KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

10.12.2006 um 23:42 Uhr

diaspora!

schon lange beschäftigt mich der begriff "diaspora" - vor allem aber, was er bedeutet. diaspora heisst, vom wesentlichen getrennt zu sein und eine periphere lebensgemeinschaft zu bilden.

es gab eine jüdische diaspora in osteuropa. getrennt von ihren glaubensbrüdern, die in alle himmelsrichtungen zerstreut waren, hielt sie in besonderer weise am jüdischen glauben fest. da aber ein lebendiger austausch mit den glaubensbrüdern und -schwestern nicht möglich war, liefen gläubige in der diaspora stets gefahr, besonders strikt, konservativ und streng ihren glauben zu leben.

es bildeten sich inseln des glaubens, die - weil sie sich dem lebendigen und manchmal neuen nicht öffnen konnten - rigide nach rückwärts gewandt waren. glaube, kultur und tradition gehorchten einer auffassung, die sich nach der - bekannten - vergangenheit ausrichtete.

diaspora bedeutet also vor allem auch: erstarrung.

juden lebten in osteuropa in der diaspora - muslims leben heute in europa in der diaspora, christen leben zuweilen auch in der diaspora - immer dann, wenn sie nicht von einer lebendigen kirche umgeben sind.

ich habe bei "google" den begriff "diaspora" eingegeben und folgendes bild als resutat bekommen:

es zeigt einen pfarrer, der skeptisch (wohin?) schaut, samt kindern, die anscheinend kritiklos aus der bibel zitieren. ihre "frömmigkeit" ist auf eine weise dargestellt, dass sie widerspruch beim betrachter auslöst. das bild ist so "schön", wie es irreal ist. "diaspora" ist das, was sich im (skeptischen) blick des pfarres zeigt - jedoch von den kindern überhaupt nicht wahrgenommen wird.

die "diaspora" - ob nun bei den juden, muslims oder christen - ist zuweilen das, was glaube und tradition auf bizarr verdrehte weise festhalten.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLexony schreibt am 12.12.2006 um 19:38 Uhr:Aber in dieser Richtung hängt immer das Kreuz in der Klasse! Die Kinder suchen Gott noch im Sohne, der als Abbild gegenwärtig ist. Der Pfarrer weiss darum, dass der Herr draußen vor dem Fenster in jeglicher Schöpfung wiederzufinden ist und lauscht nur den Anfängen des findens und braucht Gottes Bild in Form seines Sohnes nicht erblicken!

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