FLUGTICKETS - ein nachruf!
wenn der besonders dicke brief im postkasten lag, war es so weit: der urlaub konnte beginnen. das flugticket, das wir endlich in den händen hielten, verzeichnete akribisch, wohin es ging. manchmal waren die abkürzungen ein wenig verwirrend (HAM, MUC, BMO, ATH, SUG, TRÖ), aber mit einiger fantasie entstanden daraus dennoch sehnsuchtsziele.
das alles ist vorbei. die fluggesellschaften schaffen (ökologisch auf der höhe der zeit) die tickets ab und ersetzen sie durch computer. immerhin: wegen des eingesparten papiers können 50.000 bäume weiter leben und gedeihen. es stellt sich allerdings die frage, was - zum beispiel - die LUFTHANSA bei so viel lobenswertem umweltschutz mit so viel wald anfängt.
und dann: 50.000 bäume wollen gehegt und gepflegt werden. wobei ich noch gar nicht von den hasen, rehen und steinmardern gesprochen habe, denen der wald eine heimat ist ... den hirschen übrigens auch.
könnte es sein, dass wir demnächst aus dem urlaub zurückkehren und unsere wohnung plötzlich mitten im wald - oder doch auf einer lauschigen lichtung desselben - steht?
hase und igel (die nie in die ferien flogen) aber sind vergnügt - die natur holt sich nur das zurück, was wir auf unseren reisen sinnlos opferten:
... den deutschen WALD .
