im humanitären ZWIELICHT!
kann es sein, dass hier gelogen wird? kann es sein, dass die europäischen staaten (allen voran frankreich) gegenüber dem TSCHAD in bedingungslose vorleistung gehen? immerhin sollen schon in wenigen wochen europäische schutztruppen im TSCHAD stationiert werden (bei aller humanität ist das auch ein fuss in der tür afrikas). wenn dann der präsident des TSCHAD plötzlich von kinderhandel spricht - und sogar davon, dass kinder aus seinem land entführt, womöglich getötet und ihnen organe entnommen werden sollen, muss europa doch alles tun, um diesen durchgedrehten präsidenten zu beschwichtigen ... er will das humanitäre chaos in seinem land allein regeln (ach, ja?) ... europäer sind nur dazu da, schutztruppen zu entsenden und geld ins land zu pumpen.
wenn allerdings herr sarkozy dieses spiel mitspielt ... also seine eigenen (wohl ein wenig chaotischen, aber doch ihrer moral verpflichteten) landsleute den korrupten richtern im TSCHAD ausliefert, dann gnade ihm gott!
103 kinder - waisenkinder - wollte die französische hilfsorganistation ARCHE DE ZOÉ aus DAFUR in afrika nach frankreich ausfliegen, um sie dort in gastfamilien unterzubringen.
jetzt stellt sich heraus: die kinder kommen gar nicht aus DAFUR - sondern aus dem benachbarten TSCHAD. auch wird bezweifelt, dass es sich um waisenkinder handelt. allerdings ist der TSCHAD eine krisenregion. dorthin fliehen die menschen vor dem bürgerkrieg in DAFUR. europa macht sich gerade bereit, schutztruppen dorthin zu entsenden.
ein WIRRWARR!
die mitglieder der hilfsorganisation wurden verhaftet und warten im TSCHAD auf die ergebnisse weiterer untersuchungen.
inzwischen spricht man von einem gross angelegten kinderhandel. die europäischen organisationen und der französische staat haben sich von der initiative distanziert, die jetzt auch von den anwälten von ARCHE DE ZOÉ als "etwas anarchisch" bezeichnet wird.
ich weiss nicht, wie alles mit allem zusammen hängt. ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass irgendwelche "kinderhändler" 103 kinder in afrika einsammeln, um sie - zusammen in einem flugzeug - illegal nach europa zu bringen. sie müssen - das ist meine meinung - gründe für ihr handeln gehabt haben. sie konnten auch nicht davon ausgehen, dass die französischen behörden - einfach so - 103 kinder ins land lassen, die aus afrika eingeflogen werden.
oder wollte man die behörden ganz einfach überrumpeln und vor vollendete tatsachen stellen?
so lange nichts anderes bewiesen ist, glaube ich weiter fest an "humanitäre" gründe. wenn man in die gesichter der helfer von ARCHE DE ZOÉ sieht, die im krisengeschüttelten TSCHAD inhaftiert sind, kann man zu überhaupt keiner anderen auffassung kommen.
so sehen keine kinderhändler aus. obwohl: wie eigentlich sehen kinderhändler aus ...?
und noch eine andere frage: was wird jetzt aus den kindern?
davon einmal abgesehen: kommerzielle kinderhändler würden wohl kaum 103 afrikanische kinder einsammeln, um sie gemeinsam nach europa zu bringen.
was also steckt hinter der ganzen aufregung? wir werden es hoffentlich bald erfahren!
p.s. der hinweis, man habe für die kinder in frankreich bereits gastfamilien gefunden, kann so oder so gedeutet werden: entweder waren die familien bereit, die kinder aus lauter menschlichkeit aufzunehmen ... oder sie bezahlten dafür, dass ihnen ein kind in aussicht gestellt wurde.
das muss jetzt untersucht werden. vorverurteilungen und mutmassungen indes sind völlig fehl am platz. in DAFUR und im TSCHAD wütet ein über alle massen grausamer bürgerkrieg ...
der französische diplomatische dienst schreibt dazu (und das hört sich ein wenig anders an):
Die Hilfsorganisation Arche de Zoé hat uns ihre Ziele nicht verheimlicht. Die Maßnahme hieß „1000 Kinder aus Darfur“; anfänglich war von Adoptionen die Rede; wir haben dann auf die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit solchen Adoptionen hingewiesen; später hat die Organisation dann davon gesprochen, dass Kinder aufgenommen werden sollen, das war alles ziemlich vage. Wir haben erneut unsere Vorbehalte geäußert, denn man kann Kinder nicht einfach so, ohne Erlaubnis der Eltern in ein fremdes Land bringen; da gibt es strikte Regeln. Ein Leben dieser Kinder in Frankreich - das ist juristisch doch gar nicht möglich. Wie sollen diese Kinder zur Schule gehen? Da ergeben sich jede Menge Schwierigkeiten, zudem handelt es sich um sehr junge Kinder, die sich ohnehin schon in äußerst dramatischen Situationen befinden.
