heinrich schliemann!
dem jungen kaufmann wurde es in mecklenburg schon bald zu eng. überhaupt: er träumte davon, das sagenumwobene troja auszugraben, wo er einen goldschatz vermutete. anhand von antiken quellen hatte er die geografische lage trojas bald bestimmt und ging 1868 daran, die stadt, die an der türkischen ägeis-küste liegt, auszugraben.
den "schatz des priamos" fand er nicht. stattdessen grub er an der stadtmauer trojas einen anderen, nicht minder wertvollen goldschatz aus. der einfachheit halber tat er so, als sei dieser mit dem aus der antiken legende identisch.
bevor es aber so weit war, hatte schliemann in troja das unterste zu oberst gekehrt. er buddelte und wühlte, grub und hackte im erdreich herum, bis er auf die ersten überreste der stadt gestossen war. danach gab es kein halten mehr.
auf die idee, dass jede antike stadt aus mehreren schichten besteht, weil sie im laufe der geschichte verbrannte oder von feinden zerstört und wieder aufgebaut wurde, kam er nicht.
troja wurde zu einer einzigen archäologischen schutthalde. wegen des unsinnigen (und goldgierigen) eifers von schliemann war es den späteren archäologen auch beim besten willen nicht mehr möglich, die städtebauliche entwicklung trojas zu rekonstruieren. der hobby-archäologe schliemann hatte alles heillos durcheinander gebracht.
zur entschuldigung sei angemerkt, dass es schliemann war, der die archäologie begründete. als laie und autodidakt waren ihm jedoch die methoden fremd, die erst viel später für die wissenschaft verbindlich wurden.
schliemann buddelte nach einem schatz. den wissenschaftlern nach ihm ging es vor allem um die rekonstruktion antiker lebenswirklichkeit.
SAT1 zeigt ab kommenden montag an zwei abenden heinrich schliemanns abenteuer in troja. trotz einiger schmonzetten, liebesgeschichten und fantasievollen räuberpistolen ist es vielleicht einigermassen unterhaltend, dem leben schliemanns zuzuschauen.
