es ist einfach unerträglich, wie in foren des internets, die sich - auch - mit dem islam beschäftigen, mit dem RAMADAN umgegangen wird. der fastenmonat ist in vollem gange und keinem muslim soll abgesprochen werden, dass es ihm nicht ein bedürfnis ist, sich unter die vielzahl der fastenden zu scharen.
auffällig ist, dass der ramadan z.b. in marokko vor 10 jahren keine besondere rolle spielte. er wurde von einigen gefeiert, andere hielten sich fern. es blieb der individuellen entscheidung überlassen, in welcher art und weise man sich am ramadan beteiligte. allerdings: das zuckerfest wurde überall - und ausgiebig - gefeiert.
inzwischen erleben die muslimischen länder einen konservativen rückschlag. selbst aufgeklärte zeitgenossen beginnen zu frömmeln, wenn sie nach dem ramadan gefragt werden. religionsferne muslims kramen im koran, zitieren brav und fromm, um sich den anstrich des rechten glaubens zu geben.
selbst in foren des internets, die vormals aufgeklärt und rational daher kamen, tauchen mehr und mehr massregeln zum richtigen feiern des ramadan auf. allerdings wird dabei mindestens die hälfte der wahrheit unter den teppich gekehrt. es ist nämlich so, dass der (sich jeden sinns entleerende) ramadan für die muslimischen familien immer stärker zu einem finanziellen problem wird. das betrifft nicht die muslims in europa - wohl aber diejenigen, die den ramadan in marokko, algerien, tunesien und nahost feiern.
es stände foren im internet, die sich mit marokko beschäftigen, gut zu gesicht, das ganze bild des ramadan zu zeichnen und sich nicht hinter bigotterie und frömmelei zu verstecken. denn dadurch entsteht ein völlig falsches bild, das mit der realität nicht viel zu tun hat.
wer den ramadan in marokko erlebt hat (oder in syrien, jordanien ...), weiss von agressionen, hitzigkeiten und übergriffen zu berichten. das alles geht nicht immer gesittet und fromm zu. im übrigen steht das fastengebot in krassem widerspruch zu der völlerei, die jeden abend nach sonnenuntergang einsetzt.
wer davon nichts schreibt, wer das alles verleugnet und ausblendet, tut dem muslimischen glauben, der auch unter diesem aspekt dringend einer reform bedarf, unrecht. er tut so, als ob der ramadan immer schon und in alle zukunft auf solche weise gefeiert werden muss.
wer sagt das?
ich behaupte: wer den sinn des ramadan vergessen hat (und das haben die meisten muslims), vermittelt ein völlig falsches bild dieses im islam so wichtigen monats.
jedenfalls: bigotte frömmelei und kitschige schilderungen von familienidyllen kann man sich im zusammenhang des ramadan wirklich sparen!
DIE REALITÄTEN