haschisch in marokko II.!
ich weiss nicht, wie nachdrücklich die marokkanische regierung darum bemüht ist, den handel einzudämmen. immerhin ist das Rif eine fast gesetzlose, gefährliche region, die zudem unwegsam und damit extrem unübersichtlich ist. der inzwischen gestorbene König Hassan II. liess vor jahren zwar tausende von haschischbauern und -händlern verhaften. an der situation hat sich dadurch nichts geändert.
touristen sollten das Rif tunlichst meiden. überall lauern ihnen haschisch-händler auf, die zuweilen mit rabiaten mitteln ihre ware an den mann bringen wollen. lässt sich jemand auf den „deal“ ein, so kann es ihm durchaus passieren, dass er einige kilometer weiter in eine polizeikontrolle gerät. dann ist guter rat teuer, denn auf dem besitz von haschisch stehen in Marokko hohe gefängnisstrafen. nicht nur im norden Marokkos wird den touristen haschisch hinterher getragen. selbst in agadir vergeht kaum eine viertel stunde, dass nicht ein Marokkaner an sie heran tritt und fragt, ob und wieviel sie benötigen.
eine verrückte situation! einerseits bekämpfen die staatlichen
behörden den haschisch-handel, andererseits sind es aber überhaupt
nicht die haschischbauern, die irgend einen grösseren gewinn aus dem
anbau schlagen, sondern einige wenige „dunkelmänner“, die mit bestechung
höchster marokkanischer dienststellen den export nach Europa besorgen.
Marokko ist weltweit die viertgrösste erzeugerregion für haschisch.
offiziell bemüht man sich - auch mit hilfe der Europäischen Union
- den haschischanbau umzustellen. die bauern sollen obst und gemüse
züchten.
aber der anbau von hanf bleibt lukrativer und die bewohner möchten auch
gar nicht auf ihr tägliches „pfeifchen“ verzichten, denn haschisch ist
im Rif seit jahrhunderten währung, lebensgrundlage, tägliche arbeit
und rauschmittel zugleich, - aber eben auch ursache für stagnation und
perspektivlosigkeit.
die menschen im Rif sind gleich mehrfach aus der marokkanischen gesellschaft
ausgegrenzt. das königshaus und die regierung in Rabat fürchten
diesen nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch politischen unruheherd. immerhin
war es die bevölkerung des Rif, die sich einst gegen die spanischen
okkupanten zur wehr setzte, - und sich damit auch gegen ihren könig
stellte, der mit Spaniens gnaden und duldung auf dem marokkanischen thron
sass.
