grünkohl und PINKEL!
wenn andere am 11.11. die karnevalssaison eröffnen, schlägt in bremen die uhr für KOHL UND PINKEL. ab dem 11.11. darf gefuttert werden, bis der gürtel ein loch weiter gestellt werden muss. bremen im winter - undenkbar ohne kohl und pinkel.
wer das nicht kennt, wird vielleicht sagen: grässlich - pinkel esse ich nicht.
dabei ist pinkel eine wohlschmeckende, wenn auch reichlich fette grützwurst. sie gehört - neben kochwurst, kassler und speck - zu jedem grünkohlessen.
warum die saison nun gerade am 11.11. beginnt?
weil der grünkohl auf den feldern erst einmal frost abbekommen haben muss, um geniessbar zu werden. dann verlieren sich seine bitterstoffe und er kann - in schweineschmalz angedünstet - gekocht und verzehrt werden.
ja - ja ... das alles ist (ich wiederhole mich) eine etwas fettige angelegenheit, weswegen man in bremen so ein essen gern mit einem ausgiebigen spaziergang einläutet und mit einem kräftigen schnaps beendet.
der grünkohl selbst ist aber gar nicht fett. wie sollte ein kohl auch fett sein? wir können ihn gut und gern mit ein wenig butter andünsten und kochen. wenn wir dann noch auf pinkel und speck verzichten, essen wir fast diät.
das aber würde jeden bremer nur in die flucht schlagen. er schwört auf seinen grünkohl ... "und alles".
na, dann guten appetit.

In unserer Provinz ist dieses Gericht eher unbekannt; man hält die Bezeichnung "Grünkohl mit Pinkel" eher für eine Umschreibung des Unbekannten Gemüse-Urinators.