KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

02.09.2007 um 09:40 Uhr

die englischen GÄRTEN!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

einmal war ich im frühling bei mrs. finnigan in twickenham bei london zu besuch. sie lebt in einem dieser hübschen dunkelroten backsteinhäuser mit den strahlend weissen fensterläden. ich hatte mich bei ihr für „bed and breakfast“ angemeldet. das zimmer, das ich bewohnte, war hell und freundlich, die fenster gingen hinaus zum garten.

mrs. finnigan gestattete mir, mich auf eine bank unter einen alten baum zu setzen, um eine zigarette zu rauchen. im haus durfte ich es nicht!

was hatte sie für einen schönen garten! ich bewunderte die üppigen stauden, die seltenen pflanzen und die in allen farben blühenden blumen. mrs. finnigan aber winkte bescheiden ab. sie hätte viel zu wenig zeit für ihren garten!


garten in sissinghurst I.

weil ich mich aber so wohl fühlte und ihr gern ein kompliment machen wollte, sagte ich: die engländer sind berühmt für ihre gärten - und ihrer gehört ganz gewiss dazu! da lächelte mrs. finnigan und lud mich zu einer tasse tee ein - in ihren garten, unter den alten baum.

Vita Sackville-West, die bekannte englische schriftstellerin und freundin von Virginia Woolf, schuf zusammen mit ihrem mann, dem diplomaten Harold Nicholsen, in den 30er jahren die gärten von sissinghurst in der grafschaft kent. es entstanden üppige anlagen, die von jeweils einer farbe und ihren schattierungen bestimmt sind. nachts schrieb Vita ihre bücher - tagsüber pflanzte sie stauden und legte rabatten an. das herz der gartenfreunde schlägt höher, wenn der name sissinghurst fällt.


garten in sissinghurst II.

dieser garten ist nur einer von vielen in england, die einen besuch lohnen. in wohl kaum einem land sonst gibt es freizeitgärtner, die sich mit so viel liebe und hingabe ihren gärten widmen. es gibt wettbewerbe für die schönsten gärten und mancher engländer gestaltet seinen garten jedes jahr neu und anders.

in deutschland setzte sich die englische gartenkunst im 19. jahrhundert durch. man verzichtete fortan auf die strenge ordnung der abgezirkelten beete und wege und schuf stattdessen „park- und gartenräume“, in denen bestimmte pflanzen und farben dominierten. alles schien zufällig, - manchmal sogar wild wuchernd -, und war doch in der wirkung genau geplant.

hier geht es zum garten von Vita Sackville-West und zu vielen weiteren informationen über die englische gartenkunst!

 
aus meinem tagebuch: märz 2004 

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