und guido (dieses unschlagbar-genialische paar), um dazuzugehören. sie sind die "global-player" der bürgerlichkeit. sie reisen im sommer zu den wagner-festspielen und im winter in den ski-urlaub. sie legen ein leichtes parfum auf und wissen, wie man mit gabel und messer isst. sie können unterscheiden zwischen toskanischen und ligurischen weinen, sie wissen, was es bedeutet, mit der goldenen american-express zu zahlen.

nicht, dass sie auf alle anderen hinunter schauen. dazu sind sie viel zu sehr demokraten. bürger dieser kategorie gehen mit ihren mitmenschen "auf augenhöhe" um, was manchmal bedeutet, dass die anderen das trittoir verlassen müssen, um einer drohenden nivellierung zuvorzukommen.

und schliesslich: wer nicht dazu gehören will, kann ja ohne weiteres die falsche partei wählen - am sonntag ist in hamburg gelegenheit dazu ... übrigens eine stadt mit ausgeprägtem bürgersinn!

30.01.2008 um 12:27 Uhr

nachdenken über TEMESWAR!

das nachdenken über städte hat viel mit geschichte zu tun. ich werde hier in loser folge einige städte vorstellen, die uns vielleicht noch gerade mit namen bekannt sind, deren geschichte uns aber abhanden gekommem ist. das nachdenken hat nichts zu tun mit einem rückwärts gewandten geschichtsblick, sondern mit dem raum, in dem sich geschichte zuträgt ...

TEMESWAR ist das kulturelle und wirtschaftliche zentrum des BANAT. ursprünglich gehörte das BANAT zur ÖSTERREICHISCH-UNGARISCHEN MONARCHIE, nach dem 1. weltkrieg wurde es jedoch zwischen UNGARN, SERBIEN und RUMÄNIEN aufgeteilt.

das BANAT war in den TÜRKENKRIEGEN stark in mitleidenschaft gezogen worden, die bis 1684 dauerten und die region mehr als 150 jahre mit mord, plünderung und brandschatzung überzog. nach dem endgültigen abzug der OSMANEN war das BANAT so gut wie entvölkert. in dieses vakuum strömten siedler vor allem aus FRANKEN, BAYERN, ÖSTERREICH, LUXEMBURG und RHEINPFALZ. nur einige wenige stammten jedoch aus SCHWABEN, weswegen bis heute nicht geklärt ist, warum die siedler insgesamt als BANATER SCHWABEN bezeichnet werden. verbürgt ist lediglich, dass fast alle kolonisten in der schwäbischen stadt ULM registriert wurden und danach mit den sogeannten „ulmer schachteln“ auf der DONAU bis BELGRAD verschifft wurden, bevor es weiter zu fuss und pferdewagen in die besiedlungsgebiete ging.

MARIA THERESIA, die österreichische kaiserin, hatte die siedler ins BANAT gerufen und versprach ihnen finanzielle hilfen und steuererleichterungen. das schien die einzige möglichkeit zu sein, das entvölkerte reichsgebiet erneut mit leben zu erfüllen. ihr ruf fand vor allem in der verarmten deutschen landbevölkerung ein offenes ohr, denn die zweit- und drittgeborenen söhne der bauern hatten keine wirkliche zukunft. sie mussten sich als tagelöhner verdingen, denn nur die ältesten erhielten die höfe als erbe.

neben lehrern, handwerkern, ärzten und pfarrern, die mit grosszügigen finanziellen anreizen geworben wurden, kamen besonders auch verheiratete paare in den genuss einer bevorzugten behandlung, denn sie waren es, die für nachkommenschaft im BANAT sorgen sollten. was also lag näher, als dem ruf der österreichischen kaiserin in die fremde zu folgen? die einzige gegenleistung der siedler bestand in der verpflichtung, bei einem erneuten angriff der OSMANEN das BANAT mit waffen zu verteidigen. diese gefahr war aber nach der gescheiterten belagerung WIENS durch die osmanischen truppen so gut wie gebannt.

die ansiedlung der neuen kolonisten wurde am kaiserhof sorgfältig geplant. sämtliche dörfer und städte im BANAT wurden nach entwürfen österreichischer baumeister errichtet und strassen durchs land angelegt. es mussten vor allem auch kanäle gebaut werden, denn das BANAT war ein sumpfiges gebiet, in dem krankheit und tod lauerten. nachdem das BANAT aber trockengelegt war, stellte sich heraus, dass die ackerflächen überaus fruchtbar waren und reiche ernten versprachen. die landwirtschaft legte den grundstein für den wohlstand der BANATER bauern im 19. jahrhundert. man sprach allenthalben von der „kornkammer“ ÖSTERREICH-UNGARNS. die stadt TEMESWAR wurde zur blühenden hauptstadt des BANAT und die neuen eisenbahnverbindungen beschleunigten die industrialisierung des landes.

am ende des 1. weltkriegs wurde über das BANAT neu verhandelt. ÖSTERREICH-UNGARN hatte - zusammen mit DEUTSCHLAND - den krieg verloren und UNGARN musste (nachdem es sich von ÖSTERREICH losgesagt hatte) teile seines staatsgebiets abtreten. dabei wurde der grösste teil der BANATS RUMÄNIEN zugeschlagen.

für die BANATER SCHWABEN war dies nur von vorteil, denn die sogenannte MAGYARISIERUNG durch den UNGARISCHEN STAAT, der keinen sonderweg seiner minderheiten duldete, sondern alles und jeden unter das verdikt des „ungarischen“ stellte, hatte die einwohner des BANATS vor ernsthafte probleme gestellt, wenn sie ihren sitten, ihrer sprache und kultur treu bleiben wollten.

der RUMÄNISCHE STAAT hingegen erlaubte nicht nur den deutschunterricht, sondern beliess den einwohnern auch sonst ihre kultur. in TEMESWAR, wo ganz überwiegend deutsch gesprochen wurde, eröffnete ein deutsches theater und es konnten deutschsprachige zeitungen erscheinen. es machte sich eine starke deutsch-nationale gesinnung im BANAT breit und BANATER SCHWABEN orientierten sich mehr und mehr am fernen DEUTSCHLAND. die allianz RUMÄNIENS mit DEUTSCHLAND im 2. weltkrieg veranlasste deswegen auch viele junge BANATER, in die rumänischen armee einzutreten, um an der seite der DEUTSCHEN zu kämpfen.

die tragödie nahm ihren lauf, als RUMÄNIEN 1944 mit DEUTSCHLAND brach und zu den ALLIIERTEN wechselte. jetzt wurden alle RUMÄNIENDEUTSCHE als kollaborateure und staatsfeinde verdächtigt.

nach dem einmarsch der SOWJETUNION ins BANAT kam es zu einer fluchwelle von BANATER SCHWABEN richtung DEUTSCHLAND - und zu progromen und systematischer vertreibung. dabei wurden die einwohner ganzer dörfer in russische kriegsgefangenschaft geführt oder zur zwangsarbeit deportiert.

erst in den 60er jahren des 20. jahrhunderts hörten die repressalien gegen die BANATER SCHWABEN in RUMÄNIEN auf und auch die enteignung von privaten häusern und grundstücken wurde zurückgenommen. ein abkommen RUMÄNIENS mit der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND erlaubte überdies eine ausreise, wovon die mehrheit der deutschstämmigen bevölkerung auch gebrauch machte.

30.01.2008 um 09:14 Uhr

alles so billig ... auch im VERSAND!

da hatte ich glück - die von mir bei e-bay ersteigerten bilderrahmen lagen in bremen. also wollte ich die versandkosten sparen und schlug eine persönliche abholung vor.

die reaktion war schweigen. dann kam die aufforderung, zu bezahlen. man werde die bilderrahmen sofort danach in den versand geben. auf meinen vorschlag wurde nicht weiter eingegangen.

natürlich hatte ich mir das angebot genau angesehen. die bilderrahmen waren preiswert, nicht aber die versandkosten. man musste blind sein, um nicht zu entdecken, dass in den versandkosten die gewinnmarge für die bilderrahmen versteckt war. wenn schon nichts an der ware verdient wird - dann doch wenigstens am versand.

jetzt verstand ich auch, warum man nicht auf meinen vorschlag einging. bei selbstabholung hätte sich das ganze nicht mehr gerechnet - oder doch nur für mich.

überhöhte versandkosten sind ein leidiges thema bei e-bay. dem will man nun zu leibe rücken. das unternehmen führt in den nächsten wochen einige änderungen durch, die für den verbraucher mehr transparenz versprechen.

und meine bilderrahmen? da warte ich mal geduldig ab ... 

E-BAY

29.01.2008 um 21:19 Uhr

fertisch machen - ohne PIEPS!

alles kleine detektive, zerfressen vom misstrauen, immer auf der spur, den anderen einer lüge zu überführen.

was - polizist ist der mann? da wollen wir doch mal nachhaken! ist er das wirklich? und eine waffe will er mit nach marokko nehmen? den werden wir mal vorführen, so richtig zur strecke bringen. PITSCH - PATSCH! jeder, der noch eine rechnung mit einem polizisten offen hat, ist aufgerufen, sich an der hatz zu beteiligen. Johann12, dreckschleuder und miese ratte, freut sich, endlich einem polizisten ans bein pinkeln zu können (sonst pinkelt man andauernd ihm ans bein - das muss ja schäden hinterlassen). aber auch die anderen rufen:

wir machen den mann fertisch ...

denn merke: jedes FORUM braucht einen feind, auf den sich die aversionen konzentrieren (dem also die "arschkarte" überreicht wird - wenn er klug ist, lenkt er jedoch von sich ab und reicht sie mit infamie und perfidie gleich an den nächsten "feind" weiter). das mindert zumindest die zum platzen gespannten agressionen untereinander. denn gäbe es niemanden, den sie zum feind erklären könnten, würden die mitglieder des forums irgendwann wie die hyänen übereinander herfallen und sich zerfleischen. und das wäre doch schade!

man kann es auch anders sagen: wenn hier der gully geschlossen wird, beginnt es dort zu stinken!

habt ihr also gehört? fertisch machen wir den, bis er keinen "pieps" mehr sagt. der macht uns doch nur unser schönes marokko kaputt - mit seinen blöden fragen nach der "sicherheit". selber schuld hat er, wenn er in marokko eins über die rübe bekommt. wir verballern ihm gleich noch eins, dann weiss er wenigstens, wo die faust - in echt - in diesem schönen forum hängt ... aber natürlich immer m.f.G.

WIR MACHEN DICH m. f. G. SO RICHTIG FERTISCH!

29.01.2008 um 14:10 Uhr

nachdenken über HERMANNSTADT!

das nachdenken über städte hat viel mit geschichte zu tun. ich werde hier in loser folge einige städte vorstellen, die uns vielleicht noch gerade mit namen bekannt sind, deren geschichte uns aber abhanden gekommem ist. das nachdenken hat nichts zu tun mit einem rückwärts gewandten geschichtsblick, sondern mit dem raum, in dem sich geschichte zuträgt ...

HERMANNSTADT liegt auf rumänischem staatsgebiet in der nähe der SÜDKARPATEN. im näheren und weiteren umkreis waren die SIEBENBÜRGER SACHSEN zu hause. bis 1878 tagte in der überwiegend deutschsprachigen stadt, die damals noch unter österreich-ungarischer verwaltung stand, das SIEBENBÜRGER PARLAMENT, das ein symbol für die unabhängigkeit und politische einheit SIEBENBÜRGENS war. nach dem 1. weltkrieg kam HERMANNSTADT zu RUMÄNIEN, blieb aber auch weiterhin fast autonom und deutsch gepägt. erst der 2. WELTKRIEG zerstörte eine 800-jährige siedlungs- und kulturarbeit im östlichen EUROPA.

die besiedlung SIEBENBÜRGENS reicht weit zurück. die könige von UNGARN hatten schon im 12. jahrhundert ihr staatsgebiet auf SIEBENBÜRGEN und die KARPATEN ausgedehnt und waren dringend auf kolonisten angewiesen, die das land bewirtschafteten. schon 1143 folgten die ersten deutschen siedler dem ruf des ungarischen königs nach SIEBENBÜRGEN.

die kolonisten stammten vor allem aus LUXEMBURG, LOTHRINGEN, aus dem ELSASS und der umgebung von KÖLN, TRIER und LÜTTICH. geworben wurden sie von sogannten „lokatoren“, die ausgearbeitete pläne für die besiedlung bei sich trugen und die familien auf die zukünftigen dörfer und hofstellen in SIEBENBÜRGEN verteilten.

1224 stellte ANDREAS II. VON UNGARN den sogenannten „goldenen freibrief“ aus, der es den deutschen kolonisten erlaubte, in OSTEUROPA ansässig zu werden. darin wurde ihnen weitgehende politische unabhängigkeit gewährt, sowie abgabe- und zollfreiheit eingeräumt. sie unterstanden weder dem adel noch der kirche, sondern waren freie, selbstbestimmte, nur dem könig rechenschaft schuldige bürger. die wälder, wiesen und gewässer SIEBENBÜRGENS standen ihnen zur freien verfügung. allerdings mussten sie einen jährlichen zins an den ungarischen könig leisten, der sich durch den fleiss und die wirtschaftskraft der kolonisten einträgliche geschäfte versprach. im laufe der jahrhunderte prosperierte SIEBENBÜRGEN so stark, dass man dem ungarischen KÖNIG - gegen die verpfändung ganzer ortschaften - sogar grosse summen verleihen konnte.

1241 kam es durch den einfall der MONGOLEN zum zeitweiligen ende der besiedlung. die plünderungen und brandschatzungen löschten die bevölkerung jedoch nicht gänzlich aus. nach und nach konnte SIEBENBÜRGEN seine bedeutung zurückerlangen. auch den verheerenden einfällen der TÜRKEN stellte sich die bevölkerung mutig entgegegen. um sich gegen die gefahren zu wappnen, gingen die einwohner SIEBENBÜRGENS eine allianz mit dem ungarischen adel ein und konnten 1479 einen bedeutsamen sieg gegen die TÜRKEN auf dem BROMFELD erringen. aus dieser zeit stammen die - überall in SIEBENBÜRGEN anzutreffenden - KIRCHENBURGEN, die das land wie ein netz überziehen.

dennoch konnte sich SIEBENBÜRGEN nicht nachhaltig gegen die belagerungen und überfälle der TÜRKEN wehren. als UNGARN unter dem ansturm der OSMANEN in drei teile zerfiel, wurde aus SIEBENBÜREN ein selbständiges fürstentum - unter osmanischer oberhoheit. das hinderte die TÜRKEN nicht, das land immer wieder zu überfallen und auszuplündern.

erst am ende des 17. jahrhunderts hörten die übergriffe auf, als SIEBENBÜRGEN unter die herrschaft der HABSBURGER geriet. Das aufatmen war indes nur von kurzer dauer, denn am ende des 18. jahrhunderts annullierte der österreichische kaiser die rechte und privilegien, die einst im „goldenen freibrief“ niedergelegt worden waren.

der sogenannte „österreichisch-ungarische ausgleich“ machte SIEBENBÜRGEN 1867 erneut zu einem teil UNGARNS. die SIEBENBÜRGER SACHSEN schafften es, sich ein gewisses mass von autonomie zu bewahren, wobei im katholischen UNGARN die evangelische landeskirche im protestantisch geprägten SIEBENBÜRGEN eine bedeutsame und besondere rolle spielte.

diese und andere privilegien führten immer wieder zum konflikt mit dem ungarischen adel, der den SIEBENBÜRGERN die sonderstellung neidete und sich selbst vom könig benachteiligt fühlte.

nach dem 2. WELTKRIEG endete der deutsche einfluss in SIEBENBÜRGEN, als die kommunisten die macht in RUMÄNIEN übernahmen. viele flohen aus ihrer heimat nach deutschland, manche wurden in die UKRAINE und den URAL verschleppt. diejenigen, die in SIEBENBÜRGEN gebliebenen waren, mussten der enteigung ihrers eigentums zusehen (was später jedoch teilweise zurückgenommen wurde) und waren in den nachkriegsjahren schlimmsten diskrimierungen und represssionen von staatlicher seite ausgesetzt.

ende der 50er jahre des 20. jahrhunderts wurde es den SIEBENBÜRGERN endlich erlaubt, das land zu verlassen, wofür die BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND rund 10.000 DM pro person an den rumänischen staat zahlte.

SIEBENBÜRGEN hatte über jahrhunderte eine bedeutsame, manchmal überragende wirtschaftliche und kulturelle rolle im östlichen EUROPA gespielt. das alles war 1945 vorbei.

29.01.2008 um 10:04 Uhr

die STEUER bezahlt alles!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

... natürlich ist es langweilig, vor der libanesischen küste dienst zu schieben und nichts zu tun zu haben. ein wenig abwechslung brachte das schnittige manöver eines bundeswehschiffes. der CRASH kostete allerdings einige hunderttausend euro ... aber das bezahlt ja die steuer ... ja, die steuer! wie gut, dass das die steuer bezahlt - und nicht wir.

29.01.2008 um 09:03 Uhr

blog oder PFLAUMENMUS?

ich hasse wespen. natürlich soll man tiere nicht hassen, sie können ja nichts dafür, wenn sie uns im rechten moment stechen ... sie fühlen sich halt bedroht. wenn wir also im sommer unser pflaumenmusbrötchen essen, wollen sie nur ihren teil davon bekommen. machen wir es ihnen streitig, wird es zuweilen schmerzhaft.

es nützt aber nichts - und deswegen hasse ich wespen nun einmal - ihnen eine eigene portion pflaumenmus anzubieten. nein, sie wollen ausgerechnet an unserem brötchen teilhaben.

ich weiss natürlich, dass ich es mir mit diesem beitrag bei allen wespen verscherzt habe. was aber hat ein BLOG zu tun mit

PFLAUMENMUS?

hilfe!

28.01.2008 um 17:49 Uhr

nach der wahl - es gibt einen VERLIERER!

jetzt, wo sich der rauch über den schlachtfeldern von hessen und niedersachsen verzogen hat, ist es vielleicht an der zeit, darüber nachzudenken, wer eigentlich aus diesen kämpfen als verlierer hervorgegangen ist.

es ist die SPD.

sie war - auch - angetreten, um DIE LINKE in den landtagen zu verhindern. die SPD verordnete sich sogar einen "linksrutsch", um ihre klientel am linken rand nicht zu verlieren. es hat alles nichts genützt. DIE LINKE zog in beide landtage mit über fünf prozent ein.

was hat sich die SPD eigentlich gedacht? erst brockt sie den menschen HARTZ IV. und anderes brutales ein ... und dann sollen diejenigen, die von HARTZ IV mehr schlecht als recht leben, die partei auch noch wählen? das kann doch wohl nicht sein.

DIE LINKE, die auf anhieb den sprung in die beiden landesparlamente schaffte, wurde vor allem von arbeitern und arbeitslosen gewählt. es wäre also an der zeit, dass in der bundesrepublik endlich eine ernsthafte diskussion über die sozialpolitik der vergangenen jahre beginnt. DIE LINKE als kommunisten zu diffamieren, führt jedoch nicht weiter - das schiesst sogar vollkommen am ziel vorbei.

schon möglich, dass DIE LINKE in den nächsten jahren auch in westdeutschland weiter wächst. wollen die grossen parteien dann immer noch sagen, dass das regieren leider in solchen konstellationen nicht möglich ist, weil klare mehrheiten rechts von DIE LINKE immer schwieriger zu etablieren sind?

nun muss die SPD ja nicht gleich ein koaltionsbündnis mit DIE LINKE eingehen. das verbietet sich wahrscheinlich noch auf lange zeit, will die SPD nicht in einen strudel der selbstentfremdung geraten.

DIE LINKE ist in deutschland nicht deswegen so stark geworden, weil sie von einigen gelangweilten wählern bevorzugt wird. sie ist deswegen ein ernster faktor geworden, weil die soziale ungerechtigkeit in deutschland inzwischen mit händen zu greifen ist. man muss es den wählern hoch anrechnen, wenn sie in solch zugespitzten zeiten die demokratische vernunft bewahren und eine partei wählen, die klipp und klar und ohne wenn und aber ihre interessen vertritt.

vielleicht beugen sich die grossen parteien in den nächsten wochen nicht nur über parteiarithmetische probleme, sondern erkennen endlich, dass sich zwischen fünf und 10 prozent der menschen in deutschland von ihnen nicht mehr ernst genommen fühlen!

28.01.2008 um 10:01 Uhr

GLAUBENSEIFER!

gibt es zum "glaubenseifer" jedweder art noch eine steigerung?

ja! gläubige, die von den natürlichen, lebendigen quellen ihres glaubens abgeschnitten sind und in der diaspora leben. sie befolgen ihren glauben in der regel besonders streng, weil ohne jedes korrektiv. manchmal konservieren sie sogar einen glauben, der irgendwann hinter alle zeiten zurückfällt.

die nochmalige steigerung ist allerdings immer dort zu finden, wo menschen zu einem anderen glauben konvertieren. das sind die eifrigsten, zuweilen starrsinnigsten, die alles richtig machen wollen und jede noch so kleinste regel gewissenhaft befolgen. das sind auch diejenigen, die andere gern belehren, weil sie unter beweis stellen wollen, wie gut sie ihre lektionen gelernt haben.

vor diesen menschen - vor allem - sollten wir uns hüten!

28.01.2008 um 09:25 Uhr

"Ypsilanti, Al-Wazir und KOMMUNISTEN"

natürlich hatte sich die hessische CDU etwas dabei gedacht, als sie am ende des wahlkampfs auf ihre plakate nur noch dies schrieb:

"Ypsilanti, Al-Wazir und Kommunisten"

da konnte sich der verschreckte bürger überlegen, welche pest er sich an den hals wählen würde ... wenn ... ja, wenn er nicht die CDU wählt.

die alternative?

irgendeine koalition von ausländern, arabischen terroristen (al kaidia?) und kommunisten. nicht auszudenken, wenn die aus den u-bahn-schächten kriechen, um sich des hessischen landtags zu bemächtigen.

nun ist aber geradewegs das eingetreten, wovor die hessische CDU so eindringlich warnte. diese ganzen "Ypsilanti, Al-Wazir und Kommunisten" haben sich erfrecht, nach den verschreckten rentnern in den u-bahnen nunmehr die CDU ins visier zu nehmen und sie gehörig abzubürsten.

die CDU, umstellt von "Ypsilanti, Al-Wazir und Kommunisten".

etwas gutes hat das wahlergebnis dann doch: während diese "Ypsilanti, Al-Wazir und Kommunisten" sich mit der CDU herumschlagen (oben), können wir wieder nach herzenslust - und vollkommen sicher - u-bahn fahren (unten).

... oder wie die BILD vielleicht titeln würde:

NACH DER HESSENWAHL - DEUTSCHE RENTNER ATMEN AUF!