ALI aus marokko - mit dem blindenstock!
es muss von einer geschichte berichtet werden, die einigermassen skandalös ist.
aber der reihe nach:
in einem kleinen dorf im süden marokkos lebte ali. er war ein aufgeweckter junge - und blind. deswegen konnte er nicht mit anderen kindern spielen, wie er es wünschte. wenn die anderen kinder in der gegend herum tobten, stand ali in einiger ferne dabei und konnte nichts - gar nichts tun.
dennoch war er in seinem dorf zu hause und die menschen respektierten seine behinderung - vielleicht bemerkten sie auch gar nicht mehr, dass ali "anders" war. so ist das in marokko.im dorf, in dem ali zu hause war, lebte auch ein europäer. was ihn in diese gottverlassene gegend verschlagen hatte, weiss niemand. er lebte dort und kannte auch das schicksal von ali.
eines tages erhielt dieser europäer besuch aus deutschland. ein mann, um die fünfzig jahre alt, kam ins dorf und fragte - neben vielem anderen - auch nach dem los der menschen dort. auf diese weise erfuhr der deutsche von ali.
lassen wir alle nebensächlichkeiten beiseite - dass nämlich ali ein hübsch gewachsener, gerade einmal 15 jähriger marokkaner war - konzentrieren wir uns vielmehr auf das, was der deutsche (auch) dachte:
"ich will diesem ali helfen. er soll mit meiner hilfe sein augenlicht zurückbekommen!"
kaum hatte er ali näher kennengelernt, stand sein plan fest: ali musste nach deutschland gebracht und dort operiert werden, um sein augenlicht wiederzubekommen. woher der deutsche den optimismus nahm, dass ali in deutschland geholfen werden könnte, bleibt sein geheimnis.
vielleicht hatte er ja auch noch andere pläne. aber das weiss niemand, sollte deswegen auch nicht weiter interessieren.
als aus dieser idee eine ganze "hilfsaktion" wurde, mahnten einige, die davon kenntnis erhielten:
man solle ali doch erst einmal in casablanca - also in marokko - untersuchen. die diagnostischen möglichkeiten seien dort mindestens so gut wie in deutschland.
davon wollte der deutsche allerdings nichts wissen. er bestand darauf, dass ali nach deutschland kam, um dort untersucht zu werden.
warum nur wollte er ali unbedingt und auf so hartnäckige weise nach deutschland holen?
ali kam nach deutschland. welche hoffnungen er dabei hatte, ist unbekannt. es ist aber anzunehmen, dass ein 15-jähriger marokkaner unbedingt auf heilung hofft, wenn man ihn auf den weiten weg nach europa schickt, um dort von den "besten" ärzten behandelt zu werden.
ali konnte nicht geholfen werden. er wird blind bleiben.
das mussten ihm die ärzte attestieren, nachdem sie ihn untersucht hatten. das hätten auch die marokkanischen augenärzte in casablanca erkannt - aber sie wurden (warum nur?) nicht befragt.
es gibt indes ein happy-end:
ali lebt inzwischen - rechte hand, freund und gefährte - an der seite des 50-jährigen deutschen und lernt mit dessen hilfe ...
... das gehen mit dem blindenstock.
die geschichte geht noch weiter ... davon ein anderes mal!
