KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

09.09.2007 um 23:47 Uhr

eine FANTASIA aus stimmen und sternen!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

"sie ist gewiss schön - sehen wir uns eine „fantasia“ doch einmal an!", sagte meine freundin.

wir fuhren mit dem bus aus marrakesch hinaus.

es wurde schon nacht.

ich bin einmal nachts in marrakesch wach geworden. die fenster meines hotelzimmers standen weit offen. was hatte mich geweckt? ich ging zum fenster und sah in die nacht hinaus. die sterne blitzten und ich hörte stimmen von menschen und tieren.

bellen, schreie, trommeln, gelächter... ich wusste mit einem mal: marokko kommt nicht zur ruhe ... nie!

die sterne blitzten aufgeregt!

wir kamen bei der „fantasia“ an. dort gab es viele zelte, die kreisrund um einen sandigen platz aufgestellt waren. ich liess mich in einem der zelte in ein auf den boden gelegtes polster fallen, trank tee und ass auch vom kous-kous, den sie uns brachten.

dann begann auf dem platz vor unserem zelt die "fantasia".

erst war da ein schuss.

dann rasten zwei gruppen von reitern von links und rechts aufeinander zu. die erde bebte unter den hufen ihrer pferde. die reiter, in wehenden gewändern, schrien und hetzten die tiere in den wildesten galopp. die pferde bäumten sich auf und stürmten schon weiter. bevor sie aber in der mitte des platzes zusammen prallten, stiessen sie - wie auf einen stillen befehl - ihre hufe mit aller kraft in den sand, der in staubigen wolken zerstob.

stille lag über dem platz.

aber schon schossen die reiter aus ihren gewehren donnernde salven in die luft. das echo rollte wie ein gewitter in die nacht.

immer mehr reiter galoppierten auf den platz. sie klammerten sie sich erst unter die bäuche ihrer pferde und kletterten dann auf die sättel. sie liessen die zügel fallen, richteten sich auf, federten mit ihren knien die sprünge ihrer pferde ab und streckten, hoch aufgereckt, im rasenden galopp die arme weit von sich.


ich hatte längst das zelt verlassen und mich ganz nah an den kreis gestellt. pferde keuchten an mir vorüber. blitze zuckten aus gewehren. weisse gewänder, rot-grüne fahnen flatterten im wind. meine augen erschraken vor immer neuen blitzen und meine ohren taten mir weh in den funkensprühenden gewittern der gewehre.

ich bin einmal in marrakesch nachts wach geworden. irgendwo ruft ein esel. ein hund bellt. menschen flüstern und lachen. ich stehe am fenster, das sich in die nacht marokkos öffnet. die stille trägt jeden laut zu mir her. die sterne blitzen und manche strahlen so hell, als wollten sie in dieser nacht den himmel ganz für sich alleine haben ...

... wie die stimmen, ganz nah, ganz fern, ein wispern und flüstern, ein erdenkreis aus lachen und rufen ...

... eine fantasia aus stimmen und sternen.

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