KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

08.05.2008 um 09:35 Uhr

60 jahre ISRAEL!

als england das mandat über palästina erhielt, verlangte der völkerbund ausdrücklich die verwirklichung der BALFOUR-DEKLARATION, die eine heimstatt für juden in palästina festschrieb. diese deklaration hatte england gegenüber den zionisten abgegeben, deren ziel es war, in palästina einen jüdischen staat zu gründen.

england unterstützte die einwanderung nach palästina, weil man sich dadurch eine stärkung der eigenen politik versprach. die engländer konnten darauf hoffen, dass die juden sich auf ihre seite stellen würden, wenn es zu konflikten mit den arabern kam.

das englische mandat für palästina lief endgültig aus dem ruder, als abertausende von juden, die dem HOLOCAUST entkommen waren, heimatlos und ihrer wurzeln beraubt in europa als "displaced persons" behandelt wurden. in ihre alte heimat konnten sie nicht zurück, dort, wo sie in lagern untergebracht waren, konnten sie nicht bleiben.

in dieser situation wurde die vormals unter zionistischen vorzeichen betriebene einwanderung nach palästina zu einer tiefgreifenden jüdischen bewegung. nicht mehr der zionistische gedanke war für die besiedlung palästinas ausschlaggebend, sondern die generelle hoffnung auf eine neue heimat.

es kann auch nicht bestritten werden, dass die historischen wurzeln der juden in palästina liegen. 

england sperrte nach 1945 die grenzen zu palästina, um den zuzug der juden zu unterbinden. das geschah unter dem protest der weltöffentlichkeit. man spürte, dass den juden nach dem erlittenen HOLOCAUST ein neues unrecht angetan wurde.

schliesslich gab england das mandat über palästina zurück, wodurch die rechte der arabischen bevölkerung, die von den engländern stets ernst, wenn auch nicht immer im sinne der araber, genommen wurden, zur bedeutungslosigkeit verkamen.

dennoch wird niemand allen ernstes behaupten können, dass die entscheidung der juden für einen israelischen staat auf palästinensischem boden zu diesem zeitpunkt falsch war. es ging schlicht darum, den überlebenden und verstreuten juden eine neue perspektive zu geben. zu keinem zeitpunkt der geschichte war der jüdische wunsch so gross, in eigenen - gesicherten - grenzen zu leben, befreit von willkür und übergriffen.

in den späten 40er jahren war die zionistische idee längst nicht mehr allein die treibende kraft zur gründnug eines jüdischen staates. dieser staat war vielmehr die entschiedene reaktion und antwort auf den HOLOCAUST.

deswegen tragen wir als deutsche eine historische mitverantwortung. uns trifft keine persönliche, wohl aber eine historische schuld.

in den tagen, wo israel seines 60-jährigen bestehens gedenkt, sollte deutschland seinen willen bekräftigen, den israelis beizustehen und dem staat seine uneingeschränkte solidarität versichern. das bedeutet aber nicht, der israelischen politik kritiklos gegenüberzustehen.

im gegenteil: auch die deutsche politik sollte sich verpflichtet fühlen, die konflikte in der region anzuerkennen, unrecht anzusprechen und gemeinsam mit den israelis und palästinensern nach lösungen zu suchen.

... als fairer makler für beide seiten!

denn nur das festigt auf dauer die existenz israels.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenRoland schreibt am 08.05.2008 um 22:24 Uhr:Existenz in der ewigen Warteschleife

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,551661,00.html
  2. zitierenrolf schreibt am 08.05.2008 um 22:51 Uhr:es gibt ernstzunehmende beobachter, die einen eigenständigen palästinensischen staat - so wie er immer gefordert wird - nicht für lebensfähig halten. was nichts mit israel zu tun hat. die realitäten könnten - so oder so - danach aussehen, dass sich niemals ein palästinensischer staat etablieren wird. um so wichtiger ist es für die palästinenser, die konflikte mit israel am leben zu erhalten. für israel wäre ein notleidender staat in seiner nachbarschaft ein andauerndes, konfliktreiches und hoch riskantes abenteuer ...
  3. zitierenRoland schreibt am 09.05.2008 um 23:23 Uhr:Da bin ich nicht ganz so pessimistisch was die Lebensfähigkeit eines eigenständigen Palästinenserstaates betrifft. Nicht immer haben Experten Entwicklungen richtig vorausgesehen, in Deutschland und auch in anderen Ländern. Die Palästinenser hängen jetzt schon z.t.am Tropf der EU, warum nicht noch eine Weile als eigenständiger Staat? Schwierig ohne eine Verbindung von West-Bank und Gaza, aber auch da könnten Löaungen gefunden werden.(Neben Jerusalemfrage und Israels Rückzug auf die Grenzen von 1967) Andere Lösungen (Jordanien, um nicht politischen Selbstmord zu betreiben, macht mehr oder weniger seine Grenzen für die Palästinenser dicht) sind für mich nicht vorstellbar, und ohne politische Stabilität keine Entwicklung.

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