TIBET ... eine jugend ... und die politik der okkupanten!
soll es - wieder einmal - die innere angelegenheit chinas und der gesetze dort überlassen sein, wie die chinesen mit einer annektierten provinz umgehen?
sollten wir es also china überlassen, auf seinem territorium zu schalten und zu walten, wie es will?
ist es gar so, dass unsere einmischung dazu beiträgt, die situation in tibet noch viel schwieriger zu gestalten?
vordergründig mag das so sein und findet seine bestätigung darin, dass china inzwischen von einer "bande um den dalai lama" spricht, die für die proteste in tibet verantwortlich ist.
wir müssen aber nicht alles glauben, was aus peking verlautet. wir müssen uns auch nicht andauernd in einem hermeneutischen zirkel bewegen, um die gründe zu begreifen, weswegen ein land ein anderes land unterdrückt.
dafür mag es in der tat gründe geben - allein, was gehen sie uns an?
wir erleben in tibet das, was aller orten zu beobachten ist. eine junge, informierte generation lässt sich nicht länger am gängelband führen. sie weiss um das unrecht, verhandelt es nicht zäh ... sondern handelt.
der dalai lama ist - ob wir es nun akzeptieren oder nicht - ein alter mann geworden. seine politik, tibet vor den schlimmsten zugriffen chinas zu bewahren, ist - wenn auch respektabel - gescheitert. er hat es mit "gewaltlosigkeit" versucht - eine haltung, die jeder gläubige buddhist verinnerlicht hat.
idealerweise würde so ein gewaltloser protest auch zum erfolg führen. nur leider - die welt ist nicht so ideal, wie sie sich ein buddhist mitunter vorstellt ... noch dazu, wenn er fern seiner heimat im exil in indien lebt.
es hat nach dem einmarsch der chinesen im tibet eine lange zeit der zerstörung gegeben. es folgte eine viel kürzere zeit des wiederaufbaus buddhistischer klöster - zentren tibetischer kultur. mönche konnten, wenn auch in kleiner zahl, zurückkehren. das alles aber war überschattet von der massiven ansiedlung von chinesen in tibet (vom militär nicht zu sprechen), die inzwischen die mehrzahl der bevölkerung ausmachen und wirtschaft und politik dominieren.
nun, gut - das alles ist bekannt.
ich weiss beim besten willen nicht, wie der dalai lama im fernen indien diese tatsächlichkeiten umkehren will. er sucht das gespräch mit china, während china ihn als verbrecher bezichtigt. das ist die unglaublich brutale realität.
dass dies für junge tibeter eine schrecklich unbefriedigende situation ist, liegt auf der hand. wir sollten sie deswegen in ihrem protest unterstützen.
wer aber meint, das alles sei eine nur innerchinesische angelegenheit und müsste mit den dortigen gesetzen geregelt werden, verkennt die anmassend autoritäre haltung der staatsmacht in china - und in tibet.
der daila lama sollte jetzt - auch um eine junge generation von tibetern nicht zu enttäuschen - einen katalog von konkreten forderungen auf den tisch der chinesen legen ... dann wird man weiter sehen.
