ein peinliches FUSSBALLSPIEL!
marokko ist ein fussballverrücktes land. jeder noch so verstaubte hinterhof wird zur arena, in der um sieg und niederlage gekickt wird. am strand von agadir spielen von sonnenaufgang bis sonnenuntergang zufällig zusammengewürfelte mannschaften um den sieg. eigentlich geht es aber gar nicht um sieg oder niederlage - vielmehr um die demonstration, ein virtuose mit dem fussball zu sein.
wenn dann noch prominente internationale fussballspieler FES zum austragungsort eines benefiz-spiels machen, müssten eigentlich die ränge der arena mehr als gefüllt sein. die veranstalter hatten aber wohl nicht begriffen, dass die marokkaner wenig geld haben, um sich ein ticket fürs stadion zu leisten.
macht in diesem fall nichts, denkt man, denn das ganze nennt sich doch "SPIEL GEGEN DIE ARMUT". es kam dann aber doch ganz anders und ist eigentlich nur noch peinlich:
Seit Jahren laden die Ex-Weltfussballer Zinedine
Zidane und Ronaldo im November zu einem «Spiel gegen die Armut». Der
Anlass wurde für den Franzosen und den Brasilianer dieses Jahr aber zum
Frust-Spiel: Das Stadion blieb wegen zu hohen Preisen halbleer.
Als Austragungsort wählten sie erstmals ein nordafrikanisches Land: Das Stadion in Fes in Marokko.
Grund
waren die hohen Eintrittspreise von 50 bis 1000 Dirham. Das sind
umgerechnet 7 bis 140 Franken. «Es ist ein Spiel gegen die Armut, aber
die Armen können sich diese Preise nicht leisten», klagte der
16-jährige Majd.
Geschäftsleute machten keine Geschenke
Die
Veranstalter entgegneten, viele Tickets seien von Geschäftsleuten
gekauft worden, die die Tickets an Minderbemittelte hätten weiterleiten
sollen.
Mit dem Erlös aus dem Spiel sollen UNO-Programme gegen die
Unterernährung, gegen Kindersterblichkeit und für bessere Bildung
unterstützt werden. Das Team von Ronaldo, der erstmals nach
neunmonatiger Verletzung wieder spielte, gewann das Match mit 6:5.
Quelle: Schweizer Fernsehen, Tagesschau
http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2008/11/18/vermischtes/spiel_der_armut_nur_fuer_reiche
