ein kleiner, feiner konzertsaal!
RADIO BREMEN ist ein kleiner, aber kreativer sender. in den 50er jahren liess sich der sender einen konzertsaal bauen, aus dem im laufe der jahre unzählige konzerte gesendet wurden - jazz genauso wie klassik. die künstler, die den sendesaal kennenlernten, rühmen seine akkustik. der sendesaal, so meinen sie, sei die "stradivari" unter den deutschen konzertsälen.
RADIO BREMEN bezieht indes in einiger zeit ein neues, stadtnahes quartier. ein sendesaal, so wissen wir, kann nicht einfach in kartons gepackt werden und den umzug mitmachen.
das alte gelände von RADIO BREMEN wurde überdies inzwischen verkauft. der erlös wurde in den neubau von RADIO BREMEN gesteckt. dort, wo einst rundfunk vom feinsten gemacht wurde, sollen wohnungen - besonders schöne wohnungen - entstehen.
und deswegen stört der sendesaal. er muss weg, sagen die investoren.
nun steht der sendesaal inzwischen unter denkmalschutz. er ist also in seiner baulichen substanz besonders schutzwürdig - und ein denkmal des deutschen rundfunks schlechthin.
was also tun?
der bürgermeister, der zugleich kultursenator ist, wird in dieser woche entscheiden. er allein könnte als oberster dienstherr der denkmalschutzbehörde die schutzwürdigkeit des sendesaals aufheben.
eine private initiative will den konzertsaal hingegen retten. dazu gehört jedoch, dass er bespielt wird. man hat errechnet, dass der kommerzielle spielbetrieb rund 300.000 euro im jahr kostet. ob diese kosten durch eintrittskarten wieder hereinkommen, ist ungewiss.
aber ganz abgesehen davon: man hebt den denkmalschutz nicht einfach auf, um irgendeiner kommerziellen nutzung platz zu schaffen.
soetwas gehört sich einfach nicht!
