KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

13.03.2007 um 20:09 Uhr

der alte indianer "stormy weather"!

der indianer "stormy weather" war auf seine alten tage ein wenig grieselig und nachtragend geworden. wenn er im zelt bei den anderen sass, grantelte er und wusste alles viel besser. mit anderen worten: seine besseren tage waren längst dahin. wenn er den jüngeren davon erzählte, wie er einst die truppen der feinde - ganz allein - in die flucht geschlagen hatte (damals am old river hill) kicherten alle, die bei ihm sassen und tippten sich (ohne dass "stormy weather" es merkte), an die stirn. "stormy weather" war ein - inzwischen zahnloser - aufschneider, das wussten alle.

sein grosser tag - oder anders gesagt: sein letzter tag in einer langen reihe von miserablen tagen - kam, als einige junge indianer zu den zelten ihres clans liefen und atemlos berichteten, dass der feind im anmarsch sei.

"stormy weather" besann sich auf seinen mut (er allein gegen mindestens tausend feinde!) und wusste, dass seine stunde geschlagen hatte. er verlor keine sekunde, sondern begab sich eilig auf einen hügel, von dem aus er eine weite sicht ins land hatte. er nahm es als ein gutes omen, dass sich am horizont ein gewitter zusammen ballte, das rasch näher zog.

als das gewitter "stormy weather" erreichte, richtete er sich auf, streckte seine arme in den himmel und rief:

"ich habe dich gerufen - du bist gekommen. schleudre deinen blitz nun auf meinen feind. ich, "old weather", der alle widersacher ... (es waren - darf ich überlegen? - viel mehr als tausend) ...bezwungen hat, befehle es dir auf der stelle!"

es knallte ohrenbetäubend, aus dem dunklen himmel jagte ein blitz ...

von "stormy weather" blieb nur ein häufchen asche auf dem hügel zurück.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenManuela schreibt am 13.03.2007 um 21:39 Uhr:Ja, der gute alte *stormy weather* - das war doch so ein unglücklicher, wenngleich weiser Mann, auf den die verblendeten gehirndezimierten Mitindianer nicht hören wollten. Vielleicht waren die aber alle nur halbtaub, mit anderen Ideen beschäftigt, zu jung dafür oder aus anderem Grund verständnislos. Die Lösung, sich dem göttlichen Blitz zu opfern, kann ich aber allenfalls nur als opernhafte Inszenierung werten, nicht jedoch als kluge Tat.
  2. zitierenrolf schreibt am 13.03.2007 um 22:22 Uhr:möchtest du auch den witz dieser kleinen geschichte entdecken ... hmmm? sonst habe ich sie falsch erzählt. das passiert manchmal.

    gruss rolf
  3. zitierenManuela schreibt am 13.03.2007 um 22:52 Uhr:.... den Witz entdecken? - hmmmmm? - ich möchte schon *such-such*

    ist es der, daß der stürmische Häuptling einfach nicht mehr zeitgemäß war und den falschen Göttern und Idealen huldigte? und deshalb ein so promptes Ende nahm aufgrund von Selbstüberschätzung? hat er die Zeus'sche Hoheit gelästert? fragte er sich nicht eigentlich tatsächlich, ob er seine tigrische Zahnlosigkeit dulden/akzeptieren müsse? statt dessen ging er - wissend um seine Freveltat - in den Tod?

    nun ist dies aber nur ein Sinnbild; eine Legende; so ein Geschichtchen wie das von 'Idomeneo', der versehentlich versprach, den Sohn zu opfern; - und dort gab es wider Erwarten ein happy-end!
  4. zitierenrolf schreibt am 13.03.2007 um 23:06 Uhr:4. es ist - ganz schlicht - eine geschichte der selbstüberschätzung! das kennen wir doch, oder?
  5. zitierenManuela schreibt am 13.03.2007 um 23:36 Uhr:wir kennen das - leider, und diese Deutung gab ich bereits; ob es allerdings immer mit der Rache der Götter enden muß, ist für mich zweifelhaft; - und zuvor ist auch fraglich, ob es wirklich als solche Selbstüberschätzung gewertet werden muß; möglicherweise ist es ja doch nur einer dieser Windmühlenkämpfe, weil die Situation zu nebulös-unklar war .....

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