KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

23.07.2007 um 18:22 Uhr

ein regisseur - gefeuert!

der roman "die päpstin" von donna woolfolk cross ruft geradezu nach einer verfilmung. das weiss auch volker schlöndorff - er arbeitet seit sieben jahren am drehbuch zum film.

jetzt sind die pläne so weit, dass über die finanzierung verhandelt wird. die CONSTANTIN-FILM wird die produktion übernehmen und sucht nach weiteren geldgebern. wie schon in der vergangenheit werden für so ehrgeizige projekte gern filmföderungsmittel in anspruch genommen - und geldmittel der fernsehsender, die als co-produzenten auftreten.

die bedingung, damit diese gelder fliessen: der kinofilm wird nach seiner erstauswertung auch im fernsehen gezeigt - womöglich als mehrteiler.

volker schlöndorff hat indes die frage aufgeworfen, ob diese - parallele - auswertung dem film nicht einiges von seiner qualität nimmt. fürs fernsehen wird halt schneller produziert, wobei manchmal die sorgfalt in einzelnen szenen auf der strecke bleibt.

man mag zu der frage stehen, wie man will.

der CONSTANTIN-FILM wenigstens war sie anlass, volker schlöndorff als regisseur zu kündigen. in heiklen momenten der finanzierung so eine frage aufzuwerfen, könnte dem projekt schaden - sprich: geldgeber verprellen.

ich vermute noch etwas anderes.

volker schlöndorff ist für seine artifiziellen, nie ganz einfachen filme bekannt. er stellt hohe ansprüche an sich und das publikum. die gefahr dabei: er könnte den stoff des romans "die päpstin", der so bilderreich wie publikumswirksam daher kommt, auf eine weise verfilmen, dass er am ende das massenpublikum verfehlt.

es stehen bekanntlich mittlerweile talentierte und jüngerer regisseure zur verfügung, die es durchaus verstehen, ein publikum anzulocken, also eine grosse geschichte mitreissend und bildgewaltig - mitunter auch trivial - zu erzählen.

könnte es also sein - ich frage ja nur - dass die CONSTANTIN-FILM die bedenken von volker schlöndorff zum anlass nahm, um sich von einem regisseur zu trennen, an den sie nicht mehr glaubt?

es wäre allerdings überaus peinlich gewesen, einem oskar-preisträger ganz ohne begründung den sessel vor die tür zu stellen.

jetzt hat man eine gefunden - und der sessel steht zumindest nicht mehr in babelsberg.

SCHLÖNDORFF: DER TOD DES KINOS


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