60 jahre ISRAEL!
als england das mandat über palästina erhielt, verlangte der völkerbund ausdrücklich die verwirklichung der BALFOUR-DEKLARATION, die eine heimstatt für juden in palästina festschrieb. diese deklaration hatte england gegenüber den zionisten abgegeben, deren ziel es war, in palästina einen jüdischen staat zu gründen.
england unterstützte die einwanderung nach palästina, weil man sich dadurch eine stärkung der eigenen politik versprach. die engländer konnten darauf hoffen, dass die juden sich auf ihre seite stellen würden, wenn es zu konflikten mit den arabern kam.
das englische mandat für palästina lief endgültig aus dem ruder, als abertausende von juden, die dem HOLOCAUST entkommen waren, heimatlos und ihrer wurzeln beraubt in europa als "displaced persons" behandelt wurden. in ihre alte heimat konnten sie nicht zurück, dort, wo sie in lagern untergebracht waren, konnten sie nicht bleiben.
in dieser situation wurde die vormals unter zionistischen vorzeichen betriebene einwanderung nach palästina zu einer tiefgreifenden jüdischen bewegung. nicht mehr der zionistische gedanke war für die besiedlung palästinas ausschlaggebend, sondern die generelle hoffnung auf eine neue heimat.
es kann auch nicht bestritten werden, dass die historischen wurzeln der juden in palästina liegen.
england sperrte nach 1945 die grenzen zu palästina, um den zuzug der juden zu unterbinden. das geschah unter dem protest der weltöffentlichkeit. man spürte, dass den juden nach dem erlittenen HOLOCAUST ein neues unrecht angetan wurde.
schliesslich gab england das mandat über palästina zurück, wodurch die rechte der arabischen bevölkerung, die von den engländern stets ernst, wenn auch nicht immer im sinne der araber, genommen wurden, zur bedeutungslosigkeit verkamen.
dennoch wird niemand allen ernstes behaupten können, dass die entscheidung der juden für einen israelischen staat auf palästinensischem boden zu diesem zeitpunkt falsch war. es ging schlicht darum, den überlebenden und verstreuten juden eine neue perspektive zu geben. zu keinem zeitpunkt der geschichte war der jüdische wunsch so gross, in eigenen - gesicherten - grenzen zu leben, befreit von willkür und übergriffen.
in den späten 40er jahren war die zionistische idee längst nicht mehr allein die treibende kraft zur gründnug eines jüdischen staates. dieser staat war vielmehr die entschiedene reaktion und antwort auf den HOLOCAUST.
deswegen tragen wir als deutsche eine historische mitverantwortung. uns trifft keine persönliche, wohl aber eine historische schuld.
in den tagen, wo israel seines 60-jährigen bestehens gedenkt, sollte deutschland seinen willen bekräftigen, den israelis beizustehen und dem staat seine uneingeschränkte solidarität versichern. das bedeutet aber nicht, der israelischen politik kritiklos gegenüberzustehen.
im gegenteil: auch die deutsche politik sollte sich verpflichtet fühlen, die konflikte in der region anzuerkennen, unrecht anzusprechen und gemeinsam mit den israelis und palästinensern nach lösungen zu suchen.
... als fairer makler für beide seiten!
denn nur das festigt auf dauer die existenz israels.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,551661,00.html