in der MÜHLE - wie auf einem segelschiff!
... mein urgrossvater war müllermeister und besass die erste "holländische" mühle in der lüneburger heide. diese mühlen werden nur mit ihrem kopf bewegt, um die flügel in den wind zu drehen. frühere mühlen wurden mit ihrem gesamten corpus gedreht.
wer in einer solchen mühle herum klettert (anders kann man es nicht bezeichnen), fühlt sich wie auf einem segelschiff. das holz knarrt und der wind fängt sich rauschend in den flügeln. auch bewegt sich die gesamte konstruktion, so dass man wirklich das gefühl hat, sich auf offenem meer zu befinden.
dem müller ging der ruf des eigenbrötlers voraus. das lag daran, dass er seinem tagwerk weitab vom dorf nachging. die mühlen standen immer etwas abseits auf hügeln, um die windkraft auszunutzen. damit waren die müller den schmieden verwandt, die ähnlich absonderlich und seltsam eingeschätzt wurden - weil sie (wegen der feuergefahr) ihre schmieden weitab vom dorf errichten mussten.
diese isolierung brachten müller und schmied den ruf ein, mit dunklen mächten zu paktieren. sie wurden deswegen, wenn man sie nicht gerade brauchte, gern gemieden.
vor einigen jahren besuchte ich eine holländische mühle. anlässlich des "tags des offenen denkmals" wurden darin führungen veranstaltet. weil ich einiges über die mühlen wusste (immerhin: verwandtschaft!), fragte man mich am ende der besichtigung, ob ich bereit wäre, auch einmal führungen durch die mühle anzubieten. man sei immer auf der suche nach ehrenamtlichen helfern.
nun lag die mühle in der nähe von wolfenbüttel und ich musste absagen.
ich erzähle das alles nur, weil morgen einmal wieder der
ist. da sind nicht nur die mühlen im land geöffnet, sondern auch schlösser, burgen ... eben alles, was es an historischen bauwerken in deutschland gibt.
