laterne, laterne!
wenn ich an die nächte in marokko denke, fallen mir als erstes die laternen ein - wie zum beispiel im garten des hotels "fibule" in zagora. dort illuminierten die laternen die terrassen auf geheimnisvolle weise und über den palmen stand ein grosser, gelber mond.
bei tageslicht betrachtet, wirken die marokkanischen laternen indes manchmal ein wenig unscheinbar. sie müssen beleuchtet werden, um ihren zauber zu entfalten.
vor einigen jahren beschloss ich, diese laternen auch in bremen anzubieten. allerdings konnte ich sie nicht mit offenem kerzenlicht ins schaufenster stellen (feuergefahr). und das war ein problem ...
"was haben sie denn da rostiges zu stehen?" fragte mich eine bremerin. und eine andere meinte: "die müssen mal ordentlich geputzt werden!"
wie soll man menschen erklären, dass der rost die wunderbare patina ist und wie die laternen wirken, wenn sie beleuchtet sind? mir jedenfalls fehlen dafür alle worte.
kurzum: ich verkaufte nicht eine laterne. das machte mich aber nicht weiter traurig. in den sommernächten ist mein balkon seither in geheimnisvolles licht getaucht - und im winter flackern die laternen in den wohnräumen.
manchmal sitze ich nur da und lasse mich von den vielen bunten lichtern nach marokko entführen - ganz still, ganz leise ... in die palmengärten von zagora.
