RELIGIONS AG in schwerer see!
eine RELIGIONS AG muss man sich folgendermassen vorstellen. dieser konzern ist ziemlich gross und verzweigt. irgendwann, kurz nach gründung der AG wurde ein mann namens moses der chef. für uns heutige pflegte er einen reichlich antiquierten und autoritären führungsstil. immerhin: die RELIGIONS AG florierte und expandierte.
im laufe der zeit wurden allerhand chefs verschlissen. kaum einer, der noch ihre namen kennt ... abraham, david, kurze zeit hatte auch goliath die aktienmehrheit an sich gerissen. es ging mitunter reichlich konfus in der führungsetage zu.
endlich entschloss man sich, gründlich aufzuräumen. da kam jesus, ein junger manager voller ideen, gerade recht. er strukturierte die AG in windeseile um, gab ihr ein neues outfit und machte sie wieder börsentauglich. die alte AG blieb zwar bestehen, es wurde aber ein tochterunternehmen gegründet. diese RELIGIONS AG II. stand wenig später im zenith ihres erfolges.
aber, es ist wie immer. irgendwann machte sich der schlendrin breit und man ruhte sich auf seinen loorbeeren aus. das missfiel einem mohammed, der die RELIGIONS AG II. lange zeit beobachtet hatte und seine eigenen schlüsse zog.
zuerst sammelte er alle positiven geschäftsansätze der AG und stellte sie den negativen gegenüber. aus dem extrakt der positiven ansätze (die negativen landeten im papierkorb) schmiedete er seinen plan einer effizienten RELIGIONS AG III., die wirtschaftlich auf der höhe der zeit war und allen börsenstürmen trotzte. in der RELIGIONS AG II. war man bald von mohammed so begeistert, dass man einem dritten tochterunternehmen zustimmte und mohammed zu seinem chef machte.
die auf solche weise entstandene RELIGIONS AG III. hatte mit ihren ursprüngen natürlich keine ähnlichkeit mehr. aber ein mercedes von 2008 sieht ja nicht aus wie einer, der 1910 gebaut wurde. wäre es so, wäre mercedes schon lange aus dem DAX geflogen, weil keiner mehr die autos kauft.
als mohammed hochbetagt das unternehmen verliess, dachte er, dass es nunmehr für alle zeiten prosperieren und sich marktbeherrschend behaupten würde.
allerdings hatte er nicht mit neidischen, frustrierten abteilungsleitern gerechnet. sie hiessen khomeni, bin laden und saddam (um nur die wichtigsten zu nennen). sie torpedierten die RELIGIONS AG III., wo sie nur konnten und schreckten nicht davor zurück, veruntreute gelder in ihre eigenen taschen zu lenken. sie wollten, wenn sie schon nicht an die spitze des unternehmens kamen, so doch wenigstens davon profitieren.
natürlich bricht ein so grosses unternehmen wegen derlei machenschaften nicht sofort zusammen. gewinnwarnungen, fallende börsennotierungen und fatale bilanzen jedoch sprechen eine eigene - langfristigere - sprache.
da nützt es auch nichts, die grossen namen des unternehmes - abraham, jesus und mohammed - zu beschwören. sie taugen höchstens noch für eine jubiläumsschrift.
