HASCHISCH unter den augen der polizei!
wirklich verstehen, wie 3000 tonnen haschisch - das sind 80 prozent des europäischen gesamtbedarfs - aus marokko (unter den augen der polizei) transportiert werden können, werde ich wohl nie. weil aber marokko der grösste haschischexporteur der welt ist, muss das ganze unter den bakschischerprobten (und gierigen) augen der beamten vor sich gehen.
der grösste teil des rauschmittels wird im rif-gebiet, also im norden des landes, angebaut.
marokko hat den kampf gegen den anbau von haschisch längst aufgegeben. es gab einige versuche, bauern zu subventionieren, wenn sie gemüse anstatt haschisch anbauten. manchmal wurden auch ihre felder vernichtet. aber das alles war eher ein halbherziger versuch. die mafia, die den haschischhandel kontrolliert, hat sich als mächtiger als der marokkanische staat erwiesen.
es mag grotesk sein, im umkreis von chefchaouen an grünen haschischfeldern vorbeizufahren, von denen die behörden offiziell nichts wissen. wenn man aber weiss, dass die polizisten in den hinterzimmern ihrer büros die schmiergelder zählen, die ihnen von der mafia zugesteckt werden, wächst das verständnis, warum dem haschisch kein kraut gewachsen scheint.
schon denkt man in marokko darüber nach, haschisch zu legalisieren. immerhin prägt das rauschmittel den alltag sehr vieler marokkaner. sie wollen darauf nicht verzichten.
dennoch: es scheint mir ein komplettes armutszeugnis marokkos zu sein, nicht konsequent gegen den haschischhandel vorzugehen - selbst wenn dadurch für eine gewisse zeit der wirtschaftskreislauf im rif empfindlich gestört würde und die menschen wahrscheinlich nicht wüssten, wie sie ohne den anbau von haschisch überleben sollen.
