FLORENZ!
... nein, es ist nicht die richtige zeit, im juli oder august nach florenz zu reisen. die stadt ist überfüllt und platzt aus allen nähten. zudem ist es heiss und staubig. viel schöner ist es, im mai oder september florenz zu besuchen ...
meine reise nach florenz liegt lange zurück - und ich habe nicht nur gute erinnerungen daran. das ist aber eine andere geschichte. sie gehört hier nicht her. vielleicht sollte ich sie einmal aufschreiben. aber - man unternimmt ja nicht freiwillig einen abstieg in die hölle.
nein, florenz ist prächtig ... und wenn ich damals trüben sinns durch die strassen lief, hatte das nichts mit der stadt zu tun. genug davon!
der strassen
labyrinth
der häuser zinnenwehr
wo alle unsere träume sind
so leicht, so schwer...
hier wollten wir uns lieben
und immer beieinander sein
doch alle träume blieben
ein schatten nur vom schein
im glanz des abendlichts
steh´n zinne, dach und turm
es blieb von diesen jahren nichts
als wilder herzenssturm...
ich sehe dich dort unten
durch strassen gehn und gassen
bist du mir auch entschwunden
so bin ich nicht verlassen
hier waren wir, so ganz und gar,
im hellen sonnenlicht
ein menschenpaar, ein liebespaar
und ich vergess es nicht.
florenz in jenen jahren,
war reisen nur ins licht,
und wenn da fragen waren,
dann fragten wir sie nicht.
die antwort habe ich bekommen
viel später erst, und wie im scherz
und dachte sehr beklommen:
vielleicht zu heiter, dieser schmerz!
der strassen labyrinth
der häuser zinnenwehr
wo alle unsere träume sind
so leicht, so schwer...
florenz, - das war die ewigkeit,
die unverbrüchlich grosse lieb´,
dann hat es mir ins herz geschneit
dass kälte nur noch blieb.
jetzt bin ich wieder hier
recht müde zwar und alt und grau
und dennoch ist es mir,
wenn ich zu jenem hügel schau ...
als sässest DU dort, ganz alleine,
ein menschenkind in trauer.
gestatte, dass ich mit dir weine,
denn jede strasse, jede mauer
birgt unser glück
und hält es geizig fest
wir wissen doch, dass dem zurück
das leben keinen ausweg lässt .
im glanz des abendlichts
steh´n zinne, dach und turm
es blieb von diesen jahren nichts
als wilder herzenssturm...
so lass uns doch hier traurig sein,
entfernt, und so ganz nah
wir machen uns den wundersamen reim
auf das, was unsere liebe war.
im welten labyrinth
und lebens zinnenwehr
wo alle unsere träume sind
so leicht, so schwer...
