karsamstag!
der KARSAMSTAG ist der tag der grabesruhe.
nach dem tod von Jesus am kreuz auf Golgatha ging Josef aus Arimathäa, ein unbekannter mann aus dem volk, zu Pilatus und bat ihn um den leichnam. er wickelte Jesus in ein leinentuch und legte ihn - noch vor dem jüdischen Sabbat, an dem niemand arbeiten durfte -, in sein eigenes grab, das er in die felsen hatte hauen lassen. schliesslich wälzte er einen grossen stein vor den eingang und ging davon.
am nächsten tag kamen die Hohepriester zu Pilatus und sagten: dieser tote hat davon gesprochen, dass er auferstehen wird. darum ist es besser, wenn das grab bewacht wird, damit seine Jünger nicht kommen, den leichnam stehlen und behaupten, er sei wirklich auferstanden von den toten.
darauf hin liess Pilatus wachen vor dem grab aufstellen und den stein versiegeln.
die Jünger waren verzweifelt. sie hofften nicht mehr auf Jesus und versteckten sich aus angst, ebenfalls hingerichtet zu werden. Jesus war gestorben. er war in die „tiefste menschliche not hineingegangen“ und „hinabgestiegen in das reich des todes“.
der KARSAMSTAG ist der tag der grabesruhe und zugleich der letzte tag der christlichen fastenzeit. an diesem tag nach dem tod von Jesus finden keine gottesdienste statt, die glocken der kirchen schweigen und die altäre sind ohne jeden schmuck. in den klöstern feiern nonnen und mönche die trauermetten. darin beklagen sie mit den worten von Jeremias, dem Propheten aus dem Alten Testament, dass Gott sein volk verlassen hat.
ganz im gegensatz dazu feiern die orthodoxen Christen am KARSAMSTAG den abstieg von Jesus in die hölle als das zentrale ereignis von Ostern. nach ihrem verständnis durchwandert Jesus an diesem tag das totenreich und holt die verstorbenen in sein Neues Reich des Lebens.
der wichtigste ort des gedenkens an den tod von Jesus ist für Christen aller konfessionen die Grabeskirche in Jerusalem. ihr ursprung geht auf einen besuch zurück, den die mutter von Kaiser Konstantin 326 im Heiligen Land machte. Konstantin I. hatte 313 im "Toleranzedikt von Mailand" das Christentum zur offiziellen religion im Römischen Reich erklärt. jetzt suchte und fand man die stätten des todes und der auferstehung von Jesus wieder, was zur raschen verbreitung von kreuzreliquien in alle welt führte.
die Grabeskirche in Jersusalem
die Grabeskirche in Jerusalem ist im besitz zahlreicher christlicher konfessionen, die dort ihre gottesdienste abhalten. die stadt aber gehört den Juden, den Muslims und den Christen gleichermassen.

ich wünsche dir, lexa und allen anderen ein gesegnetes osterfest!