KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

12.05.2008 um 12:05 Uhr

hamas und hisbollah - willige WERKZEUGE!

es macht keine grossen mühen, die verteilung der interessen im nahen und mittleren osten zu benennen. die USA wollen ihren ölnachschub sichern und der IRAN versucht, die herrschaft über die gesamte region zu erlangen - in erklärter kontroverse zum westen.

damit ist der konflikt skizziert und das szenario beschrieben, in dem sich die auseinandersetzungen abspielen. weil auf keiner seite vernunft zu erwarten ist, wird am ende der konflikts die auseinandersetzung mit den waffen stehen - der krieg.

die hisbollah hat im LIBANON nur scheinbar eingelenkt, als sie der waffenruhe mit den sunnitischen milizionären zustimmte. die hisbollah, unterstützt und ausgerüstet vom IRAN, hat vielmehr gezeigt, wer herr im LIBANON ist. die regierung des LIBANON hat sich diesem machtanspruch gebeugt, um einen blutigen bürgerkrieg zu vermeiden. sie hatte, recht besehen, auch gar keine andere wahl.

ISRAEL wird inzwischen von zwei seiten in die zange genommen. denn auch die HAMAS in GAZA macht keinen hehl daraus, von welcher seite sie sich munitionieren lässt. in GAZA fallen die entscheidungen, wie der IRAN sie will.

der IRAN strebt nach kontrolle über die gesamte region. inwiefern dabei auch religiöse motive eine rolle spielen, vermag ich nicht zu sagen. aber der machtpolitische konflikt zwischen schiiten und sunniten wurde niemals wirklich beigelegt oder gar gelöst. die spaltung des islam war im kern eben nicht religiös - sondern machtpolitisch begründet. auch wenn gegenteiliges immer wieder behauptet wird.

wenn es nicht gelingt, SYRIEN zu einer irankritischen politik zu bewegen und damit den einfluss des IRAN in nahost einzudämmen, steht der region ein schrecklicher konflikt ins haus, der nichts mehr mit den stellvertreter-kriegen zu tun hat, wie wir sie zur zeit - einmal mehr und einmal weniger heftig - erleben.

JOSCHKA FISCHER erklärt in seiner kolumne für DIE ZEIT die zusammenhänge des konflikts. seine analyse ist treffend, seine vorschläge indes, den konflikt zu entschärfen, recht vage.

man könnte den konflikt natürlich den arabern überlassen, die stets uneinig waren, wenn es um ihre widerstreitenden interessen ging. hier steht aber mehr auf dem spiel ...

es geht um die existenz ISRAELS. die politik des IRAN zielt auf nichts anderes als die vernichtung des staates der juden. hisbollah und hamas sind dabei, auch wenn sie ihre wahren ziele mit patriotischen bekenntnissen kaschieren, nur ferngesteuerte vollstrecker des iranischen willens.

JOSCHKA FISCHER


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