die POESIE - von onkel und tante!
das talent, kleine geschichten über dies und das - und in diesem fall: über marokko - zu verfassen, ist nicht jedem gegeben. solche geschichten müssen ja auch "stimmen", also den nerv der sache (des landes und seiner menschen) treffen.
so jemand hat sich gefunden. er schreibt seine hintersinnig-schönen geschichten in einem forum auf, das marokko zum thema hat. ich lese das alles gern!
allerdings ahne ich, dass dort inzwischen die köpfe knistern. wer ist dieser mann, der solche geschichten schreibt? ist er womöglich ein neuer wolf im marokkanischen schafspelz, ein djinn, der mit identitäten schabernack treibt, ein gaukler, der sich mal so und mal anders nennt ... wie man ihn zuweilen auf dem jemma-el-fna in marrakesch trifft?
so lange man nichts rechtes weiss, hält man sich zurück. tante und onkel des forums, die darüber wachen, dass dort - wenn überhaupt - nur djinns ihr unwesen treiben, denen sie zuvor die zähne gezogen haben, schweigen still.
nur die unbedarfteren rufen: "toll" und "weiter so"!
onkel und tante indes wiegen ihre köpfe und fühlen sich erinnert - unangenehm erinnert. es geht ihnen nicht darum, dass jemand eine gute geschichte erzählt ... sie fragen sich, wer das ist, der über marokko schreibt (wo doch nur sie es sind, die wissen, wie es in marokko wirklich aussieht).
märchenerzähler gibt es immer wieder - sie wachsen einfach auf den bäumen der phantasie. sie sind die wahren geister, die wirklichen djinns ... sie haben kein ziel, beabsichtigen nichts, sind nicht rachsüchtig oder böse zu diesem und jenem ... sie wollen nur erzählen, nur unterhalten.
onkel und tante aber ahnen böse absicht und list, lassen den märcherzähler vorerst gewähren, gönnen ihm die kurze frist ... bis sie ihn mit ihrer dummen fliegenklatsche malträtieren und zur strecke bringen.
die poesie ist bei onkel und tante nicht gut aufgehoben!
