keine HEIMAT - nirgendwo!
menschen, die 1945 ostpreussen verliessen - auf der flucht vor den näher rückenden russischen truppen - mussten über nacht ihre heimat aufgegeben. wer unter so schlimmen umständen seine heimat verlor, denkt bestimmt mit besonderer wehmut an sie zurück.
meine heimat - also der ort meiner kindheit - ist die lüneburger heide. ich weiss sehr genau, dass die bilder dieser landschaft mich geprägt haben. wenn ich manchmal im herbst dorthin komme, steigt mir dieser besondere geruch in die nase ... und ich weiss, dass dort meine wurzeln sind, vergraben unter gelben und rot raschelnden blättern.
ich habe von den "heimatvertriebenen" und ihren organisationen nie viel gehalten. ich dachte immer: wäre zum beispiel schleswig-holstein (meine zweite heimat) anstatt ostpreussen verloren gegangen, hätte dies zu einer ähnlichen sehnsucht geführt, die - das eine mit dem anderen vertauschend - einem weiten land, den rapsfeldern, den seen und wäldern, den ufern der ostsee gegolten hätte.
ich will damit sagen: es gibt landschaften, die wir ein leben lang in uns tragen. wir sollten aber nicht versuchen, dorthin zurückzukehren. die landschaften sind zu hermetischen bildern geronnen, die nichts neues mehr zulassen.
vielleicht ist es so, dass wir "heimat" erst empfinden, wenn wir sie verlassen haben. denken wir nicht weiter darüber nach, verschliessen wir die bilder besser in unserem herz. nur dort bleiben sie auf geheimnisvolle weise heil, versöhnt und lebendig!

Ich habe oft Sehnsucht nach dieser Heimat, wie schön, daß ich dort oft Urlaub machen kann.