AGADIR - und der marokkanische kollaps!
das ziel ist ehrgeizig: 10 millionen touristen will marokko ab 2010 jährlich ins land locken. der tourismus soll die wirtschaft des landes ankurbeln.
natürlich wissen wir, dass es in marokko nur eine region gibt, die für diese art massentourismus geeignet ist. es ist der grossraum AGADIR. deswegen entstehen dort entlang der küste immer neue hotels, die aber zur zeit nur mittels billigangeboten gefüllt werden können.
es gibt zu viele hotels - und zu wenig touristen.
diese billigangebote führen schon jetzt zu höheren tourismuszahlen - verzerren jedoch das bild erheblich. die bilanzen können einfach nicht stimmen.
marokko hat deswegen sogar mit russland verträge geschlossen, die besagen, dass russische touristen auf einfache weise nach marokko einreisen können.
dies vor dem hintergrund, dass die präsenz von russischen touristen bereits in der türkei für einige aufregung sorgte - und touristen aus westeuropa abschreckt.
der grossraum AGADIR wird durch die ehrgeizigen ziele des marokkanischen staates zum magneten für alle, die sich vom tourismus ein auskommen erhoffen. nur ein bruchteil der arbeit suchenden marokkaner findet jedoch eine anstellung in hotel und gastgewerbe.
es liegt auf der hand, dass die kriminalität im grossraum AGADIR zunehmen wird. das ist die logische folge, wenn eine grosse zahl von marokkanern dort nach auskommen sucht.
das bedeutet auch, dass die prostitution, die jetzt schon kaum erträgliche ausmasse angenommen hat, weiter steigen wird. es gibt alarmierende berichte aus AGADIR, die genau dies bestätigen.
man kann mit fug und recht voraussagen, dass die pläne des marokkanischen staates für den tourismus zu einer ungeheueren verwerfung der gesellschaftlichen und sozialen strukturen führen. es steigert auch nicht das ansehen marokkos, wenn familien mit kindern aus europa in AGADIR ferien machen wollen und dort auf schritt und tritt mit kleinkriminellen und prostituierten konfrontiert sind.
ich fürchte jedoch, dass die situation schon jetzt unumkehrbar geworden ist ... es sei denn, man erklärt den grossraum AGADIR zu einem europäischen ghetto, zu dem marokkaner keinen zutritt haben.
das aber will keiner!
der "plan azur" - so nennt marokko seine initiative auf dem tourismussektor - gerät immer mehr zu einem fiasko.
p.s. es sollte auch endlich einmal erklärt werden, welche vorzüge der grossraum AGADIR im vergleich zu den ägyptischen ressorts am roten meer, den türkischen ressorts an der ägeis und den tunesischen ressorts am mittelmeer hat ... um einmal die direkte konkurrenz beim namen zu nennen.
ganzjahrestourismus?
der ist wenigens in ägypten ebenfalls möglich, fällt auch für die vielen familien mit kindern, die sich nach den schulferien richten müssen, wenig ins gewicht.

Ausserdem sollte sich der König und seine Minister eher Gedanken machen, wie sie das Riesenproblem der Arbeitslosigkeit und Landflucht in Angriff nehmen. Mit Tourismus allein werden sie nur sehr sehr wenig ausrichten.
Und klar zieht Agadir Nutten aus ganz Marokko und allerlei sonstiges Gesindel an, die das schnelle Geld machen wollen.
Der marokkanische Staat sollte eher Industrie, Landwirtschaft und Solar-/Windenergie fördern, anstatt weiterhin von Vollbeschäftigung durch Tourismus zu träumen.
Normalerweise müsste die marokkanische Jugend den Aufstand wagen, denn deren Zukunft sieht mehr als düster aus!
Dann wären da noch Luft-/Umweltverschmutzung, die mittlerweile mehr als gravierend sind, aber das will ja niemand wahrhaben, leider!
Schade um ein Land, was schon längst wesentlich besser aufgestellt sein müsste!
http://www.tagesschau.de/ausland/marokko12.html
Reisen
Meinen Sie Zürich zum Beispiel
sei eine tiefere Stadt,
wo man Wunder und Weihen
immer als Inhalt hat?
Meinen Sie, aus Habana,
weiß und hibiskusrot,
bräche ein ewiges Manna
für Ihre Wüstennot?
Bahnhofstraßen und Ruen,
Boulevards, Lidos, Laan -
selbst auf den Fifth Avenuen
fällt Sie die Leere an -
Ach, vergeblich das Fahren!
Spät erst erfahren Sie sich:
bleiben und stille bewahren
das sich umgrenzende Ich.
Gottfried Benn