KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

10.09.2007 um 09:20 Uhr

MITTELALTER ist schön!

BILDQUELLE

es sind die grossen monumente des mittelalters, die uns immer neue reisegruppen aus japan bescheren. sie alle wollen sehen und erleben, wie die deutschen ritter vor hunderten von jahren lebten. auf ihren stolzen burgen blickten sie ins land - immer wachsam und entschlossen, ihr volk zu schützen.

es klirrten die rüstungen und tusnelda schmierte butterbrote, bevor es in die schlacht ging.

neben der burg NEUSCHWANSTEIN ist auch die burg HOHENZOLLERN zeugnis des mittelalterlichen hochgefühls. das einzig traurige ist - aber das muss den japanern ja nicht unbedingt gesagt werden - dass beide trutzburgen erst im 19. jahrhundert gebaut wurden. sie waren nichts weiter als komische kulissen.

freilich open-air, ganz grosses kino.

deutschlands nationalgefühl war damals so rostig wie die rüstungen der ritter. am horizont aber erschien wie ein menetekel preussens gloria. die einigung des reiches stand auf der tagesordnung.

um so komischer, dass gerade jetzt (um 1860 herum) die deutschen landesfürsten daran gingen, üppige burgen auf die spitzen der berge zu setzen: in bayern tat es der traurige ludwig II., in hechingen der preussische könig, friedrich wilhelm IV.

es scheint, als trauten die regenten der zukunft nicht so recht. die einigung des reichs unter preussischer führung und anleitung bismarcks war ja auch eine aus wirtschaftlichen zwängen geborene. schon damals gab es das, was wir heute globalisierung nennen. wer nicht mitspielte, geriet hoffnungslos ins abseits. die welfen in hannover mussten das mit aller bitterkeit erfahren.

mit ludwig II. verhielt es sich anders - er wurde von bismarck schlicht bestochen, der reichseinigung zuzustimmen. im gegenzug erhielt er viel geld, das er dafür benutzte, NEUSCHWANSTEIN zu bauen.

wir sehen: schon damals gab es die sehnsucht nach der "guten, alten zeit".

aber das müssen die japaner als global-player ja nun wirklich nicht wissen!


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