anflug auf AGADIR!
ein flug über marokko ist einzigartig. vor allem der flug über den hohen atlas nach agadir ist unvergesslich.
... kaum hat unser flugzeug den atlas erreicht, müssen wir unsere
sicherheitsgurte anlegen. das flugzeug geht in den sinkflug und verliert
schnell an höhe.
moritz beugt sich zum fenster.
„gleich landen wir auf den bergen,“ ruft er, als das flugzeug so dicht
über die gipfel hinwegfliegt, dass es fast ihre spitzen abrasiert.
„gleich wird der haarföhn eingeschaltet!“
„wieso denn das!“
wir rasen durch einen wettertunnel richtung agadir. ein mächtiger
sturm bläst uns die wolken entgegen und schüttelt das flugzeug
durch.
dann sind die berge schon hinter uns und wir fliegen in die souss-ebene.
aber das flugzeug hat alle mühe, hinunter zu kommen, denn vor uns versperrt
nun der antiatlas das tal.
“jetzt pass einmal auf, moritz! bist du schon einmal achterbahn gefahren?“
er nickt sehr ernst.
„dann wird dir das, was jetzt kommt, nicht neu sein!“ lache ich.
nun beginnt der höhepunkt eines jeden flugs nach agadir! das
flugzeug neigt sich in eine mächtige rechtskurve. jetzt nur nicht aus
dem fenster schauen! einmal ist es der himmel, den moritz und ich sehen,
dann die erde, auf der wir noch nicht gelandet sind!
viele steile kurven und das flugzeug steht immer wieder fast senkrecht
in der luft.
„wie viele kurven denn noch?“ stöhnt moritz.
„sehr viele!“
es ist, als hätten wir uns zu einem kunstflugwettbewerb angemeldet.
allerdings würde ich mir dieses spektakel lieber von unten aus betrachten.
eine letzte steile kurve noch, dann sehen wir schon ganz nah die olivenbäume,
orangenhaine, die kleinen lehmigen häuser und die verbrannten felder.
moritz packt schnell seine malsachen ein. "jetzt wird es noch mal spannend",
ruft er. unser flugzeug jagt auf die rollbahn und unglaubliche kräfte
müssen gezügelt und gebremst werden. schon klatschen die mitreisenden
erleichtert beifall. zu früh, denke ich, denn das ist nun wirklich
der gefährlichste teil des flugs. auch moritz sieht mich skeptisch
an. wir haben uns verstanden.
"ich wünsche dir eine gute zeit in marokko", ruft er mir zu und schultert
seinen rucksack.
"ich wünsche dir auch alles gute, moritz".
dann ist er fort.
als ich das flugzeug verlasse, schlägt mir der heisse atem nordafrikas
ins gesicht. ich gehe über das sonnenwarme rollfeld zum flughafengebäude.
"monsieur, ihren pass bitte !"
ich war in marokko angekommen!
und so lesen wir dann das ganze (völlig uninspiriert) an anderer stelle im internet:
