KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

12.01.2007 um 09:48 Uhr

haschisch in marokko II.!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

über haschisch spricht man nicht in Marokko - man baut ihn an. 200 000 kleinbauern im nördlichen Rif-Gebirge leben vom haschisch, der auf 80 000 hektar ackerfläche gepflanzt wird. man schätzt, dass zwei drittel des europäischen haschisch-markts direkt von Marokko aus bedient wird.



ich weiss nicht, wie nachdrücklich die marokkanische regierung darum bemüht ist, den handel einzudämmen. immerhin ist das Rif eine fast gesetzlose, gefährliche region, die zudem unwegsam und damit extrem unübersichtlich ist. der inzwischen gestorbene König Hassan II. liess vor jahren zwar tausende von haschischbauern und -händlern verhaften. an der situation hat sich dadurch nichts geändert.

touristen sollten das Rif tunlichst meiden. überall lauern ihnen haschisch-händler auf, die zuweilen mit rabiaten mitteln ihre ware an den mann bringen wollen. lässt sich jemand auf den „deal“ ein, so kann es ihm durchaus passieren, dass er einige kilometer weiter in eine polizeikontrolle gerät. dann ist guter rat teuer, denn auf dem besitz von haschisch stehen in Marokko hohe gefängnisstrafen. nicht nur im norden Marokkos wird den touristen haschisch hinterher getragen. selbst in agadir vergeht kaum eine viertel stunde, dass nicht ein Marokkaner an sie heran tritt und fragt, ob und wieviel sie benötigen.



eine verrückte situation! einerseits bekämpfen die staatlichen behörden den haschisch-handel, andererseits sind es aber überhaupt nicht die haschischbauern, die irgend einen grösseren gewinn aus dem anbau schlagen, sondern einige wenige „dunkelmänner“, die mit bestechung höchster marokkanischer dienststellen den export nach Europa besorgen.

Marokko ist weltweit die viertgrösste erzeugerregion für haschisch. offiziell bemüht man sich - auch mit hilfe der Europäischen Union - den haschischanbau umzustellen. die bauern sollen obst und gemüse züchten.

aber der anbau von hanf bleibt lukrativer und die bewohner möchten auch gar nicht auf ihr tägliches „pfeifchen“ verzichten, denn haschisch ist im Rif seit jahrhunderten währung, lebensgrundlage, tägliche arbeit und rauschmittel zugleich, - aber eben auch ursache für stagnation und perspektivlosigkeit.

die menschen im Rif sind gleich mehrfach aus der marokkanischen gesellschaft ausgegrenzt. das königshaus und die regierung in Rabat fürchten diesen nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch politischen unruheherd. immerhin war es die bevölkerung des Rif, die sich einst gegen die spanischen okkupanten zur wehr setzte, - und sich damit auch gegen ihren könig stellte, der mit Spaniens gnaden und duldung auf dem marokkanischen thron sass.

EINE NOTIZ AUS MEINEM "ALTEN" TAGEBUCH!


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