der HERBST!
ich weiss: über den herbst sollte man nicht allzu viel schreiben. er ist manchmal so trübe, dass jedes wort den trübsinn noch verstärken würde. obwohl - es gibt über den herbst besonders schöne gedichte. wahrscheinlich verhält es sich so, dass die poesie und die melancholie schwestern sind, die nichts unversucht lassen, uns kleine, graue wolken ins herz zu schicken.
vor vielen jahren arbeitete ich mit einer kollegin zusammen, die allen ernstes behauptete, dass der herbst die schönste jahreszeit sei ... weil es sich bei nebel und nieselregen besonders gemütlich zu hause sitzen lässt.
der wirklich anstrengende herbst steht uns indes noch bevor: im november erreicht der trübsinn bei einigen unserer mitmenschen bekanntlich seinen höhepunkt. im november hat man in der tat das gefühl, dass die natur ihren laden dicht gemacht und in urlaub gegangen ist ... so wie es die italienischen eisverkäufer tun, die ihre eisdielen im november schliessen, um erst im april aus dem süden zurückzukehren ... mit neuen eissorten ... pistazie-spinat ...
kein "goldener herbst" steht mehr in aussicht. in den nächsten wochen gilt unser augenmerk allein den windgeschützen und regensicheren jacken.
vielleicht sollten wir daran gehen, jetzt unsere fotos aus dem sommerurlaub zu sortieren. mancher nimmt dafür ein fotobearbeitungsprogramm, um die sonne auf den bildern noch heller scheinen zu lassen ...
eine leichte überbelichtung schadet in dieser jahreszeit gewiss nicht. es soll ja auch menschen geben, die sich jetzt täglich vor eine "lichtdusche" setzen, die augen schliessen und sich an den strand, irgendwo in spanien, träumen.
der herbst - wie er nun einmal ist - hat aber doch auch perspektiven, für die es sich lohnt, die augen offen zu halten:
