alle macht dem könig!
viel hat sich in marokko bewegt, seitdem könig hassan gestorben ist und sein sohn als mohammed VI. den thron bestieg. doch längst nicht alle hoffnungen, die dem jungen monarchen galten, haben sich erfüllt.
das hauptdilemma marokkos ist - so sieht es wenigstens die NZZ in einem überaus lesenswerten artikel - die antiquierte politische verfassung des landes, wo jede reformerische initiative vom könig ausgeht - er quasi die treibende, politische kraft ist.
der durchaus vorhandene wille zur erneuerung marokkos findet allerdings immer dort ein jähes ende, wo die (absolutistischen) vorrechte des königs selbst betroffen sind und in frage gestellt werden müssten.
eine konsequente politische reform marokkos müsste eben auch die machtfülle des königs und seines apparats (die makhzen) mit einschliessen. es muss nicht gesagt werden, dass genau dies nicht geschieht, weil der könig - auch als hüter des islam - in marokko nach wie vor über der verfassung steht ... eine tatsache, an der auch mohammed VI. nichts verändern will.
dieser widerspruch lähmt zuweilen die politischen reformen ganz erheblich. es sind die drei tabuthemen marokkos, die den demokratischen diskurs erschweren: der könig, der islam und die westsahara.
DIE NZZ SKIZZIERT DIE SITUATION
den artikel der NZZ habe ich auch in meine "kleine babel-bibliothek " übernommen!
