eine sexualisierte faschistische ÄSTHETIK!
manchmal stösst man auf seltsame querverbindungen und -verweise. anlässlich der veröffentlichung der jugenderinnerungen von JULIEN GREEN ("glückliche tage") schreibt wolf lepenies in der WELT:
1942 - Frankreich hatte den "drole de guerre" gegen Nazi-Deutschland verloren - blickte Julien Green auf seinen französischen Schulalltag zurück und sah darin eine Ursache für Frankreichs kommendes Unglück. Das französische Unterrichtswesen war in Greens Augen das beste der Welt, "doch ihm fehlte die frische Luft, und oft brachte es gelehrte Äffchen hervor, die vom wahren Leben und all dem, was man durch Fantasie und Gefühl lernt, nichts wussten". Während in Frankreich eine Generation von Stubenhockern sich ihre geistige und körperliche Haltung verdarb, wuchsen jenseits des Rheins "kräftige Burschen heran, deren Körper gut trainiert sind".
und an ganz anderer stelle, nämlich in der SÜDDEUTSCHEN, lesen wir - in ganz anderem zusammenhang - folgendes (vom PERLENTAUCHER zusammengefasst):
Ein Buch des Publizisten Patrick Buisson hat in Frankreich einen "erotischen Schock" ausgelöst, berichtet Cornelius Wüllenkemper. "1940-1945 - Die erotischen Jahre" erzählt "von der Faszination, die die deutschen Soldaten in Frankreich auslösten. Der Begriff der französischen Männlichkeit sei gar auf der Flucht vor den deutschen Invasoren verlorengegangen. Die zahlenmäßig führende Militärmacht Europas hatte angesichts der kämpferischen Überlegenheit der deutschen Einheiten innerhalb weniger Wochen kapituliert, und geschätzte acht Millionen Franzosen flohen von Panik getrieben in Richtung Süden. Für Buisson wirkte die militärische Übermacht der Deutschen wie ein 'erotischer Schock' auf die Franzosen: 'Die nordische Körperkultur hob die französischen Moralvorstellungen gehörig aus den Angeln. Die Deutschen zeigten sich ständig mit bloßem Oberkörper, beim Waschen am Dorfbrunnen oder beim Reinigen ihrer Waffen. Die Körper der deutschen Soldaten stifteten heillose Verwirrung in Frankreich - schließlich waren sie gepflegt, groß und gut gebaut.'"
was für ein "schock" soll das sein, der heute durch ein buch in frankreich ausgelöst wird, das die invasion und okkupation frankreichs durch deutsche truppen schildert? was man JULIEN GREEN durchaus glaubt, weil er als zeitzeuge das aufgeschrieben hat, was ihm durch den sinn ging (wobei - zugegegeben - wohl auch sein gerütteltetes mass an homosexualität eine rolle spielte), verengt das buch von PATRICK BUISSON den geschichtlichen blick und die faschistische politik, wobei sich unrecht und verbrechen auf banalste weise mit körperlicher bewunderung und sexueller faszination mischt.
überlassen wir diese art üble faschistische ästhetik doch besser ihrem apologeten ARNO BREKER!
