KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

11.06.2008 um 17:42 Uhr

die MAP - am gängelband rabats?

in einem forum des internets (dessen namen ich nicht nennen muss) wird mit treulichem augenaufschlag gefragt, warum die internationalen presseagenturen über die unruhen in SIDI IFNI nicht berichten.

diese frage zielt natürlich darauf, dass die ganze angelegenheit in SIDI IFNI wohl reichlich aufgebauscht wurde.

leider hat der, der so treulich-hinterhältig fragt, keine ahnung, wie meldungen und nachrichten zustande kommen. die nationalen presseagenturen - auch in marokko - sollten in der lage sein, unabhängig zu berichten. im fall von marokkko tut das die MAP (maghreb arab press) jedoch offensichtlich nicht. die MAP - so sieht es aus - wurde dazu angehalten, die unruhen in SIDI IFNI totzuschweigen. deswegen gibt es auch nur ungenaue hinweise in einigen lokalen zeitungen marokkos.

wir sollten uns vergegenwärtigen: es gibt ein grosses tabu-thema in marokko: die westsahara. an ihrem rand liegt SIDI IFNI. die presse schweigt besser, als sich die finger daran zu verbrennen.

internationale presseagenturen - wie zb. auch die DPA - stützen sich in ihrer arbeit zuerst einmal auf die presseagenturen der einzelnen länder. die DPA ist nämlich nicht in der lage, einen korrespondenten in SIDI IFNI zu installieren. was sollte er auch dort?

wenn den internationalen presseagenturen allerdings das material zur berichterstattung vorenthalten wird (wie es offensichtlich die MAP im fall SIDI IFNI tut), können sie nur zwei dinge tun:

- entweder sie wenden sich direkt an die marokkanischen behörden und bitten um aufklärung. wenn die behörden mauern (und sie tun es offensichtlich), werden die agenturen sehr lange auf verwertbares material warten müssen.

- oder sie schicken einen journalisten "vor ort", der die angelegenheit in SIDI IFNI recherchiert. das kann dauern, ist auch schwierig, weil es zu den unruhen so viele hinweise gibt, wie menschen daran beteiligt waren.

presseagenturen wie auch die DPA sind natürlich immer misstrauisch, wenn sie nachrichten von agenturen verarbeiten, von denen sie genau wissen, dass sie staatlich gelenkt werden. in diesem fall hilft nur eine ergänzende, eigene recherche.

die MAP geriert sich jedoch als presseagentur jenseits der offiziellen politik marokkos. sie gibt sich unabhängig und objektiv. was von der MAP also nicht wenigstens ansatzweise berichtet wird, hat erst einmal für die internationalen agenturen keine relevanz.

... oder muss mühselig selbst recherchiert werden - und zwar so präzis, dass keine falschmeldung (über die zahl der verletzten oder gar toten) produziert wird. ich nehme an, marokko würde darauf sehr empfindlich reagieren.

vielleicht muss man es in den redaktionsstuben überall in der welt erst (wieder) lernen, dass die MAP (anders als gedacht) am gängelband rabats und der dortigen politischen interessen geführt wird.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenAdolf schreibt am 11.06.2008 um 18:43 Uhr:Ja, und JohSie vom Bodensee war gerade in Ifni & hat vor lauter Sonnenbaden nichts von dem brutalen Überfall von Polizei/Militär um 3 Uhr nachts mitbekommen, sowas aber auch...<sich an den Kopf greift>!
    Hohn & Spott statt Respekt und Hochachtung vor den Ifnis...so will's der König...so berichtet's 2M...& so sehen es auch andere Blindgänger.
    Sind ja nur Ifnis...was wollen die schon?
  2. zitierenrolf schreibt am 11.06.2008 um 19:06 Uhr:und die heimlich gemachten video-aufnahmen mit den polizeikolonnen konnte der schwager natürlich nicht mirbekommen - er schlief ja in seinem zimmer ... direkt über dem hafen. tja, josi - wer in marokko als "consult" auftritt, muss marokko loben ... man wird ja nicht an dem ast sägen, auf dem man sitzt. am schönsten ist das bild vom könig, der in seinem porsche mal kurz nach tanger flitzt, um für ordnung zu sorgen. von solchen 1001 märchen wollen wir noch viel mehr lesen --- im internet.
  3. zitierenGast schreibt am 12.06.2008 um 11:00 Uhr:bei JohSie wird es sich "nur" um sprachliche Missverständnisse handeln, wie das schon mal in ihrem Beitrag in "Dem Forum" auftrat, siehe nachfolgende Passage zum Thema "Hammam".

    "ich habe seinerzeit meinen Mann falsch verstanden
    (arabisch war damals noch nicht mein Hauptfach),
    immerhin konnte er mir aber verständlich machen,
    daß er "immer dabei war und ALLES gesehen hätte"
    und hat dabei eine Kopfhöhe angedeutet,
    die ich als 12 Jahre interpretiert habe."

    Wenn ihre französischen Sprachkenntnisse heute noch so rudimentär sind wie ihre (damaligen) Kenntnisse über die marokkanische Kultur, dann wundert mich ihr seichter Sidi-Ifni-Bericht nicht.
    Da sie es ja offensichtlich mit den Angaben nicht so genau nimmt, wird zwischen "public beach" und "port" nicht unterschieden. Am Hafen gibt es keine Häuser, aber das wurde ja bereits gesagt.

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