KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

11.09.2008 um 11:58 Uhr

KÖNIG und gott!

ich werde aus gründen des copyrights einen kommentar zum marokkanischen königshaus, der in einem forum des internets erschien, nicht hierher kopieren. weil er aber wichtige aussagen enthält und ein licht auf die verurteilung eines marokkanischen bloggers wirft, der es wagte, den könig zu kritisieren, habe ich mir erlaubt, den kommentar redaktionell zu überarbeiten und hier einzustellen:

oft schon wurde geschrieben, dass die heutige Form der marokkanischen Monarchie nicht zeitgemäss ist und sein kann. Diese Monarchie kontrolliert die Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport, sie will aber weder kritisiert noch beurteilt werden. Das nennt man eine absolutistische Monarchie.

Der marokkanische König soll weiterhin heilig und unantastbar bleiben, auch wenn seine politischen und wirtschaftlichen Geschäfte mitunter schmutzig und nicht heilig sind.

Der Zeitungsartikel, für den ein marokkanischer Blogger in die Verantwortung genommen wurde, bespricht einen der Mechanismen des in Marokko vorherrschenden mittelalterlichen politischen Systems. Es geht um die im Islam geforderte Almosengabe, weswegen ein rationales soziales System der staatlichen Armutsbekämpfung immer noch für überflüssig erklärt wird. Wenigstens lautet so das Argument des Königshauses.

Und dafür muss der Journalist 2 Jahre im Gefängnis verbringen.

Weitweit ein modernes Bild der Monarachie zu propagieren und viel Geld (öffentliches) dafür auszugeben, macht jedoch noch lange keinen modernen marokkanischen Monarchen. Die Marketingmaschine der Monarchie konnte die mittelalterlichen Strukturen des politischen Systems für kurze Zeit nur verwischen.

Die tatsächliche Modernisierung der Monarchie (als politisches System) hat ihre Grenze in der Konzentration der absolutistischen Macht, die sich immer noch im Palast bündelt. Ein Land tanzt nach der Pfeife einer Person. Die königlichen Stiftungen sollen das Land retten, nur der König kann Entwicklungsprogramme für das Land durchsetzen.

Immer nur der König an erster Stelle. Es gibt nur ihn und Gott.

Die Hunde der Monarchie versuchen seit Jahren ausschliesslich die Parteien für die politischen Probleme in Marokko verantwortlich zu machen. Dass die Monarchie sich selbst im Wege steht und das eigentliche, große Problem geworden ist, wollen sie nicht thematisieren. Stattdessen gehen sie hart mit denjenigen ins Gericht, die die Form der Monarchie kritisieren!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenOmbrage schreibt am 11.09.2008 um 12:09 Uhr:wer hat da meinen Titel geklaut? ^^
    Werft den Kerl in den Kerker!

    Sachen gibts...
  2. zitierenAdolf schreibt am 11.09.2008 um 17:40 Uhr:Und jetzt wird der "Herr" (S)Alami noch ungezügelt, wenn es um den Moschee-Bau in Deutschland geht.
    Ach jemineh, der Ärmste, wär er doch eher in Marokko geblieben, da wo Milch & Honig fließen...und gesellschaftlich alles bestens ist.
    Probleme haben die da in 1001 Nacht nicht, es sei denn, jemand wird mal wirklich wach!
  3. zitierenargazarrumi schreibt am 12.09.2008 um 08:54 Uhr:@ Adolf,
    aufwachen, um die Probleme zu erkennen wäre doch respektlos. Abgesehen davon würde doch der "Aufgewachte" sein eigener Feind werden. Das wollen wir doch nicht.

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