im RIAD aus dem bett gefallen!
... es ist ja inzwischen chic, in marrakesch in einem RIAD zu wohnen - also einem wohnhaus, das zu einem kleinen hotel umgebaut wurde. diese RIADS liegen in der verwinkelten altstadt. viele von ihnen wurden zu spottpreisen von europäern gekauft - inzwischen haben die marokkaner jedoch begriffen, dass solche RIADS - auch die renovierungsbedürftigen - ihren preis haben.
wer ein RIAD in ein hotel umbaut, wird höchstens mit fünf oder sechs gästezimmern rechnen können. viel grösser sind diese häuser nicht. das bedeutet, dass eine übernachtung relativ teuer sein muss, damit sich die angelegenheit auch igendwann rentiert.
zu den hohen übernachtungskosten kommen die lärmbelästigungen. die RIADS liegen in der altstadt und wir wissen, dass das leben in den gassen erst in den abend- und nachtstunden seinen höhepunkt erreicht. wohl dem, der sein zimmer nicht zur gasse, sondern zum innenhof hat. da aber lauert neues ungemach. nicht eben wenige gäste geniessen die lauen marokkanischen nächte bei einem glas wein in den gemütlichen innenhöfen oder auf den dachterrassen. wir wissen: je später der abend, desto ausgelassener und lauter die gäste.
wenn dann noch morgens um fünf uhr der muezzin zum gebet ruft, ist auch die grösste langmut der gäste eines RIADS am ende. es fehlt - zu zeiten des ramadan - nur noch der böllerschuss, der den genervten gast endgültig aus dem bett holt.
es gibt in GUELIZ, der neustadt von marrakesch, wunderschöne hotels - ruhig in den seitenstrassen gelegen. es muss nun wirklich nicht unbedingt ein teures RIAD sein, um in marrakesch angemessen zu wohnen.
