SIDI IFNI - öl ins feuer gegossen!
wir erinnern uns: vor einigen wochen wurde dem fernsehsender ALJAZEERA die sendelizenz in marokko entzogen. das ganze erfolgte ohne begründung, man kann jedoch annehmen, dass der sender in den augen des königs und der behörden allzu kritisch über marokko berichtete.
der verlust der sendelizenz hindert ALJAZEERA jedoch nicht, weiterhin aus marokko zu berichten. das tat der sender auch im hinblick auf die unruhen in SIDI IFNI ... und sprach bei dieser gelegenheit von mehreren toten.
das alles ist bisher nicht bestätigt. es war marokko aber anlass, eine hasstirade auf ALJAZEERA loszutreten und den sender in die nähe von AL-KAIDA zu rücken.
so sollen wohl aus aufgebrachten hafenarbeitern terroristen gemacht werden, die in SIDI IFNI anschläge auf den staat provozieren - unter anleitung von ALJAZEERA.
man spricht ja auch schon davon, dass die drahtzieher der unruhen im ausland sitzen.
klar ... wer in die kritik gerät, streckt seinen finger immer gern nach anderen aus.
dazu passt auch, dass die unruhen in SIDI IFNI hier und da schon als eine "intifada" nach palästinensischem vorbild bezeichnet werden. man möchte doch gerne wissen, wer hier alles sein "süppchen" kocht.
wenn marokko sich nicht ganz schnell entschliesst, mit augenmass und objektivität die vorgänge in SIDI IFNI aufzuklären (wozu auch das eingeständnis eigenen fehlverhaltens gehört), droht ein kommunikationsdesaster.
wer sich dieser tage die nachrichten in marokko anschaut, kommt allerdings zum schluss:
RABAT GIESST NUR IMMER WEITER ÖL INS FEUER
p.s. gerüchte und mutmassungen schiessen immer dann ins kraut, wenn ein staat die presse an der berichterstattung hindert. so muss der staat sich nicht wundern, wenn diese repression ihn irgendwann selbst in die geiselhaft von gerücht und mutmassung nimmt ...

Quintessenz: Die Bösen sind immer die Anderen, nie er und seine Gauner aus Rabat.
Aber in Zeiten von Internet, Satelitenfernsehen, Handycams & Co. haben Lügen seeeehr kurze Beine!