bed and breakfast!
in england würde etwas fehlen, wenn es nicht de kleinen "bed and breakfast" pensionen gäbe (bei dieser gelegenheit: hello, mrs. finnigan in twickingham!). günstige unterkünfte in privatwohnungen sind die kostensparende alternative zu hotels. und was besonders schön ist: familienanschluss ist (fast) garantiert. ich frage mich, warum soetwas nicht auch in deutschland existiert. es gibt zwar einige ansätze, das englische konzept auch bei uns zu übernehmen - das angebot ist jedoch immer noch vergleichsweise klein.
vielleicht liegt es ja an den unterschiedlichen mentalitäten. die engländer sind fremden gegenüber traditionell offen eingestellt. es macht ihnen wenig aus, ihnen unbekannte bei sich zu beherbergen. denn sie wissen: aus fremden werden in den allermeisten fällen freunde. und dann noch: die engländer waren immer schon pioniere, wenn es galt, sich das fremde bekannt zu machen. am deutlichsten manifestiert sich dies in ihrer kolonialen politik, die durchaus zwei seiten hat: die unterwerfung des fremden zu eigenem nutzen - aber auch das kennenlernen des fremden, um daran zu lernen und seinen horizont zu erweitern.
wir deutschen tun uns da schwerer. über jahrhunderte waren wir verkapselt in kleinstaaterei und wagten kaum den blick über den tellerrand. fremde und fremdes ist uns suspekt. der aufbruch in die fremde war - wenn überhaupt - zumeist begleitet mit waffengerassel. das alles mag auch der grund dafür sein, dass wir deutschen in der fremde nicht immer wohlgelitten sind. uns fehlt die bereitschaft zur anpassung und die vorurteilslose neugier auf die fremde.
gastfreundschaft ist eine haltung, die aus der erfahrung wächst. inselbewohner sind naturgemäss neugierig auf fremde - den diese erweitern aufs schönste den zumeist engen, insularen horizont. auch wenn deutschland keine insel ist - sondern (im gegenteil) in einem zusammen rückenden europa immer mehr ein ort der begegnung verschiedener kulturen wird, wäre es an der zeit, zumindest eine englische tradition zu übernehmen:
