KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

21.08.2006 um 19:13 Uhr

die lunte wird anderswo gezündet!

zwei bomben sollten in den bahnhöfen von koblenz und dortmund gezündet werden. sie waren in zwei koffern deponiert und in vorortzügen abgestellt worden. die zeitzünder tickten - ein handwerklicher fehler liess sie am ende - gott sei dank - nicht detonieren. nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der anschlag "erfolg" gehabt hätte.

ein libanese wurde wegen des dringenden tatverdachts festgenommen. die bundesanwaltschaft geht von mehreren tätern aus. sie sind auf der flucht.

was veranlasst einen jungen libanesen zu dieser tat, der aufenthaltsrecht in der bundesrepublik geniesst und an der uni kiel studiert? er ist damit - gemessen an seinen altersgenossen - in einer privilegierten position. ihm hätten nach erfolgreichem studium die türen zu einer gutdotierten arbeit im libanon offen gestanden. offensichtlich interessierte ihn das nicht.

welcher hass muss sich in dem jungen libanesen aufgebaut haben, dass er eines tages daran ging, bomben zu bauen (oder/und zu deponieren), die hunderte von menschen in den tod reissen sollten?

woher kommt dieser hass? was - und das vor allem - können die menschen in der bundesrepublik dazu, dass sich sein heimatland durch die israelischen soldaten in ein trümmerfeld verwandelt hat? ist es die wut, dass die bundesrepublik sich strikt zum existenzrecht israels bekennt?

warum lebt ein junger libanese völlig immunisiert und abgeschottet inmitten einer gesellschaft, die sehr wohl zu differenzieren weiss zwischem dem existenzrecht israels und den völkerrechtswidrigen handlungen eben dieses staates?

sind die bomben seine antwort auf die ungerechtigkeit der welt? ungerechtigkeiten hat es immer gegeben. sie sollen deswegen nicht verschwiegen werden. im gegenteil: das gespräch der völker - also auch das der libanesen mit den deutschen - kann zu mehr verständnis und gerechtigkeit führen. die europäer werden einen beachtlichen beitrag zum wiederaufbau des libanon leisten. sie tun das - auch - im bewusstsein, dass dem libanon eine grosse ungerechtigkeit widerfahren ist.

israel hat nicht den libanon - sondern die hisbollah angegriffen. dass libanon auf so schreckliche weise in den krieg gezogen wurde, liegt einzig und allein daran, dass man dort tatenlos (oder erpresst) zusah, wie sich ein staat im staat etablierte. es trifft - wie man es dreht und wendet - den libanon eine mitschuld.

was also bezweckte der junge libanese mit seinem anschlag? aus welchen quellen befeuerte sich sein hass und seine wut? traf er in deutschland auf eine gesellschaft, die ihm wegen seiner herkunft oder seines glaubens restriktionen auferlegte? man hört, dass im kieler studentenheim ein raum eingerichtet ist, in dem muslims zum gebet zusammen kommen können. spricht das für eine tolerante - oder eine intolerante gesellschaft?

denken wir nicht weiter nach. es ist sinnlos! es gibt für diese taten keine erklärung. wir sollten uns nicht lange mit einem verblendeten libanesen aufhalten, der sein gastrecht aufs gründlichste missbrauchte.

wir sollten unseren blick vielmehr zu den hasspredigern wenden, die hier in deutschland und dort im nahen osten die menschen so lange aufhetzen, bis sie blindwütig bereit sind, unvorstellbares zu tun.

ein junger libanese mag eine bombe bauen - die lunte wird in wahrheit an anderer stelle gezündet.

deswegen: werden wir doch einfach mal - ohne wenn und aber - rigoros und vollständig intolerant (sogar gegenüber unseren freunden), wenn zum hass und zur gewalt aufgerufen wird - wo auch immer, gegen wen auch immer.

 

 


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