afrika in alten atlanten!
dieses blatt (unten), das eine übersicht afrikas zeigt, stammt aus einem atlas von 1896. es ist wirklich interessant, sich atlanten des 19. jahrhunderts anzuschauen. je weiter wir zurückgehen, desto „weisser“ werden z.b. die afrika-karten.
afrika war bis weit ins 19. jahrhundert (und noch darüber hinaus) in weiten teilen „terra incognita“. gut zu sehen, dass auf dieser hier gezeigten tafel die küstenstriche recht detailliert karthographiert sind. hier setzten sich etwa ab mitte des 19. jahrhunderts die kolonialisten fest und zeichneten genaue pläne der gebiete, die sie okkupiert hatten.
je weiter wir aber ins innere des kontinents schauen, desto mehr weisse flecke entdecken wir - und hier vor allem im gebiet der sahara. das hat beileibe nicht den grund, dass dort nur wüste und sand zu finden sind. auch die sahara hat hohe gebirge, tiefe senken, einige - zumeist ausgetrocknete - flüsse (oueds), oasen und binnenseen.
allerdings ist das klima der sahara auf eine weise menschenfeindlich, dass er kaum jemand wagte, dorthin vorzudringen. wirklich erforscht wurde die sahara erst ende des 19. jahrhunderts - im zuge der suche nach den quellen des nils. ein weiterer grund war der wunsch der engländer, zwischen ihrem mandatsgebiet ägypten und der kolonie südafrika einen durchgehenden landweg zu etablieren. der musste aber notwendigerweise durch erforschtes - vor allem wegbares und sicheres land führen.
erst nach und nach erforschten die europäer den gesamten kontinent. sie taten das nicht etwa nur aus neugier oder entdeckerfreude, sondern immer auch auf der suche nach neuen, wirtschaftlichen ressourcen.
die entdeckungsgeschichte afrikas erklärt sich aus handfesten interessen - und war deswegen eine politische und wirtschaftliche herausforderung aller kolonialmächte im 19. jahrhundert.
